Clickertagebuch
| 24. Februar 2004 |
| Bine und
Banja werden langsam aber sicher Anis-Spürhunde. Unter fachkundiger
Anleitung nähern wir uns Stück für Stück und sehr ausführlich dem
Thema Hundenase, Such- und Findeverhalten und dem wirklich durchdachten
Übungsaufbau.
Beide Hunde haben großen Spaß
daran, suchen konzentriert und ausdauernd und freuen sich sobald ich
andeute dass es los geht. Ich freue mich schon auf die weiteren
Schritte. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten (ohne Clicker) und etwas
Zeitmangel sind wir jetzt mit Feuereifer bei der Sache. Lena kann bei
der Sequenz leider nicht mitmachen. Sie hasst Anis.....*gg*. Und wenn
sie etwas hasst, ist es unnütz und unmöglich sie vom Gegenteil zu
überzeugen. Sie wird mit zunehmendem Alter immer sturer. Allerdings
stelle ich täglich fest, dass sie mit zunehmendem Alter sowieso machen
kann was sie will....und alle tolerieren es :)
Neben ihrem Job als
Tänzerin und Schnüfflerin ist sie mir weiterhin im Haushalt eine große
Hilfe *g*. Es hat mir ja prinzipiell genügt, Besucher sind jetzt kein Problem mehr. Ich habe bei der letzten Hühnerhalslieferung extra alle nach Hause zu mir bestellt und Bine ist dabei, wenn die Leute ankommen. Sie läuft frei auf dem Hof und gibt keinen Mucks von sich. Sie darf schnüffeln und Kontakt aufnehmen, muss aber nicht. Ganz wie sie mag. Nur Terror wird nicht geduldet. Sich versichert sich durch Blicke zu mir zurück und bekommt die Rückmeldung, dass das so okay ist. Dann ist für sie die Sache erledigt. Ich weiß, es ist
langweilig.... aber so isses. |
| 21. Februar 2005 |
| Obwohl
ich den Frühling in der Nase habe und hin und wieder ein paar Vögeln
zwitschern, gibt es heute von hier mal ein paar Winterimpressionen:
In diesem Sinne
schicke ich Euch saubere Grüße und bis die Tage, |
| 14. Februar 2005 |
| War das am Wochenende
ein Sturm...... Die Hunde waren auf den Spaziergängen total ausgelassen bis hin zu mächtig albern. Lena hatte einen berühmt berüchtigten Frauchen-Anfaller. So was ist schon seit ein paar Monaten, na wenn es nicht Jahre sind, nicht mehr vorgekommen. Sie bekommt dann so einen lauernden Ausdruck, wendet sich zu mir um und in der Regel fällt sie dann die Leine an und wir zerren was das Zeug hält. Ja, ich hab nichts gegen die Leine als Spielzeug. Ich hab sie (fast) immer dabei und alles was meine Hunde motiviert bei mir zu bleiben und Spaß zu haben ist mir willkommen. Dieses Mal hatte ich keine Leine *hüstel*. Sie kam also angerannt und hatte das typische Leinengesicht. Einmal an mir hoch gesprungen und *stutz*, wo ist die Leine ? Sie ist dann protestbellend neben mir her gelaufen bis wir am nächsten interessanten Mauseloch waren und gemeinsam gebuddelt konnten. Danach war Ruhe, ich bin gespannt wann sich das Phänomen das nächste Mal zeigt. Hoffentlich hab ich dann wieder eine Leine dabei, es hat mich stark an früher erinnert, als das Lenchen noch ein Jungspunt war. Wir hatten unterwegs oft viel Spaß mit der Leine. Bei einem besonders heftigen
Windstoß ist mir dann mein Regenhut vom Kopf geflogen und auf den
nächstbesten frisch gepflügten Acker geweht. Das war Bines Stunde. Ein
Pfiff und die Kleine war sofort zu Stelle. Ich hab auf den Hut gezeigt
und "brings" gesagt. Sie ist abgegangen wie eine Rakete. Hab
ich mich gefreut. Leider war der Wind auch nicht ohne. Immer wenn Bine
fast dran war kam entweder eine neue Böe oder der doofe Wind hat die
Richtung geändert. Das Karlchen hatte es nicht leicht mit dem Hut, es
hatte bisschen was von unberechenbaren Schafen hüten..... Gestern habe ich mich dann mit
Ines und Deles auf dem Platz getroffen um ein bisschen zu üben. Der
Platz ist für Bine schon wieder definitiv zu kontaminiert. Da haben zu
viele andere hin gestrullert und unser Fuß gehen sieht aus wie
Schlangenlinien. Hier kann sie nicht lang gehen weil da eine Pipipfütze
gewesen sein muss und da auch nicht. Anstrengend so ein reinlicher Hund.
