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Liebe Lena,
erinnerst du dich, wie du mich ausgesucht hast ? Ich hatte
die Wahl zwischen Dir und deiner Schwester. Du hast vor mir gesessen. Die Ohren
bis zum Boden und den dicke rosa Bauch raus gestreckt du hast ununterbrochen
meine Hand geleckt....
Erinnerst du dich wie ich verzweifelt Namen mit „M“ gesucht
habe, weil mein Pferd Mexx und meine Katze Mimi hieß ? Bis das Lied „Lena“ im
Radio lief als ich dich nach Hause fuhr ?
Erinnerst du dich, wie du nach Mama und Geschwistern geweint
hast und ich in der 1. Nacht dachte, was hab ich dem Hundebaby nur angetan ?
Erinnerst du dich, wie du nächtelang hinter meinem Bett gesessen
hast und gebellt hast ? Die Nächte mit mir waren sooo langweilig. Der
nachfolgende Streit mit den Obermietern war dafür lustig.
Erinnerst du dich wie oft ich dich in der Anfangszeit
geworfen und geschmissen habe (ohne Absicht) ?
Erinnerst du dich, wie du das 1. Mal 3 Türen geöffnet hast
und den ganzen Vormittag auf dem Bürgersteig auf mich gewartet hast ?
Erinnerst du dich, dass du 3x täglich die arme Mimi über den
Haufen gerannt hast ?
Erinnerst du dich an deine beste Hundefreundin Inka ?
Erinnerst du dich an dein 1. Treffen mit Jörg ? Es war Liebe
auf den 1. Blick ?
Erinnerst du dich an das 1. Yorkie-Treffen mit 8 anderen
Hunden ?
Erinnerst du dich wie du im Alter von 9 Monaten zum 1. Mal
die Kaninchenställe gefunden hast ?
Erinnerst du dich als Banja einzog ?
Erinnerst du dich an deine 1. gefangene Maus ?
Erinnerst du dich an meine Mutter die dich 2 Jahre lang 4 x
täglich besucht hat um dich nach draußen zu lassen ?
Erinnerst du dich an die Kinder ?
Erinnerst du dich an den Einzug von Bine. Sie hat furchtbar
geschrieen, als sie dich sah. Du warst bereit den kleinen Schreihals sofort zu
entsorgen ?
Erinnerst du dich an das 1. Frischfleisch im Maul ?
Erinnerst du dich an unsere Clickersessions ?
Erinnerst du dich an unsere Fahrradtouren ?
Erinnerst du dich an all die Bäche, Flüsse und Seen in denen
du geschwommen bist ?
Erinnerst du dich an unseren Campingurlaub mit Sabine und
Felix und die 2 wundervollen Urlaube in Dänemark ?
Erinnerst du dich an den Klinikaufenthalt und wie viel Angst
ich damals um dich hatte ?
Erinnerst du dich an unseren Umzug ?
Erinnerst du dich an all die Besucher mit und ohne Hund ?
Erinnerst du dich, wie gerne du beim Auto fahren die
Schnauze aus dem Fenster gehalten hast ?
Erinnerst du dich an unsere gemeinsamen Nächte im Bett ?
Erinnerst du dich an mich ?
Du fehlst mir so. Diese Leere ist unerträglich. Ich erinnere mich an dich. Ich werde dich nie
vergessen. Ich verdanke dir viel. Mein Hund, ich hab dich so lieb !
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Ganz ehrlich ? So
einen freien Sonntag wie heute, brauche ich nicht noch mal. Aber der Reihe
nach.....
Henri durfte
gestern zum ersten Mal bei Oma und Opa in Hattorf übernachten. Gestern
Nachmittag war er noch hingerissen zwischen „klappt schon“ und „klappt nicht“.
War schon sehr süß. Ich hab ihm immer wieder versichert, wenn er nicht
einschlafen kann oder nicht dort schlafen will, soll er der Oma bescheid geben
und dann ruft sie uns an. Egal wie spät.
Dementsprechend
schlecht habe ich geschlafen, weil ich unbewußt immer zum Telefon gehorcht
habe. Was soll’s. Der Kleine hat alles mit Bravour gemeistert. Als ich gestern
Abend gegen 22 Uhr noch mal nachgefragt habe, lag er im Bett (der Opa auch
schon) und alles war ruhig.
Ida wurde am
Freitag geimpft und hat leicht gefiebert. Da die kleine Schnecke gerade eine
wirklich fiese Bronchitis (wie wir alle) hinter sich hat, hat sie dieses Fieber
kalt gelassen. Sie strahlt, hampelt, isst und ich denke sie hat es gut
überstanden (ich hasse diese Impferei).
Gestern nachdem
Ida eingeschlafen war, saß ich also mit dem Jörch aufm Sofa und wir haben uns
gefreut, wenigstens heute Nacht nicht auch noch in die untere Etage rennen zu
müssen. Als alte Eltern lagen wir brav gegen 23 Uhr im Bett und wie gesagt mein
Schlaf war bescheiden. Heute Morgen beim Frühstück war es dann ganz seltsam.
