Clickertagebuch


27. März 2005
Also von mir aus, könnte Ostern 6x im Jahr sein. Das lange Wochenende tut mir ausgesprochen gut und dabei haben wir ja morgen auch noch einen Tag :). Juchu !
Heute war ich bei strahlendem Sonnenschein mit Astrid und Ines zum spazieren gehen verabredet. Wie gestern angekündigt wollte ich alle Hunde mitnehmen. Lena hat mir allerdings wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht oder sagen wir besser: JÖRG. Den ganzen Vormittag war er mit dem Südharzer unterwegs, alte Apfelsorten unserer Region erkunden. Als sie nach Hause kamen waren sie zwar am grinsen, aber auch ziemlich fertig. Eine halbe Stunde später wollte ich dann aufbrechen. Lena hat sich gar nicht gerührt und ziemlich zerknittert geschaut nach dem Motto: "Was soll das denn ? Ich bin doch grade wieder gekommen. Hunger hab ich auch nicht. Geh und lass mich einfach, Herrchen ist ja da ...."

Aussehen tut das dann so:

Ein Muli zu bewegen wäre einfacher :)) Wenn sie nicht will, dann will sie nicht. In dem Alter hat sie allerdings sowieso alle Freiheiten und wenn ich ehrlich bin, macht sie seit Jahr und Tag was sie einsieht.....

Bine und Banja waren dagegen schon reine Nervenbündel. Das eintüten von Würstchen verheißt nämlich nur Gutes. So hat Banja dann auch während ich versuchte meine Schuhe anzuziehen, mit ihrem grobmotorischen Popo wieder alle Schuhe aus dem Regal geräumt, indessen Bine in den höchsten Tönen jodelte. Da braucht man schon ganz gute Nerven. An Ostern hab ich die *gg*

Auf dem Parkplatz haben wir uns dann getroffen und ich war ausnahmsweise mal die Letzte. Deles, Banja und Bine sind ja sozusagen schon wie Stiefschwestern. Während Kenzo ganz neu in die Gruppe stößt. Obwohl es hier nicht so richtig hinein gehört, hat Astrid in den letzten Jahren viele sogenannte Ratschläge von Experten erhalten. Die einen meinten er wäre aggressiv, die anderen meinten er sei unberechenbar, nicht zu kontrollieren, gefährlich und was weiß ich noch alles. Aufgrund seiner Vorgeschichte wusste ich, dass Kenzo einmal ein ängstlicher, junger Hund war. Mit zunehmendem Alter musste er eine Strategie entwickeln um Hundebegegnungen irgendwie zu überstehen. Hinzu kommt, dass er nicht ganz gesund ist. Vom Stachelwürger, Teletakt über Halti ist Astrid glaube ich alles empfohlen worden um ihren Hund zu kontrollieren. Dabei gab es nicht mal ein Ereignis von dem man hätte sagen können, dass etwas geschehen ist. Kenzo gebärdete sich früher wild an der Leine und neigte zum überrennen fremder Hunde. Egal ob Männlein oder Weiblein. Das war alles. Ich bin heute noch heilfroh, dass Astrid die Geduld und die Energie aufgebracht hat ausschließlich Alternativverhalten zu trainieren, die Bindung zu festigen und auf weitere stressige Hilfsmittelchen für ihn und ihm zuliebe verzichtet hat.
Astrid hat in den letzten Jahren konsequent und mit viel Engagement zusammen mit Kenzo gearbeitet. Sie ist ein Profi geworden und hat gelernt, die negativen Stimmen zu ignorieren und ihren Weg zu gehen. Aus Kenzo wurde ein menschfreundlicher, absolut leinenführiger unauffälliger, frauchenfixierter Haushund. Ich finde es ist jetzt allerhöchste Zeit, seinem Frauchen und all den Dummschwätzer da draußen zu beweisen, wie toll er wirklich ist...

Die ersten Meter sind wir angeleint mit den Hunden los marschiert. Bis auf einiges Gebrummel von Bine, waren alle Hunde freudig, leise und gingen an durchhängenden Leinen voran. Kenzo durfte hinten gehen, damit er erst einmal schnüffeln konnte welche Mädels denn da vorne so ungeniert mit den Popos wackeln.
Nach ca. 50 Metern haben wir gewechselt, Kenzo ging völlig unproblematisch vorbei und die Mädels konnten nun wiederum ihre Neugier befriedigen und an seinen Pipistellen seine "Visitenkarte" nachlesen. Nach weiteren 100 Metern haben wir die Leinen abgemacht und sind den Rest der Stunde entspannt bei Vogelgezwitscher und Sonnenschein spazieren gegangen. Okay, dass Bine gehörigen Respekt vor ihm hat, ist schließlich nicht seine Schuld *gg*


Was macht der da wohl im Graben ??

Mmmmhh, ich hab was leckeres gefunden. Bine kratzt vorsichtshalber die Kurve.


Freiheit.....


Der Chef sichert die Gegend und die Mädels haben Zeit zum kaspern


Wäre dass ein Bild mit Ton, hätte man folgendes gehört:
Bine: "HIIIILLLFFFEEEE, da rennt so ein weißer Großer hinter mit her. HIIILLLLFFFEEE !"
Kenzo: "Okay, mach Du den Hasen und ich krieg Dich dann !"
Deles: Wartet, wartet, WARTET ich will mitmachen. So wartet doch !" *ggg*


Banja war ähnlich wie Kenzo unberührt und hauptsächlich an den Frühlingsmäusen interessiert


Deles befindet sich am Ende der Hitze, aber Bine findet sie riecht immer noch total lecker !


Das Bild heißt einfach: "Die Streber" :)))

Es hat total viel Spaß gemacht und wir werden das natürlich umgehend wiederholen. Astrid, ich bin super stolz auf Dich !