Wer hätte das im übrigen mal gedacht, denn dafür brauche ich das
Tagebuch gar nicht durchlesen, Bine war die größte Strullertrine unter
Gottes Sonne. Heute nach der Arbeit und einem
Zahnarztbesuch (der gar nicht schlimm war zum Glück) habe ich dann die
Hunde einzeln zum clickern mit ins Badezimmer genommen. Normalerweise
üben wir im Wohnzimmer und der Küche. Ich wollte sehen, wie sie an
einem ungewöhnlichen Ort mitarbeiten. Die Erleichterung bei jedem
einzelnen darüber, dass die anderen vor der Tür warten müssen war
riesig:). Bine mit der kleinsten Frustgrenze durfte zuerst mit hinein.
Wir arbeiten gerade an einem phänomenalen rückwärts Trick. Okay, für
die meisten Dogdancer sind das Peanuts, aber für normale Hundehalter
wie mich ist das schon spektakulär *lach* Nachdem Bine dran war (Lena und
Banja haben leise gewartet, wobei der Schnauzer mit seiner dicken Nase
unter der Tür durchgeschnuffelt hat um zu erriechen, welche Belohung da
drinnen verteilt wird), durfte Bine raus und hat ein Stück Wurst als
Trostpflaster bekommen, Lena im übrigen auch. Banja durfte rein und war
das reinste Nervenbündel: CLICKERN ! YEAH! WAS SOLL ICH MACHEN ?
YIEPIEEHHH !!!! Sie braucht dann 10 bis 15 Clicks um überhaupt
einigermaßen ansprechbar zu sein. Bisschen seltsam ist das schon,
füttert man nur Wurst, ist der Hund gelangweilt, füttert man Wurst und
hat den Clicker nur in der Hand, mutiert sie zum Kasper. Bei Lena konnte ich sofort normal
anfangen zu clickern. Sie ist nicht so aufgeregt wie Banja, eher freudig
gespannt. Sie war heute mit Feuereifer bei der Sache und hat jede Minute
ausgekostet, wie es schien. Sie durfte mit mir gemeinsam an der
Badewanne entlang rückwärts gehen, ein paar mal bellen (weil sie das
soooo toll findet) und schließlich ihre Lieblingsübung
"steppen". Sie sieht so niedlich aus, wenn sie versucht ihre
Schlappohren zu spitzen und die am Ansatz tatsächlich einen Zentimeter
in die Höhe gehen. Alle Hunde haben total motiviert und gut
mitgearbeitet. Es hat Spaß gemacht und ich sollte die Zeiten etwas
ausdehnen. Es ging wirklich viel zu schnell vorbei. Dabei wollte ich die
Wartenden aber auch nicht überstrapazieren. In diesem Sinne zuckende Grüße
und bis die Tage, |
| 11. Februar 2005 |
| Heute hatte
ich seit langer Zeit mal wieder den Nachmittag frei. Und was soll ich
sagen, wir haben es sehr genossen :)
Nachdem ich mit den Hunden die mittägliche Runde gegangen bin (für Bine liegt immer noch genug vereister Schnee in den Gräben, so dass sie ihr Fitnessprogramm weiter durchziehen kann), gab es für alle eine Runde Hühnerhälse. Sind schließlich ganz frische. Ich hab sie grade gestern mit Marianne aus Hannover geholt. Was soll ich sagen .... wir haben uns nur 1x verfahren .....! Ich bin jetzt fest entschlossen im Frühjahr für alle meine Kundinnen einen Kurs ohne Hund anzubieten. So nach dem Motto "Suchen und Finden mit Straßenkarte" :))) Aber zurück zu heute Mittag. Wenn die Hund gelaufen sind, gefüttert und Mimi ihren Topf voller Katzenfutter hinunter geschlungen hat, dann überkommt mich so eine seltsame Zufriedenheit. Egal wie die Wohnung aussieht, das Bankkonto und das Auto... alles wird gut ! Ich habe mich probeweise bei
vollem Bewusstsein aufs Bett gelegt um mal zu sehen, wie das so ist. In
letzter Zeit bin ich zu wenig dazu gekommen. Meistens schleppe ich mich
ins Bett, werde dort ohnmächtig und wache morgens in der selben
Position wieder auf *gg*. Bine hat mit großen Augen zugesehen, wie die anderen es sich gemütlich machen. Als echtes Rudeltier war ihr sofort klar, dass wir jetzt nicht jagen, clickern oder spielen sondern RUHEN. Sie hat sich an meinen Füßen zusammen gerollt und war bald schon am zucken (vermutlich ist sie im Traum durch den Graben gehüpft). Ich hab versucht mich auf die
Atmung der Hunde zu konzentrieren, aber außer dem Schnauzer-Schnaufen
