Clickertagebuch
| 12. Juli 2009 |
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Auf
der anderen Seite steckt er immer noch in der Trotzphase, bockt viel,
heißt mit 2. Vornamen "NEEEEINNNN" oder "ich kann das
ALLEEEIIIINNNEEE" und weiß genau, dass er durch bestimmte
verbotene Aktionen sofort die volle Aufmerksamkeit von allen hat, weil
bestimmte Dinge einfach nicht ignoriert werden können. Heute war
dann mal wieder so ein
Tag. Während ich über den Vormittag noch meine Nerven retten
konnte (irgendwie), hat er nach dem ausgefallenen Mittagsschlaf
wirklich so sehr provoziert, dass ich ihn am liebsten verhauen
hätte. Aber nach Strich und Faden. Ich sehe wirklich rote
Pünktchen vor den Augen vor lauter Wut, wenn er vor lauter "ich
weiß nicht mehr was ich machen soll" anfängt, seiner
Schwester weh zu tun. Das hält sich noch in Grenzen, weil er
ständig darauf bedacht ist, dass wir auch sehen dass er versucht
auf ihre Finger zu treten oder über ihre Füße zu
fahren, aber nach der 1.0000.00000 Ermahnung,
Erklärung/Ablenkungsversuch bin ich irgendwann an dem Punkt, wo
ich merke, gleich kreische ich, oder ich leg ihn übers Knie oder
ich verlasse die Wohnung und komme nicht wieder...... Wenn er mit ihr alleine ist, passiert das nie (ich bin dann bloß im Nebenraum). Lohnt sich ja auch nicht, weil sieht ja keiner. Es nervt mich einfach total, dass er jegliche Spielversuche ablehnt und dann vor lauter Langeweile anfängt, die Brotmaschine anzuschalten, Ida zu drangsalieren, auf die Erde zu spucken, die Türen zu knallen oder was weiß ich. Man merkt ihm durchaus an, dass er in solchen Situationen auch nicht glücklich ist und dennoch ist er zu klein oder zu gefrustet um diese Sachen zu unterlassen. Normalerweise würde ich ihn mit einem Eimer Wasser in die Sandkiste setzen, weil Wasser und Sand = Matsch, sofort gute Laune machen. Zumindest bei den 1.-5.jährigen. Heute war das leider aufgrund des Wetters nicht möglich und so hab ich ihn vorhin, kurz vor dem Nervenzusammenbruch, in die Wanne gesteckt und da war dann endlich eine gute Stunde Ruhe mit Wasserplanschen und Badezimmer fluten. Danach ein schnelles Abendbrot (Hunger oder Schlafmangel sorgen meistens für solche Aussetzer bei Henri obwohl er Worte wie "Hunger" oder "Müde" nie benutzen würde) und dann ab ins Bett. Jetzt, nachdem er selig schläft, denke ich schon wieder darüber nach, was ihn plagt. Während ich aber tagsüber mit einem so unausstehlichen Jungen zu tun habe, ist es mir irgendwann einfach egal, ich will nur noch, dass er aufhört. Sehr anstregend, zumal die Ida zahnt. Auch das läuft bei ihr relativ relaxed ab, sie will halt nur nicht schlafen. Aber genau dass ist wahrscheinlich Henris Problem, denn sonst kann ich mich intensiv mit ihm beschäftigen während Ida träumt. Derzeit überlebe ich indem ich mir mantramässig vormurmele: Es ist nur eine Phase, es ist nur eine Phase, es ist nur eine Phase, es ist nur eine Phase......... Vorhin hab ich mir überlegt, woran ich fest mache, ob es ein guter oder ein schlechter Tag für mich wahr und habe festgestellt, dass ich an den guten Tagen, zwischendurch einfach immer mal ein paar kleine Zeit-Inseln für mich habe. Eine Minute um auf die Toilette zu gehen oder zu duschen, mit Bine zu gehen oder zu mailen, zu lesen (auch wenn es nur 2 Seiten sind) und solche Kleinigkeiten. Hört sich niedergeschrieben extrem egoistisch an, ist aber wichtig für mich um geistig gesund und leistungsfähig zu bleiben. Und so schreibe ich jetzt mal für mich auf (auf das ich in 2 Jahren darüber lachen kann) was gut und schlecht ausmacht: Guter Tag Schlechter Tag Guter Tag Schlechter Tag Guter Tag Schlechter Tag Guter Tag Schlechter Tag Guter Tag Schlechter Tag Guter Tag Schlechter Tag Guter Tag Schlechter Tag Guter Tag Schlechter Tag Guter Tag Guter Tag Schlechter Tag So, und heute war definitiv ein schlechter Tag ! Wobei mir das aufgeschrieben jetzt schon wieder harmlos vorkommt. War es aber nicht. Es war anstregend, ätzend, nervenaufreiben und fies. Das musste mal gesagt werden. Schlechtgelaunte Grüße, |