Anschließend ist Deles dann noch mit zu uns nach Hause in den Garten gekommen. Lena war drinnen bei Jörg und gerade hatten die Hunde letzte Reste der Lammknochen gefunden, da stand ein schmucker Rüde vor dem Gartentor. Ich hab keine Ahnung wo er her kam und wo er hingehörte, aber er sah nett aus. Wie eine Mischung aus Briard und Pyrenäenschäferhund. Wuschelig, lächelnd und hocherfreut stand er da. Nachdem sich die Hunde durch den Zaun Nasenküsschen gegeben hatten, verschwand er so schnell wie er gekommen war. 
Langweile kam keine auf, weil auf der anderen Zaunseite schon Robby wartete. Zuhause ausgebüchst, ist er am Zaun hoch und runter gesprungen und hat mich hilfesuchend angesehen. Schließlich heb ich ihn ja sonst immer rüber. Da aber sein Herrchen schon rief, wollte ich keine Schelte kassieren. Robby wurde abgeholt und Lena betrat den Garten :). Sie war friedlich und interessiert. Deles hat soooo gut gerochen. Trotz alter herum liegender Lammknochen und tobenden Junghunden waren alle freundlich und friedlich und haben es genossen einfach dabei zu sein. 

Ich muss nicht erwähnen, dass jetzt alle platt an der Erde liegen und schnarchen ? Oder muss ich....

Schnarchende Grüße und bis die Tage,
Dagmar

26. März 2005

In einem gut geführten Haushalt geht nichts verloren. Ideal ist es, wenn man Sachen findet, die man bis dato gar nicht vermisst hat J !
Vorgestern habe ich mit Jörg eine Merci-Krokant-Party gefeiert. Soll heißen, wir haben ordentlich zugeschlagen und etliche Bonbons gefuttert. Da fallen eine Menge Papierchen an. Am nächsten Morgen hab ich auch 2 Hände voll davon in den Müll entsorgt. 

Um so erstaunter waren wir beide, als Jörg heute beim einsammeln von Bines Kackhaufen, einen ganz und gar untypischen Haufen fand. Einen der knistert und funkelt. Bine hat ungefähr 5 Papierchen ausgekackt und mich wundert gar nicht mehr, warum sie sich in den vergangenen Tagen nicht so gerne am Bauch streicheln lassen wollte. Die alte Fressmaschine... 

Heute bin ich über meinen Schatten gesprungen und hab die innere Stimme ignoriert die sagte: „ Komm schon, es ist Ostern. Lieg ein bisschen auf dem Sofa rum oder setz Dich in den Garten“. Voller Selbstdisziplin habe ich angefangen weitere Hürden zu streichen. Jedes Mal wenn ich fertig bin mit dem abkleben der Bereiche die andersfarbig werden sollen, hab ich schon keine Lust mehr. 4 Hürden sind jetzt zumindest teilweise blau. Das Gelb kommt dann morgen L ! An A-Wand, Steg und Wippe mag ich gar nicht denken…..

Zum Glück ist das Gestell vom Reifen zum durchspringen ganz und gar aus Metall. Wunderschön ist es geworden und ein Geschenk von der Ines. Ganz lieben Dank dafür, ich hab mich so gefreut ! 

Morgen mach ich mit Astrid und Ines einen Osterspaziergang. Alle Hunde kommen mit und ich hoffe wir haben so prächtiges Wetter wie heute. Da wo wir spazieren gehen ist sowieso nie jemand. Da macht es nichts, dass Ostern ist, wo doch normalerweise dann Hinz und Kunz auf den Beinen sind.  Jetzt werde ich mit dem Jörg eine Flasche Rotwein killen und vorsichtshalber den Korken sofort entsorgen. Bine weiß schon warum.  

Versteckte Grüße und bis die Tage,
Dagmar

25. März 2005
Oh fröhliche Ostern, faule Zeit :)

Denkste Puppe ! Nachdem gestern klar war, dass mit unserer Hühnerhalsbestellung was nicht hingehauen hat und wir sie gestern statt nächste Woche holen MÜSSEN, stand heute morgen Frischfleisch auf dem Programm. Mal abgesehen von Marianne samt Gatten, die sich im vorösterlichen Verkehr nach Hannover gewagt haben, war der ein oder andere begeistert am Karfreitag in Tonnen von glitschigen Hälsen wühlen zu dürfen. An dieser Stelle noch mal ein fettes Danke an Marianne, für Deinen selbstlosen Einsatz. Du bist ein Schatz !
Die gewohnten Bezieher standen ab halb zehn Uhr heute Morgen auf dem Hof und so haben wir trotz Nieselregel und allgemeinem Kackwetter gefachsimpelt, geraucht und die Hunde haben im Matsch gespielt. Ich finde es gibt schlimmeres :)

Von ca. 11.30 Uhr bis 13 Uhr war ich dann mit eintüten von Hühnerhälsen und Lamm beschäftigt. Nach ca. einer halben Stunde stelle ich jedes Mal fest, dass ich beim eintüten plötzlich bis 37....38...39 zähle. Dabei kommen doch bloß 27 Hälse in eine Tüte. Grrr. Alles wieder ausschütten und ein bisschen mehr Konzentration. Die hält meist genau 2 Tüten lang und dann zähle ich wieder fleißig an die Zahl 40 heran.

Da die Hunde (außer Lena, die hat alles vor dem Ofen verpennt), sowohl beim Besuch begrüßen, als auch beim Eintüten dabei waren, anschließend gegen Mittag einen riesen Lammknochen bekamen, sind sie seid heute Nachmittag zu nichts mehr zu gebrauchen. Völlig erledigt die Mäuse. Das äußert sich dann so:


Der Holly ist besonders fertig. Muss ja schließlich beim Knochen beißen auch immer noch spannern ob die anderen was liegen lassen


Wovon der Südharzer so fertig ist, weiß niemand genau. Die Besucherorgie (samt Deles und Robby) hat sie gar nicht mitgekriegt


Meine siamesischen Zwillinge :). Das Bine genauso verträumt die andere Wand anstarrt sieht man leider nicht. Beide haben auch noch im selben Takt geatmet. Ich bin alleine beim schießen des Fotos irre müde geworden :))

Gestern waren sowohl Banja als auch Bine Trainingsassistenten. Okay, Bine ist eher eine Azu-Bine. Aber immerhin. Der Kundenhund der bisher nur mit Banja Bekanntschaft schließen durfte, sollte nun eine Stufe weiter integriert werden in das Yildizsche Rudel. Dass Bine kein gefährlicher Hund ist, weiß ich genau. Ich kenne meinen Holly gut. Das sie relativ kurznervig ist und dazu tendiert sich das Gegenüber genau und dicht anzusehen, weiß ich auch. Ich war also mega gespannt.
Das aus dem Auto steigende Herrchen wurde von Bine schon argwöhnisch beobachtet. Will der zu UNS ? Als er seinen Hund aus dem Kofferraum ließ, war Herrchen vergessen. Bine hatte nur Augen für den Buben. Als der Anfing sie durch den Zaun hinweg anzubellen, war Bine nicht mehr zu halten. FRECHHEIT, dem werd ich es zeigen. Für einen Beobachter in dem Moment, hat es sicher ausgesehen, als wenn die beiden Hunde nie und nimmer miteinander klar kommen, sondern sich eher zerfetzen wenn sie los gelassen werden.