hab ich nichts gehört. Dabei muss ich wohl eingeschlafen sein :) Als ich die Augen wieder aufgeschlagen hab, war es 16.00 Uhr, die Hunde am schnarchen und die Welt sah gleich viel besser aus. Der nächste Spaziergang stand an und bei einem einzelnen Wanderer und einem einsamen Autofahrer hab ich mich wieder sehr über Bines Abrufbarkeit gefreut. Jetzt bin ich putzmunter, unternehmungslustig und einfach richtig ausgeschlafen. Herrlich. Das Wochenende kann kommen *g* In diesem Sinne wache Grüße und
bis die Tage, |
| 06. Februar 2005 |
|
War das gestern und heute nicht
prachtvolles Wetter ? Wenn es nach mir ginge, könnte es so bleiben bis
März und dann nahtlos in den Frühling.... Bine sorgt selber für ihr Fitness Programm. In den Gräben liegt immer noch tief Schnee, der an der Oberfläche allerdings stark verharscht ist. Sie läuft nur und ausschließlich da drin. Wenn ihr der Schnee bis an die Hüfte reicht, ist es gerade richtig. Damit auch die Halsmuskulatur nicht zu kurz kommt schnappt sie sich vom Wegesrand einen dicken Stock oder Ast und schnell zurück in den Graben. Ich schaue schon mit gemischten Gefühlen zu, wie sie sich dort abkämpft und wirklich jeden Schritt springt und kämpft. Bisher ist mir und den beiden Großen verborgen geblieben warum sie das tut. Ein kurzes halbherziges ausprobieren meinerseits hat mich darin bestärkt, dass es eine völlig schwachsinnige Idee ist, gut aber wenn es ihr Freude bereitet. *g* Hier Zuhause herrscht immer noch Friede, Freude, Eierkuchen. Die Hunde harmonieren prächtig und Banja und Bine sind umgangssprachlich ausgedrückt ein Arsch und ein Eimer. Heute morgen haben sie erst wieder "Pfötchen gehalten". Das sieht dann so aus:
Nee, nee, Banja schläft oder döst nicht. Das ist die langfristig aufgebaute "Bettelhaltung". D.h. Banja bekommt recht häufig etwas von meinem Essen ab, wenn sie nicht nur liegt, sondern auch den Kopf tief hält. Natürlich haben wir das ganz früher mal Schritt für Schritt aufgebaut. Erst sitzen, dann weiter weg vom Tisch sitzen, dann liegen, dann Kopf absenken usw. Irgendwann hat sich dann diese Position heraus gebildet. Menschen die sie von früher kennen (als sie noch sehr hungrig und sabbernd neben mir saß) wundern sich über den entspannten Hund der anscheinend schläft. Dabei weiß ich, sie übrigens auch, dass sie um etwas zu essen bittet. Manchmal gibt es was, manchmal nicht. Sitzt sie, steht sie, liegt sie mit Kopf oben, kommt niemals nie nicht was geflogen, aber in dieser Haltung sind ihre Chancen riiiieeessig. Sie hat es so sehr verinnerlicht, dass ich immer wieder selber staune, wie lange und ausdauernd sie dabei ist vom Essen und Tisch weg zu sehen. Es vergehen oft zig Mahlzeiten in denen sie nichts abbekommt. Dann wieder, wenn ich dran denke, clickt es während einer Mahlzeit gleich 3 mal. Das sind dann ihre "Feiertage". Nach dem fressen der Happen kann sie gar nicht schnell genug wieder den Kopf runter bekommen. Häufig schläft sie dabei ein und das ist gut so :)
Erst als ich angefangen habe, die
letzten Meter zum Auto zum üben zu benutzen (nachdem sie ausreichend
gerannt war und ihre Geschäfte erledigt hatte) und ich mir Geduld mit mir
selber und besonders Bine gegenüber, zu gestanden habe, ging es viel
schneller voran. Weiter stelle ich fest, dass Bine
das "Fuß" laufen wirklich über eine lange Strecke wunderbar
beherrscht. Wenn wir mit anderen Hunden zusammen sind, verlieren die immer
schneller ihren Reiz. Ich glaube es macht sich einfach bemerkbar, dass sie
auch daheim Hundegesellschaft zu Verfügung hat. Wie gut dass Banja noch
so verspielt ist für ihr Alter. Natürlich findet Bine andere Hunde
interessant und das ist auch gut so, aber das Interesse lässt schnell
nach und wenn ich dann rufe kommt sie sofort. Zum Beispiel: Ich sag ja, ich könnte Seiten füllen. Natürlich wird es in der ein oder anderen Sache Rückschritte geben, aber immerhin kann ich dann hierher blättern und beim lesen werde ich mich erinnern, wie ich mich beim schreiben des Textes gefühlt habe. Dankbar und zufrieden. In diesem Sinne eine schöne Woche |