Clickertagebuch


31. Oktober 2003

Da sind wir wieder. Ich habe so lange nicht geschrieben, weil ich versucht habe,
mein Gästebuch nach der Beat’schen Weise richtig herum zu sortieren, also neue Einträge vorne.
J J J !  

Geht aber net, deshalb schreibe ich heute wieder Tagebucheinträge. Wie das geht, weiß ich J !  

Bine hat nun die Tage in denen meine Schwiegermutter nicht daheim war, gut überstanden. Sie hat brav mit den anderen Zuhause gewartet. Seit Mittwochnacht ist Jörg auch wieder da und so ist Bine den ganzen Tag beschäftigt.  

Wenn früh morgens der Wecker klingelt, dann lasse ich Bine schnell runter um das 1. Morgenpipi zu erledigen. So kann Jörg noch bis 7 Uhr schlafen. Wenn wir dann wieder rein kommen, freut sich Bine erst mal im Treppenhaus fürchterlich mich.

Ich freu mich auch, schließlich haben wir uns die ganze Nacht nicht gesehen, nur gefühlt, denn neuerdings pennt die Lütte an meinen Füßen. Sehr zum Ärger von Banja, die gerne auf meinen Füßen pennen würde. Da ich aber momentan eh Probleme mit den Knochen habe und nach einer Nacht mit Banja auf den Füßen, aufwache und denke ich bin querschnittsgelähmt. Lassen wir das lieber.  

Wenn wir dann also vom Morgenpipi wieder reinkommen und Bine sieht den Jörg im Bett liegen, dann ist sie völlig aus dem Häuschen. Ein riesen Sprung ins Bett und dann wird er mit Küssen nur so überschüttet. So wirklich von Herzen freut er sich im ersten Moment nicht, schließlich hat er bis eine Sekunde vor dem Überfall noch geschlafen. Aber mit jedem weiteren Küsschen, muss er lachen über seinen Li-La-Launebär J !

Das geht soweit, dass ich mich vom Jörg nur noch verbal verabschiede, weil ich nicht weiß, wo vorher die Bine überall herum gesabbert hat. Meistens hat der Jörg nämlich keinen Quadratzentimeter im Gesicht, der ungeküsst ist J J J ! Dabei meine ich wirklich Küsse, die Bine ist nämlich nicht so ein altes Schlabbertier wie Banja. Sie leckt nicht, sondern drückt Herrchen und Frauchen Mund und Nase ins Gesicht.  

Als ich meine Lieben heute Morgen zur verlassen musste, weil die Arbeit rief, lag Bine mit den Vorderpfoten über Jörgs Po, die Hinterbeine weit abgestreckt wie ein Frosch und der Kopf verschwand irgendwo in den Tiefen der Bettwäsche. Sah ziemlich entspannt aus, bei Beiden J ! 

Überhaupt muss ich mal für alle Nichthundehalter erklären, wie das so ist mit dem lieben Vieh. Wenn wir von allen drei Hunden sprechen, nennen wir sie meistens „Hako’s“. Sind nämlich unsere „haarigen Kondome“. Den Begriff habe ich mal irgendwo gelesen und finde ich total treffend. Gemeinsames sitzen auf einem Sofa ? Unmöglich, weil sofort einer der Anstandsdamen dazu kommt und sich dazwischen drängelt. Ein Tänzchen in der guten Stube ? Keine Chance mit 80 kg lebend Masse die sich dazwischen drängeln.

Letzte Woche hatte sich die Bine irgendwann zwischen unseren Kopfkissen einquartiert. Wir haben sie beim schlafen eine Weile betrachtet und sie sah aus, wie ein Hundebaby, die Pfoten ganz dicht an ihrem eigenen Gesicht. Wie ein kurzhaariges Eichhörnchen. Wir haben es einfach nicht übers Herz gebracht, sie auszuquartieren und uns irgendwann über ihren Kopf hinweg „gute Nacht“ zugewinkt !

Seit Turid Rugaas Seminar über Beschwichtigungssignale bei Hunden weiß ich auch, dass es sich nicht um Eifersucht handelt, wenn wir Menschen zu eng beieinander stehen, sitzen, tanzen etc. und der Hund dazwischen geht.

Hunde sind als Rudeltiere, die geborenen Konfliktlöser. Das Verhalten zeigt sich also schon, BEVOR ein Konflikt entsteht. Woher sollen die Hakos also wissen, wenn Jörg und ich dicht beieinander sitzen, dass wir nicht gleich in einen Boxkampf verwickelt sind. Enger Körperkontakt ist bei Hunden unüblich und sorgt viel schneller für eine Eskalation einer Situation. Um das zu vermeiden, splitten unsere treuen Hausgenossen die menschlichen Mitbewohner, bevor Streit entsteht.

Natürlich können sich Hunde daran gewöhnen, dass Mensche dicht beieinander sind und es nicht zu Konflikten kommt. Ich möchte das auch nur erklären, damit ihr euren eigenen Hund versteht, ihm keine Eifersucht unterstellt oder ihn gar straft. Ich finde das Verhalten meiner Hakos irgendwie rührend und der Grundgedanke ist ja ein Guter.

Allerdings haben Bines Schlafgewohnheiten (nämlich bei uns in der Ritze) nichts mit splitten zu tun. Sie fühlt sich einfach sauwohl so dazwischen gedrängelt. Kontaktliegen (also den anderen berühren ohne dabei dauernd abgefummelt zu werden) mögen viele Hunde gerne. Es gibt auch genauso viele denen das zu dicht/warm ist oder die einfach nicht die Ruhe weg haben, so eng mit einem Menschen zusammen zu liegen.

Banja ist die rühmliche Ausnahme aller Hunde die ich bisher kennen lernen durfte (aus dem Tierheim hatte ich oft einen Schlafgast mit daheim). Ich habe ja schon geschrieben, dass sie am liebsten auf mir liegt. Wenn sie ein Zwergschnauzer geworden wäre, hätte sie durchaus hin und wieder das Glück haben können. Aber so ist es einfach abträglich für meine Gesundheit mir den Brocken aufzuladen. Um ihrer fast krankhaften Anhänglichkeit dann doch hin und wieder mal entgegen zu kommen, haben wir eine Mittagsschlafabkommen getroffen und mit unserem Blut unterzeichnet J !  Das hört sich nun wieder so an, als wenn ich dauernd Mittagsschlaf mache, hihi. Dafür hab ich gar keine Zeit. Aber Sonntags, wenn es draußen regnet oder schneit, dann passt es schon mal. Bine und Lena lümmeln dann auf Jörgs Betthälfte herum und schnäbeln noch ein bisschen bevor sie einschlafen.

Banja, lässt mich nicht aus den Augen. Jedes Blinkern meinerseits mit den Augenlidern, jeder Atemzug wird als Zeichen gedeutet näher zu kommen.

Aber zuerst muss ich mich richtig hinlegen. Dazu wende ich dem Schnauzi den Rücken zu und liege somit auf der Seite. Dann sag ich: „ Na gut, komm her“. Sie kommt von hinten angekrochen wie der Blitz und legt mir ihren Kopf, also ihr Kinn aufs Ohr. Wie der Name Schnauzer schon sagt, haben die Tiere einen kilometerlangen Ziegenbart, der mir dann im Gesicht herumbammelt.

Eklig ? Na ja. Diese Art der Schlafstellung hat für mich Wellness Charakter.

1.                   Ich höre nichts mehr, 1 Ohr im Kissen, 1 Ohr vom Schnauzerkinn hermetisch abgeriegelt

2.                  Ich sehe nichts, weil mir der Bart vor den Augen hängt

3.                  Der Bart stinkt so, dass ich schnell ohnmächtig werde und somit nicht unter Einschlafproblemen leide

4.                  Der Schnauzerköper wärmt wunderbar die Nierenpartie

5.                  Dem Hund geht es gut J !

Während von Jörg und meinem Vater nun immer häufiger bemängelt wird, dass Bine draußen schwierig zu händeln sei, habe ich momentan gar keine Probleme mit ihr.

Sollte das daran liegen, dass ich die Einzige bin, die mit dem Clicker arbeitet und somit Lerntheorie anwendet ??? *hämischgrins*

Clickernde Wellness Grüße und bis die Tage

Dagmar

28. Oktober 2003

Heute ist ein Bine Lobpreisungstag ! 

Ich bin von der Arbeit heimgekommen, Zuhause alles okay, also Fußboden sauber, nichts zerstört und leise waren die Hunde, nach Omas Aussage, auch.

Dann habe ich die Leckerchen eingepackt, die Hunde geschnallt und bin zu einem schnellen Spaziergang aufgebrochen. In den letzten Wochen hatte Bine überhaupt keine Lust etwas zu üben. Das „komm“ klappt gut und war das Einzige, was sie gezeigt hat.

Was ich dagegen getan habe ? Nichts. Ich habe Bine einfach noch mal ein paar Tage (vielleicht waren es auch 2 Wochen), Kindheit geschenkt. Sie ist erst ein halbes Jahr alt und viele denken vielleicht: „WAS, SCHON 6 MONATE UND MACHT NICHTS ?“

Ich denke, sie ist erst 6 Monate alt. Mit ihr arbeiten steht natürlich später  auch auf unserem Plan. Bine soll vielfältige Aufgaben übernehmen. Aber alles zu seiner Zeit. Das 1. Lebensjahr bringt uns niemand wieder. Woher soll ich die Ideen nehmen wenn sie 6 oder 7 Jahre alt ist, wenn ich schon alles in den ersten 12 Monaten verschieße ? J

Also hat Bine in den letzten Tagen alles das ausgekostet was Junghunde so toll finden. Rennspiele mit Banja, Mäusesuche mit Beiden, Gegenstände betrachten und ertasten. Neue Wege kennen lernen, neue Plätze besuchen. Was habe ich eigentlich eben geredet, dass sind doch echt viele Dinge die man dabei lernt.

In den letzten 2 Tagen habe ich dann auch jeweils einen Spaziergang gemacht, auf denen ich zwar Leckerchen dabei hatte, aber keines heraus gerückt habe. Ich habe das freiwillige Kommen von Bine ignoriert (ich hatte ja auch nicht gerufen) und hab sie mit einem „lauf“ nach vorne geschickt.

Heute dann ein gerufenes „komm“ und sie war wie der Blitz da. Wunderschön anzusehen. Logischerweise ohne Ablenkung.

Dann ist sie übermütig mit Banja davon gestürmt, in ein Rübenfeld (zur Selbstreinigung) und hat dabei Dutzende von Spatzen aufgescheucht. Fetzo ist natürlich sofort durchgestartet. Wieder ein „komm“ und sie hat sofort abgedreht und kam angehechtet. Wunderbar und es gab eine feine Belohnung.

Sie kam auch ohne Ruf immer häufiger zu mir, obwohl Banja und Lena sich weiter vorne mit den frischen Mauselöchern vergnügt haben und ich hatte einfach das Gefühl, heute ist ein guter Zeitpunkt für ein paar Übungen. Mein Gefühl hat mich nicht getäuscht !

Zuerst „sitz“, sofort ausgeführt, gerade vorgesessen also C & B. (C = Click, B = Belohnung)

Aus dem nächsten „sitz“, für das es keinen Click gab, dann das Handzeichen und gesprochene Signal „platz“. Sofortige Ausführung und schon gab es wieder ein C & B. Herrlich.

Dann hatte die Bine so richtig Feuer gefangen. Die Leckerchen waren gut (Hähnchenfleisch und Würstchen) und damit die Motivation zur Mitarbeit riesig.

„Fuß“ wurde sofort ausgeführt und was mich total fasziniert hat, ist Bines Perfektion. Sie kam geradewegs auf mich zugelaufen, als ich wie üblich den linken Zeigefinger der linken Hand nach unten ausgestreckt habe und das Signal „Fuß“ gab. Sie hat sich dann an meiner linken Seite selbständig einpositioniert und ist mit erhobenem Gesicht neben mir hergelaufen. C & Jackpot. Der Jackpot bedeutet beim Clickern so was wie eine extra Ausschüttung, vergleichbar mit einer Extraprämie bei uns Menschen, mit der man gute Arbeit honoriert.

Das kann etwas speziell Gutes sein, in unserem Fall, war es aber einfach nur, dass die Menge der Leckerchen erhöht wurde.

Normalerweise bekommt die Bine erbensgroße Stücke (eher kleiner) und mit einem kleingeschnittenen Würstchen reichen wir ewig.

Dieses Mal, nach dem Jackpot eben, gab es eine ganze Hand voll. Solche Jackpots gibt es bei mir nicht so häufig, die Hunde wissen also nie, wann die glückliche Stunde schlägt. Sagen wir mal als Beispiel, zur besseren Verständlichkeit, ich gehe 4 x am Tag mit den Hunden spazieren. Auf dem 7. Spaziergang gibt es dann einen Jackpot. Natürlich lasse ich keine erkennbare Routine aufkommen. Das nächste Mal ist der Jackpot am 3. darauf folgenden Spaziergang fällig, dann beim 11., dann beim 6. und so weiter.

Das Ganze dient vor allem dazu, die Motivation der Hunde hoch zu halten, weil sie nie wissen ob es eine Extraausschüttung gibt oder nicht. Außerdem bleibt so die Ausführung der gestellten Aufgaben sauber und wird nicht hingemurschelt, weil sie schnell an die Belohnung kommen wollen. Manchmal gibt es den Jackpot wenn der Hund mit der Ausführung der gestellten Aufgabe gerade beginnt, manchmal wenn er sie schon eine Weile ausführt. Es ist nicht so schwierig wie es sich anhört J !  

Wichtig ist nur, dass man/frau bedenkt, dass der Click die Übung beendet. Also wenn ich Bine ein „sitz“ signalisiere und sie senkt den Po und erhält dafür einen Click (also sie sitzt noch gar nicht richtig) dann springt sie auf. Ich habe ihr mit dem Clicker gesagt „fein gemacht, hol Dir Deine Belohnung“. Ob das sinnvoll ist ? Oh ja. Beim nächsten „sitz“ sitzt sie noch schneller und bekommt dafür den Click erst nach 2 Sekunden. Dann ist die Übung vorbei. Dann steigern wir uns auf 3 Sekunden, 5 Sekunden, 8 Sekunden und dann bekommt die Bine mal wieder einen Click dafür, dass sie nur den Po absenkt. So sind die Anforderungen für einen Hund zu schaffen. Steht die Bine auf, bevor ich gelickert habe, waren meine Ansprüche einfach zu hoch und ich schraube die Erwarten wieder etwas herunter und beginne bei weniger Sekunden die sie sitzen bleiben soll.

Damals bei Lena bin ich irrtümlich davon ausgegangen, dass mein Junghund „sitz“ kann und natürlich das Ganze dann auch gleich 2 Minuten, wenn ich es verlange und möglichst noch mit Ablenkung. Das führt nur zu Frust beim Hund und Ärger beim Menschen. Die Erwartungen sind zu hoch geschraubt und nicht erfüllbar. Dann beginnt in der Regel wieder die Phase in der Menschen Gewalt benutzen.  

Pfui jetzt damit, ich wollte doch Bine Lobpreisen J ! 

Bine war nach 5 Schritten Fuß und einem Click dafür noch nicht befriedigt und wollte mehr.

Nichts einfacher als das. Also wieder „fuß“, einpositioniert und ich bin getrabt. Sie hat etwas mehr Abstand von mir genommen (ca. 30 cm), war aber weiterhin auf der richtigen Seite, in der richtigen Höhe und hat zu mir hoch gesehen. C & B. Das dichte am Bein gehen, lernt Bine, wenn wir das „an meiner Seite“ bleiben 10.000 Mal durchexerziert haben. Dann gibt es nämlich nur noch Clicks, wenn sie dicht bei mir geht. Alle anderen Versuchen fruchten nicht und bringen ihr dann keine Belohnung ein.

Da Bine immer noch begeistert bei der Sache war (das traben hat alles für sie wieder spannender gestaltet) habe ich einfache Tempowechsel gemacht. Langsames gehen, schnelles gehen und traben. Richtige Höhe C & B.  

Dann habe ich „Kehrt“ gesagt (ein Wort das Bine nicht kennt und nicht kennen kann, weil ich es noch nie benutzt habe) und bin umgekehrt. Bine ist wie erwartet geradeaus weiter gelaufen und hat ein dummes Gesicht gemacht. „Häää Frauchen, wo gehst Du hin ?“ Na ja, ich hab ja kehrt gesagt und kehrt gemacht J !

Bine kam mir nach, ging wieder bei Fuß und bekam einen C & B. Das hat natürlich für den heutigen Übungsverlauf keinen wirklichen Wert. Allerdings wird das Wort in den nächsten Wochen für Bine Bedeutung erlangen. Immer wenn Frauchen das sagt, macht sie eine Kehrtwendung. Ich finde es ungerecht, Hunde an der Leine herumzureißen ohne Vorwarnung. Sie haben doch keine Chance es richtig zu machen. Angeblich soll das die Hunde ja aufmerksam machen, helfen sich auf den Menschen zu konzentrieren und somit das Fuß gehen verdeutlichen. Für mich lernt ein Hund dabei nur, dass immer wenn er angeleint ist, man sich auf keinen Fall auf den Menschen am anderen Ende der Leine verlassen kann. Manchmal gibt es einen brutalen Ruck (der im übrigen Kehlkopf und Rücken schädigt, was im fortgeschrittenen Alter für Rückschmerzen sorgt, die natürlich niemand wahr nimmt und alle sich wundern warum der Hund Leinenaggressiv wird). Der Hund lernt nichts außer Meideverhalten. Wem das reicht, okay. Ich habe höhere Ansprüche an meine Hunde, ich möchte das sie verstehen, welches Verhalten sich lohnt, also richtig ist. Denn Blödsinn ist das dichte laufen am Menschenbein für Hunde so oder so. Im Familienverband von Hunden gäbe es niemals Schelte oder Strafe für weites auseinander laufen. Für kleine Hunde ist es außerdem brutal schwer, dicht zu gehen und dann auch noch hoch zu schauen. Mist, ich predige wieder !J  

Genau wie der Rückzugspfiff der Bine die Info gibt, dass ich jetzt in die entgegengesetzte Richtung laufe, soll das „kehrt“ sie darauf vorbereiten, dass ich gleich abschwenke. Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, wann sie es heraus bekommt und flüssig an meiner Seite bleibt. Dann ist, soviel ist sicher, wieder ein dicker Jackpot fällig. Allerdings werde ich nichts dafür tun, ihr zu helfen. Also sie wird nicht angeleint oder so. Ich sage nur kehrt und drehe um. Den Rest muss sie schon selber heraus finden.....  