Wie vorher abgesprochen sind wir dann parallel zusammen über den Hundeplatz gegangen. Immer auf gleicher Höhe mit viel Abstand. War unser Gegenüber still, war Bine still. Bellte der Bub, steigerte Bine das Konzert mit hysterischem brummen, bellen und keifen. Dem Schnauzi war wie immer alles egal, schließlich hatte ich die Katzenfuttertube dabei :).
Nachdem Bine mich und Banja zum 20 x mit der Leine wie einen Maibaum eingeschnürt hatte, durfte Banja und der Bub von der Leine. Es war wie bei den letzten Treffen. Der Bub blieb bei seinem Herrchen, Banja bei mir. Nach ca. 5 Minuten herrschte absolute Ruhe unterbrochen von regelmäßigen clicks und Lobesworten für die braven Hunde. Bine war sehr schnell beruhigt, aufmerksam und ansprechbar. Offensichtlich hatte sie verstanden, dass sie nicht überfallen wird. Also kein Grund zur Aufregung. Nach weiteren 5 Minuten hab ich Bine abgeleint und siehe da, in ihrem Gesicht spiegelten sich Gedanken, die ich wie folgt interpretiere:

"HILFE. Ich bin frei. ICH will DA nicht rüber zu DEM. WAS mach ich nur. AM BESTEN ich schau gar nicht hin. FRAUCHEN was soll ich tun. HIIIILLLLFFFFEEEE ! Ahh, ja, ich schau Dich an FRAUCHEN. GUCK mal ich kann SITZ. LIEGEN kann ich auch und DREH DICH. Soll ich HINTER DIR WECHSELN ? PRIMA dass ich nicht streiten muss."

Ich hab mich gefreut, dass meine Annahmen über Bine richtig waren. Sie war an der Leine gestresst und hat sich verteidigt obwohl es nichts zu verteidigen gab. Die nächsten 10 Minuten verliefen ausgesprochen entspannend. Während Bine noch einige Meter an mir klebte, viele Clicks kassierte dafür dass sie den anderen Hund ignoriert oder einfach nur hinüber sah, hat sie sich zusehends freier benommen. Ist stehen geblieben, hat gepieselt hier und da gerochen, lief vor oder blieb zurück hat dabei aber den anderen Hund komplett ignoriert. Er sie übrigens auch. Einmal (wir haben nach und nach die Distanz zwischen uns verringert bis wir am Schluss gemeinsam nebeneinander her gingen) hat sie am Popo des Rüden geschnuffelt (ohne dass er es mitgekriegt hat) um sich überhaupt mal zu orientieren, wer denn das eigentlich ist.

Am Ende der 30 Minuten saßen alle Hunde beisammen, meine schauten mich an, der Rüde sein Herrchen und wir waren unverschämt zufrieden mit uns. Das hat super geklappt. Bine ist also für die nächsten 2 halben Stunden gebucht bevor ein weiterer Hund die Runde vergrößern wird. Ob das zuerst Lena ist, bleibt noch abzuwarten.

Wie anstrengend solche Situationen sind, merkt man dann immer nachher. Die Hunde sind geplättet und ich sorge dafür, dass die Trainingssituationen 30 Minuten nicht überschreiten. Bine hat aber auch eine wirklich wichtige Lektion gelernt. Nicht alle Hunde wollen spielen und rennen. Nicht alle Hunde sind an Kontaktaufnahme interessiert. Nicht alle, lassen sich alles gefallen.
Profitiert habe ich davon gleich heute morgen. Während ich mit Marianne auf dem Hof stand, ging am Grundstück eine Frau mit Pudel vorbei. Wir haben keinen Zaun auf dem Hof....
Bine startete durch, der Pudel an der Flexi blieb erstarrt mitten in der Einfahrt stehen. Ich rief sie und obwohl sie nur ca. 2 bis 3 Meter vor ihm war, drehte sie augenblicklich ab und kam zurück. Ich kann mit Worten nicht beschreiben WIE Stolz ich auf mein Karlchen bin......
Der Pudel wurde an der Flexi von seinem Frauchen weiter gezogen und Bine stand neben mir und betrachtete in Ruhe das Schauspiel. Ein Glückstreffer war es jedenfalls nicht, denn schon 5 Minuten später kam die selbe Frau mit dem selben Pudel wieder am Hof vorbei, wieder blieb der Pudel stehen um zu schauen und wieder kam Bine sofort zurück. JACKPOT !

Kann ein Karfreitag besser enden ? Ich glaub nicht.

In diesem Sinne, brave Grüße und bis die Tage,
Dagmar

24. März 2004
Vor einigen Tagen im Handyladen !

Ich: "Ich brauche dringend ein neues Handy".

Verkäuferin: "Aber gerne, ich werde Ihnen einige zeigen".

Nachdem ich 2 in der engeren Auswahl hatte (für alle Neugierigen: Nein, Bine hat es nicht gefressen, es hat einfach so den Geist aufgegeben):

Verkäuferin: "Wie ist denn ihr Name ?"

Ich: "Dagmar Yildiz"

Verkäuferin entzückend aufjubelnd: " Wow, sie haben ja einen türkischen Vornamen.... !"

Ich: "Echt ? Ich dachte der kommt aus Dänemark.....*wunder*".

