Clickertagebuch


24. Februar 2004
Bine und Banja werden langsam aber sicher Anis-Spürhunde. Unter fachkundiger Anleitung nähern wir uns Stück für Stück und sehr ausführlich dem Thema Hundenase, Such- und Findeverhalten und dem wirklich durchdachten Übungsaufbau.

Beide Hunde haben großen Spaß daran, suchen konzentriert und ausdauernd und freuen sich sobald ich andeute dass es los geht. Ich freue mich schon auf die weiteren Schritte. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten (ohne Clicker) und etwas Zeitmangel sind wir jetzt mit Feuereifer bei der Sache. Lena kann bei der Sequenz leider nicht mitmachen. Sie hasst Anis.....*gg*. Und wenn sie etwas hasst, ist es unnütz und unmöglich sie vom Gegenteil zu überzeugen. Sie wird mit zunehmendem Alter immer sturer. Allerdings stelle ich täglich fest, dass sie mit zunehmendem Alter sowieso machen kann was sie will....und alle tolerieren es :)
Zur Entspannung und Abwechslung trainieren wir mit dem Clicker weiterhin verschiedene Tanzschritte und ich bin von Bine jeden Tag aufs neue begeistert. Sie macht so gut mit, ist niemals hektisch, nie frustriert, immer willig und fordert doch nichts ein. Einfach ein Traumhund. Guckst Du hier:

Neben ihrem Job als Tänzerin und Schnüfflerin ist sie mir weiterhin im Haushalt eine große Hilfe *g*. Es hat mir ja prinzipiell genügt,
dass sie überhaupt stubenrein geworden ist :)). Das sie mir die Post und Zeitungen hinauf trägt und jeden Abend einen großen Scheit Holz, hätte ich kaum zu wagen gehofft. Herunter gefallene Gegenstände hebt sie auf, komme was da wolle: Kugelschreiber, Feuerzeuge, Fernbedienung, Bücher, Zeitungen, (eingepackte) Süßigkeiten, Leine, Halsband, Hausschuh. Die Gegenstände hat sie so gut generalisiert, dass sie wirklich alles bringt und keine Abneigung gegen irgendwelche Stoffe zeigt.
Sie wartet Zuhause total gelassen und friedlich wenn sie nicht mit kann und stirb immer noch fürs Auto fahren obwohl es manchmal nur zum einkaufen geht. Dadurch schleppt sie wirklich jeder mit und sie kommt an manchen Tagen echt herum.

Zwischen Bine und Banja gibt es überhaupt keine Probleme mehr. Im Gegenteil, ich habe das Gefühl, dass die beiden sich noch mehr annähern. Banja ist vorgestern mit dem Kopf auf Bines Bauch eingeschlafen. Der Holly hätte früher nicht die Ruhe gehabt den dicken Schnauzerkopf so dicht bei sich liegen zu haben. Vorgestern hat sie tief und fest geschnarcht und sich richtig angedrückt.
Heute lagen beide auf einem Kissen und Banja hat Bine endlich mal wieder in Ruhe Ohren und Gesicht gewaschen. Unser Karlchen hat vor Vergnügen ganz tief gebrummt.....

Besucher sind jetzt kein Problem mehr. Ich habe bei der letzten Hühnerhalslieferung extra alle nach Hause zu mir bestellt und Bine ist dabei, wenn die Leute ankommen. Sie läuft frei auf dem Hof und gibt keinen Mucks von sich. Sie darf schnüffeln und Kontakt aufnehmen, muss aber nicht. Ganz wie sie mag. Nur Terror wird nicht geduldet. Sich versichert sich durch Blicke zu mir zurück und bekommt die Rückmeldung, dass das so okay ist. Dann ist für sie die Sache erledigt.

Ich weiß, es ist langweilig.... aber so isses.
Harmoniegrüße und bis die Tage,
Dagmar

21. Februar 2005
Obwohl ich den Frühling in der Nase habe und hin und wieder ein paar Vögeln zwitschern, gibt es heute von hier mal ein paar Winterimpressionen:


Im Garten "horch da war was !"                                          ....oder war es da ?