Wir haben beide immer wieder auf die Uhr geschaut und aufs Babyphon gehorcht
bevor einem von uns einfiel, dass Henri ja in Hattorf ist. Gegen 8.30 haben wir
mit ihm telefoniert und als ich seine Kommandostimme durch den Hörer kreischen
hörte, hat das Frühstück gleich noch mal so gut geschmeckt J.
Beim Frühstück
haben wir uns dann über Lena unterhalten. Sie hat derbe Probleme mit dem
rechten Hinterbein. Manchmal glaube ich es sind leichte Lähmungserscheinungen.
Denn wenn sie abends träumt und mit den Beinen zuckt, bleibt das Beinchen
trotzdem liegen. Ihr stark vergrößertes Herz macht ihr Probleme. Sie hechelt
stark trotz Medikamenten. Sie hat überall am Körper Fettgeschwulste von denen
wir hoffen, dass sie alle gutartig sind. Geschnippelt wird mit 13,4 Jahren
nicht mehr.
Wir haben überlegt, was wir tun können, wenn sie die Treppen (derzeit wird sie
im Geschirr mehr getragen als dass sie geht) gar nicht mehr hoch kommt. Wir
haben zusammen getragen, was ihr Leben noch lebenswert gestaltet (ESSEN, ESSEN,
am Leben teilhaben, kuscheln, ESSEN) und vor uns hinsinniert, wie es sein wird,
wenn unsere Freundin einmal entgültig gehen muss. Ich bin in letzter Zeit sehr
großzügig mit Lenas Schmerzmitteln umgegangen, weil ich mir bei dem alten
Mädchen keine Gedanken mehr um langfristige Leberschäden machen muss.
Hauptsache ihr tut nichts allzu sehr weh. Natürlich würden wir uns wünschen,
dass sie 20 Jahre alt wird, derzeit sieht es aber danach leider gar nicht aus.
Natürlich würden
wir uns wie alle Hundehalter wünschen, dass wenn ihre Zeit gekommen ist, sie
nachts einfach einschläft und nicht mehr aufwacht. Meine Erfahrungen mit Hunden
sind leider auch da ganz andere. Obwohl es ein schrecklich trauriges Thema ist,
fand ich es tröstlich mit Jörg darüber zu reden. Z.B. dass ich nicht
beabsichtige bei einer Futterverweigerung von Lena sofort die Euthanasie zu
verlangen. Nach reiflicher Überlegung bin ich zu dem Schluss gelangt, dass man
nicht ohne Schmerzen, Blut und Schweiß auf die Welt kommt und in den
allermeisten geht man eben auch nicht einfach so von der Welt. Ich glaube
schon, dass die meisten da draußen sich wünschen, ihr Hund stirbt einmal in
gewohnter Umgebung. Und eben dann sollte man darüber nachdenken, dass Hunde
bevor sie sterben, eben auch das Fressen einstellen....
Sollte der
Eindruck entstehen, dass ich gehen eine Einschläferung bin, dann kann ich
sagen, dem ist überhaupt nicht so. Ich halte es für einen Segen, die
Möglichkeit im Rücken zu haben. Ich möchte es mir aber auch nicht zu leicht
machen.
Während unseres
Gesprächs wurde Ida wach. Ich bin mit ihr ins Badezimmer zum wickeln und Jörg
hat den Tisch abgeräumt.
Als ich nach
kurzer Zeit wieder draußen war, fiel mir Bine auf die hinter Lena den Boden
abgeschleckt hat und ein durchdringender Geruch nach Analdrüse. Wer das schon
mal gerochen hat, vergisst es nicht....
Lena lag, wie zuvor verlassen, vor dem Tisch (zumindest sah es von hinten so
aus). Ich habe Ida in den Wipper gelegt und Jörg gefragt, was so stinkt (im
Verdacht hatte ich Bine, die schon mal so lange leckt, bis sich die Analdrüsen
entleeren).
Jörg blieb stehen,
schaut Lena an uns sagte: LENA ? Dagmar, was hat sie denn, die liegt so komisch
? Ich hab ihr grade ein Stück gekochte Mettwurst gegeben....
Diskutieren wir
jetzt bitte nicht über die Wurst. Die ist 1. gekocht und wirklich weich und 2.
bekommen die alte Mädchen häufig Sachen, die schmecken. Ganz einfach weil sie
alt sind und ab und zu etwas fressen sollten was richtig verboten ist. Ist wie
einmal im Monat Mc Donalds.....
Ich hab mich von
Ida weggedreht, Lena angeschaut und gesehen, dass sie die Nase voll auf die
Fliesen gestützt hatte. Die Augen waren aufgerissen und als ich ihren Körper
mit den Augen nach einer Atmung abgesucht habe, ist sie auch schon umgefallen
wie ein Stein.
Ich war
schlagartig wieder ganz ruhig. Unglaublich, aber ich war es. Ich hab mich
hingehockt und Jörg gesagt, sie atmet nicht mehr. Während ich sie in der Mitte
angehoben habe um den „Heimlich-Griff“ zu machen, hat Jörg ihr Maul geöffnet.
Im ersten Moment wollte ich sagen: „Himmel was hat die denn gefressen, was in
aller Welt hängt da ???“. Dann habe ich gesehen, dass es ihre Zunge war, die
war blitzeblau.