The End

Salemaleikumgrüße und bis die Tage,
Dagmar 

17. März 2005
An manchen Tagen übermannen mich einfach die mütterliche Gefühle. Ich glaub es wird Frühling. *g*
Ich kämpf da gar nicht mehr gegen an, sondern habe folgendes Rezept:

Man nehme
1 Babygläschen exotische Früchte (weil im Winter der Speiseplan sowieso nicht viel Abwechslung bietet)
1 Plastiklöffel
1 Bine
1 Banja.

Gläschendeckel abschrauben, Löffel eintauchen, Bine und Banja kommen von alleine.
Dann gibt es abwechselnd einen Löffel für Bine, einen Löffel für Banja (Lena war im Hasenstall). Bei Banja hab ich nicht so ausgeprägte Mamagefühle, sie schlabbert an dem Löffel rum und die Hälfte des Breies landet eh auf den Küchenfliesen. Aber Bine, nee also Bine war im frühren Leben mal Baby. Sie nimmt den Löffel ganz in den Mund und beim herausziehen schließt sie die Lippen (ganz ohne Zähne) und es schmatzt richtig. Mann, da schlägt mein Mutterherz höher.

Ich muss mich bei dieser Aufgabe so was von höllisch zusammen reißen, weil ich jedes Mal kurz davor bin, mir selber einen Löffel in den Mund zu schieben. Ihr müsst das unbedingt mal ausprobieren. Einen für Bine, einen für Banja, einen für.....nee noch mal Glück gehabt !

Banja hat mich heute zum wiederholten Mal auf den Hundeplatz begleitet. Sozusagen als tierische Therapeutin. Sie ist einfach klasse. Ängstliche Hunde, aggressive Hunde, es wird einfach alles ignoriert. Der Schnauzi hat nur Augen für mich, setzt sich mit dem Rücken zu den anderen hin, schnüffelt, bewegt sich vorsichtig und nimmt, sofern der andere mag auch freundlich Kontakt auf. Damit es für sie nicht zu anstrengend wird, dauert es nie länger als 20 bis 30 Minuten. Ich pass schon auf, dass dem Schatz nichts passiert. Sie ist aber fröhlich und jedes Mal total aus dem Häuschen wenn sie merkt, dass sie mit MIR alleine weg fahren darf. Bisher ist alles immer super gelaufen, sie findet wirklich schnell und eben hündisch Zugang zu anderen Wauzis.
Ihren Stundenlohn in Form von einigen Putenwürstchen hab ich ihr dann auch gleich ausgezahlt, sie wollte nichts sparen *gg*.
Nächste Woche wird Bine ebenfalls hinzugezogen. Ich bin gespannt, wie das wird.

Jörg hat dieses Wochenende Geburtstag und er hat sich heute schon im voraus gewünscht, dass Bine an dem Tag länger schläft als bis 6.30 Uhr. Ob das in Erfüllung geht ??? Ich glaube es ja nicht....
Da der Holly abends immer tot müde ist, schläft sie früh und ist im Gegenzug FRÜH fröhlich. Sehr fröhlich. Unangenehm fröhlich......

Hat eigentlich irgendjemand da draußen noch so einen verrückten Hund ? Heute haben wir wieder alle auf dem Bett gelegen und Döneken gemacht. Dabei ist mir noch was aufgefallen, für uns zwischenzeitlich normal, aber ich glaube ich hab das hier noch nicht beschrieben. Bine markiert uns nämlich. Nee, nee, sie strullert uns nicht an, das fehlte noch ! Sie ist in solchen Momenten albern und dann fängt sie an und drückt ihre Wange irgendwo an Dich und dann zieht sie sich bis zur Hüfte durch. 
In der Regel ist es mein Gesicht oder das von Jörg *g*. Das ist witzig, auch wenn es sich nicht so anhört. Sie schlawenzelt also auf dem Bett herum, dann zielt sie und drückt ihr Gesicht an meins, kaum hat sie richtig anvisiert, strampelt sie sich mit den Beinen weiter vor. Während Du also grade noch das Holländergesicht an deinem hattest, folgt recht schnell der Hals, die Schulter, der Bauch und schließlich Hüfte und oder Arschbacke. Lecker :)

Ehrlich gesagt guck ich lieber zu, wenn sie das bei Jörg macht (man kann sie dabei prima anfeuern und sie wiederholt das Dutzende Male, während er gickelt und gackelt und nach Luft jappst) ich bin nämlich Brillenträgerin und so wirklich kann man sich auf die Markierungsangriffe nicht vorbereiten. Als ich nämlich letztes Mal dran war mit markiert werden und nach einigen Minuten wieder frische Luft geschnappt habe, konnte ich meine Brille ein paar Minuten gar nicht finden. Die war sozusagen weg markiert.
Heute war aber Jörg das Opfer. Er hatte sich die Kapuze seines Pullis über den Kopf gezogen und Bine hat angefangen zu markieren. Dass er dabei so doll lachen muss, stachelt sie zu Höchstleistungen an. Zuerst hat sie solange ihre Nase bohrend eingesetzt, bis sie unter der Kapuze das Gesicht gefunden hat. Dabei hatten die Beiden schon mächtig Spaß. Dann haben die Markierungsarbeiten begonnen und ich hab mich nicht mehr eingekriegt vor lachen. Bine grunzt dabei und zieht die Oberlippe hoch, während sie mit ihrem Gesicht an Jörgs Gesicht reibt, kann man ihn sogar noch sehen. Das hört auf, wenn Bines Bauch auf seinem Kopf liegt. Das Gelächter dringt dann sozusagen unter ihr heraus und ich hab mich bald nass gemacht. Sobald ihr Hintern an seinem Gesicht angekommen ist, wirft sie sich herum und fängt von vorne an.

Nach 5 Minuten ist der Jörg dann hochrot und gut durchblutet und rundherum von Bines Geruch markiert wieder aufgetaucht. Ich hätte es keine Minute länger ausgehalten. Zumindest weiß ich jetzt warum er immer so gerne zuschaut, wenn Bine mich markiert. Das Zuschauen hat mir auch bedeutend besser gefallen :)))))

Spaß beiseite, mir tun alle Leute leid, die immer nur auf Ausbildung, Ernsthaftigkeit und Dominanzgedöns achten und dabei so viel Spaß mit ihren Hunden verpassen.