Der Schnauzi. Allzeit bereit !                                        Die Beiden spielen unglaublich ausdauernd


             In die Beine-Beiß-Spiel                                                       Belauer-Spiel


 

 

 

 

 




Das legendäre Ergib-Dich-Spiel


 

 

 

 

 

 

 

 




Das Köpfe-Drück-Spiel

 

 

 

 

 

 

 


Ringelrei

 

 

 

 

 

 



Hast Du gerufen Frauchen ?

 

In diesem Sinne schicke ich Euch saubere Grüße und bis die Tage,
Dagmar

14. Februar 2005
War das am Wochenende ein Sturm......
Die Hunde waren auf den Spaziergängen total ausgelassen bis hin zu mächtig albern. Lena hatte einen berühmt berüchtigten Frauchen-Anfaller. So was ist schon seit ein paar Monaten, na wenn es nicht Jahre sind, nicht mehr vorgekommen. Sie bekommt dann so einen lauernden Ausdruck, wendet sich zu mir um und in der Regel fällt sie dann die Leine an und wir zerren was das Zeug hält.

Ja, ich hab nichts gegen die Leine als Spielzeug. Ich hab sie (fast) immer dabei und alles was meine Hunde motiviert bei mir zu bleiben und Spaß zu haben ist mir willkommen. Dieses Mal hatte ich keine Leine *hüstel*. Sie kam also angerannt und hatte das typische Leinengesicht. Einmal an mir hoch gesprungen und *stutz*, wo ist die Leine ? Sie ist dann protestbellend neben mir her gelaufen bis wir am nächsten interessanten Mauseloch waren und gemeinsam gebuddelt konnten. Danach war Ruhe, ich bin gespannt wann sich das Phänomen das nächste Mal zeigt. Hoffentlich hab ich dann wieder eine Leine dabei, es hat mich stark an früher erinnert, als das Lenchen noch ein Jungspunt war. Wir hatten unterwegs oft viel Spaß mit der Leine.

Bei einem besonders heftigen Windstoß ist mir dann mein Regenhut vom Kopf geflogen und auf den nächstbesten frisch gepflügten Acker geweht. Das war Bines Stunde. Ein Pfiff und die Kleine war sofort zu Stelle. Ich hab auf den Hut gezeigt und "brings" gesagt. Sie ist abgegangen wie eine Rakete. Hab ich mich gefreut. Leider war der Wind auch nicht ohne. Immer wenn Bine fast dran war kam entweder eine neue Böe oder der doofe Wind hat die Richtung geändert. Das Karlchen hatte es nicht leicht mit dem Hut, es hatte bisschen was von unberechenbaren Schafen hüten.....
Letztendlich hat sie es aber geschafft und mir total stolz den Hut gebracht. Der war genauso dreckig wie die Bine und weil die Lütte über das ganze Gesicht gestrahlt hat, hab ich den Hut gleich noch mal fliegen lassen. Dieses Mal wollte sich sogar Banja beteiligen.  Das bedeutet im Klartext, Bine hat den Hut und rennt und schlägt Haken und Banja hetzt hinterher und versucht ihr die Beute abzujagen. So beschäftigen sich die Beiden ganz oft. Sie sind dann hinterher total fertig und schön ausgelastet :))