Ich hab sie immer
wieder hoch gehoben und abgesetzt, während mein Mann aus ihrem Rachen
bröckchenweise die Wurst geklaubt hat. Dann wollte Jörg ihr eine
Herzdruckmassage machen, aber ich fand, dass war nicht nötig. Ich hab ja unter
meinen Händen ihr Herz gefühlt. Es war beängstigend, dass es ganz langsam
geschlagen hat. Was ich dagegen heute den ganzen Tag nicht los werde, sind ihre
Augen. Ich war mir ja zum derzeitigen Zeitpunkt gar nicht darüber klar, dass
sie ohnmächtig ist. Sie hatte keinerlei Reflexe. Kein zapplen, kein husten,
würgen, keine Gegenwehr im Kiefer. Ihre Augen sahen aus, als wenn sie
aufgegeben hat. Ich weiß nicht, wie ich das richtig beschreiben soll. Sie sah
aus, als wenn sie alles bewusst erlebt und nicht mehr dagegen ankämpft. Das hat
mich echt sauer gemacht und so haben wir unsere Anstrengungen noch mal
verstärkt. Jörg hat mit der ganzen Hand den Rachen frei geräumt, während ich
sie immer wieder hoch gehoben, gedrückt und mangels Kraft wieder runter
gelassen habe. Sicher wäre es sinnvoll gewesen Jörg hätte meinen Posten
übernommen und ich seinen, aber dazu war weder Zeit noch haben wir einen
Gedanken verschwendet.
Dann hat Jörg
gesagt: „Dagmar, sie lässt den Urin laufen“. Eine Millisekunde war ich versucht
einfach aufzuhören, die Hände vors Gesicht zu schlagen, zu weinen und zu sagen:
Wir haben sie verloren. Sie ist erstickt. Aber ich hab immer noch ihr Herz
gefühlt und gedacht, was für eine elendige Art abzutreten. Das hat sie nicht
verdient. Wie viel Angst muss sie in den vergangenen 2 Minuten (waren es
allerhöchstens, aber es kommt einem ja vor wie Stunden) gehabt haben, ohne sich
mitteilen zu können ? Mein armes Mädchen. Und so haben wir noch mal alles
gegeben. Gedrückt, gegrabscht, gehoben, geschoben.
Und dann kam das
erste zischende Luftholen durch die Nase. Mein Gott, mir ist ein Zentnerstein
von der Brust gefallen. Es hat noch einmal eine Minute gedauert bis sie wieder
bei Bewusstsein war. Vorher standen ihre Augen vor Schock richtig aus dem
Schädel, der ganze Kopf war voll gesabbert und sie lag in ihrem eigenen
Urin.....aber sie hat geatmet. Danke Gott im Himmel.
Jörg war total
erleichtert und ziemlich geschockt. Er hat echt gezittert und hatte
Puddingkniee. Er hat sich natürlich Vorwürfe gemacht wegen der Wurst. Ich fand
aber, dass hilft niemanden. Kochwurst ist weich und schon immer eine Lieblingsspeise
meines Hundes. Wer ahnt denn nach 13 Jahren so etwas ? Sie muss das ganz
unglücklich in den Hals bekommen habe bzw. hat mal wieder nicht gekaut und
einfach nur runter gewürgt.
Ich habe sie noch
eine Weile gestreichelt, bis sie wieder ganz da war. Natürlich war die Ärmste
total fertig. Sie war nicht in der Lage sich aufzurichten. Wir haben dann erst
mal das Chaos beseitigt und dann die Lena so gut es ging im Liegen gewaschen.
Dann haben wir aus dem Schlafzimmer ihr Hundekissen geholt und sie vor der
Heizung platziert. Mittlerweile war auch die Zunge wieder rosa.
Jörg hat gesagt,
wenn er Raucher wäre, würde er JETZT eine rauchen *lol*. Hab ich dann gleich aufgegriffen, den
Gedanken. Bei mir kam der Schock dann mal wieder mit einer halben Stunde Verspätung.
Plötzlich war mir richtig schlecht und meine Knie waren weich. Ich musste
dauernd darüber nachdenken, was passiert wäre, wenn ich alleine gewesen wäre
oder wir das Haus verlassen hätten. Aber letztendlich hilft auch das nicht
weiter. Wir haben noch mal Glück gehabt und können heute Lenas 2.Geburtstag
feiern.
Und weil das jetzt
alles eher unschön war, für uns alle noch ein paar Fotos zum abregen.

Gleich nach dem schrecklichen Erlebnis ist Lena noch ziemlich fertig

Die Ida hat zugesehen

Der Henri zum Glück nicht

Bei Ida hat es aber keine bleibenden Schäden hinterlassen *g* (ich finde sie sieht aus wie ein Kobold, oder )
Wer jetzt noch wissen möchte, was Ida neuerdings für Geräusche machen kann, guckt hier:
Ida imitiert einen Mann der mit nassen Gummistiefeln geht
In diesem Sinne, geburtstagfeiernde Grüße und
bis die Tage,
Dagmar
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