Nach diesen Übungen, die alles in allem vielleicht 3 Minuten gedauert haben, habe ich Bine mit dem bekannten „Feierabend“ gesagt, dass sie jetzt machen kann was sie will, aber ein Leckerchen gibt’s nicht mehr. Sie hat dann noch ein paar Mäusen nachgestellt und wir sind anschließend zu meinen Eltern gefahren. Mein Pa hat nämlich Geburtstag.  

Nach dem Kaffee trinken bin ich nach Hause gefahren und könnte jetzt locker ein oder zwei Seiten füllen mit den Hausarbeiten, die mich hier erwartet haben (inkl. der Verköstigung der verwaisten Hausbewohner). Aber das ist langweilig und interessiert ja doch Keinen J !  

Eben war der Bine dann wieder langweilig und sie hat versucht mit Lena und Banja zu stänkern. Die wollten aber partout nicht und so hat sie sich einen meiner Handschuhe zum spielen geholt. Das brachte mich dann wieder auf eine Idee. Vorsichtiges Handschuhe ausziehen ist im Winter, mit klammen, kalten Fingern eine prima Hilfestellung.

Bine gerufen und sie brachte den Handschuh gleich mit. Für das mitbringen, habe ich den Handschuh erst mal ein paar Mal geworfen, sozusagen als Belohnung. Also dieses Mal clickern ohne Leckerchen.

Dann habe ich den Handschuh nur über die Hand gestreift und die Finger so lose herum baumeln lassen. Bine hat mit großen Augen zugeguckt, was das nun wird. Dann habe ich die Hand geschüttelt und während sie nach den Fingerstücken gegriffen hat „zieh“ gesagt. Natürlich hat sie gezogen, nicht wegen meines Signals, das ja auch neu ist, sondern wegen ihres Instinktes der ihr sagt, das „lebt“ noch, pack zu.

Normalerweise, spricht man beim clickern ja erst ein Signal, wenn das Verhalten des Hundes schon so sicher ist, dass man weiß er hat es verstanden. Dann muss nur noch beides verknüpft werden und fertig ist die Geschichte.

Drücke ich mich eigentlich einigermaßen verständlich aus ?

Heute habe ich also 2x eine Ausnahme gemacht. Beim „kehrt“ um Bine bald schon eine Möglichkeit zu geben, es richtig zu machen. Also als Vorwarnung oder besser Ankündigung.

Beim „zieh“ habe ich es gemacht, weil es für Bine eine ziemlich selbstbestärkende Wirkung hat. Nachdem ziehen, hat sie das Objekt der Begierde und kann es tot schütteln oder hoch werfen. Das sind alles Dinge die ihr Spaß machen. Deshalb habe ich auch bei der Übung auf Leckerchen verzichtet.  

Bine brachte den Handschuh sofort wieder. Sah mir zu, wie ich ihn halb angezogen habe, hört das Signal „zieh“ verbunden mit heftigem Wedeln und wusste, dass sie nun zupacken darf. Am Anfang der Übung habe ich ignoriert, wenn sie aus Versehen oder vor Eifer etwas fester in meine Finger packte. Endziel ist jedoch das vorsichtige Ausziehen ohne mir dabei weh zu tun (Banja kam dazu und hat es eindrucksvoll präsentiert, total sanftes, vorsichtiges Ausziehen der Handschuhe). Nach und nach habe ich meine Finger tiefer in den Handschuh geschoben, gequietscht, wenn Bine grob war und mit euphorischem „jaaaaaaaaaaaa“ bestärkt wenn sie sanft war. Nach nicht mal 2 Minuten hat sie mir den fast ganz angezogenen Handschuh vorsichtig von den Fingern gestreift. Hinterher gab es dann jedes Mal ein wildes Handschuhspiel, das ihr dem Anschein nach großen Spaß gemacht hat.  

Mal ehrlich, kann man mehr erwarten von einem Feierabend ? Ich war total glücklich und finde der heutige Eintrag macht dem Namen „Clickertagebuch“ endlich mal alle Ehre.  

Glückliche Aschenputtel-Grüße
und bis die Tage,

Dagmar

27. Oktober 2003

Aaaalso,

ich bin nach wie vor begeistert von unserem Katzenfutter-Trick. Katzefutter wird ignoriert BIS das Frauchen den Click ertönen lässt. Der kommt nun manchmal schon beim Treppe hoch gehen ( juchu, ist denn schon Weihnachten?) und manchmal erst nachdem man fast auf dem Kissen eingeschlafen ist.

Jetzt aber erst mal von Anfang an. Am Samstag waren ja hier alle von 9 Uhr bis 20 Uhr aus dem Haus. Meine Eltern hatten die ehrenvolle Aufgabe die Hunde zu hüten. Hat soweit auch alles prima geklappt. Sie waren 4 Mal hier und so wie ich sie kenne, sind sie jedes Mal 2 Stunden geblieben. Da bleibt wirklich nicht mehr viel Zeit für Einsamkeit J !

Die Beiden sind einfach spitze.

Allerdings hat mein Pa dieses Mal die überraschende Erfahrung gemacht, dass Bine trotz seines „bleib mal hier, da kommt wer“, in die Bullenweide gestürmt ist. Nun gut. Streichen wir dieses Kapitel, ich war nicht dabei und hab keine Ahnung was mein Dad meint, wenn er sagt: „die Bine hat gar nicht gehört, aber so schlimm war’s net“. Ich will es ehrlich gesagt, gar nicht genau wissen.....*seufz*

Abends haben sich die Drei zwar gefreut dass wir wieder da sind, aber wirklich nicht übermäßig. Ein gutes Zeichen.

Gestern war dann endlich mal wieder Zeit für jede Menge Blödsinn und herum gammeln. Jörg hat mit Bine die Rettungshundeübung gemacht. Die sind echt doof die Beiden. Rettungshundeübung heißt für die Zwei, Bine wird auf den Arm genommen und dann hüpfen sie halt rum. Leider hat Bine für das Foto Jörgs Ohr wieder losgelassen. Normalerweise hält sie es fest umgeknickt. Er sagt es tut nicht weh, aber ich finde, langsam steht das Ohr auch im Alltag mehr ab, als normal.


Na, wenn so mein Rettungsteam aussieht, danke sehr :)

Gut mir soll es recht sein. Ich mag ihn auch mit einem Segelohr !

Ich saß friedlich auf dem Sofa, als Bine mir die Rettungshundeübung aufgezwungen 
hat
J !

Auch wenn es so aussieht, als halte ich sie fest...........nee, nee, sie ist mir mit Karamba auf den Schoß gesprungen ! Schönen Gruß von meinen Eierstöcken.....


Ich wollte gar nicht gerettet werden *lol*

Danach, Lena lag friedlich mit Jörg auf einem Sofa, hat die Bine provoziert, provoziert, provoziert, BIS Lena endlich in Spiellaune war. Das geht von Tag zu Tag schneller. Die Hunde spielen mittlerweile wie blöd. Vor allem Banja ist jetzt Bines bevorzugte Spielkameradin. Wenn man den Schnauzer dabei hört, denkt man ein asthmatischer Grizzly rüstet zum letzten Gefecht. Weder eine Unterhaltung noch sonstige Umweltgeräusche (Telefon, Fernseher, Klingel) dringen dann noch zu uns durch. Wir können uns nur fassungslos ansehen und kaum glauben, dass wir das wirklich und wahrhaftig so haben wollten J J J !

Zwischenzeitlich fängt dann Lena an, ebenfalls Stimmen zu machen und will mitspielen. Das ist ein bisschen blöd bei Dreien, einer ist immer über. Letztendlich hüpft Bine dann von einem zum anderen. Lena liegt meist auf dem Rücken und will gebissen werden, während Banja wie wild schnappt und versucht den Holländer auf den Rücken zu legen.

Bine hat dabei einfach nur Spaß und nach einer knappen halben Stunde ist meist Ruhe (abgesehen vom hektischen hecheln).

Auf dem Foto war der Kampf dann soweit fortgeschritten, dass Jörg praktisch nur noch mit einer Arschbacke auf dem Sofa saß. Die beiden Hunde waren voll in Ekstase, sogar Lena, die große Stücke auf Jörg hält, hat komplett die Benimm-Regeln vergessen. Es war allerdings so lustig und schön anzusehen, dass wir eine Ausnahme gemacht haben. Generell gilt aber, gespielt wird auf dem Boden.


Und Lena lacht auch noch dabei ?!


Ich finde das schöner als Fernsehen !


Lena hat den fiesen Holländer und Herrchen fast vom Sofa gekämpft !
Pure Dominanz *hahaha* !

Der Tag hat so schön begonnen und so beschissen aufgehört. Durch unser Verschulden (wir haben schlicht und einfach gepennt), hat sich Lena dann gestern Abend wieder auf ihre Lieblingsfeindin gestürzt. Ich kann die Wut und Empörung der Leute verstehen, mir ginge es nicht anders. Ich habe mich heute noch einmal entschuldigt (ich war gestern nicht dabei nur Jörg) und nachgefragt ob alles okay ist. Bisher habe ich nichts gegenteiliges gehört. Es tut mir schrecklich leid.
Lena war schon immer sehr stark Revierorientiert. Seit Bine da ist, ist noch so etwas wie Mutterinstinkt dazu gekommen, dabei hat ihr die anderen Hündin noch nie etwas getan. Im Gegenteil, sie möchte gar keinen Ärger und ich habe schon überlegt, ob es vielleicht das ist, was Lena so aggressiv macht. Normalerweise ist sie eher verträglich, hatte aber in ihrem Leben schon immer Hunde, die sie aus heiterem Himmel und für alle Zeiten nicht mag. Das geht soweit, dass sie die anderen Hunde aus dem Auto heraus erkennt und verbellt.

Ich habe den Leuten angeboten, gemeinsam spazieren zu gehen. Selbstverständlich bleibt Lena dabei angeleint. Ich möchte nur so gerne das Problem aus der Welt schaffen und das funktioniert nur so, im Rahmen einer Desensibilisierung. Ich bin gespannt, ob sich die Besitzer des anderen Hundes darauf einlassen.

er Abend war dann logischerweise gelaufen und wir haben uns ziemlich viele Selbstvorwürfe gemacht. Ich weiß, dass Lena kein einfacher Hund ist, schließlich war sie für mich der ausschlaggebende Punkt mich viel und intensiv mit der Hundepsyche zu beschäftigen. Umso mehr hätten wir aufpassen müssen und das Theater wäre zu verhindern gewesen. Während ich da also saß und auf meine Zigaretten stierte, fiel mir der neue Aufkleber auf den Packungen auf, der vor Gesundheitsschäden warnen soll. Dabei wurde mir dann klar, dass wir auch Lena (Südharzer genannt wegen ihrer Herkunft) als laufende Litfasssäule plakatieren könnten:

 

  • Vorsicht, der Südharzer gefährdet Sie und ihre Umwelt
  • Südharzer können krank machen
  • Der Südharzer verengt ihre Arterien und macht unfruchtbar
  • Südharzer können impotent machen
  • Südharzer können tödlich sein

 

Nein wirklich, es liegt mir fern, den Unfall ins lächerliche zu ziehen. Aber so wüsste jeder gleich: „nicht streicheln, nicht anschauen, nicht ansprechen“.

Heute war dann ein reiner Katastrophentag. Organisatorisch gesehen. Also irgendwie wie immer. Meine Schwiegermutter im Rheinland bei ihrer Mutter, mein Vater arbeiten, meine Mutter ohne Auto, Jörg in Frankfurt, Schwiegervater ebenfalls arbeiten und Andrea im Studium.

Prima.

Ich bin also wie gewohnt mit den Hunden in der Frühe (trotz Zeitumstellung im stockedunkeln) meine Runden gedreht. Um acht Uhr konnte Jörg dann alle noch mal heraus lassen bevor er losgefahren ist.

Um zwölf Uhr bin ich von der Arbeit aus nach Hause geheizt, mit gemischten Gefühlen ? Was mich wohl erwartet ?
Nichts, Nullkommanichts. Die Hunde waren überglücklich aus der Wohnung zu kommen (ich musste oben die Tür absperren während der Wartezeit, nicht auszumalen was passiert, wenn es klingelt und unsere über achtzigjährige Oma die Tür öffnet während die Hunde frei durchs Haus toben).

Dann sind wir sofort zu einem Spaziergang im Eiltempo aufgebrochen. Hinterher war ich fix und alle, die Hunde kaum. Dann gab es ein Happi und während sie noch fraßen bin ich wieder losgebrummt. Ich hab mich so beeilt, nicht mal selber was gegessen und trotzdem war ich 1 ¼ Stunde weg *hechel*.

eim Wegfahren habe ich dann Bine protestieren hören: „neeeeiiiinnnn nicht schon wieder alleine in der Wohnung“. Sorry, aber heute ging es einmal nicht anders. Trotzdem denkt man in der Arbeit immer wieder an Zuhause.....zumal die kleine Ratte auf dem Spaziergang mal wieder keinen Haufen abgesetzt hat *grrr* !

m halb vier, war ich die 1. an der Stempeluhr J ! Nach Hause in 7 Minuten (ist wirklich keine schlechte Zeit) und Hunde rausgelassen und zwar SOFORT. Dann bin ich schnurstracks in die Wallachhai gefahren und wir sind eine ganze Stunde spazieren gegangen. Das war echt nötig. Die Bine ist gerannt und gerannt und hat sich total ausgetobt. Zuhause dann wieder die Hunde gefüttert und dann bin ich mit bangen Gefühlen nach oben gegangen. Bine hatte nämlich auf dem Spaziergang schon wieder keinen Haufen gemacht....... und ich hatte ja beim nach Hause kommen keine Zeit die Wohnung zu inspizieren.

Es war gar nicht schlimm J ! Kein Haufen und kein Pipi (DAS IST DIE HAUPTSACHE). Bine hat zwar die Klopapierrolle im Klo versenkt (tja bisher waren wir keine fanatischen Klodeckel herunter Klapper, ABER jetzt), die Strandmatte auseinander genommen (unglaublich, sah aus, als wenn jemand 19.999 Streichhölzer ohne Kopf auf meine Boden gestreut hat) und hat sich letztendlich 2 meiner Pullover auf ihr Kissen gezogen. Das ist doch prima, oder ? Also, damit kann ich leben. Außerdem war das ja auch nur, in der 2. Wartehälfte, die 1. hat sie ganz lieb verschlafen.

Ab morgen geht dann alles fast wieder den gewohnten Gang, mein Paps ist wieder bereit (GOTT SEI DANK), am Mittwoch sittet Andrea und Mittwochnacht kommt Jörg wieder. Überhaupt nur noch 3 Wochen und dann hat die Fahrerei nach Frankfurt ein Ende und Bine wieder ein Vollzeit-Herrchen.  

Tja, und nun sitzen wir hier alle mit kleinen Augen und wissen nichts mehr zu berichten...

Doch vielleicht noch schnell, Bine ist mir eine große Hilfe, in der kalten Jahreszeit schleppe ich ja nun allabendlich 3 Körbe voll Holz nach oben für den Kachelofen (jawohl 2 Treppen hoch). Schöne Wärme, aber Schweinearbeit. Einen Scheit trägt die Bine immer mit und einen Banja. Da ist die Schlepperei nur noch halb so schlimm J !

Klodeckel-herunter-geklappte Grüße

und bis die Tage
Dagmar

24. Oktober 2004
Aaaahhh...wir haben gar keine Zeit.

Morgen fahren wir den ganzen Tag über weg und Bine kann nicht mit :(

Deshalb die absolute Kurzversion:

Heute morgen unten in den Flur gepinkelt.

Brav alleine gewartet.

Nachmittags von Andrea gesittet worden.

Abends auf die Treppe mit den Teppichfliesen gepinkelt *grrr*.

Also keinen besonderen Vorkommnisse. Vor Montag komme ich bestimmt nicht zum schreiben.
Damit es euch aber nicht langweilig wird, hat dieses Mal der Alex eine Lach- und Sachgeschichte gespendet. 

Die allerherzlichsten Grüße
Dagmar

23. Oktober 2003

Bine ist einfach klasse. Heute morgen hat sie erst hinter der Haustür, also auf den Hof gepullert. JUCHU !

Man wird so bescheiden mit der Zeit. Jörg meint ja, wenn sie es bis zum ersten richtigen Frost nicht bis ins Gras schafft, fällt jeden Morgen einer von uns auf die Schnauze.

Man muss ja nicht immer alles so schwarz malen J  

Heute Mittag bin ich dann in der Pause von der Arbeit nach Hause um mit den Dreien zu gehen, weil mein Pa keine Zeit hatte. War das eine Freude. Die Fischer-Chöre sind Shit dagegen J !

Lena geht es zur Zeit richtig gut und dann freue ich mich besonders. Mein altes Sorgenkind ist und bleibt mein Herzblut. 
Woran ich merke dass es ihr gut geht ?
Sie galoppiert *kicher* ! Wenn 37 kg galoppieren sieht das ungefähr so aus, wie bei einem Schaukelpferd und genau so weit ist auch die Strecke die sie damit zurücklegt. 2 Sprünge ca. 1m.