Gestern habe ich mich dann mit Ines und Deles auf dem Platz getroffen um ein bisschen zu üben. Der Platz ist für Bine schon wieder definitiv zu kontaminiert. Da haben zu viele andere hin gestrullert und unser Fuß gehen sieht aus wie Schlangenlinien. Hier kann sie nicht lang gehen weil da eine Pipipfütze gewesen sein muss und da auch nicht. Anstrengend so ein reinlicher Hund. Wer hätte das im übrigen mal gedacht, denn dafür brauche ich das Tagebuch gar nicht durchlesen, Bine war die größte Strullertrine unter Gottes Sonne.
Nun ja, die Zeiten ändern sich. Trotzdem hat sie willig und gut mitgemacht. Wir haben einfach noch mal das Targettraining aufgefrischt, Fuß gehen mit und ohne Leine, links und rechts vom Menschen, rückwärts gehen, sitz und steh und schon war die Stunde um.
In den reichlichen Spielpausen haben sich die beiden Tanten rund um den Reisighaufen gejagt und wild geschnäbelt. Mir ist aufgefallen wie schön sie immer wieder spielen. Niemals hab ich bisher gehört dass einer von beiden jault oder quiekt. Es scheint sie haben mit der Zeit wunderbar gelernt, wo beim anderen die Grenzen sind. Außerdem schweißt so ein Abenteuerwochenende mit gemeinsamer Übernachtung in Cottbus unheimlich zusammen.

Heute nach der Arbeit und einem Zahnarztbesuch (der gar nicht schlimm war zum Glück) habe ich dann die Hunde einzeln zum clickern mit ins Badezimmer genommen. Normalerweise üben wir im Wohnzimmer und der Küche. Ich wollte sehen, wie sie an einem ungewöhnlichen Ort mitarbeiten. Die Erleichterung bei jedem einzelnen darüber, dass die anderen vor der Tür warten müssen war riesig:). Bine mit der kleinsten Frustgrenze durfte zuerst mit hinein. Wir arbeiten gerade an einem phänomenalen rückwärts Trick. Okay, für die meisten Dogdancer sind das Peanuts, aber für normale Hundehalter wie mich ist das schon spektakulär *lach*
Bine hat zuerst in einigen Übungseinheiten gelernt alleine rückwärts zu gehen und zwar so, dass ich nicht auf sie zutrete oder mit der Hand winke oder irgendwas sage. Sondern jeder einzelne Schritt wurde heraus gekitzelt. Nachdem das jetzt an unterschiedlichen Orten ganz gut klappt und sie flüssig 3 bis 5 Schritte rückwärts geht sobald sie ahnt dass wir üben, habe ich die Bedingungen verändert. Wir stehen uns ja gegenüber und sobald Bine einen Schritt rückwärts tut, gehe ich auch einen Schritt zurück. Natürlich kommt sie am Anfang sofort nach, schließlich entfernen sich mit mir ja auch die Würstchen. Nachdem sie aber gemerkt hat, dass die Belohung geflogen kommt (auch wenn sie weg geht von mir) und ich das anscheinend so haben will, klappt das schon richtig prima. Und das sieht cool aus sage ich euch. Wir stehen uns wie gesagt gegenüber und gehen dann voneinander weg. So hab ich später die Möglichkeit Bine Aufgaben auf Distanz zu stellen ODER sie kann so Anlauf nehmen für einen Sprung. Very nice und Spaß macht es außerdem !

Nachdem Bine dran war (Lena und Banja haben leise gewartet, wobei der Schnauzer mit seiner dicken Nase unter der Tür durchgeschnuffelt hat um zu erriechen, welche Belohung da drinnen verteilt wird), durfte Bine raus und hat ein Stück Wurst als Trostpflaster bekommen, Lena im übrigen auch. Banja durfte rein und war das reinste Nervenbündel: CLICKERN ! YEAH! WAS SOLL ICH MACHEN ? YIEPIEEHHH !!!! Sie braucht dann 10 bis 15 Clicks um überhaupt einigermaßen ansprechbar zu sein. Bisschen seltsam ist das schon, füttert man nur Wurst, ist der Hund gelangweilt, füttert man Wurst und hat den Clicker nur in der Hand, mutiert sie zum Kasper.
Nachdem sie ein halbes Würstchen intus hatte und andauernd von mir die Bestätigung bekam, dass sie ein TOLLER Hund ist, dass sie das (was eigentlich ?) GROSSARTIG macht und überhaupt alles ganz PRIMA ist, wurde sie ruhiger. Wir haben dann weiter am Fuß geben rechts und links gearbeitet. Banja könnte es ohne Probleme mit jedem Funkemariechen aufnehmen. Sie schmeißt ihre Beine dass es eine wahre Pracht ist. Um sie nicht zu verunsichern und damit sie viele Clicks kassieren kann, ging es dann nur um rechts, links, links, rechts, links, links, links, rechts, links, rechts, rechts usw.
Bine hat zwischenzeitlich vorbildlich leise mit Lena vor der Tür gewartet. Zum nächsten Tausch bekam wieder Bine und Banja ein Wurst-Trostpflaster während Lena sich gnadenlos mit ihren 37 kg durch die Tür preilerte. Schließlich ist sie die Nr. 1 und hatte schon klaglos soooo lange (min. 4 Minuten) vor der Tür gewartet. Es war also höchste Zeit.