Markierende Grüße und bis die Tage,
Dagmar

14. März 2005
Wie neulich unter einem ähnlichen Posting in meinem Lieblingsforum www.yorkie-rg.net beschrieben, ist Bine ja ein "Rührmichnichtan".
Das bedeutet im Klartext, gesunder Hund, alles okay. Tut ihr was weh und man möchte irgendwo nachsehen....schwierig bis unmöglich :). Im Gegensatz zu Banja und Lena war das für mich eine hilfreiche Erfahrung, also dass es nicht mit mangelnder Bindung oder fehlendem Vertrauen zu tun hat, sondern dass es Hunde gibt, die sich in Notsituationen eher auf sich selbst verlassen. Wenn man immer nur Hunde hat die vertrauensselig (Lena) bis absolut ergeben (Banja) sind, kommt man schnell auf den Gedanken, dass man selber alles absolut richtig macht. Es gibt aber eben auch andere Hundetypen.

Nun wäre ich nicht ich, wenn ich mich damit zufrieden geben würde. Deswegen steht Bine sozusagen lebenslang unter Anfasstraining. Seit einigen Tagen haben wir eine lustige Alternative gefunden und wir nennen das Spiel: "ICH hab dich bezahlt......" !

Man wartet bis der Holly in alberner aufgedrehter Laune ist, sucht sich ein gemütliches Plätzchen und dann fange ich an, wild zu streicheln, zu drücken, zu schieben und sie spielerisch fest zu halten. Dazu sagt man in allen möglichen Stimmlagen "ICH hab Dich bezahlt, ICH kann Dich überall anfassen".
Nun ja, wir machen das schon seit einigen Wochen und was soll ich sagen, Bine mag das sehr. Zwischenzeitlich reicht alleine der o.g. Satz und sie wird albern, drückt ihre Schnute unter meine Beine oder Arme, streckt den knochigen kleinen Hintern in die Luft, wedelt und macht ihrerseits alle möglichen Stimmen. In solchen Situationen kann man ganz bewusst und gezielt Pfoten fest halten, den Bauch untersuchen, die Rute anheben (vor einigen Monaten noch UNMÖGLICH), Lefzen beiseite ziehen, Hund mit der Hand umwerfen und Speckfalten kneten. Bine wird immer sicherer das dass Prozedere zum Spiel gehört, nie weh tut und Menschen sich ab und zu "komisch" verhalten. Jörg hat die Spielweise übernommen und Bine zeigt sich ihm gegenüber genauso unbefangen wie bei mir. 
Eine zeitlang habe ich mit Leckerchen gearbeitet, Bine hat sich aber schnell entschieden, dass selbst wirklich gutes Futter nicht ausreicht um sich beispielsweise die Rute hoch heben zu lassen :). Seit wir auf der anderen Schiene fahren, albern sind und nie übertreiben, wird sie was Berührungen angeht, um ein vielfaches lockerer.

Natürlich ist es keine reelle Vorbereitung auf einen Notfall, aber es ist ein Anfang. Es stärkt unser Vertrauen zueinander und ist wichtiger Bestandteil unseres Spielrituals. Dazu gehört eben auch, dass nicht ich eine Übungssequenz beginne, sondern mich bei dem Spiel danach richte, in welcher Laune Bine ist. Heute haben wir mehrere Minuten so herum gekaspert und nach und nach sind meine Streicheleinheiten ruhiger und schöner geworden. Bines Schnauzengriff an meinen Arm (ihr Rettungsanker, wenn ich es zu wild treibe oder sie es gar nicht mag, verstärkt sie den Druck. Erinnert mich immer an meine Kindheit beim Zahnarzt: Wenn es weh tut, Hand drücken, dann hör ich auf. Ihr gibt es ein Gefühl von Sicherheit, sie hat eine Chance, dem Treiben ein Ende zu setzen, was für mich völlig okay ist) wurde immer schwächer. Sie hat sich nach und nach zusammen gerollt, den Kopf in meinen Schoß gelegt und ist eingeschlafen. Zum ersten mal so dicht. Ein schönes Gefühl. Ich hab über eine Stunde ignoriert, dass ich mal zur Toilette musste, weil ich den entspannten Moment nicht zerstören wollte. Danach ging's wirklich nicht mehr *gggggg*

Anderes Thema. Da ich aufgrund der damaligen Vorfälle sensibilisiert bin, habe ich heute erstaunt zur Kenntnis genommen, dass Bine zum ersten Mal seit Monaten Banja wieder heraus fordert. Sie hat ihre Vize-Kanzler Pläne also doch nicht gänzlich aufgegeben......
Erster Vorfall im Garten. Jörg schneidet an den Bäumen herum und alle Hunde holen sich Äste um sie zu zerlegen. Lenas Ast ist natürlich ihrer. Keiner erhebt Ansprüche. Banja hat einen Ast und Bine auch. Aber, wie im Kindergarten, Bine möchte den Ast von Banja. 
Sie hat ihn natürlich in einem unbeobachteten Moment geklaut. Der Schnauzer hat sich darüber nicht aufgeregt (hätte mich auch gewundert), sondern sich einen schöneren Neuen ausgesucht. Klar ist, das Bine genau in dem Moment an ihrem Ast das Interesse verloren hat und nun Banjas neuen Ast haben wollte *seufz*.

Diesmal hat sie nicht wie üblich heimlich den Ast geklaut, sondern lange vor Banja gestanden und praktisch Millimeterweise ihren Kopf gesenkt. Irgendwann war ihre Schnauze am Astende und sie hat zugefasst. Ganz langsam und unspektakulär. Banja, die bis dato ihr Spielzeug nicht gefährdet sah, hat fröhlich weiter geschreddert. Als Bine anzog, hat Banja gebrummt. Normalerweise würde Bine in solchen Momenten alles aus dem Gesicht fallen vor Schreck. Heute nicht. Sie hat kontinuierlich weiter am Ast gezogen bis Banja abgegeben hat, weil es sich für einen doofen Ast eben nicht lohnt zu streiten.
Später ist mir dann in der Wohnung aufgefallen, dass Bine sich wieder vermehrt in den Weg stellt und rempelt. Das Problem hier, Banja als Grobmotorikerin ist es sozusagen gewohnt gegen Dinge zu laufen, auf Füßen zu stehen und sich den Weg einfach frei zu rammen. Sie nimmt Bines Provokationen nicht wahr oder nicht ernst, was Bine wiederum veranlasst deutlicher bzw. heftiger zu werden. Es wäre glaube ich an der Zeit, dass Banja Bine wieder mal versehentlich umstößt, dass hat letztes Mal auch für lange Zeit geholfen :)