Ich kann ganz easy nebenher gehen und versuche nicht zu lachen. Wenn sie mir dann noch im Laufen über die Schulter einen lachenden Blick zuwirft (und so, wie neulich geschehen, gegen den Wäschepfosten rennt) liege ich vor Lachen am Boden. Ja nee, das soll man nicht machen, über den Hund lachen, aber es ging einfach nicht anders. J  

Es war heute ein strahlend schöner Tag und wir haben gemütlich eine Runde gedreht. War das schön. Ach könnte ich doch mittags schon daheim sein *seufz*. Ihr wisst gar nicht wie gut ihr es habt, ihr Halbtagskräfte da draußen J !  

Das Wegfahren war dafür um so schwerer und ich musste den Fetzo wieder austricksen. „Los, wir gehen in den Garten“ gerufen und alle sind losgeschossen. Nach den Hunden hat meine Schwiegermutter das Gartentor geschlossen und ich bin ins Auto gestiegen.

Aber die Blicke durchs Gitter lassen einen echt verzweifeln. 

Aber einer muss doch das Hundefutter verdienen......  

Dafür haben wir heute Nachmittag gleich noch mal Heimkehr gefeiert. Dann sind wir zu einem großen Spaziergang aufgebrochen. Die Hunde haben Mäuse gejagt und ich ein bisschen vor mich hingeträumt...

Dann wurde Bine langweilig und ich habe den Ball geworfen. Das geht sonst nie, weil Banja alles geworfene für sich beansprucht. Aber die war so mit den Mäusen beschäftigt, dass sie total abgelenkt war.

Dusseliges Binchen, trägt dann den Ball immer zu Banja und läuft ihr vor der Nase herum, weil sie ihn ihr abjagen soll. Zu 99% tut Banja ihr den Gefallen, mangelt das Holländermädchen nieder und hat den Ball wieder (hey, ein Gedicht). 
Heute mochte Banja aber nicht.
 

Bine lief also mit dem Ball im Maul ziemlich ziellos umher. Da habe ich sie stimmlich bestärkt. Dabei kommt uns zugute, dass wir von Anfang an ein Wort benutzt haben („ jaaaaaaaaaaaa“), dass Bine mitteilt, dass sie etwas richtig macht und knapp vor einen C & B steht. Sie lief also als sie mein „jaa“ hörte (das Wort „fein“ finde ich doof, klingt wie „nein“) sofort mit dem Ball in der Schnute zu mir. Ich legte die Hand unter den Ball, gab ihr einen Click und ein Leckerchen und hab ihn wieder geworfen. Das Ganze haben wir so vier bis fünf Mal wiederholt. War echt toll und kam ganz von alleine zustande. Es wäre sicher auch noch häufiger gegangen, wenn nicht Banja eingefallen wäre, dass das IHR Ball ist (stimmt im übrigens nicht, IST MEINER). Also Bine kreuz und quer durch die Botanik gejagt und dass macht der Bine so einen Spaß, dass ich da als lahmer Mensch nicht mithalten kann. Außerdem jage ich ihr keine Gegenstände ab, dann bringt sie die später nämlich auch nicht. Wenn sie etwas hält, rufe ich sie und laufe mit dem ihr zugewandten Gesicht rückwärts weg. Dann kommt sie ganz eilig angelaufen und bekommt, kurz bevor sie mich eingeholt hat, einen C & B.  

Zuhause angekommen, hatte ich große Lust mit den Hunden noch etwas im Garten zu clickern. Also Bine in den Garten, Banja und Lena stehen traurig vorm Tor.

Blöde Idee. Bine will unbedingt dass die Beiden auch rein kommen und marschiert immer wieder zum Tor und leckt den Schwarzen die Lefzen.

Bine konnte sich schlecht bis gar nicht konzentrieren (sollte doch bloß in der richtigen Fußposition laufen) obwohl wir ziemlich nah bei den anderen geübt haben, so dass Blickkontakt möglich war. Doch nach 1 Minute habe ich aufgegeben. So funktioniert lernen nämlich nicht. Also Bine kurzerhand vors Tor gesetzt und Lena reingelassen. Wow, 3 dumme Gesichter auf einmal. Während Bine „häää“, guckte wie ein Auto (Frauchen lass mich rein, lass mich rein, ich hab’s mir überlegt), versuchte Banja mich durchs Gitter zu hypnotisieren „NIMM MICH, NIMM MICH, NIMM MICH“ und Lena hatte diesen typischen verschlagenen Südharzer Blick drauf ( „ja ihr Arschgeigen, Frauchen weiß schon wer die BESTE ist“).

Während ich mit Lena clickerte, waren Banja und Bine mustergültig leise, so dass ich beim vorbeigehen am Tor immer eine handvoll Leckerchen über den Zaun geworfen habe. Schließlich wollen wir doch jedes nette Verhalten bestärken und leise warten ist nett. Außerdem ist das der Anfang für die Übung, dass später alle Hunde ohne Zaun dazwischen warten, wenn einer von Dreien geclickert wird.

Dann musste Lena raus und Banja rein. Die war dann wieder mal so aufgedreht, dass ich die ersten 10 Clicks für echten Pipikram vergeben habe, damit sie langsam wieder runter kommt. Wenn man den Hund nicht total viel und schnell bestärkt, fängt er an zu singen, wie eine Nachtigall. Und wieder gab es im vorbei gehen Leckerchen geworfen für Lena und Bine.  

Bine durfte als ich mit Banja fertig war nicht mehr üben. Ich möchte einfach, dass sie nächstes Mal, wie die beiden Großen, die Chance auf Würstchen war nimmt. Wenn sie lieber bei Lena und Banja ist, sperre ich sie halt dazu und nix ist mit Leckerchen. Nach und nach wird der Fetzo dahinter kommen. Da bin ich sicher J  

Eben war ich dann wieder total begeistert von der Bine. Wir sind gemeinsam auf den Dachboden. Das Katzenfutter wird so was von ignoriert, dass ich mich mit einem Blick überzeugen musste ob überhaupt noch was drin ist. Jawohl, die Schüssel enthält noch ein paar Brocken.

Trotzdem gehen wir weiter, ohne Worte, an den PC.

Bine setzt sich auf das Kissen und schaut mich an. Ich sage „ warte noch einen Moment“ und stelle den PC an. Bine legt sich hin, schaut mich sehnsüchtig an und bekommt einen Click.......dann aber nichts wie hin zu der Schüssel und geleckt, geleckt, geleckt. 
Das ist doch super toll für so ein kleines Mädchen mit leckerem Katzenfutter vor der Nase. Ich bin mehr als zufrieden mit dem Ergebnis.

Wo ich die Zuckerschnecke hier neben mir grade so selig schlafen sehen, heute morgen war sie wieder total fleißig, während ich auf der Arbeit war.

Sie hat ihr Kopfkissen ausgeschüttelt (Daunenfedern). Ich meine ja auch dass die Betten gemacht werden müssen, aber musste sie das Kissen wirklich durch die ganze Wohnung  schütteln ?  

Habt ihr nur ansatzweise eine Ahnung, wie viel Federn in so einem kleinen Kissen stecken ? Trilliarden, sag ich Euch L ! Und die lassen sich so wunderbar auffegen. 
Ehrlich, ich dachte in unserer Wohnung sind mindestens 20 Hühner gekillt worden.
 

Und nun hat sie ein neues Bett und kein Kopfkissen mehr. So ein Pech....  

Gefederte aber glücklicherweise ungeteerte Grüße

und bis die Tage,

Dagmar

PS: ICH WILL MEHR GÄSTEBUCHEINTRÄGE *mitdemfußaufstampf*
Das gibt's doch gar nicht, 2000 Besucher und bloß 40 Einträge *jammer*
Also versuch ich es jetzt mit positiver Verstärkung:
Wer sich als Nr. 100 einträgt, kriegt von mir eine Lachgeschichte, die ich aus Scham hier keinesfalls veröffentliche......na, ist das was ????
PPS: Das gilt auf keinen Fall für Arbeitskollegen, vergesst es gleich wieder....

22. Oktober 2003; Bine wird 6 Monate jung
Happy Börsday to you,
Happy Börsday to you,
Happy Bööörrsssdaaayyy LIEBE Bine,
Happy Börsday tooooo you *jaul*

Heute Morgen hat das Norbärtchen erst mal von innen vor die Haustür gestrullert. Wahrscheinlich um mir direkt jede Hoffnung zu nehmen, dass sie noch diesen Monat Stubenrein wird...

Als ich von der Arbeit kam, hatte ich schon Würstchen für die Jubilarin besorgt. Da es ihm Leben aber nix umsonst gibt, musste sie sich die Happen schon verdienen. Wir sind nach Osterode gefahren und haben unser Stadttraining aufgenommen.

Ich hatte mir 20 Minuten als Limit gesetzt und die ersten 10 Minuten war Bine schon arg gestresst, so ganz alleine. Danach ging es wunderbar. Sie hat sich wirklich von Minute zu Minute mehr auf mich konzentriert, die Leine hing durch und ich konnte eifrig clickern. In solchen Momenten nehme ich immer den Zungenclick, damit hört mich Bine auch, weiß dass sie etwas richtig gemacht hat und wir erregen trotzdem kein Aufsehen.

Dann sind wir mit dem Auto zurück gefahren und haben gemeinsam Bines Päckchen ausgepackt. Päckchen ist gut, ein Riesending, ich hab nämlich ein neues Bett bestellt.
Da ich über praktisch kein Augenmaß verfüge und zum Größenwahn neige, ist es ein bisschen groß ausgefallen, wie man an den nachfolgenden Bildern sieht. Die Hunde passen nämlich locker alle drei da rein, hihi. Dabei hat es bloß 1,20m x 1,00m.

Ist aus Schaumstoff und mit Kunstleder überzogen. So kann man es prima sauber halten. Aber fragt bloß nicht, war sauteuer. Na ja 6 Monate wird man nur einmal im Leben.
Irgendwie hat es schon die Ausmaße eines Kinderpools....was meint ihr ?

Und nicht genug des Guten, ich setzte jetzt gleich auch noch eine neue 
Lachgeschichte ein. :)

Riesige Grüße und bis die Tage,

Dagmar

21. Oktober 2003

Es wird jetzt langsam Zeit einmal die letzten 4 Monate Revue passieren zu lassen. Bine hat morgen Geburtstag und wird 6 Monate alt.


Hier sieht sie noch aus wie ein Meerschweinchen

Die Zeit bisher war sehr, wirklich sehr anstrengend, das kann man nicht beschönigen. Es hat überhaupt nichts damit zu tun, was Bine gelernt hat oder noch lernen soll. Ich meine damit einfach, unseren permanenten Schlafentzug, die diversen Wehwehchen der Hunde und die mangelnde Stubenreinheit.

Genau aus diesem Grund habe ich auch hier nie etwas schön geredet. Vielleicht besteht die Chance, dass sich der ein oder andere Welpeninteressent doch mal hierher verirrt und darüber nachdenkt, ob er das wirklich will und vor allem leisten kann. Natürlich gibt es viele Hundchen, bei denen alles viel unkomplizierter und einfacher von statten geht. Man soll ja auch nur daran denken, dass es auch ANDERS laufen kann, nämlich so wie bei uns.


Angeblich hat Jörg auf dem Foto schon gesehen, dass Bine die kräftigsten Vorderläufe von allen hat *zweifel*

Alleine wenn ich daran denke, wir hätten unsere Lütte im Winter bekommen. Oh Maria. Wir würden heute knietief im Hundepipi waten. Davor haben uns nur die heißen Sommermonate gerettet, die wir sozusagen im Garten gelebt haben  !

Ich weiß wie mir kurz vor Bines Einzug das Herz in die Hose gerutscht ist. Geht alles gut mit den beiden Großen und Mimi ? Vernachlässige ich auch keinen von den  Anderen (auch wenn es hier nicht um Mimi geht, SIE lebt, atmet, frisst und kackt, also alles okay) ? Tötet Lena den Welpen gleich oder erst später ? Wie verkraftet es Banja nicht mehr der Nabel der Welt zu sein ? Werde ich einem Hollandse Herder gerecht ? Wie verläuft die erste Aufzucht meines Welpen mit Rohfütterung ? Wird Bine 12x am Tag unsere wackelige Oma umspringen ? Dann die Angst meiner Schwiegermutter vor Schäferhunden; wird sie merken dass Bine ein Schäferhund ist *brüll* ?


Nee, nee Roswitha, dat wird kein Schäferhund....

Und als wir den kleinen Humpelfuß im Auto hatten (erinnert Euch, wir bekamen sie mit einer Kralle weniger ausgeliefert *lach*), da hätte wir sie schon nicht mehr hergegeben. Unser süßes Flugohr.

Ich bin einfach völlig ungeeignet, die vergangenen Monate sachlich abzuwägen und in Positives und Negatives zu unterteilen. Ich bin nämlich verliebt J !

Wir hatten so viel Spaß und haben gelacht, wir haben so viel gestaunt, wir waren stolz und gerührt, wir waren fassungslos und gespannt, aber vor allem sind wir total eingenommen von unseren Hunden. Das wiegt alles wieder auf, jede Mühe und Anstrengung ist es wert. Sie sind einfach vollwertige Mitglieder unserer Familie und ohne jeden Einzelnen kann ich mir mein Leben nicht vorstellen. Ach was, ich mag es mir nicht vorstellen.


Der Platz reicht nicht aus um zu beschreiben, was Jörg aus dem Foto alles heraus gelesen hat !

Manchmal kommt jemand daher und sagt: „Na ist doch okay, der eine hat das Hobby der andere das“. Das hieße für mich im Umkehrschluss, mein Lebensgefährte ist mein Hobby, meine Eltern sind mein Hobby, meine Freunde sind mein Hobby. Ich halte meine Hunde nicht als Hobby, sondern sie sind für mich Lebensqualität und mein ganz persönlicher Luxus in Zeiten von Stress, Hektik und einem Leben voller Technik und Maschinen.

Bine hat sich von einem kleinen Hundebaby in einen selbstbewussten Junghund gewandelt, der darauf vertraut, dass wir sie schützen, ernähren, sie bewahren und vor allem hat sie ihren Platz innerhalb unserer Familie gefunden und ist damit zufrieden.

Beim Durchblättern meines Geschreibsels der letzten Wochen, habe ich jetzt schon „ach stimmt ja, so war das“ Gefühle. Einige Dinge sind fast ausgestorben. Zum Beispiel das abendliche Nuckeln an einem meiner Finger. Schaaaaadddeee. Dafür sind neue Dinge hinzugekommen: Vorgestern Abend hat sie an Jörgs Socke gelutscht und wohl auch ein bisschen gekaut, na jedenfalls hat sie Staatseigentum beschädigt, die BGS Socke hat ein fettes Loch :) !


Das Warten hat ein Ende, Bine am 1. Tag bei uns Zuhause

Gestern Abend war dann mein Fuß dran, nur dass ich keine Socke anhatte. Nee, keine Sorge, mein Fuß hat kein Loch, aber ich verstehe einfach nicht was manche Leute am Zehenlecken finden, ich find es eher lästig J !

Bine hat gelernt, alles was bei uns am Hof vorbeizieht, ziehen zu lassen. Sie ist also der 3. Hund der nun ohne Zaun auf dem Hof bleibt und wehe es sagt jetzt noch einer Zufall J ! Das ist Erziehung pur.....J JJ J

Heute Morgen, meine Gesichtsrestaurationsarbeiten waren abgeschlossen und ich war fertig um zur Arbeit zu gehen, ist sie das erste Mal zu Lena und Banja aufs Bett gesprungen und hat sich eingerollt um zu schlafen. JUCHU ! Sie ist mir nicht zur Tür gefolgt, hat aber noch sehnsüchtig geguckt. Ist doch normal, ich wäre ja selber am liebsten da geblieben und habe sehnsüchtig zurück geguckt.

Bine ist eine begnadete Autofahrerin. Zu jeder Zeit und bei jedem parkenden Auto ist sie bereit einzusteigen und eine Reise anzutreten. Ideal in unserer Familie, weil Jörg und ich ständig die Hunde kutschieren. Nach dem Aussteigen gibt es dann eben eine neue, coole Gegend oder altbekannte Mäusewiesen, ohne dass man vorher einen Schritt gehen musste. Supi.

Fremden Hunden gegenüber ist Bine sehr aufgeschlossen und kein bisschen ängstlich. Allerdings auch nicht verspielt und unterwürfig, dass ist für ihr Alter schon sehr verwunderlich. So richtig gekrümmt mit Lefzenlecken und wedeln wie verrückt, begrüßt sie nur erwachsene Hunde die sie sehr gut kennt. Alle anderen Artgenossen erwartet sie stehend und wenn die nicht kommen, geht sie halt hin. Die Rute steht dabei ab wie eine Pfeilspitze.

Fremden Menschen gegenüber ist Bine sehr reserviert und misstrauisch. Es geht ganz gut, wenn die Leute ebenfalls Hunde haben. Dann ist Bine eher abgelenkt, beguckt sich aber früher oder später auch das Herrchen/Frauchen. Personen, die sie einfach so angrabschen wollen, sind ihr suspekt. Wenn jedoch jemand Geduld und Desinteresse mitbringt, kommt sie früher oder später um „hallo“ zu sagen. Familienmitglieder, Freunde und Bekannte die sie gut kennt, werden überschwänglich begrüßt und sie flitzt mit Vorliebe (wie viele Hunde die ich kenne) durch die Beine und wieder zurück. Also Röcke sind da eher hinderlich.....*winkansteffi* 


Das Karlchen in seiner Kiste, ich liebe diese Bild :)

Bine hat gelernt, dass wir sie nicht verhungern lassen und keiner der anderen Hunde oder die Katze, ihr etwas weg nehmen. Eine so wichtige Lektion Leute, dass ich euch nur raten kann, in diesem Punkt nicht herum zu experimentieren. Was Bine von uns zu fressen bekommt, darf sie auch behalten (das gilt eigentlich hauptsächlich für Knochen, die sie nicht so schnell auffressen kann). Während sie gefüttert wird, störe ich sie nicht, bewege mich aber durchaus in der Küche.

Streicheln während des Fressens ist völlig okay und so hat sie ,wie alle anderen Vierbeiner auch, uns gerne in ihrer Nähe wenn es etwas Gutes gibt.