Bei Lena konnte ich sofort normal anfangen zu clickern. Sie ist nicht so aufgeregt wie Banja, eher freudig gespannt. Sie war heute mit Feuereifer bei der Sache und hat jede Minute ausgekostet, wie es schien. Sie durfte mit mir gemeinsam an der Badewanne entlang rückwärts gehen, ein paar mal bellen (weil sie das soooo toll findet) und schließlich ihre Lieblingsübung "steppen". Sie sieht so niedlich aus, wenn sie versucht ihre Schlappohren zu spitzen und die am Ansatz tatsächlich einen Zentimeter in die Höhe gehen. Alle Hunde haben total motiviert und gut mitgearbeitet. Es hat Spaß gemacht und ich sollte die Zeiten etwas ausdehnen. Es ging wirklich viel zu schnell vorbei. Dabei wollte ich die Wartenden aber auch nicht überstrapazieren.
Nachdem ich die Badezimmertür geöffnet hatte, kamen Bine und Banja auch herein gestürmt um zu sehen ob es noch was zu holen gibt. Das "Feierabendzeichen" (Hände aneinander reiben) sorgte für lange Gesichter: "Schaaade, schon vorbei!" Wir werden das auf alle Fälle schnellstmöglich wieder holen. Die Hunde sind zur Zeit so gut drauf und haben so eine große Motivation dass es schade wäre, den Arbeitswillen zu vergeuden.
Zum Abschluss haben alle noch ein Leckerchen einfach so bekommen und jetzt liegen sie friedlich im Wohnzimmer vor dem Ofen und hin und wieder sehe ich einen Mundwinkel oder eine Pfote zucken.

In diesem Sinne zuckende Grüße und bis die Tage,
Dagmar

11. Februar 2005
Heute hatte ich seit langer Zeit mal wieder den Nachmittag frei. Und was soll ich sagen, wir haben es sehr genossen :)

Nachdem ich mit den Hunden die mittägliche Runde gegangen bin (für Bine liegt immer noch genug vereister Schnee in den Gräben, so dass sie ihr Fitnessprogramm weiter durchziehen kann), gab es für alle eine Runde Hühnerhälse. Sind schließlich ganz frische. Ich hab sie grade gestern mit Marianne aus Hannover geholt. Was soll ich sagen .... wir haben uns nur 1x verfahren .....! Ich bin jetzt fest entschlossen im Frühjahr für alle meine Kundinnen einen Kurs ohne Hund anzubieten. So nach dem Motto "Suchen und Finden mit Straßenkarte" :)))

Aber zurück zu heute Mittag. Wenn die Hund gelaufen sind, gefüttert und Mimi ihren Topf voller Katzenfutter hinunter geschlungen hat, dann überkommt mich so eine seltsame Zufriedenheit. Egal wie die Wohnung aussieht, das Bankkonto und das Auto... alles wird gut !