Gerade eben, bevor ich mich hierher gesetzt habe um das aufzuschreiben, wollte Jörg Bine zum Pipi machen noch mal in den Garten lassen. Banja sollte mit runter kommen um den Rest des Abends bei den Schwiegereltern auf dem Sofa zu verbringen. Banja hatte keine Lust und hat einfach die Ohren auf Durchzug gestellt. Bine war eigentlich schon vor der Etagentür, kam aber zurück stand am Kachelofen und starrte auf Banja. Mit jedem Rufen von Jörg zu Banja, kam Bine einen Schritt näher und hat nach zwei drei Mal die Schnauze voll gehabt. Sie ist zu Banja gelaufen, hat ihr ins Gesicht gebellt und der Schnauzi hat sich sofort erhoben und ist los gewackelt......

Versteh einer die Welt. Ich werde aber die nächsten Tage mit Argusaugen beobachten wie das hier weiter geht !

In diesem Sinne, 
verschärfte Grüße und bis die Tage,
Dagmar

13. März 2005
Es ist doch immer wieder schön, wenn man eine These untermauern, also beweisen kann.

So wie ich heute in der Welpenstunde. 6 Welpen, 15 Leute, Schnee pur und relativ milde Luft. Die Hunde spielen und ich versuche zu erklären, warum man den Namen des Hundes nicht rufen sollte, wenn er sowieso nicht schaut, sondern besser, wenn er gerade auf dem Weg zu mir ist. Unter so starker Ablenkung ist das natürlich schwer ! Deswegen darf man sich ja auch zum Kasper machen, führe ich aus. Hüpfen, quietschen, rückwärts laufen, schnalzen alles was auffällt und Hund neugierig macht ist erlaubt und erwünscht. 

Genau in dem Moment donnern mir Scotty der Appenzeller und Luna die Dalmatinerin in die Kniekehlen. Mir haut's die Beine weg und mit einem "Kawumm" sitze ich in einer Schneewolke......zur Belustigung aller Anwesenden.

Aber, was soll ich sagen ? Alle Welpen haben geschaut. Jawohl. Also Leute, ihr wisst was ihr zu tun habt :))

Arschbombengruß und bis die Tage,
Dagmar

12. März 2005
Heute habe ich zum wiederholten Mal zugesehen, wie Banja der Bine und auch Lena hingebungsvoll die Ohren geputzt hat, das Gesicht oder wo sie eben dran kam. Was mich immer ganz neidisch macht, ist dieser glückselige, taumelige Ausdruck im Gesicht der Hunde die geputzt werden. Ich habe mich als Mensch gefragt, entgeht mir da was ????

Also wurde es mal wieder Zeit für eine Feldstudie. Lieber Kinder unter 18, bitte nicht nachmachen :)))

Da ich ziemlich verschmuddelt und durchgefroren vom Hundeplatz kam, hab ich den Versuch VOR dem Waschen durchgeführt, dass kann ich schon mal empfehlen. 
Mann/Frau lege sich also auf's Bett und verschränke die Arme auf der Brust. Wichtig ist der Gesichtsausdruck ! Die Lippen werden fest zusammen gepresst und nach innen gerollt (damit wir uns keinen Fuchsbandwurm holen), dadurch wird die Nase nach unten gezogen und Besitzer kleiner Nasenlöcher sind so schon recht verschlossen. Die Augen werden nicht locker geschlossen, sondern fest zugekniffen. An dieser Stelle hat die Matratze gewackelt, ein sicheres Zeichen dafür, dass das TIER in der Nähe ist. In einem 3 Hundehaushalt fragt man sich zu recht, welches ? Nachdem mir Bine jubelnd auf den Bauch gesprungen ist, ich kurzzeitig meine Gesichtsvorbereitungen unterbrechen musst ( weil mir mit einem lauten "pppfffffaaaaaahhhh", die Luft entwichen ist und ich kerzengrade im Bett saß) konnte ich die Grundstellung wieder einnehmen. Sich so hinzulegen ist für einen Schnauzer, als wenn man einen blutenden Finger in ein Piranhabecken hält.....

Ach ja, Brille bitte absetzen, Schmuck entfernen, Gesichtsstellung einnehmen und schon kann es los gehen.

Durch meine Bewegungslosigkeit hat der Schnauzer langsam und in kleinen Kreisen genähert. Angelockt durch die scheinbare leichte Beute hat sie zuerst einen möglichst bequemen Ausgangspunkt gesucht und gefunden. Meinen Brustkorb. Leichte Lachsalven hab ich natürlich sofort unterbunden, weil a) Bine sonst anfängt zu hüpfen und b) die Gesichtsstellung nicht aufrecht erhalten werden kann. Unmöglich.

Der Schnauzer hat dann erst einmal begonnen seine Pfoten zu putzen was ich mit "mmmhh", "mmmhh", erfolgreich unterbinden konnte. Ich wollte 2 Minuten später nicht den Schmodder ihrer Pfoten im Gesicht haben. Dann fühlte ich den heißen Atem im Gesicht und unsere Studie begann.