Das tierische Gejaule bei der Futterzubereitung der ersten Wochen ist ein für alle mal ausgemerzt. Überhaupt ist Bine in ihren Lautäußerungen sparsam. Klar, wenn Lena und Banja anschlagen, macht sie mit. Wenn sie etwas suspekt findet, dass brummt sie auch schon mal.

Allerdings schnarcht sie hin und wieder wie ein Beserker. Aber Jaulen, Piepen oder nervtötendes Japsen kommt so gut wie nicht vor. Ich höre es nur hin und wieder wenn ich mit dem Auto vorfahre und Bine steht erwartungsvoll hinter der Haustür.

„Sitz, Platz, Komm“, klappen hervorragend. Am „Bleib“ und „Warte“, „Fuß“ und „Steh“, werden wir weiter arbeiten und jetzt nach und nach mehr Tricks einstudieren. Das gibt ihr weiter die Sicherheit dass der Clicker ein verlässliches Signal ist (jaaa im Lotto gewonnen) und fördert ihre Kreativität, die ich später unbedingt brauche. Das Targeting (also berühren einer Fliegenklatsche oder eines Stabes mit der Nase) ist schon keine Herausforderung mehr.  Letzte Woche haben wir mit einem Stehaufmännchen geübt. Ich hab es ins Wohnzimmer gestellt und mich dezent zurück gezogen (Ziel war es das Männchen mit einer der Vorderpfoten umzustoßen). Bine hat es beschnüffelt und dafür sofort C & B bekommen. Das ganze hat sich dann immer wiederholt und wurde jedes Mal bestärkt. So nach dem 10. berühren blieb der Click aus und Bine hat ein winziges bisschen ihr Verhalten geändert, sich nämlich beim berühren gesetzt. Sofort gab es wieder C & B. Dann hat sie bei einem „sitzenden“ berühren gleichzeitig die Pfote gehoben. Sofort wieder C & B.


Mein Norbärtchen

Danach war es ein Kinderspiel. Sobald eine Pfote hoch ging, gab es eine Bestärkung. Fürs reine schnüffeln gab es nichts mehr. Alles in allem haben wir 3 Minuten geclickert und Bine stößt nun mit der rechten Pfote, sitzend, das Männchen um J !
Die Übung mit dem Wäschekorb haben wir ja hier im Tagebuch ebenfalls beschrieben.

Die Stehaufmännchen-Übung habe ich so aufgebaut, weil ich noch so eine Baby-Keybord mit 3 Tasten habe. Das probiere ich als nächstes und lasse die Bine Musik machen *lach* !

Bine ist eine unglaublich gute Beobachterin. Sie bekommt alles, aber auch alles mit. Sie hört sofort neue Geräusche heraus, egal wie abgelenkt sie gerade ist. Sie beobachtet Tagesabläufe um schnell entsprechend zu reagieren (z.B. Schlüsselbund rappelt = zur Haustür laufen wir gehen aus). Selbst in der Jundhundegruppe im größten Getümmel bemerkt sie wenn ein neuer Mensch dazu kommt oder ein fremder Hund am Zaun steht. Sie sieht jeden Käfer, riecht jeden Fuchshaufen meilenweit und hat für ihr junges Lebensalter eine erstaunliche Kondition.  Wenn sie mit anderen Hunden nicht mehr spielen mag, dann weil sie lieber etwas anderes täte, denn wenn ich ihr Alternativverhalten anbiete, springt sie sofort darauf an.

Mein Fuchskacke-Alarmschrei genügt immer noch um sie von Dingen fern zu halten und sie achtet sehr genau auf Mimik und leise Betonung von Worten. Mit all diesen Dingen versuche ich mich stark zurück zu halten, weil ein „mehr“ bei ihr einfach nicht notwendig ist.

Bine hat bisher weder einen Klaps, noch einen Schubs oder was weiß ich bekommen und reagiert auf wedelnde Hände oder angedeutete Schlagbewegungen völlig emotionslos, gelassen. Wenn ich sie laut oder hektisch rufe, kommt sie genauso unbedarft, schnell und fröhlich wie immer.

Ein tolles, erhebendes Gefühl. Sicher treten noch einige Schwierigkeiten auf, denn die Pubertät beginnt ja gerade erst. Aber ich bin mir sicher, wir meistern auch diese.

In den schlimmsten Zeiten ihrer Blasenschwäche habe ich oft an einen Zimmerkennel (also Käfig) oder Pampers gedacht. Ich bin froh, beides nicht umgesetzt zu haben. Wir haben nun einen Hund, der mit den beiden anderen die größtmöglichen Freiheiten genießt, nämlich freien Auslauf in der Wohnung während unserer Abwesenheit.


Die Kiste ist so schnell geschrumpft ;(

Fetzo, findet es immer noch klasse, getragen zu werden und das wiederum findet besonders Jörg toll. Er nennt sie unseren „Rettungshund“ und spielt mit ihr Abseilen aus dem Hubschrauber. Das bedeute nichts anderes, als Bine auf dem Arm zu nehmen, Propellergeräusche zu imitieren und herum zu rennen. Aber sonst sind wir eine ganz normale Familie *kicher* !

Solche Aktionen schätzt die Bine besonders, wenn wir albern sind „tickt“ sie aus und setzt immer allem die Spitze auf. Ich genieße ihre Junghundetage sehr, denn ich weiß wie schnell das vorbei geht und der Hund ernsthaft seinen Aufgaben nachgeht.

Morgen, teilweise auch nachts kommt die Bine mich im Bett besuchen und freut sich ganz leise, verschlafen und zuckersüß. Dann rollt sie sich auf meiner Bettdecke zusammen, seufzt noch einmal auf und nickt sofort wieder ein.

Mimi-Oma hat überhaupt nichts einzuwenden gegen unseren Norbärt. Manchmal wird sie zwar in die Beine gebissen und dann gibt es eine saftige Ohrschelle, aber Mimi meidet Bine kein bisschen. Sie sucht Plätze auf, an denen der Fetzo liegt um sie ganz genau zu beriechen und beide liegen auch schon mal auf einem Sofa zusammen (natürlich mit der Distanz die eine Omakatze so braucht). Hin und wieder, wenn keiner hinsieht, geben die Beiden sich ein Nasenküsschen....ABER bloß nicht auf den Gedanken kommen sie mögen sich J !

Auch mit Banja ist jetzt jederzeit ein Vollkontakt möglich. Die 2 haben schon mehrfach heiße Gesichtskämpfe ausgefochten, an denen der Schnauzi langsam richtig Spaß bekommt. Bine dagegen hat gelernt, dass Schnauzer sprachgewaltig spielen (also lautes brummen, knurren, zwitschern, piepen, jaulen) und das trotzdem nicht den sofortigen Tod zur Folge hat....


Mein wunderschönes Mädchen !

Tja, was gibt es noch ? Eigentlich ist soweit alles gesagt. Ich freue mich auf viele Dinge die noch folgen wie der 1. Schnee, Weihnachten (ich hab frei juchhu), den ersten gemeinsamen Dänemarkurlaub und und und.....

Ich hoffe, dass ihr uns auch in den nächsten Wochen und Monaten die Treue haltet. Wenn nicht, schreib ich trotzdem weiter J J J !

Liebe Grüße und bis die Tage,

Dagmar
19. Oktober 2003
Gestern durfte Bine endlich wieder zur Welpenstunde. Mein Eindruck täuscht mich jedoch nicht, so nach ca. 30 Minuten hat Bine vom spielen meistens die Nase voll und würde lieber etwas anderes tun. Das geht zwar nicht, weil die anderen Junghunde sie weiter bespielen, 
aber ich bemühe mich, sie dann etwas abzusondern oder auf den Geräten zu üben. Die Gesprächsrunden, die wir abhalten, sind da wirklich eine willkommene Abwechslung.

Heute bei dem wunderschönen Wetter sind wir alle (sogar Jörg) mal in eine ganz andere Gegend gefahren. Zuerst durften die Hunde nach Leibeskräften Mäuse suchen und dann folgte nach ein ganz gemütlicher Spaziergang. Klar, dass wir unheimlich vielen Leuten begegnet sind. Am Anfang (wir sind jedes Mal ein Stück ins Gras ausgewichen und nur Bine war an der Leine) hat sich der Fetzo ganz fürchterlich aufgeregt, wenn uns Spaziergänger passiert haben. Sie kann dann nicht mal Leckerchen nehmen, so gestresst ist sie. Gebellt hat sie auch nicht schlecht. Ich habe dann die Entfernung vergrößert (also mehr Platz zu den Spaziergängern gelassen) und siehe da, Bine war leise, wenn auch immer noch in Alarmbereitschaft. Wir müssen jetzt bald und dosiert dringend unter Leute. Das nehme ich mir mal als nächstes Projekt vor für die kommende Woche.

Sonst war heute fast nix los. Bine lernt jetzt selbstständig Haushaltsaufgaben zu übernehmen. Heute hat sie das Katzenklo geleert. Das war so was von eklig, dass ich mich heute auf keinen Fall von ihr küssen lasse. Da fällt mir ein, ich müsste das vielleicht auch mal dem Jörg sagen *lachendaufdenschenkelklopfend*

Aber ich war natürlich fleißig. Auf vielfachen Wunsch einzelner Damen, habe ich begonnen, die Dogdancingseite mit Inhalten zu füllen. Es sind ziemlich viele Fotos dabei und ich höre schon wieder das Gejammer wegen der Ladezeiten. ABER, wer neugierig ist, der wartet oder bestellt sich zwischenzeitlich DSL :) !

Lena und Bine haben sich richtig gern !

Neuerdings darf man mit auf den Dachboden an den PC !

Wir wünschen Euch eine schöne Woche,
bis die Tage,

Dagmar

17. Oktober 2003

Bine hat heute eine Menge gelernt. Natürlich lernt sie jeden Tag, aber meistens nur Mist...finde ich J ! 

Wie ihr Bruder Beaven kann Bine Tempos tragen für Frauchen.

Anders als Beaven legt mir Bine dann alle hin, damit ich für meinen zarten Zinken,
das richtige aussuchen *seufz*

Heute hat sie Dinge gelernt, die ich sinnvoll finde.

Nachdem ich schon mittags Feierabend hatte, sind wir zuerst zu einem klitzekleinen Spaziergang aufgebrochen. Wir waren ja nachmittags noch mit Kira dem Settermädchen verabredet und da wollte ich Bines Kräfte sparen.  

Der kleine Spaziergang war ganz easy. Ich hab gestern in einem Anfall von Kaufrausch, neues Hundespielzeug gekauft und davon hatte wir etwas dabei. Da gibt es jetzt einen überdimensionalen Ball mit Noppen. Den kriegt selbst Banja nicht kaputt obwohl er ganz weich aufgeblasen ist und sich dadurch gut tragen lässt.

Dann gibt es noch einen ,ebenfalls viel größeren, Tennisball mit Schnur dran. Den Ball kriegt Banja nur ins Maul wenn sie es weit aufreißt, somit kann sie nicht drauf herumkauen und sich die Zähne abnutzen. Bine trägt sowieso alles am liebsten an der Schnur.  

Eine neue Frisbeescheibe musste auch her. Diesmal allerdings keine weiche, die hält bei Banja nur 10 min. sondern eine aus Plastik mit einem langen Pinöppel in der Innenseite, damit die Hunde sie ebenfalls gut tragen können. Tja und zum Schluss für Lena noch ein neues Tau. Das einzige Spielzeug dass sie außer Plüschtieren mag. Sie hasst Spielzeug mit Quietsche drin, aber der Trend geht eher dahin, dass alles Spielzeug quietsch und grunzt.

So kommt natürlich keine Langeweile auf. Ich nehme immer nur ein Spielzeug mit auf den Spaziergang, weil sonst die Hunde zwischendurch was fallen lassen und rein theoretisch müsste die Feldmark gepflastert sein mit unseren Sachen.

Da fällt mir ein ich vermisse noch so ca. 10 Kongs....also wenn ihr die findet, das sind UNSERE J !!!  

Bine ist beim Spielen mit Banja zwischenzeitlich voll cool. Banja hat den Ball im Maul und Bine die Schnur. Sie lässt die Schnur die meiste Zeit ohne Zug ganz lässig durchhängen. Wenn aber Banja auch nur eine Sekunde das Maul öffnet oder den Ball ablegt, zack ist er weg.

Und wenn es erst mal soweit ist, dann hat Banja keine Chance mehr den Ball zurück zu bekommen. Bine trabt vorweg (eine Frechheit an sich, dass sie nicht mal mehr galoppiert) und legt die Ohren nach hinten. So kann sie den Schnauzer (die Rasse müsste eigentlich Schnaufer heißen) hören. Sie ist dabei total ruhig und ganz konzentriert. Kommt Banja zu nahe (und das versucht sie krampfhaft), schlägt Bine ganz lässig einen Haken. Ehrlich keine Chance für den Schnauzi. Banja guckt immer ganz unglücklich zu mir, nur helfen kann ich ihr nicht.

Sobald Banja aufhört Bine die Beute abzujagen, ist der Ball uninteressant und doof. Spätestens dann schlägt Banjas Stunde und sie hat den geliebten Ball wieder. Das alles wiederholt sich immer und immer wieder und Lena kann in der Zeit super nach Mäusen vorstehen.  

Daheim gab es für die Hunde ein Happi (bitte habt noch ein wenig Geduld mit mir, die Ernährungsseite kommt bald, ich möchte sie aber vervollständigen, weil ich Angst habe jemand fängt an ohne alles was ich für wichtig halte zu wissen) und dann gönnten wir uns den Freitagluxus eines Mittagsschläfchen. Außer Banja wollte niemand auf dem Bett liegen (leider). Ausgerechnet Banja....*seufz*. Banja will eigentlich gar nicht ins Bett, sondern AUF dem Frauchen liegen. Also klopfe ich auf die leere Seite von Jörg und sag „ leg Dich doch hier hin“. Macht sie dann auch, natürlich nicht ohne total unglücklich zu gucken, wie eine Vollwaise. Dann mache ich die Augen zu.

Wenn ich sie wieder aufmache, ist mein Schnauzi näher gerückt. Hm, oder ist es eine optische Täuschung ? Augen zu....Augen auf....Schnauzer liegt noch näher, mit geschlossenen Augen zwar, aber doch näher.

Es endet immer gleich. Sie MUSS mit dem Kopf und mindestens einem Vorderbein auf mir liegen um so was wie Seelenfrieden zu empfinden. Jahreszeiten, Temperaturen, alles spielt keine Rolle, Hauptsache NÄHE.  

Wir haben dann nach dem aufstehen noch die Stunde bis zum nächsten Gang im Garten überbrückt und Birnen gegessen. Ich eher weniger, die Hunde wie die Verrückten. Jetzt sind die Birnen so weich und saftig, dass ihnen echt der Saft beim hineinbeißen über das ganze Kinn läuft. Na mir soll’s recht sein, sie machen das schon den ganzen Sommer und vertragen es gut.  

Dann sind wir aufgebrochen und haben uns mit Kira und Birgit getroffen. Das erste mal als sich die Hunde gesehen haben, war Bine ja noch echt klein und die Zusammenkunft viel zu viel für sie.

Dieses Mal sah es schon anders aus. Banja wollte mit und war dabei, Lena hat Zuhause mit Roswitha die Hasen gefüttert.

Die beiden Junghunde haben dann natürlich erst mal angefangen wie wild zu spielen. Das ging fast die Hälfte der Strecke so.

Ich glaube die Rasse Irish Setter wird jetzt mit weißer Hai verfeinert....:)

Bei Bine beginnt dann die Phase, wo sie lieber andere Dinge tun würde (Mäuse suchen, Vögel beobachten, rennen oder buddeln). Ich beobachte das im Moment mit Spannung, weil mir nie so deutlich aufgefallen ist, dass das hauptsächlich Hunde tun, die zu mehreren gehalten werden. Alle Einzelhunde, die wir treffen können so lange sie mit uns zusammen sind gar nicht aufhören zu spielen. Ich habe das Gefühl bei Bine tritt so was wie eine „Hundesättigung“ ein. Also soziale Kontakte sind ausreichend vorhanden und stehen auf der Beliebtheitsskala nicht mehr ganz oben. Für mich ist das echt gut, denn Bine kann auch in solchen Situationen immer wieder zu mir zurück kommen oder auch mal eine kleine Aufgabe erfüllen. Sehr nützlich. Banja waren die Beiden voll egal und letztendlich hat Bine  sich von Kiras netten Aufforderungen auch immer wieder animieren lassen.   

Ich dachte eigentlich, dass sie hinterher total fertig ist, aber nachdem sie auf dem Hof Lena fast panisch gesucht und gefunden hat, musste die Arme ja auch noch mal hinaus und Bine und Banja sind noch einmal mitgefahren.

Das ist nicht schlimm, weil Lena am liebsten gar nicht spazieren gehen würde, sondern Haufen absetzen und nach Hause. So habe ich sie ihr Geschäft erledigen lassen und dann durfte sie noch ein wenig buddeln während Banja und Bine schon wieder wie wild gespielt haben....  

Endlich wieder richtig daheim, gab es dann wieder eine Schüssel voll leckerer Sachen. Danach sind wir hoch und haben eine ganze Weile geschmust. Es erstaunt mich immer wieder, was für ein zärtlicher Hund Bine geworden ist (ich erinnere mich auch ohne die Tagebucheinträge an die Schnappschildkrötenphasen). Während ich mit den Fingernägeln ihren Rücken kratze, fängt sie an mit den Vorderzähnen zu knibbeln. Einfach dort wo sie gerade heranreicht. Heute waren es mal wieder meine Ohren. Aber mit Ohrringen dran. Da muss man sich bei Bine gar keine Gedanken machen, ich vertraue ihr voll. Sie ist so was von sanft, befühlt mit den Zähnen die Ohren und Ohrringe und passt sehr gut auf.