Ich habe mich probeweise bei vollem Bewusstsein aufs Bett gelegt um mal zu sehen, wie das so ist. In letzter Zeit bin ich zu wenig dazu gekommen. Meistens schleppe ich mich ins Bett, werde dort ohnmächtig und wache morgens in der selben Position wieder auf *gg*.
Heute hab ich mir gar nicht die Mühe gemacht die Tagesdecke abzunehmen, die uns normalerweise vor dem gröbsten Hundedreck schützt....
Ruckizucki war meine 37 kg schwere Wärmflasche mit Namen Lena da. Ehrlich, sie hat kaum gelegen, da war sie auch schon tief und fest am schlafen. Ich weiß nicht wie dieser Hund das macht. Meistens bevorzugen wir die Position Rücken an Rücken und auch heute lag sie von meinen Schulterblättern abwärts bis zu den Fußknöcheln. Der Hund ist einen Kilometer lang wenn er so richtig locker ist. Banja brauchte etwas länger um ein Plätzchen zu finden, denn wenn es nach ihr geht, liegt sie auf mir. Das wiederum empfinde ich als recht ungemütlich (da spürt man schon nach kurzer Zeit seine Beine nicht mehr). Heute hab ich mir auch verbeten, dass sie ihren Kopf auf meinen Kopf legt. Ich will gar nicht wissen welche Essensreste aus dem vorigen Jahrzehnt ihr noch im Bart hängen. Tieftraurig aber ergeben hat sie sich in meine Armbeuge gekuschelt und wir lagen praktisch Nase an Nase da. Sie ist der Hund mit der größten Nase hier im Haushalt und bei ihren Stoßseufzern fliegt mir immer der Pony aus der Stirn, aber letztendlich dachte ich "was solls ?".

Bine hat mit großen Augen zugesehen, wie die anderen es sich gemütlich machen. Als echtes Rudeltier war ihr sofort klar, dass wir jetzt nicht jagen, clickern oder spielen sondern RUHEN. Sie hat sich an meinen Füßen zusammen gerollt und war bald schon am zucken (vermutlich ist sie im Traum durch den Graben gehüpft).

Ich hab versucht mich auf die Atmung der Hunde zu konzentrieren, aber außer dem Schnauzer-Schnaufen hab ich nichts gehört. Dabei muss ich wohl eingeschlafen sein :)
Gut, es hat nur 2x an der Haustür geschellt (da lagen wir grade 10 Minuten und der Schnauzer hat mir den vollen Alarm ins Gesicht gebellt) und nach einem kurzen Tumult hatten wir alle eine neue Position (Banja auf mir *stöhn*, Bine weiter oben, Lena weiter unten). Das 3x Telefonklingeln konnte man schon besser ignorieren, denn heute hatte ich F R E I ! Jawohl.

Als ich die Augen wieder aufgeschlagen hab, war es 16.00 Uhr, die Hunde am schnarchen und die Welt sah gleich viel besser aus. Der nächste Spaziergang stand an und bei einem einzelnen Wanderer und einem einsamen Autofahrer hab ich mich wieder sehr über Bines Abrufbarkeit gefreut.

Jetzt bin ich putzmunter, unternehmungslustig und einfach richtig ausgeschlafen. Herrlich. Das Wochenende kann kommen *g*

In diesem Sinne wache Grüße und bis die Tage,
Dagmar 

06. Februar 2005
War das gestern und heute nicht prachtvolles Wetter ? Wenn es nach mir ginge, könnte es so bleiben bis März und dann nahtlos in den Frühling....
Bine sorgt selber für ihr Fitness Programm. In den Gräben liegt immer noch tief Schnee, der an der Oberfläche allerdings stark verharscht ist. Sie läuft nur und ausschließlich da drin. Wenn ihr der Schnee bis an die Hüfte reicht, ist es gerade richtig. Damit auch die Halsmuskulatur nicht zu kurz kommt schnappt sie sich vom Wegesrand einen dicken Stock oder Ast und schnell zurück in den Graben.