An dem schlecken der linken Wange hätte ich gefallen finden können, wenn ich nicht gewusst hätte, dass es von Banja kommt :). Warm, weich und nur mäßig feucht. Grade dachte ich, ich weiß warum Lena und Bine beim geputzt werden schielen. Leider hat das nur ganz kurz angehalten und Banja hat sich ausgiebig meiner linken Augenhöhle gewidmet. Das ich einen Moment nachlässig war im zukneifen der Augen hat sich gerächt. Banja hat mit soviel Inbrunst und Liebe geschlabbert, dass mir das Lid mit hoch gerutscht ist. Ekelhaft !!!!
Einige krampfartige Lachsalven mit der Gesichtsstellung sind schon extrem anstrengend. Danach wurde mir der Bereich unter dem linken Ohr bis hin zum Hals geputzt. Anscheinend hatte ich es da besonders nötig, denn es dauerte so lange bis ich dachte mir fällt gleich die Haut ab. 2 deftige Schlecker über die Nase und ich hab gleich wieder schön verkrampft die Stellung gehalten. Über den Mund lecken oder besser, den Bereich wo früher mal der Mund saß.......gruselig. Das ganze ohne weg drehen zu ertragen ist ganz gut für die Selbstdisziplin *ggg*. Bine bis dato Statist, war wohl schwer am grübeln, hat dann aber brav mitgemacht. Ihr Lieblingsbetätigungsfeld OHREN. Zuerst hat sie ihre spitze Schnute an mein Ohr gedrückt und zwei dreimal schwer reingeschnauft. Mal abgesehen davon, dass es HAMMERLAUT ist hast Du das Gefühl, die eingepustete Luft geht direkt bis ins Hirn. Banja hat derweilen Kinn und rechte Wange akribisch bearbeitet. Das Ohrenlecken von Bine hab ich keine Sekunde länger ausgehalten, dass ist so schrecklich..... bäääh, nee, ehrlich nicht.

Da ich mich Zuhause ganz gut auskenne, hab ich mich mit der verkrampften Gesichtsstellung direkt ins Bad getastete und mich erst mal einer gründlichen Seifenspülung aller befallener Gesichtsteile hingegeben. Ich glaube der Versuch ist gescheitert. Ich weiß immer noch nicht wie man DAS schön finden kann...

Allerdings weiß ich jetzt auch, dass man weder Bungeejumping, Fallschirmspringen oder Highspeedfahren braucht für den echten, wirklichen Kick. Extrem-Schnauzer-Schlabberring reicht für Normalos wie mich völlig aus.

Experimentierende Grüße und bis die Tage,
Dagmar

06. März 2005
Die Bine ist niedlich !
Gestern Abend, ordentlich durchgekühlt, habe ich für mich und meine Lieben etwas zu essen gekocht. Mein treuer Küchenbegleithund Banja lag vor dem Backofen, Lena war bei den Schwiegerellis (weil die einen Teppich haben und der Hund liegt soooo gerne auf Teppich) und Bine stand wie Falschgeld herum. Aus den Augenwinkel hab ich sie mehrfach sitz und steh machen sehen und so mancher Stoßseufzer drang bis zu mir und der Dunsthaube vor.
Irgendwann ist sie gegangen. Erst nach rechts Richtung Wohnzimmer. Dann an der offenen Küchentür vorbei nach links Richtung Schlafzimmer. Neuerdings geht sie abends alleine schlafen, wenn ihr mal wieder alles zu lange dauert, und so hab ich mir nichts dabei gedacht.
Irgendwann sah ich sie halt aus den Augenwinkeln wieder kommen. Sie stand eine ganze Weile neben mir und wie immer hab ich auch ein paar Worte an sie gerichtet ohne sie anzusehen. Nach einiger Zeit hat sie "sitz" gemacht und mir brav zugehört. In einer umrührfreien Zeit hab ich dann unbewusst rüber geschaut zum Karlchen und siehe da, sie saß bzw. stand die ganze Zeit da mit einer Packung Tempos in der Schnauze. Hat das Essen also doch nicht so schlecht gerochen :).
Ich hab die Liebesgabe dankend angenommen und Bine fürstlich mit einem Stückchen Käse bezahlt. Wer solange durch hält mit dem apportieren von Gegenständen muss einfach Erfolg haben.

Ansonsten bin ich mir, was unseren Nesthaken betrifft nicht ganz sicher, ob die Hormone noch ein bisschen verrückt spielen. Nach Lehrbuch dauert es ca. 3 Monate bis sich nach der Läufigkeit der Hormonspiegel wieder eingependelt hat. Sie ist in der Wohnung extrem brav, unauffällig und lieb. Die Spielsequenzen mit Banja sind viel, viel weniger geworden und man sieht die beiden einfach nur noch, wenn sie sich die Ohren lecken. Die Stimmung bei allen Hunden tickt auf Harmonie und der Alltag ist reibungslos. Es ist ja nicht so, dass ich mir was anderes wünsche, aber ein bisschen mehr Pep würde auch nicht schaden.
Wie oben schon erwähnt, geht Bine abends jetzt spätestens um halb neun ins Bett. Mit oder ohne uns. Sobald wir dann Tumulte veranstalten um unter die Decke zu kommen oder das Licht anschalten oder miteinander reden, murrt sie vor sich hin um dann stöhnend und seufzend in ihr Hundebett umzuziehen. Man kommt sich im eigenen Schlafzimmer vor wie ein Randalierer. :))

Bei der Arbeit ist sie weiterhin zu allen Schandtaten bereit. Das Rückwärtsgehen ohne mich klappt schon ganz prima. Die mit Anis präparierten Lappen findet sie auch überall, egal ob drinnen oder draußen. Ich konnte sie nur noch nicht davon überzeugen, dass sie sie nicht bringen muss. Mir reicht es ja, wenn sie sie anzeigt. Aber der Hund ist gründlich. Schließlich haben wir so sorgfältig und lange das apportieren aufgebaut, dass sie einfach alles bringt. Es scheint für sie selbstbelohnend zu sein. Und wenn Bine der Geruch nach Anis nicht stört, mich stört es auch nicht.

Meine Katzenoma Mimi, die selten genug hier erwähnt wird, wird jetzt langsam alt. Im Januar ist sie ja 16 Jahre geworden und ich stelle jetzt immer wieder deutlich fest, dass sie nicht mehr richtig sehen kann. Was sie überhaupt noch sieht, kann ich schlecht einschätzen, weil hier alles steht wie immer. Ich bin kein begeisterter Möbelrücker und so findet sie sich gut zurecht. Wenn ich mich aber zu ihrem Futtertablett begebe um Nachschub einzufüllen, rennt sie oft viel weiter nach rechts oder links als tatsächlich ihr Schüsselchen steht. Oder sie hört mich die Treppe zum Dachgeschoss hoch kraxeln (in dem sie viel schläft, da steigt die Kachelofenwärme hin) und kommt ihm Eiltempo und mit hoch aufgerichtetem Schwanz angelaufen und läuft einen halben Meter an mir vorbei. Das ist schon seltsam, nach so langer Zeit ein Tier alt werden zu sehen. Ich denke nicht, dass sie derzeit weiter beeinträchtigt ist, sie spielt und schmust und vor allem frisst sie mir weiterhin die Haare vom Kopf :). Und doch denkt man plötzlich viel öfter daran, dass unsere gemeinsame Zeit nur begrenzt ist. *SEUFZ*