Das macht sich in der Zwischenzeit auch bemerkbar wenn man aus der Hand füttert. Bine gibt sich ganz große Mühe die Leckerchen zu nehmen ohne mit den Zähnen die Haut zu berühren. Heute hat sie mir bei der Autofahrt das Haargummi aus dem Pferdeschwanz gepusselt ohne auch nur ein bisschen zu ziepen. Neulich hat sie beim Rückenschubbeln an meinem Hals geknibbelt, da ist ja nun wirklich die Haut empfindlich, es hat kein bisschen weh getan. Braves Mädchen.  

Jetzt aber noch schnell zu den Dingen die Bine heute gelernt hat. Zum einen muss ich unbedingt mit ihr am „warte“ üben. Ich hab glaube ich, schon geschrieben, dass das Wort für sie in der Zwischenzeit zum Signal für „Frauchen geht weg“ geworden ist. Da wird sie dann leicht panisch und rennt wie ein kopfloses Huhn durch die Gegend.

Ich habe sie Sitz machen lassen und dann habe ich „warte“ gesagt, die Hand ausgestreckt und bin keinen Zentimeter weit gekommen, weil sie sofort aufgestanden ist.

Erst als ich angefangen habe, das Wort nicht mehr zu sagen, konnte ich einen halben Schritt weg machen, clickern und belohnen. Daran werden wir weiter üben.  

Das wichtigste was Bine heute gelernt hat, ist aber, dass es für sie lohnenswert ist, meinen Entscheidungen zu vertrauen. Ich kann ihr natürlich nicht erklären, warum sie nicht an das Katenfutter soll (wo es doch so lecker riecht), sondern ihr nur sagen, dass ICH das nicht mag.

Heute haben wir damit begonnnen, dass Bine hinter mir die Treppe zum Dachboden herauf steigen wollte. Unmut geäußert und Bine ist schleunigst die 2 Stufen die sie schon oben war wieder runter gekrabbelt. Dann ist für Bine etwas total überraschendes passiert:

Ich habe geclickt und sie durfte mit herauf !!!! ??????

Da hättet ihr mal ein total freudig-überraschtes Gesicht sehen können.

Sobald sie die Treppe heraufkommt, muss sie das Katzenfutter passieren. Sie hat hingeschaut, dann mich angeschaut, wieder hingeschaut und ist mir trotz Hunger und Futter vor der Nase gefolgt. Hat neben meinem Stuhl platz genommen und weiter zum Futter geschaut.

Dann gab es eine click und wir sind gemeinsam zum Katzenfutter und Bine durfte Mimis Futterreste aufessen. Wie sie mich angesehen hat, ist wirklich unvergleichlich....... Ich bin eine Gottheit *lach*  

Warum ich das tue und nicht Dinge generell verbiete ? Es gibt Sachen, die manchmal okay sind und manchmal nicht. Ich möchte, im übertragenen Sinne, dass meine Hunde fragen. Zum Beispiel fragt Banja mit Blicken an, ob es okay ist, dass sie die Krähen vom Feld verscheucht. Manchmal sag ich „jawohl“ und manchmal geht es nicht, weil irgendwas dagegen spricht.

Manchmal ist es okay, dass Lena auf dem Sofa liegt, ein anderes Mal ist Besuch da und ich möchte das nicht. Ein fragender Blick und sie bekommen eine Antwort. Es ist also nicht generell verboten. Klar wissen die Hunde nie, ob ja oder nein. Aber die Chancen beim fragen stehen doch immer 50:50. Besser als nix.

Es wird Zeiten geben, in denen Bine so vollgematscht ist, dass sie nicht mit hinauf soll, dann wartet sie eben. Ein anderes Mal, so wie jetzt gerade, spricht nichts dagegen, das sie an meinen Füßen auf einem Kissen schläft.

Es gibt ja trotzdem immer noch Dinge die generell und auf ewig verboten oder besser in meiner Gegenwart nicht erwünscht sind. Dafür gibt es dann als Ausgleich die anderen Kleinigkeiten, die das Leben so schön machen (Katzenfutter, Dachboden, Krähen *g*).

Hoffentlich habt ihr auch ein paar Dinge, die euch das Leben versüßen und die manchmal....wenn man ganz nett fragt, erlaubt sind......! 

Bis die Tage,

Dagmar
16. Oktober 2003

WUNDERbarer Tag !

Also nein, die Bine.....  

Zum Glück funktioniert dieses verhexte Tagebuch auch umgedreht. Also, war der letzte Eintrag eine Katastrophe (ich meine nicht grammatikalisch, daran habt ihr euch sicher gewöhnt, sondern inhaltlich), läuft es am nächsten Tag BESTENS.  

Jau. Alles paletti hier (oh nach dem Satz graut mir das vor morgen). Der Spaziergang mit Bine war super entspannt (vielleicht war ich auch einfach lockerer oder Bine hat sich das doch durchdachte, was das mit der Telefonnummer der Tierkörperbeseitigung soll).  

Dann musste ich noch schnell Sachen packen, für den Vortrag am Abend. Danach dann vor lauter Aufregung noch mal aufs Klo. Kaum saß ich auf der Brille, hörte ich die Bine die Treppe runter gehen.

Aaaaahhhhhhhh, weil das nur eines zu bedeuten hat:

Bine will bei den Schwiegertigern hinmachen. Ansonsten verlässt sie mich nämlich nicht eine Minute freiwillig. Ich habe also aus Leibeskräften „  R O S W I T H A“ gebrüllt und fühlte mich gleich zurück versetzt in Zeiten, wo ich um Hilfe blöken musste, damit mir jemand den Arsch abwischen kommt *kicher* !  

Bine hat das wenig interessiert, weil ich sie nämlich auch die 2. Treppe herunterlaufen hört. Verdammtes Management, wollte ich doch die Etagentür immer geschlossen halten.

Ich hab dann gleich noch ein paar Oktan zugelegt: „R  O  S  W  I  T  H  A“......so heißt meine Schwiegermutter in spe.  

Natürlich hat mich keiner gehört, was mir im übrigen stark zu denken gibt, stellt euch vor, ich falle mal vom Klo oder glitsche in der Dusche aus, da liegt ich doch da oben bis ich gammelig werde.....J !  

Na ja, ich komme vom Thema ab. Ich sah meine Felle davon schwimmen und war resigniert. Hab mich dann auch nicht mehr beeilt. In aller Ruhe, die Wischutensilien zusammen gesucht und bin mit hängenden Schultern (weil ich den Blick auf den Boden richten muss um die Seen zu finden) nach unten gestakt (bin halt ein Ergebnis meiner Erfahrungen und hab schon zu oft in einem See gestanden). Keine Bine weit und breit. Und keine Pfütze. Das kein Haufen da ist, riecht man logischerweise schon 2 Treppen weiter oben, wenn man nämlich nix riecht J !  

Also, keine Bine und keine Pfütze. Was war geschehen ????

Roswitha hat mich dann aufgeklärt. Bine ist die Treppen heruntergekommen, hat AN DIE KÜCHENTÜR GEKLOPFT (ist das nicht ein totales Wunder) und mein Schwiegervater hat aufgemacht. Dann hat er sofort verstanden, dass sie mal für kleine Mädchen muss ( NOCH EIN WUNDER) und ist mit ihr in den Garten gegangen............

Da hat sie brav gestrullert und einen Haufen gemacht. Wenn ich nicht dabei gewesen wäre, ich hätte es nicht geglaubt. Horido, ruf ich doch da aus vor Freude, langsam werden unsere Bemühungen, (die Zentner von Haushaltspapier die wir gekauft haben, die rissigen Finger die ständig in Hundepipi und dann in Seife baden, die gebeugten Rücken, ja das alles) aber vor allem unsere Geduld anscheinend belohnt.

Aber nur anscheinend, heute hat sie nämlich schon 2x unten reingepuschert J J J !!!! Bine ist Weltmeisterin in der variablen Bestärkung.....  

Gestern Abend musste die Bine dann leider daheim warten, während ich ganz nette, neue Hundebesiter/innen kennen gelernt habe. Einige hatten vor Hunde mitzubringen. War dann doch nur einer, aber mir war das zu riskant, dann kann ich mich auf nichts anderes konzentrieren, wenn Bine dabei ist. Meine Schwiegereltern haben gesitttet und plötzlich Besuch von 2 Ehepaaren bekommen.

Lena und Banja haben sich in die Küche verzogen (nicht ganz freiwillig nehme ich an) und Bine (Liebling der Familie) durfte dabei sein.

Bine ist weder bestechlich noch verschenkt sie ihr Herz einfach so oder an jeden daher gelaufenen Besuch. Oh nein. Eine Dame, fand sie wohl nett oder tat so um sich die Gunst der Schwiegertiger zu sichern. Anfangs hat sie sie nur versucht zu locken und dabei angesprochen. Fand unser Norbärt irgendwie mächtig verdächtig.

Dann hat sie sich nach vorne gebeugt (über den Hund wie dumm) und ihr in die Augen gesehen (gestarrt, noch dümmer)...

Tja und dann hat Bine (man hat es mir nur erzählt, aber ich weiß genau wie es ausgesehen hat, kenne schließlich meinen Hund) die Nase gekräuselt, der Dame einen Blick auf die wunderschönen neuen 2. Zähnchen gegönnt und die Norbärtbrumme angeworfen.....  

Selbige Dame fand den Hund schlagartig nicht mehr süß, die anwesenden Männer waren plötzlich umso mehr interessiert und die Damen schockiert.

Als ich heimkam und das hört, wollte ich natürlich sofort wissen, wie meine Schwiegereltern reagiert haben.

„Na was denn“, war die schlichte Aussage von Heinrich „man starrt doch einen fremden Hund nicht an“.

NOCH EIN WUNDER. Sollte mein jahrelanges, beiläufiges Kaffeegefasel über Hunde doch gefruchtet haben und einige Fetzen sind hängen geblieben ???? Es scheint so. Was ist schon ein 6er im Lotto ? Mehr als das will ich gar nicht.  

Für alle die nun wieder fassungslos vor dem PC sitzen und glauben dass ich es gut heiße, wenn meine 5 monatige Hündin Besuch bedroht, sei es noch einmal auseinander gebröselt.

Ein erwachsener Hund bzw. ein Hund der erwachsen wird ebenso, muss sich von fremden Mensche gar nichts, aber auch rein gar nichts gefallen lassen. Viele vergessen das, werden gebissen und der Hund ist schuld. Bine hat kein bisschen falsch reagiert. Der Besuch kam, wurde abgeschnüffelt alle gemeinsam sind ins Wohnzimmer gegangen. Dort hat Bine zwar die fremden Menschen im Auge behalten, aber friedlich dabei gesessen und niemandem etwas getan.

Erst als die Dame, sie aus hundlicher Sicht, fixiert hat und sich zusätzlich noch über sie beugte hat die Bine bescheid gegeben und mit ihren beschränkten Mittel gesagt: „ das mag ich NICHT“.  

Finde ich toll. Die Reaktion meiner Schwiegereltern übrigens genauso. Was wäre passiert, wenn sie gestraft hätten ? Bine hätte vielleicht verknüpft „Besuch tut weh“. Was wäre dann beim nächste Besuch passiert ? Außerdem sind mir Hunde die knurren, die liebsten. Warum versucht immer alle Welt dem Hund abzugewöhnen dass er knurrt ? Welche Möglichkeit haben sie sonst zu sagen „ ich mag das nicht“ ? Warum sollen sie kein Recht haben, etwas nicht zu mögen ? Und letztendlich kann man reagieren, wenn ein Hund knurrt und die Bedrohung (die man schließlich selber verursacht hat) einstellen. Treibe ich einem Hund das knurren aus (was manche Idioten leider sogar schaffen), nehme ich ihm nicht nur einen Teil seiner Sprache sondern ich ziehe mir einen Zeitgenossen heran, der ohne Vorwarnung beißt.

Für mich Gründe genug, den Verlauf des Abends ohne mich gut zu heißen.  

Heute war mein Vater wieder der Hütejunge. Meine Schwiegermutter musste über den Vormittag arbeiten und damit die 3 nicht alleine sind, wurde er angeheuert.

Mittags habe ich ihn dann gesprochen um zu hören, wie alle so mit einander klar kommen.

Fakt ist, ich sollte meinen Vater als Co-Trainer engagieren. Er macht alles, aber auch alles falsch was man nur falsch machen kann und fährt total gut damit.

Er spricht sehr laut, meist schreit er (meint es aber freundlich), ist groß und dick und spricht mit tiefer Stimme. Er fuchtelt mit den Armen, rennt der Bine hinterher solange seine Puste reicht und grabscht auch einfach mal so nach ihr. Er hat immer Leckerchen in der Tasche und füttert ohne Sinn und Verstand. Er nennt dauernd ihren Namen, sagt „platz“ mein „sitz“ und lacht wenn sie stattdessen „kommt“. Er rauft, tätschelt, zerrt und zieht.

Kurz gesagt: Bine fährt total auf ihn ab.  

Das erste Mal war er um 9 Uhr hier ( 10 Uhr war ausgemacht, aber er hat es wohl nicht mehr ausgehalten *g*). Und dann noch mal mittags. Da war meine Schwiegermutter schon von der Arbeit zurück. Mein Vater ist mit den Hunden ausgefahren und hat sie dann wieder gebracht. Anschließend hat er sich noch angesehen wie die Hunde fressen  (und zwar stillschweigend. wie Bine Lenas Napf mitleert).

Dann wollte Roswitha die Hunde mit rein nehmen. Banja und Lena kein Problem. Bine saß schon wieder im Wagen und schaute raus. Als sie merkte, sie soll rein, hat sie eine wilde Hatz um das Auto veranstaltet und in meinem Paps einen eifrigen Jäger gefunden J !

Sage und schreibe 20 Minuten ist er ihr wie irre hinterher gelaufen. Dann konnte er nicht mehr und Bine hatte keine Lust mehr und ist rein gewackelt. Unglaublich.

Heute Mittag hab ich ihn dann zum ersten Mal gewarnt und gesagt, dass Bine momentan etwas hektisch auf fremde Spaziergänger oder Autos reagiert und anfängt hinterher zu rennen. 
Am liebsten wäre mir, er würde sie rechtzeitig abrufen, belohnen und anschnallen, wenn irgendetwas von vorne oder hinten kommt, meine ich zu ihm.
 

Er guckt mich völlig verständnislos an und meint, dass sie dauernd Leute treffen und die Bine wäre nie angeleint. „WAS“, staune ich, „wie machst Du das oder besser was macht die Bine denn“? Nichts, die verblüffende Antwort. Sie bleibt halt einfach da bei ihm, wenn er sagt: „Bine jetzt bleib halt mal da, da kommt wer“.  

Was meint ihr, wer von den beiden verarscht mich ? J  

Ich für meinen Teil werde mir den Satz: „jetzt bleib halt mal da, da kommt wer“, einprägen. Alle meine Hunde-Kunden Probleme scheinen gelöst und mein Vater wird ab sofort meine Gruppen übernehmen. Ja, auch die Dogdancing-Gruppe *totlach* ! 

Lachend, ins Bett kugelnde Grüße
und nun doch wieder „bis die Tage“ sagend,

Dagmar

14. Oktober 2003

Dieser Hund macht mich FERTIG !!!  

Dabei bin ich erst seit 3 Stunden daheim.......

Zuhause angekommen, freue ich mich über meine 3 Engel für Charly. Ich habe dann in Windeseile einen Kaffee getrunken und obwohl mir alle versichert haben, dass die Hunde bis eben im Garten waren, bin ich zu einem Spaziergang aufgebrochen.  

Heute kam irgendwie mal wieder nur tiefste Feldflur in Frage, weil ich ziemlich ausgepowert bin vom Wochenende und keinen Frust schieben wollte. Würstchen hatte ich auch dabei, also alles paletti.

Zuerst kam ein Auto. Ich hab es zum Glück gleich gesehen, die Hunde ran gepfiffen und Bine angeleint. Den Versuch den Satan abzuleinen, wenn das Auto noch als Punkt am Horizont ist, kann ich getrost vergessen..........

Wie ein geölter Blitz hinterher, abgerufen, gekommen und belohnt worden.  

Aber dann, kam eine einzelne Frau. Mitten in der Feldmark. Gibt es etwas verdächtigeres ???
Für Hunde wohl kaum. Die Hunde wurden erneut angeleint und ich hab versucht sie mit Würstchen abzulenken. Na gut, dann Käse. Auch nicht. Letzter Versuch „Frolic unterwegs“.

Keine Chance. Dann bin ich an den Randstreifen getreten und habe Banja und Lena absitzen lassen. Bine hatte sich zwischendurch mit „Alarmbellern“ hochgepuscht. In solchen Momenten muss man nur aufpassen, dass sie sich nicht rückwärts aus dem Geschirr windet (passiert übrigens genauso beim Halsband, für alle Geschirrfeinde), sonst hab ich bald das Ordnungsamt am Hals. Sie sieht nämlich nicht aus wie ein halbjähriger Hund. Also mit Bines Leine flexibel nachgegeben, während ich Lena und Banja weiter im „sitz“ gelassen habe und versuchte der Frau „fröhlich-unbekümmert“ (macht einen besseren Eindruck) „guten Tag“ zu sagen. Aaaahhh. Bine blieb dann so lang an der Leine bis die Frau sich in Luft aufgelöst hatte, so schlau bin ich zwischenzeitlich schon.  

Wir sind dann auf einen Wiesenweg eingebogen, ich habe Bine abgeleint und sie hat sofort begonnen Vögel zu jagen. Was für ein prächtiger Tag......

Der Rückzugspfiff beeindruckt Bine nicht mehr sonderlich, weil sie zum einen gemerkt hat, dass sie selber uns sauschnell wieder einholt, zum anderen kann sie uns in der Feldmark ja auch weit sehen, da kein Baum und Strauch vorhanden ist. Also noch mal „aaaahhhhhhhh“.  

Spätestens am Donnerstag, habe ich eine neue Hundepfeife (weil man die so schön weit hört, mein Mund war heute vor lauter Adrenalin ganz trocken und so kann man nicht pfeifen *g*) und auf die, wird Bine mit dem weltbesten Leckerchen konditioniert. Mimis Katzenfutter.  