Ich schaue schon mit gemischten Gefühlen zu, wie sie sich dort abkämpft und wirklich jeden Schritt springt und kämpft. Bisher ist mir und den beiden Großen verborgen geblieben warum sie das tut. Ein kurzes halbherziges ausprobieren meinerseits hat mich darin bestärkt, dass es eine völlig schwachsinnige Idee ist, gut aber wenn es ihr Freude bereitet. *g*

Hier Zuhause herrscht immer noch Friede, Freude, Eierkuchen. Die Hunde harmonieren prächtig und Banja und Bine sind umgangssprachlich ausgedrückt ein Arsch und ein Eimer. Heute morgen haben sie erst wieder "Pfötchen gehalten". Das sieht dann so aus:

Nee, nee, Banja schläft oder döst nicht. Das ist die langfristig aufgebaute "Bettelhaltung". D.h. Banja bekommt recht häufig etwas von meinem Essen ab, wenn sie nicht nur liegt, sondern auch den Kopf tief hält. Natürlich haben wir das ganz früher mal Schritt für Schritt aufgebaut. Erst sitzen, dann weiter weg vom Tisch sitzen, dann liegen, dann Kopf absenken usw. Irgendwann hat sich dann diese Position heraus gebildet. Menschen die sie von früher kennen (als sie noch sehr hungrig und sabbernd neben mir saß) wundern sich über den entspannten Hund der anscheinend schläft. Dabei weiß ich, sie übrigens auch, dass sie um etwas zu essen bittet. Manchmal gibt es was, manchmal nicht. Sitzt sie, steht sie, liegt sie mit Kopf oben, kommt niemals nie nicht was geflogen, aber in dieser Haltung sind ihre Chancen riiiieeessig. Sie hat es so sehr verinnerlicht, dass ich immer wieder selber staune, wie lange und ausdauernd sie dabei ist vom Essen und Tisch weg zu sehen. Es vergehen oft zig Mahlzeiten in denen sie nichts abbekommt. Dann wieder, wenn ich dran denke, clickt es während einer Mahlzeit gleich 3 mal. Das sind dann ihre "Feiertage". Nach dem fressen der Happen kann sie gar nicht schnell genug wieder den Kopf runter bekommen. Häufig schläft sie dabei ein und das ist gut so :)



Bine ist noch nicht ganz soweit. Dafür haben wir am Anfang die Übung zu sehr vernachlässigt. Sie weiß aber schon, dass fort gehen vom Tisch (oft hüpft sie auf den Sessel der wirklich weit vom Tisch weg steht) oder generell am Boden liegend ihre Chancen auf Futter stark erhöhen. Besonders schön finde ich es von den Hunden, dass ich clicke und dann jeweils einen Hundenamen sage und der Hund sein Leckerchen erwartet. Das bedeutet auf das Bild oben bezogen, es clickt ich sage Banja, werfe einen Futterbrocken und selbst wenn Banja ihn nicht sofort erwischt, hat sie alle Zeit der Welt ihn zu holen. Bine und auch Lena wissen, dass sie danach an der Reihe sind. Ich halte mich an keine Reihenfolge, mal sage ich zuerst Lena, mal Bine oder Banja. Alle anderen bekommen danach ebenfalls etwas und zwischenzeitlich scheint dass durchgedrungen zu sein, denn keiner schnappt nach dem Fressen des anderen.
Bine wirkt auf mich schon wieder gelassener und irgendwie noch mehr in sich ruhend. Die Hektik der Kindertage fällt nach und nach ab und über den Hund gibt es nur positives zu berichten. Ich liebe es mit mir unterwegs die Übung "an-die-Leine" zu machen. Sie ist ausgesprochen leicht führig und hat das "nicht ziehen" stark verinnerlicht. So macht es uns beiden großen Spaß und es gibt jede Menge Leckerchen. Dabei spielt es auch keine Rolle (wie in der vergangenen Woche), dass Lena und Banja und Deles auf einem Spaziergang dabei sind. Anleinen bedeutet wir beide machen jetzt etwas zusammen, es gibt viel und schnell gutes Futter zu verdienen und alles drum herum ist nur noch halb so wichtig. Natürlich war das ein langer Weg und natürlich fanden wir beide am Anfang die Übung zum kotzen *ggg*. Wieso denn in der tiefsten Wallachei an die Leine ? Ich hab selber gemerkt, dass ich dazu keine Lust hatte und wie soll ich da den Hund motivieren ?