Lena, die in diesem Jahr 10 Jahre alt wird, geht es super gut. Sie ist fit wie ein Turnschuh, stur wie ein Esel und sie lebt weiterhin jeden einzelnen Tag dafür, in den Hasenstall zu gelangen um dann dort vorzustehen.
Banja's humpeln ist fast ganz verschwunden. Zum Glück. Ansonsten ist sie momentan etwas albern. Plötzlich tauchen Verhaltensweisen auf, von denen ich dachte, dass sie längst verschütt gegangen sind. Zum Beispiel zelebriert sie nun wieder Hüpforgien wenn ich nach Hause kommen, wie in ihren ganz frühen Anfangsstadien. Sie springt aus dem Stand oft so hoch, dass wir uns in die Augen sehen können und in solchen Momenten muss man sich vor ihrer Zunge (über die sie anscheinend keine Gewalt hat ) hüten. Unser Schnauz ist das schlimmste Zungentier, was mir jemals unter gekommen ist. Sobald bei irgendeinem Menschen irgendein Quadratzentimeter Haut heraus schaut, wird der geputzt und zwar ganz nachdrücklich, akribisch und ausdauernd. So ausdauernd, dass ich denke, die oberen Hautschichten sind gleich abgetragen und sie schnuddelt in der nächsten Minute am bloßen Fleisch oder Muskel herum. Ehrlich, von selber würde sie das nie aufhören, sie putzt und putzt und putzt und sie hat einen unglaublich großen, feuchten und rauen Waschlappen. Sollte dummerweise mal keine Haut zu sehen sein oder eben nicht so gut erreichbar, dann putzt Banja auch Hosenbeine, Schuhe, Pullover, lange Unterhosen, Jacken oder was sich gerade so bietet. Die Zellen in ihrem Gehirn, die für die Betätigung der Zunge zuständig sind, müssen enorm ausgebaut sein. Na ja, eben jeder wie er's kennt und mag.....

In diesem Sinne, 
gewaschene Grüße und bis die Tage,
Dagmar

02. März 2005
Wie heißt es so schön, wenn's hinten weh tut, soll man vorne aufhören. Gut, nur bin ich mir gar nicht bewusst vorne irgendwas 
verwegenes getan zu haben und trotzdem ziept's und zerrt es hinten mächtig. Ich hab mir wohl mal wieder den Ischiasnerv eingeklemmt. 
Wozu der eigentlich gut ist, weiß der Geier. Zumindest bei mir verklemmt sich der Blödian andauernd und dann merk ich ihn. In der Regel führt er wohl eher ein zurück gezogenes Leben, denn wenn er nicht grade irgendwo klemmt, merke ich ihn zumindest nicht.

Da Jörg wieder auf Einsatz ist, half alles jammern und zetern nichts, die Hunde mussten raus.
Das so ein wunderschönes Wetter war, hat die Sache angenehmer gestaltet. Bine fand es wohl trotzdem knackig kalt, sie hat unterwegs fleißig Brennholz gesammelt. Nächstes Mal werd ich mit dem Trecker zum Gassi gehen fahren....

Zwischendurch hab ich dann seit langer Zeit mal wieder probiert ob unser Rückzugspfiff noch funktioniert. Was soll ich sagen ? It works:


Das dicke Galoppi hier vorne ist übrigens tatsächlich Lena. Winter ist einfach ihr Wetter *gg*

Last but noch least wollte ich dann noch ein "schönes" Foto wo vielleicht möglicherweise eventuell alle still halten. Tja. Hüstel. 
Im Endeffekt ist es ein wundervolles Beschwichtigungsfoto geworden:


2 schauen weg und 1 gähnt


Schon besser, oder ? Ich nehme nicht an, dass das an dem Würstchen lag dass ich mir über den Kopf gehalten habe.
Kann ich mir nicht vorstellen....

Bine macht auf ihrer Anisspur schöne Fortschritte und die Schneesuche sowie die Nachtsuche haben wir jetzt fast durch. Banja pausiert gerade, weil meine Schwiegereltern sie am Sonntag ein wenig überanstrengt haben und sie nun ein bisschen humpelt vorne rechts. Durch die homöopathischen Gaben ist es schon erheblich besser geworden, aber ich mag sie trotzdem noch ein paar Tage schonen. Da sie sich beim suchen aufführt wie ein Wildschwein, hat sie eine kurze Zwangspause. Tja und Lena ? Lena findet Anis einfach zum kotzen. Da wird die Stirn kraus gezogen, die Nase gerümpft, Der Kopf abgewendet und hinterher schüttelt sie sich am ganzen Körper. Dabei ist es 1 (!) Tropfen Anis auf 1 l Wasser. Was soll es, wer nicht will der hat schon.

Nachdem Bine in den letzten Tagen ganz und gar im suchen aufgegangen ist, war heute mal wieder Zeit zum tanzen. Ich saß, sie stand und wieder wurde das rückwärts gehen bestärkt. Was so ein paar Tage Pause ausmachen ist immer wieder erstaunlich. Danach funzt es noch viel besser. Dabei war ich vorher schon echt zufrieden. Sie geht schön gerade zurück und jetzt die ersten vier/fünf Schritte auch schon ganz zügig. Das sieht prima aus, da machen wir weiter.
Auf dem Spaziergang heute haben wir dann im Schnee das rum, diverse Seitenwechsel, Slalom und Fuß/Hand trainiert. Sie macht das in reizarmer Umgebung auf dem Spaziergang ebenso gut wie Zuhause. Wenn wir jetzt das rückwärts gehen weiter ausbauen, dass sie genügend Anlauf nehmen kann, dann ist es bald Zeit für die ersten Sprungkombinationen und somit einen Tanz. Ich nehme mal an im Sommer dürften wir das auf die Reihe gekriegt haben.

In diesem Sinne,
weiße Grüße und bis die Tage,
Dagmar