Allerdings wird die Pfeife weiterhin die Geheimwaffe bleiben und somit höchstens 1x in der Woche zum Einsatz kommen. Wenn Bine dann nicht umgehend und rasend schnell da ist, gibt’s nichts, oder besser, alles für Banja.

Dir werde ich es zeigen, mein Fräuleinchen.....*mitdemzeigefingerfuchtelndwiemeinemutter*  

Wieder Zuhause freute sich dann Jörg über das Heimkommen seines „Holländers“, eine ganz herzerweichende Begrüßung, während ich grummelnd die Leinen wegbrachte. Allerdings mag er sie dann doch nicht so sehr, dass er sie beim Hasen misten dabei haben wollte.  

Ich wollte noch meinen Vortrag für morgen vorbereiten und bin mit Banja und Bine hoch. Lena darf mitmisten und stirbt vor Kummer wenn sie nicht dabei sein kann.

Oben habe ich zuerst noch ein wenig gelesen und Bine geschlafen. Dann wollte ich hier hoch (auf den Dachboden) um den PC anzuschalten. Kaum oben hörte ich es unten verräterisch rascheln. Aaaaagggggghhhh, die Chipstüte. Also wieder runtergedonnert und Bine sozusagen auf frischer Tat ertappt, denn sie hat den Kopf nicht mehr aus der Tüte bekommen......

Gehört hat sie mich aber wohl, denn sie wollte schnell die Beute in Sicherheit bringen und ist dann blindlings mit der Tüte auf dem Kopf gegen das Sofa, den Tisch, den Schrank und die Stühle gescheppert.

Als ich sie endlich vor dem sicheren Erstickungstod gerettet habe, tauchte sie mit total fettigem Gesicht wieder auf und hat sich voll gefreut mich zu sehen. Was will man dazu sagen ????? Was ?????????????

Übrigens lag die Chipstüte oben auf dem Schrank. Ich will gar nicht wissen, wie sie runtergekommen ist.... 

Ich bin dann wieder hoch und Bine sofort hinterher. Das hab ich allerdings erst gemerkt, als ich saß und dachte, was schmatzt denn die Mimi heute so komisch am Futter rum. War natürlich Bine.

Versucht, die Mistkröte wieder einzufangen. Keine Chance, weil Madam, als Alleskönnerin, natürlich auch alleine runter gehen kann. Ja, ja, ja, ja, ich weiß es selber, dass das nicht gut ist und sie das nicht soll. Also, keine Kommentare.  

Als wir alle wieder eine Etage tiefer standen, lief Bine dann zur Etagentür die O F F E N war. Ich hinterher. Sie die 1. Treppe runter, ich hinterher. Auf der 2. Treppe hat sie angefangen zu pinkeln. Die gesamte Treppe hinunter und unten vor der Haustür dann alles laufen lassen was noch drin war (eine ziemliche Menge). Im selben Moment kam Jörgs total kurzsichtige Oma aus ihrer Stube und ist fröhlich im Pipi umhergewatet. Als sie dann noch gesagt hat „guck mal, meine neuen Hausschuh“ war ich mal wieder Klapsmühlenreif........  

Also Holländer in den Garten, Oma zur Bewegungslosigkeit verdammt und wieder 2. Treppen nach oben, Wischmopp holen. Derweil haben sowohl Schwiegertiger als auch –vater, von der Oma gehört, dass Bine da wohl irgendwo hingestrullert hat.

Ich sage nur, MEINE NERVEN. Mit der ganzen Familie (alle anderen guckten zu) die Schmach beseitigt (Flur samt Oma abgemoppt). Bine aus dem Garten geholt und wieder hoch.

Auf den Boden an den PC, Etagentür zu. Dann klingelt das Telefon. Ein Kunde. Im selben Moment beginnt Bine mit BANJA und LENA ein fröhliches Spiel. Schnauzer können nur fröhlich spielen, wenn die Stimmbänder auf mindestens 99 Dezibel hochgefahren werden. Lena macht Stimmen mit offenem Mund und Bines Spiel-Quietsch-Stimme kann man nicht beschreiben, die muss man hören.  

Ich hab nicht mal verstanden, was ICH gesagt habe, geschweige denn, was der Mann am anderen Ende wollte. Macht sich unheimlich gut als Trainer. Wirklich total vertrauenserweckend. Also Zimmer gewechselt und Tür zu. Wirklich nur 2 Minuten gesprochen. Dann zufällig gesehen, dass Bine WIEDER vor der Etagentür steht. HimmelarschundZwirn.

Also wieder die Treppen runtergeheizt, ich ihr diesmal dicht auf den Fersen. In den Garten gerannt. Stimmliche Animation meinerseits, jetzt endlich gottverdammich, den verfluchten Haufen zu kacken, bevor ich ihn persönlich aus dem kleinen Hundearsch hole ...*mitblutunterlaufendenaugenaufdenpcstarrend*  

Erfolg ? Null. Bine macht brav „sitz“ an meiner linken Seite und betrachtet versonnen den herbstlichen Garten. Pah, da hab ich den längeren Atem, Arme verschränkt und ebenfalls in die Luft geguckt. War nach 5 Minuten ohne Jacke und Sonne ganz schön kalt. Ziemlich kalt, also mir, Bine nicht.

Nach 10 Minuten hab ich fröstelnd aufgegeben und das Gartentor zum Hof geöffnet, worauf Bine sofort und zielstrebig wie immer vor Heinrichs Garage gekackt hat.

Schaufel aus dem Hasenstall geholt, Jörgs unerträglich fröhliches „Hallo da seid ihr ja“ ignoriert, den Haufen entfernt und stillschweigend nach oben gegangen.  

Telefon-CD angeschmissen und die Nummern der Züchter, des Tierheimes und der Tierköperbeseitigung auf einen großen Zettel geschrieben und den Hunden gezeigt ! JETZT GEHT ES MIR BESSER...... 

In diesem Sinne.....REIZT mich heute bloss net......... 

Kein bisschen bis die Tage, 

Dagmar
12. Oktober 2003

Voila. Da sind wir wieder ! 

Meine Kamera und ich, das ist so eine endlose Geschichte. Wenn doch nur endlich jemand von Euch auf die Idee käme, mich mit ein paar Euros positiv zu bestärken, dafür dass ich Fotos mache, dann würde ich sie auch nicht immer vergessen L ! 

Dabei hätte ich heute wieder jede Menge Bilder schießen können. 

Der Tag hat damit begonnen, dass ich eine Feststellung treffen musste:
Bine ist Etagensauber. D.h. sie pinkelt jetzt nur noch in der Etage meiner Schwiegereltern.

Eigentlich ein Grund zur Freude (hihi, bin ich fies), ABER (ich sag’s ja nach jedem „eigentlich“ kommt ein „aber“), statt nun oben zu wischen, schlepp ich den ganze Krempel runter und wische da. Hm, ich denke das werden wir durch Management lösen, die Etagentür bei uns bleibt nun zu.

Leider bleiben meine Wisch- und Waschaktionen auch meistens nicht unbemerkt. Während meine Schwiegermutter es mit Gelassenheit und ein wenig Humor nimmt, ist mein Schwiegervater (wie viele Männer, jawohl) allergisch was Hundepipi und -haufen angeht.
Wenn ich daneben stehe, traut er sich aber nicht mal „Menschenskind“ zu meckern. :)
 

Wenn ich will, hab ich eine natürliche Autorität *gggggg* !!!!!  

Den Vormittag haben wir mit Spaziergängen und trödeln verbracht, muss ja auch mal sein. Nach der Mittagsrunde habe ich dann geduscht, weil ich um 15 Uhr noch ein Einzelgespräch hatte. Während Banja und Lena bei meinem duschen mitten am Tag genau wissen, was unweigerlich folgt, nämlich das Frauchen geht weg, hat Bine ahnungslos gepennt.

Mein Schwiegervater ist dann mit allen Dreien in den Garten. Ich hab gesagt, er braucht die Hunde NICHT auszuführen, ich bin in 2 Stunden wieder da.

War ich auch, aber mit Bine ist er trotzdem spazieren gegangen. Wie das geht, mag ich mir nicht vorstellen. Leinenführig ist sie nämlich noch nicht und so vertraut sind die Beiden auch noch nicht, da meistens meine Eltern, Andrea oder Schwiegermutter und Bine miteinander ausgehen.

Also wirkt meine natürliche Autorität nur, wenn ich körperlich anwesend bin *schwierigesding*.  

Na ja, Bine war putzmunter als ich heimkam und ich hab dann alle 3 Hunde ins Auto verfrachtet und wir sind noch eine kurze Strecke marschiert bevor wir nach Willershausen aufgebrochen sind.

Dort war es dann wie erwartet. Wenn Lena dabei ist, kann der Bine nix passieren J !

Giselas Leni ist ja selber noch nicht ganz erwachsen und möchte mit der Bine spielen, wie mit Ihresgleichen. Bine hält zwar immer besser mit, aber manchmal ist es schon ganz schön heftig. Lena hat sich heute wieder aus hundlicher Sicht absolut korrekt verhalten. Ich glaub die arme Gisela hat mehr gelitten, als Leni selber.

Wenn das Spiel zu heftig wurde zwischen Leni und Bine (spielen selber war okay, da stand Schulmeister Lena daneben und hat zugesehen), ist sie dazu marschiert und hat sich mal kurz aufgebaut. Leni hat schon beim letzten Mal  gelernt, dass hingelegen absolut beschwichtigend auf Lena wirkt. So war es auch heute. Das Problem war nur, dass dann sowohl Bine als auch Banja gedacht haben, sie können der armen Leni nun mal zeigen wo der Hammer hängt. Wenn sie doch sowieso schon mal liegt......  

Alles in allem, gebe ich Petra recht und finde, das Ganze muss unbedingt mal auf Videofilm gebannt werden. Weil es so leise und subtil abgeht. Wie beim clickern auch, hat Leni (meiner Meinung nach), bisher noch nicht verstanden, dass Lenas Einschreiten mit Bine zusammen hängt, denn sonst würde sie als Schadensvermeidung, einfach Bine ignorieren Darum braucht es einige Wiederholungen.  

Das alles spielt sich folgendermaßen ab:

Leni spielt mit Bine. Das Spiel eskaliert oder Bine quietscht. Lena macht sich auf den Weg zu den Beiden, die Rute berührt fast die Ohren so hoch wird sie getragen.

Bemerkt Leni, dass Lena im Anmarsch ist, beschwichtigt sie und legt sich ruhig nieder. Lena zieht dann wieder von dannen. Leni spielt weiter.

Ist aber Leni so ins Spiel vertieft, dass sie Lena nicht kommen sieht, muss ein Geschütz schwerer aufgefahren werden. Der ganze Hund wird größer, stellt sich frontal vor Lenis Körper, legt zeitweise den Kopf über Lenis Rücken und schaut ihr auch von der Seite ins Gesicht. Hilft das immer noch nicht (wobei man der gerechtigkeitshalber sagen muss, dass es nur soweit kommt weil Bine vorne durch Lenas Verstärkung weiter kämpft), dann wird auch schon mal in Lenis Kragen gegriffen, einmal gebellt und so ein Hinlegen erzwungen. Nachdem Leni liegt (und zwar nicht auf dem Rücken sondern ganz normal auf dem Bauch), wird sie sofort wieder frei gegeben und kann aufstehen.  

Giselachen *aufdieschulterklopf*, auch wenn Du ein bisschen bis sehr beunruhigt warst, bin ich stolz auf meinen Hund, das macht er nämlich richtig toll. Es gibt wenig bis keine Hunde, die so einen natürlichen Respekt auf Leni ausüben ohne dass eine Prügelei zu befürchten ist.
Also, wann können wir filmen *lach* ?
 

Auf Banja, die Kröte, muss man in diesem Momenten ein Auge haben. Sie nutzt schamlos den Posten der ewigen 2. im Rudel um nur mal so an Leni den Frust abzureagieren. Allerdings wird das von menschlicher Seite sofort unterbunden. Wenn Leni hingegen die Bine am Wickel hat, muss man auch da aufpassen und darauf achten, dass Bine nicht auch noch den Banjafrust abbekommt.  

Alles in allem ist es total spannend, besonders ohne menschliches Eingreifen, weil ich auch so genau weiß, dass nichts passiert. Lena ist nicht dumm genug um ihre eigene körperliche Unversehrtheit in Gefahr zu bringen.  

Und Bine ? Na die hat dann totales Oberwasser. Ich wette am liebsten würde sie die Lena mit zur Junghundegruppe nehmen.....

Irgendwie sollte man ab einem gewissen Hundealter, die Gruppen mehr nach Alter mischen. Also nicht nur reine Junghundegruppen sondern alle Altersklassen und vor allem natürlich alle Geschlechter. Die Dogdancinggruppe ist so eine wild zusammen gemischte Gruppe. Da sieht man auch häufiger, dass die älteren Hündinnen, eher schlichtend eingreifen. Immer ohne Streit zu provozieren. Allerdings sind sie körperlich zu klein um tatsächlich etwas ausrichten zu können. Dagegen ist die 37 kg Lena ein ernstzunehmender Gegner.  

Genug gefaselt. Alle Hunde leben noch und sind wohlauf J ! Man müsste viel öfter die Gelegenheit haben, stillschweigend Hundegruppen einfach nur zu beobachten *seufz* ! 

Nun denn, das Sofa ruft.  

Beobachtet doch bitte Eure Hunde für mich mit, ja ?  

Bis die Tage,
Dagmar

11. Oktober 2003

Tja, ähem, räusper, also mit den vielen neuen Fotos heute, also, irgendwie, weiß selber nicht wie, tja, hab ich immer die Kamera vergessen :) !

Dafür habe ich eben das aussagekräftigste aller Fotos des heutigen Tages geschossen:

 

Bine ist völlig fertig, K.o.. Ausgepowert. Am Ende. Kaputt ! 

War doch ganz schön heftig, dass heutige Programm. Heute morgen war ich noch am zweifeln ob ich sie wirklich mitnehmen soll zum Unterricht. Aber ihre Begleitung zur Haustür und ihr emsiges Bemühen mich nicht aus den Augen zu lassen, war so herzerweichend, da konnte ich gar nicht anders.

Wie immer auf dem Weg nach Willershausen, hat sie erst ganz lieb im Auto gesessen, doch je näher wir dem Grundstück kommen, desto freudig erregter ist sie dann. 
Ausgestiegen, wetzt sie zuerst zum Tor und will hinein, hinein, hinein. Ein gutes Zeichen oder ?

Allerdings hat sie sich etwas vertan. Hinter dem Zaun wartete ein weißer Schäferhund und selbstverständlich ging Bine davon aus, dass das Leni ist. War aber nicht Leni, sonder Kenzo. Seines Zeichens Rüde und ganz schön groß  ! 

Nachdem Kenzo noch einmal an die Leine musste damit Bine erst mal unbeschadet das Grundstück betreten kann, durfte Astrid in irgendwann abschnallen und er hat erst mal brav den Hasen für Bine gespielt. Rüden sind wirklich meistens ganz zauberhaft zu Junghunden.

Vor jeder Kontaktaufnahme von Kenzo hat Bine dann wie gewohnt ganz laut gequietscht. Reine Schadensvermeidung die wunderbar funktioniert. Eine wichtige Lektion die sie in der 1. Stunde gelernt hat und die ich schon lange wichtig fand ist, dass wenn sie sich zu Frauchen rettet, also zwischen meine Füße, sorgt die Gute dafür, dass einem nichts passiert. Bisher hat Bine immer auf sich selber vertraut, in solchen Situationen Bäume oder Sträucher oder auch schon mal einen Tisch gesucht und da verhaart. Heute hat sie gelernt, dass ich sie durchaus schützen kann und das Spiel unterbreche wenn es ihr zuviel wird.

Schon alleine dafür hat es sich gelohnt. Dann habe ich mit Astrid und Kenzo an den Geräten gearbeitet und da war dann wieder meine Superbine in ihrem Element. Wippe ? Paaah, so was einfaches. Immerzu ist sie auf das Riesending gestrazt und ich hatte meine liebe Mühe, sie noch vor dem Kipppunkt zu erreichen, damit sie nicht mit dem Brett herunter kracht. Abgesägte Baumstämme ? Steg ? Einfach lächerlich. Für Bine ist nichts zu hoch, zu schwierig oder zu gefährlich. Meine kleine Größenwahnsinnige. Vor allem hat man sehr deutlich gemerkt, dass sie auf den Geräten sicher wurde, Kenzo hat ihr dabei gar keine Angst eingejagt, denn sie hatte ja eine „wichtige“ Aufgabe.  Mittlerweile geht das soweit, dass sie die Geräte im Trab nimmt und hinterher aufs Leckerchen wartet. Mensch, dabei wollte ich gar kein Agility machen.....*gg* !  

Die Stunde ging vorbei und nahtlos kamen die Dogdancing-Teams auf den Platz. Es war einfach herrlich und so, als wäre Bine schon immer ein Mitglied dieser Truppe. Mit Loppe, Moritz und Leni hat sie ausgiebig gespielt, mit Benji kann man auch mal rempeln, der ist in Bines Augen ein prima Onkel, auch um sich dahinter zu verstecken. Asta wollte mit dem Jungspund nichts mehr zu tun haben, was Bine letztendlich auch verstand. Es war total unkompliziert und nett. Ich hatte das Gefühl besonders Loppe, die selber erst 1 Jahr alt ist, hatte viel Spaß, endlich einen geeigneten Spielpartner gefunden zu haben. Während die Gruppe tanzte, hatte ich Bine an der Leine und sie wurde fürs brave Warten geclickert. Die Verschnaufpause hat ihr gut getan, obwohl sie es kaum erwarten konnte mit den „erwachsenen Hunden“ zu spielen.

Nach diesen 2 Stunden war sie total kaputt und echt geplättet. Ich musst sie ins Auto heben und noch eher ich vom Hof fuhr, war Bine eingeschlafen. 
Zuhause gab es die üblich herzliche Begrüßung mit Lena und Banja, ein gutes Fresschen und dann ab in die Heia.