Erst als ich angefangen habe, die letzten Meter zum Auto zum üben zu benutzen (nachdem sie ausreichend gerannt war und ihre Geschäfte erledigt hatte) und ich mir Geduld mit mir selber und besonders Bine gegenüber, zu gestanden habe, ging es viel schneller voran.
Heute kann ich auch schon die schwierigste Stufe wählen, direkt nach dem aussteigen aus dem Auto, und einige Meter verlangen und es läuft sehr gut :).
Geholfen hat uns auch der Leinezwang im letzten Jahr. Ich war mir über Bines Jagdabsichten nie ganz sicher und hab die Zeit für Schleppleinentraining genutzt. Obwohl nicht ganz freiwillig, habe ich im nachhinein gemerkt, dass uns die Zeit an der Schleppleine gut getan hat. Wir werden das dieses Jahr auffrischen.

Weiter stelle ich fest, dass Bine das "Fuß" laufen wirklich über eine lange Strecke wunderbar beherrscht. Wenn wir mit anderen Hunden zusammen sind, verlieren die immer schneller ihren Reiz. Ich glaube es macht sich einfach bemerkbar, dass sie auch daheim Hundegesellschaft zu Verfügung hat. Wie gut dass Banja noch so verspielt ist für ihr Alter. Natürlich findet Bine andere Hunde interessant und das ist auch gut so, aber das Interesse lässt schnell nach und wenn ich dann rufe kommt sie sofort.
Ich bin über so viele kleinen Dinge so dankbar und nehme es keineswegs als selbstverständlich hin, dass ich ganze Seiten damit füllen könnte. 

Zum Beispiel:
Das sie noch nie eine Beißerei hatte
Das sie wirklich schön an der Leine läuft
Das sie auf den Rückruf blitzschnell reagiert und freudig in hohem Tempo zurück kommt
Das sie überhaupt nicht zum bellen oder kläffen neigt und sich ruhig alles betrachtet, selbst wenn Lena und Banja aus dem Häuschen sind
Das sie wunderbar in die Hand apportiert, ich bin so froh, bei diesem Hund so langsam die Übung aufgebaut zu haben, was ich bei Lena und Banja schlichtweg verpennt habe oder einfach nicht besser wusste
Das sie alleine warten kann ohne eingesperrt zu sein, weil sie gelernt hat, ich komme wieder und sie muss keine Angst haben
Das sie weder Gewitter noch Silvester fürchtet
Das sie Zuhause nicht mehr den Aufstand probt, weil sie das nicht nötig hat, Zuwendung und Futter gibt es für jeden reichlich
Das sie so gerne Auto fährt und sich im Auto daheim fühlt egal ob ich dabei bin oder nicht
Das sie anfängt durch Blicke zu mir zurück zu fragen ob es okay geht (z.B. wenn Besucher den Hof betreten, eine Katze vorbei rennt usw.)
Das sie bei mir entspannt liegen kann, während ich sie untersuche und obwohl es ihr schwer fällt mir vertraut auch wenn die Streicheleinheiten in drücken oder schieben übergehen.

Ich sag ja, ich könnte Seiten füllen. Natürlich wird es in der ein oder anderen Sache Rückschritte geben, aber immerhin kann ich dann hierher blättern und beim lesen werde ich mich erinnern, wie ich mich beim schreiben des Textes gefühlt habe. Dankbar und zufrieden.

In diesem Sinne eine schöne Woche
und bis die Tage,
Dagmar