Die kleine Erbse hat die nächsten 3 Stunden so laut geschnarcht, dass Lena völlig entnervt ins Wohnzimmer ausgewandert ist :) !

Dann musste ich sie bereits wieder wecken, Leckerchen schneiden, im Garten noch ein Pipi und wieder in Auto zur Junghundegruppe. Und wieder hat sie sich in Willershausen beim aussteigen total gefreut. Auf dem Weg zum Tor wurde sie allerdings ganz klein, verwuselt und wedelte heftig unter sich, weil Leni mit Gisela am Tor stand und Bine wohl nicht ganz sicher war, welcher Schäferhund da nun wartet *g* !  

Dann kam die ganze Bande Junghunde. Schon in der 1. Viertelstunde Freispiel hat man aber deutlich gemerkt, wie fertig Bine noch vom Vormittag war. Ich habe sie oft gesehen, wie sie alleine in den Tunnel ging, durchs Zelt lief oder auf einem Gerät turnte.

Sie kam auch häufiger als normalerweise zu mir um mich aufzufordern, etwas zu üben, oder Schutz zu suchen, wenn es mit den anderen zu arg wurde. 
Wir haben uns dann teilweise etwas abgesondert und hinten im Grundstück ein paar Kleinigkeiten angeclickert. 

Zur Gesprächsrunde, war Bine mustergültig. Saß oder lag vor mir auf der Decke und wurde für das Verhalten bestärkt, bestärkt, bestärkt.
 

Bei der 2. Spielrunde war für mich noch ersichtlicher wie müde die Bine war. Sie hat sich mehrfach ganz doll verteidigt, gegen Spielaufforderungen und ich hab sie noch häufiger in Schutz genommen.

Trotz allem bin ich wahnsinnig stolz darauf, wie lieb die Bine mit den kleinen der Gruppe umgeht, wie hervorragend man sie abrufen kann und wie arbeitswillig sie sich jetzt schon zeigt. Damit hätte ich nicht gerechnet.  

Nach der Junghundegruppe, war dann endgültig Schluss mit lustig, Bine war total erschöpft und lag ganz still auf ihrer Decke. Ich habe sie heute auch wieder die Treppen heraufgetragen, ihr ein kräftiges Abendbrot gemacht und sie hat sich gründlich ausgeschlafen.

In der Zwischenzeit ist sie wieder munter, aber total ausgeglichen. Ich denke heute Nacht wird sie im Traum erst einmal die ganzen Hundekontakte verarbeiten, die glücklicherweise auch alle nett verlaufen sind.  

Ja und morgen ist dann wieder ein neuer Tag ! Morgen fahre ich mit allen 3 Hunden nach Willershausen um mit aufzuräumen für unseren Vortrag am Mittwoch. Die Gisela hat nämlich in der Scheune extra einen neuen Raum gebaut, den wir beheizen können. Super oder ?

Bine wird dann morgen wieder gnadenlos Oberwasser haben, weil ja ihre Pflegemutti Lena dabei ist. Leni muss dann wohl oder übel mit Banja spielen  ! 

Vielleicht kriege ich ja dann ein paar nette Fotos.

Ganz zum Schluss vielleicht noch eines, Bines Ausbildung als Haushaltshilfe schreitet weiter voran. Der Hund apportiert nur noch Schwämme und Abspültücher. Dass sie die Ausbildung soooo ernst nimmt, hätte ich nie gedacht ! Ich werde noch ein paar Monte warten bevor ich ihr sage, dass wir eine Spülmaschine haben.... 

 

Also, spült schön ab und bis die Tage,

Dagmar
10. Oktober 2003

Leider musste ich die Bine am Donnerstag ganz lange allein lassen. Ich habe von 9 Uhr bis 21 Uhr gearbeitet. Nee, nicht was ihr denkt, meine Eltern, die Schwiegereltern und natürlich Quasischwägerin Andrea haben sich vorzüglich gekümmert.

Trotzdem hat die kleine Erbse gelitten, sie ist nun nur mehr bemüht mir überall hin zu folgen. Ich denke mir ständig neue Ablenkungsmanöver aus um das Haus zu verlassen. 

Das leise Warten gehört derweil auch der Vergangenheit an, den nachdem ich das Haus verlassen habe, höre ich meinen Fetzo singen. Das tut sie wenn ich gehe oder Jörg, die anderen Hunde und Menschen sind dann im ersten Moment kein Trost. 

Obwohl man das wohl als Zeichen unserer guten Bindung ansehen kann, tut mir das kleine Karlchen leid. Aber sie hat eine schöne Stimme und ich ärgere mich ein bisschen das die „Popstars“ Staffel schon fast fertig ist. Hätten wir nur noch ein bisschen Zeit gehabt an Bines Dance Performance zu arbeiten und ihr Styling zu verändern, ich wette, ein neuer Popstar wäre gemacht gewesen.  

Nun quäle ich mich seit dem Donnerstag mit einem schlechten Gewissen herum. Heute musste ich den halben Tag arbeiten und nachmittags auch noch einkaufen. Wieder hat die kleine Kröte gejammert, obwohl sie dann brav auf Andrea’s Bett geschlafen hat, während sie am PC gearbeitet hat. 

Aaaaahhh ich hab Besuch, Bine ist die Wendeltreppe hoch gekommen..........................
Das bedeutet Mimis Futter ist nicht mehr sicher ;(( 

Das bestärkt mich aber auch in meinem Entschluss, Bine morgen während der Hundeschule nicht schon wieder warten zu lassen. Ich nehme sie einfach mal mit.
In der ersten Gruppe warten ein paar erwachsene Rüden auf sie. Ich bin gespannt, wie sie die Situation meistert.

Die anschließende Dogdancing Gruppe ist gemischt. Mehr Hündinnen als Rüden, alle Alters- und Größenklassen. Mal sehen was das wird. Aber ich denke sie ist jetzt in dem Alter, in dem eine solche Erfahrung nur zum guten Sozialverhalten beitragen kann. 

So, ich hätte noch mehr zu schreiben gehabt, z.B. wie wir als neuestes Hobby aus Bines Pinkelspuren die Zukunft deuten (pah, aus dem Kaffeesatz lesen kann ja jeder) oder das wir überlegen meinen Fuchskacke-Alarmschrei als Wave-Datei ins Netz zu stellen (wenn wir wüssten wie das geht *g*) und vieles mehr.

Bine Haushaltsausbildung schreitet weiter voran, sie apportiert mit Vorliebe und ausschließlich Schwämme und Abwaschtücher......aber ich bringe die vorwitzige Nase jetzt erst mal wieder runter und da werde ich dann auch bleiben.  

Freut euch morgen auf neue Fotos J ! 

Es grüßt Euch,
Dagmar,
bis die Tage
 

PS: Ich muss dauernd Fuchskacke-Alarmschreien um den Gouda zu überzeugen dass Katzenfutter „iiihhhh“ ist J !!!!

07. Oktober 2003

Heute ist kein besonders guter Tag. Das hat weniger mit Bine zu tun, als dass wir hier einen schmerzlichen Verlust erlitten habe, der für das Tagebuch aber nicht von Bedeutung ist.
Lena und Banja spüren, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist und verhalten sich sehr zurückhaltend und ruhig. Bine ist wie immer, ein Kasper, ein Clown und man kann nicht anders, als sich über den kleinen Schlumpf zu freuen.
 

Ganz ohne Kommando hat Bine heute angefangen die Küche aufzuräumen. Nicht schlecht, oder ?

Mit der Vorhersage 0 x reingepieselt und 0 x reingekackt liegt ihr heute völlig richtig und seid auf der Gewinnerseite.   

Heute war tagsüber Jörg Zuhause. Gegen Mittag hat er unbedarft die Haustür geöffnet um mit den Hunden spazieren zu gehen. Übelerweise war eine fremde Hündin auf unserem Hof. 
Nicht nur ein bisschen sondern richtig auf dem Hof.

Als Lena mit Gebrüll losgestürmt ist, hat dann auch Jörg gemerkt, dass was nicht stimmt, da war es aber schon zu spät und Lena hat ihren üblichen „Drei-Engel-für-Charly-Kamikaze-Sprung“ gemacht.

Ist seit klein auf ihr Erfolgsrezept bei ungebetenem Hundebesuch und bedeutet nichts anderes als: Ich spring Dich über den Haufen.

Mit ordentlich Anlauf und 37 kg Lebendgewicht, erreicht sie immer ihr Ziel ohne auch nur einen Zahn einzusetzen. Das passiert wirklich immer nur auf unserem Grundstück. Sehen wir die Hündin im Dorf, wird sie ignoriert. Sehen wir sie im Feld, wird sie beschnüffelt und angewidert stehen gelassen. Aber auf dem Hof ist das so eine Sache.

Banja stand derweilen lässig auf dem Hof. Warum sich die Pfoten schmutzig machen, wenn es doch dafür eigens eine Chefin gibt ? 
Und der kleine Gouda ?

Na mit wehenden Fahnen hinterher. Sorry, aber sie sieht dabei immer noch aus wie ein Warzenschwein aus der Savanne.

Rute steil in die Höhe, eine Angstbürste von vorne bis hinten (und Borsten hat sie ordentlich auf dem Rücken) und dann ordentlich Gas geben um dem vermeintlichen Gegner Angst einzujagen.

Der Gegner lag aber derweil schon im Schmutz, weil er von der lebenden Dampfwalze Lena übergemangelt wurde. Die erlaubt dann den anderen das langsame Aufstehen und mit eingeklemmter Rute müssen die sich vom Hof schleichen.

Peinlich, peinlich. Für mich.....

Aber wir sehen es mit Humor, zumindest gab es keine Beißerei. Uns besucht nie ein und derselbe Hund. Sind immer neue........*räusper*. Blöd ist nur, wenn Lena dann später merkt, dass man mit dem Hund doch ganz gerne befreundet wäre....die wollen dann nämlich nicht mehr (komisch, gell ?).  

Im Moment macht das trainieren von Bine super viel Spaß. Sie ist jetzt schon ein richtiger Teenager, der nicht dauernd müde oder ängstlich ist und sie kapiert unglaublich schnell. Allerdings fordert sie mich teilweise auch bis an die Grenzen und ich kann jeder Otto-Normal-Verbraucher-Familie nur zu einer anderen Rasse raten. Ich bin total begeistert von ihr, aber ich weiß, dass in der Regel nicht soviel Arbeit und Zeit und vor allem Mühe in einen Hund investiert wird (warum eigentlich nicht ?).

Die Hoffnung auf einen Lottogewinn, der es mir ermöglicht ganztägig daheim zu sein, habe ich aufgegeben. Vor allem wenn man wie ich, nicht spielt, sind die Chancen eher gering. Jetzt habe ich einen neuen Traum: Rentnerin.

Einige Kollegen meinen, mit dem Gesicht und wenn ich mich morgens so humpelnd und zerschlagen über den Flur schleppe, ist es nicht abwegig, dass ich den Antrag durchkriege. 
Also dann: I have a dream
J !!!

Alterslose Grüße und bis die Tage,

Dagmar
06. Oktober 2003

Für alle Spielernaturen, zuerst unser heutiges Wettergebnis:

0 x reingepieselt, dafür 1 x reingekackt.
Der Hund ist unberechenbar  ! 6 Richtige im Lotto zu tippen ist doch wohl ein Witz gegen eine Bine Prognose.
 

Heute ist Jörg wieder Zuhause eingetrudelt. Ich wollte ihm zeigen, wie toll die Bine die Treppe gehen kann, ABER, ohne mich geht die Bine die Treppe nicht. Mist. Ich dachte ich werde mal für 1 ½ Tage entlastet. Pustekuchen. Anscheinend hat sie die Lütte gemerkt, dass man mich nur eine Sekunde aus den Augen lassen muss und schon bin ich weg. Tja, und dann lässt sie mich eben nicht aus den Augen.

Ich fühle mich nur mäßig geschmeichelt, weil diese Anhänglichkeit irgendwie auch auf Banja und Lena abfärbt.

Wir gehen also jetzt standardmäßig zu dritt auf die Toilette, zum duschen, zum kochen, Zigaretten holen, Wäsche waschen, etwas zu trinken holen, ins Bett, wieder raus usw.  

Ehrlich ich hab schon auf der Arbeit Halluzinationen und sehe aus, als hätte ich eine gestörte Motorik, weil ich z.B. beim Aufstehen vom Stuhl, Ausfallschritte mache, obwohl da ausnahmsweise mal KEIN Hund liegt.

Über Einsamkeit kann ich also keineswegs klagen, vielmehr suche ich mal nach einem Platz an dem ich mit mir allein bin. Ich sag bescheid, wenn ich einen gefunden habe.
Selbst der Staubsauger oder Fön, sonst Garant für das fluchtartige Verlassenwerden von Hunden, helfen nicht mehr.
 

Ich kann aber Jörg verstehen, dass er ein bisschen traurig ist deswegen. Bine ist ja nun mal sein Hund und er ist total lieb und nett mit ihr.

Na gut, er ist auch schon mal im Garten und kümmert sich um die Arbeit ohne sich permanent mit den Dreien zu beschäftigen, dass kann ich mir nicht leisten.

Aus einem einfachen Grund, ich will das abends um 22 Uhr spätestens RUHE ist. Außerdem habe ich die Chaotentruppe die ganze Zeit alleine am Hals, irgendwie verbindet das ja doch.  

Heute morgen hat es mir furchtbar leid getan zur Arbeit zu gehen. Die letzten 6 Tage war ja einer von uns beiden daheim. Als der Wecker um 5.15 Uhr geklingelt hat, war nicht nur ich fassungslos. Bine hat die Augen zugekniffen und Lena war scheintot. Banja musste ich ca. 3 Mal rufen um sie aus Schwiegerellis Schlafzimmer zu bekommen. Wir haben uns dann durchs Dorf geschleppt und ich schwöre, außer uns, war niemand im Umkreis wach. Nirgendwo Licht, kein Lebenszeichen. Deprimierend !

Dann schnell nach Hause. Lena und Banja sind sofort wieder in die Betten gekrabbelt und ins Koma gefallen. Bine hat mich, wie erwähnt, nicht aus den Augen gelassen („nee, Du ich weiß, wenn ich weggucke, bist Du verschwunden, also guck ich nicht weg“). Nach meiner Dusche haben die Hunde ihr Frühstück bekommen. Tja, und dann war es soweit ich musste gehen. Bine hat riesige, traurige Augen gemacht und die Stehohren hingen ganz bekümmert zur Zeit herunter. Ach würde ich doch im Lotto gewinnen :( !  

Meine Schwiegermutter ist dann um 8 Uhr nach oben, um die armen Hunde zu befreien. Hm. Außer Banja, wollte niemand befreit werden. Lena lag immer noch in meinem Bett und hat geschnarcht, da kennt man ja nix. Bine hat sich gefreut und ist dann wieder in ihr Nest gekrochen um ein bisschen weiter zu pennen. Erstaunlich, oder ? Fand ich auch.
Die brave Banja ist als Einzige mit runter, für den Fall, dass der Schwiegertiger, das Frühstücksbrot nicht alleine aufessen kann. Was für ein aufopferungswürdiger Hund !!!!
 

Nach 1 Stunde war die Bine dann ausgeschlafen und ist auch runter gekommen. Lena liegt erfahrungsgemäß bis um 12 Uhr in meinem Bett und ist danach erst ansprechbar  !

Mittags kommt dann mein Pepsi um mit den Hunden zu gehen. Bine liebt ihn sehr. Ist halt ein richtiger Opatyp, mit vielen Leckerchen, bei dem die Hunde nichts, aber auch gar nichts machen müssen.

Er kutscht sie mit dem Auto in die Feldmark und dort dürfen sie dann laufen oder buddeln oder was auch immer, während er auf einer Bank sitzt und wartet (ist nicht mehr ganz so gut zu Fuß). Das finden die Viecher total klasse.

Bine mag ihn so, dass sie ihm schon 2x in die Nase gebissen hat bei der Begrüßung. Hat echt geblutet und der brave Paps hat sich totgelacht und erzählt mir am Telefon immer wie klasse der „neue“ Hund ist  !

Danach wieder Zuhause muss sich der arme Mann damit herumschlagen, 12 Pfoten abzuwischen. Bei Lena und Banja kein Problem. Bine hingegen tut, als wenn sie zur Schutzhundeausbildung XXIV trainiert wird. Sie kämpft mit dem bösen Handtuch und Arm was das Zeug hält. Das muss man sich echt mal ankucken, wenn man sonst nichts hat zum lachen :)
Bei dem Gerangel fällt der ganze Schmutz vom Gouda ab, aber auf keinen Fall vom wischen.
 

Tja und den Rest des Nachmittags verbringen die Drei dann damit auf mich zu warten. Okay, sie gehen noch 1 oder 2 x in den Garten, aber das war es auch.

Wenn ich heimkommen, lassen sie mir meist keine Zeit mehr mich umzuziehen. Sie sitzen sofort an meinem Kofferraum mit Märtyrermienen und starren. Ich kann dann nicht anders und fahre erst mal eine Runde.  

Den Rest des Abends versuche ich mir etwas einfallen zu lassen um die fehlende Sonne und den Gartenaufenthalt wett zu machen. Hört sich anstrengend an ? Ist es auch. Ohne wenn und aber und das Matschwetter macht es nicht besser.

Aber eines habe ich durch Lena gelernt. Je mehr Zeit und Arbeit ich jetzt in die Erbse investiere, um so mehr werde ich später durch einen ausgeglichenen, lieben Hund belohnt. Die Betonung liegt auf lieb, nicht auf resigniert. Das vertauschen nämlich manche Hundehalter. Die Hunde die hart abgestraft werden und nur liegen müssen, nicht stören sollen oder einsam aufwachsen resignieren früher oder später und gelten dann als lieb.

Dafür haben wir uns aber keinen der Drei angeschafft. War schließlich unsere Entscheidung und die Hundchen hatten kein Mitspracherecht. Also müssen wir da durch.  

Und mal ganz ehrlich, wenn mich Bine beim Autofahren küsst, sich tot freut wenn ich nach Hause komme, im Bett mit mir kuschelt, auf dem Sofa auf meinen Schoß krabbelt, an meinen Fingern nuckelt, freiwillig in die Fußposition kommt um mit mir zu arbeiten, mich oben am Treppenansatz anlacht, etwas Neues lernt ....dann schmelze ich wie ein Butterflöckchen in der Sonne :) !!!  

In diesem Sinne, sonnige Grüße und
bis die Tage,

Dagmar
05. Oktober 2003

Der Stadtspaziergang scheint der Bine ein völlig neues Selbstbewusstsein gegeben zu haben (nicht dass sie es nötig gehabt hätte). Sie geht unsere Treppe *jauchz*. 
Könnt ihr euch vorstellen was das für mich bedeutet ??? Nein wohl nicht.

Freiheit pur. Ich habe jetzt unbegrenzte Möglichkeiten.
Ich kann praktisch beim runter gehen wieder einen Müllbeutel mitnehmen. Oder die Schmutzwäsche. Oder einfach nur alleine runter gehen (welch Luxus). Traumhaft.

Okay, früh morgens und spät abends, wenn der Norbärt noch total verpooft ist, trage ich sie natürlich. Aber tagsüber kann sie einmal ruhig laufen, finde ich.  

Wenn Jörg nachher anruft, wird er wahrscheinlich in Tränen ausbrechen, wo er die Erbse doch so gerne schleppt. Kann er ja auch, wenn’s ihm Freude macht :)

Heute haben wir morgens einen Spaziergang gemacht, auf dem ich nicht ein einziges Mal geclickert habe. Nicht weil es nichts zu clickern gegeben hätte, sondern einfach mal als Freiraum für die Hunde. Bine kam häufig zurück um sich zu versichern, dass es NICHTS gibt. Hm, komisch.
Aber sie hat recht schnell mit dem Mäuse buddeln begonnen 
! 

Tja, und jetzt weiß ich auch, warum die Holländer von ihren Besitzern praktisch in den Himmel gelobt werden. Pssst.... nicht weiter sagen, sie sind selbstreinigend. Ja doch wirklich, ich hab es doch selber erlebt.
Auf dem Mittagsgang, ist Bine erst mal brav um jede Pfütze herum gelaufen. Mein erster Junghund der Pfützen meidet. Heureika !

Und dann hat sie ein Rübenfeld entdeckt. Für alle Stadtkinder, dass sind Pflanzen, die unter der Erde die Rüben bilden und oberhalb der Erdschicht ganz schön große Blätter. *hihi* 
Und da ist die Bine dann eine viertel Stunde durchfegt. Sie war total und komplett durchnässt. Also klitschnass und sah aus wie ein Fischotter.

Die Sonne hat sie schnell getrocknet und nun ist mein kleiner Schweineigel total duftig, sauber und weich. Prima. 
Ich wette die Hersteller der selbstreinigenden Backöfen haben sich das auch wieder in der Natur abgeschaut, nämlich bei den Hollandse Herdershonden. 

Der Nachmittagsspaziergang war dann wieder etwas ganz besonderes. Meine Freundin Sabine und mein Patenkind Linnea waren zu Besuch samt Terrier Mischling Felix. Wir haben den Spaziergang nachgeholt, den wir schon letzte Woche machen wollten.  

Es gab null Probleme. Der Felix ist ein gestandener Rüde von 9 Jahren und total tolerant was seinen Harem angeht. Bine durfte sogar seinen Stock an der Seite anfassen und das will was heißen (durfte Lena nie). Die beiden sind zusammen gerannt und trotzdem hielt sich Felix Interesse in Grenzen.

Bines Kinderangst ist einer gesunden Neugier auf die kleinen Menschen gewichen. Man muss allerdings ein Auge auf sie haben, wenn die Zwerge anfangen zu rennen. Dafür ist Bine einfach noch selber zu jung und zu kinderunerfahren. Da packt sie der Schalk im Nacken und sie wetzt hinterher.

Zum Glück ist Linnea aber auch hundeerfahren und sofort stehen geblieben, wenn die Bine kam. Mein Fuchskacke-Alarmschrei tut auch hier gute Dienste und nach 2 bis 3 Versuchen, hat die Bine gar nicht mehr versucht mitzurennen, sondern kam zu mir.

Wenn das weiterhin so gut läuft und wir öfter so brave Kinder treffen wie Sabines Linnea oder Steffis Milena, dann wird Bine noch ein richtiger Kinderfan. 
Die Nachbarkinder am Zaun sind nämlich zwischenzeitlich total uninteressant.

Zum Abschluß noch das heutige Wettergebnis : 

1x reingepieselt. Anbei noch ein Beweisfoto dass Holländer wirklich im gehen puschern können. So sieht es nämlich überall aus, wo Bine war  ! 

Viele Grüße und bis die Tage,

Dagmar
04. Oktober 2003

Heute war ein aaaanstregender Tag für uns. Mit uns meine ich Bine und mich.

Zuerst hatte ich ja wieder meine eigenen Gruppen. Meine Hunden müssen dann daheim warten, weil ich mich sonst auf nichts anderes konzentrieren kann (bin halt nur eine Frau *g*).

Um halb zwölf war ich dann wieder daheim und bin sofort mit allen Dreien zu einem mittleren Spaziergang aufgebrochen, also so 20 Minuten.
Wieder daheim gab es ein Happi und dann blieben Bine noch 30 Minuten für einen Verdauungsschlaf, bevor wir zur Junghundegruppe aufgebrochen sind.

Heute stand ein Stadtspaziergang auf dem Programm !

Zuerst haben sich aber fast alle von den Lütten in Willershausen auf dem Platz getroffen um noch mal zu rennen und ein oder zwei Pfützen zu machen. Da haben wir dann auch besprochen, wer Fahrgemeinschaften bildet.

Klar dass Fenja mit zu uns ins Auto kam, oder ?

Während der Fahrt haben die beiden hinten im Auto schon wilde Kämpfe ausgefochten. Manchmal wäre Fenja lieber selber gefahren und versuchte vorne Platz zu nehmen und einen Teil der Strecke haben mir beide jeweils von links und rechts dermaßen ins Ohr gehechelt, dass mir glatt die Brille beschlagen ist J !

In Northeim ausgestiegen haben wir uns zuerst mit den Hunden getroffen, die gleich zum Sammelpunkt gefahren waren. War das ein „Hallo“.

Dann ging es zuerst gemütlich durch eine Parkanlage Richtung Stadt. Es ist schön, dass so viele Leute sich freuen, wenn sie die Hundchen sehen. „Och wie niedlich“, oder „guck mal die sind noch klein“ waren oft zu hören. Allerdings bezieht sich das niedlich immer auf andere Hunde, nie auf Bine. Sie wirkt überhaupt nicht wie ein Junghund und ist fremden Menschen gegenüber sehr reserviert.

Ich als Wasserfetischistin (ich hasse es wenn meine Hunde kein Wasser zur Verfügung haben), bin dann erst mal auf einen Hang gekrochen und habe in einer Plastiktüte (die war für eventuelle Haufen gedacht), Wasser aus einer Quelle aufgefangen. Haben die Hundchen auch brav angenommen. Dann waren wir in der Stadt.

Bine hat auf mich schon einen gestressten Eindruck gemacht. Teilweise war die Reizüberflutung aber auch enorm. Gott sei Dank war aber die Gruppe mit dabei und so konnte sie hin und wieder mal den Balu beißen oder an der Fenja ziehen. Das hat unglaublich viel ausgemacht und ihr die ganze Sache erleichtert. Ich hatte nicht alle Hunde im Auge, aber ich habe außer Bine keinen Hund gesehen, der einen ähnlich gestressten Eindruck gemacht hat.

Das liegt einfach daran, dass die kleine Rübe einfach alles sieht und hört und mitkriegt. Jedes Auto, fremde Menschen, Busse, Radfahrer einfach alles.

Wir waren in einer Gruppe von 11 Leuten unterwegs, wobei sie viele beim aussteigen zum ersten Mal gesehen hat, die waren okay für sie. Trotzdem hat sie am Anfang fremde Menschen im Park angeknurrt die an der Gruppe vorbei gingen. Erstaunlich.

Der nächste Weg führte dann in den Citycenter, so eine Art Mini-Einkaufspassage. Die haben wir ohne Probleme gemeistert. Am Ende stand dann eine Fahrt mit dem Fahrstuhl auf dem Programm. Wie aufregend. Immer 2 Hunde und Menschen sind gemeinsam gefahren. Fenja als gute Seele ist mit eingestiegen und nachdem auch Gisela mitgefahren ist, war Bine dann doch ganz gelassen.

Ausgestiegen sind wir in einem Parkhaus und haben selbiges dann über eine Treppe wieder verlassen. Normale Treppen geht Bine ohne Probleme. Nur die, die zu unserer Wohnung führt fürchtet sie. Na und so schleppe ich eben weiter J !

Nach dem Treppenaufstieg haben wir uns erst mal ein Cafe gesucht wo man draußen sitzen kann. Da ist die Bine dann endgültig locker geworden. Sie hat jeweils mit Fenja, Balu oder Tyson gekabbelt und dann liegend die Stadttauben beobachtet. Wehe wenn ich sie von der Leine gelassen hätte......

Nach einer halbstündigen Pause ging es dann wieder zu den Autos. Das war dann nur noch halb so schlimm. Allerdings machte die Bine auf mich einen ziemlich müden Eindruck, aber wen wundert es.

Eins ist mir jedoch heute beim gesamten Spaziergang seltsam aufgefallen. Ich gehe ja meistens ohne Leine spazieren und übe das Fußgehen auch in der Freifolge. Bine ist heute auch wirklich ganz manierlich an der Leine gegangen, aber manchmal begann sie zu ziehen und wirkte dabei als ob sie sucht. Am Anfang hab ich das natürlich gar nicht kapiert. Dann habe ich sie angesprochen, sie hat sich verblüfft umgesehen und sich total über mich gefreut.
D.h. sie suchte nach mir und hat nicht verknüpft, dass wir über die Leine verbunden sind.

Bei den nächsten Malen war ich vorgewarnt und habe sie gleich angesprochen. Ich muss erst noch darüber nachdenken, ob das gut ist oder schlecht J !

Wieder in Willershausen angekommen, durften Bine und Fenja noch 5 Minuten rennen. Aber ehrlich gesagt, wirkten beide Hunde so erschöpft, dass wir sie dann ins Auto verfrachtet haben und nach Hause gefahren sind.

Hier daheim gab es eine dicke Begrüßung mit den beiden Großen.

Die mussten natürlich auch mal aus der Hose und so musste Bine noch einmal kurz mit spazieren gehen. Leider ging es nicht anders, aber hier war niemand daheim. Sie ist prima gelaufen und hat gespielt als wenn nichts wäre.

Dann gab es aber eine große Schüssel Futter und wir sind anschließend beide auf dem Sofa zusammen gebrochen und haben ein wenig gegammelt.

Eben hat sie dann wieder eine Pfütze in den Flur gemacht......

Bine ist anscheinend dabei, mich variabel zu bestärken. 2 Tage kein Pipi und ich denke schon fast wir haben es geschafft, dann kommt wieder ein Katastrophentag. Ich überlege ernsthaft auf den Seiten hier ein Wettbüro einzurichten. Da kann man dann jeden Tag seine Wette abgeben ob sie reinschifft oder nicht !

Sonst bleibt eigentlich nur zu sagen, dass wir Bine ab sofort einen dritten Namen verpasst haben. Sie heißt jetzt Erbse.

Warum ?

Ganz einfach, ihr Kopf wächst irgendwie nicht mehr mit J !!!!

Sie sieht aus wie ein Bodybuilder, also muskulöser Körper mit langen Beinen, aber winziger Kopf und kurze Schnauze. Sieht witzig aus !!!

So, ich gehe jetzt ins wohlverdiente Wochenende und wünsche Euch einen schönen Sonntag.

Bis die Tage,

Dagmar
02. Oktober 2003
Hm, heute war nichts besonderes.
Wenn man von 2 Pfützen in der Wohnung absieht ;(((

Grrrr........
Ich schmeiße mich jetzt aufs Sofa, sofern ich da noch einen Platz finde
und wünsche Euch einen schönen Feiertag.

Bis die Tage,
Dagmar

01. Oktober 2003

So, da sind wir wieder ! Heute widmen wir uns wieder ernsthafteren Dingen....schaade *gg* !  

Gestern haben wir ja nach der Spaß-Olympiade im Garten auch noch ganz reizend geclickert. Ich habe Bine einen Wäschekorb hingestellt  und mich dann dezent 2 Schritte zurück gezogen.

Fragenden Blick zu mir. Hä, Frauchen was soll denn das ?


Wäschekorb angesehen und schon gab es C & B. 
Aha. Noch mal hingeschaut = C & B. Supi, dachte Bine und steckte die Nase tief in den Korb.
Jauchzendes Frauchen („jaaaaa“) und wieder C & B.

Danach ging es rasend schnell. Einen Vorderfuß hinein, 2. hinterher und mit den beiden Hinteren dazu stand Bine drin und war nach dem Click so schnell wieder draußen (völlig okay, denn der Click beendet die Übung), dass wir kein Foto hingekriegt haben J !

Lena und Banja, die „eigentlich“ bei den Wäschepfählen warten sollten, hatten sich dann angesteckt durch meine Euphorie, so nah herangeschlichen, dass sie ebenfalls um dieses ominöse Teil (Wäschekorb) herumstanden und überlegten.

Während Banja ihren „ ich-bin-ein-Straßenkind-aus-Hessen-bitte-füttere-mich-Blick“ aufsetzte, schaute Lena hochkonzentriert zu um kurze Zeit später zu demonstrieren, dass sie durchs Zusehen gelernt hat. Ach so geht das, bloß die Füße rein J ! Einfach toll.  

Zum Abschluss durfte Banja dann noch mit „sitz“ und „platz“ machen. Pah, mit so einfachen Übungen kann man sich die Leckerchen ganz locker verdienen.  

Heute gleich nach der Arbeit, bin ich dann zu einem Spaziergang mit den 3 Mädels aufgebrochen.

Am gewohnten Platz habe ich geparkt und gleich gesehen „ äähh, alles voller Traktoren auf den Feldern“. Na wie erwartet, hat Bine dann auch gleich nach dem Aussteigen einen Scheinangriff gestartet (ich meine wenn man sonst Hubschrauber jagt sind doch Trecker echt lächerlich, oder ?). Sagte ich schon, dass der Holländer an sich nicht jagt ? *vorlachenbrüllendunterdemschreibtischzusammenbrechend*

Ich konnte sie aber abpfeifen, belohnen und dann gemeinsam mit Banja auf die Mäusepirsch schicken. Ich LIEBE MÄUSE !!!!!!!!  

Nachdem wir die gefährlichen Fahrzeuge und potentiellen Opfer (mmmhhh, lecker, ein Landwirt) hinter uns gelassen hatten, sind wir in einen ruhigen Wiesenweg eingebogen. Zu ruhig. Wir kamen an ein paar Bäumen vorbei und sowohl ich, als auch Bine hörten es rascheln. Ich war aber noch nicht weit genug um die Bäume herum um zu sehen, was ich später sah. Rehe.

Lena hat sie zuerst gesehen und blieb wie angewurzelt stehen. Seit ihrer Welpenzeit (es kam ein Reh aus dem Wald und lief nicht wieder weg), hält sie die Genossen wohl für überdimensionale Dobermänner. Danke Herrgott, dafür.

Dann sah ich sie (es waren 3) und ohne groß darüber nachzudenken brüllte ich „WO IST DIE MAUS ???“. Da ich, wie erwähnt so brüllte, dachte Banja wohl, uns steht ein Angriff der KILLERMÄUSE bevor und sie steckte sofort todesmutig, samt Bine bis über beide Ohren in einem Mauseloch. Das alles passierte in Millisekunden. Danach hätte die Angelegenheit eigentlich erledigt sein könne, wenn, ja wenn, die ollen Rehe sich hätten entscheiden können WOHIN sie nun wegrennen. Erst preschten sie weg, dann wieder zu uns zurück. Das waren wirklich völlig orientierungslose, konfuse Tierchen. Wahrscheinlich Männchen *HA HA HA* !!!

Ich hab dann die stärkste aller Waffen gezogen (ne, nicht mein Laserschwert und auch nicht das Pfefferspray) sondern den heiligen CLICKER.

Einmal geknackt und die Rehe wussten wieder was sie wollten....weg von dem Geräusch J !

Die Hunde kamen zu mir um sich eine Belohnung zu holen (Lena dachte es ist fürs stehen bleiben und starren, Bine und Banja fürs Mäusebuddeln) und haben dabei zusätzlich den flüchtenden Rehen den Rücken zugedreht.  

Nachdem mein Blutdruck und Adrenalinspiegel wieder einigermaßen normal war (jo, lass mal 3 Rehe auf dich zugaloppieren), dachte ich noch kurz darüber nach, wie die Geschichte ausgegangen wäre, hätte Lena einen ihrer „Warnbeller“ losgelassen oder Bine die Rehe zuerst gesehen.

Nee, nicht weiter drüber nachdenken J !

Ich bin mir völlig im Klaren, dass wir

a)      Schwein hatten

b)      Von Bine eine potenzielle Jagdgefahr ausgeht

c)      Ich dieses Mal so klug, weise, vorausschauend, umsichtig und richtig gehandelt habe (wer ruft da Zufall ?) !  

Lena und Banja alleine unterwegs, sind Rehe schnuppe. Aber mit dem Fetzo will ich das gar nicht ausprobieren. Ich kenne das Anti-Jagd-Training, aber ich habe keine Lust dazu J !  

Danach kamen wir zu den Windrädern, 3 an der Zahl. Obwohl wir den Weg schon mindestens 2 x gegangen sind, hat Bine sie zum ersten Mal wahr genommen. Ui, geheuer war ihr das ganz und gar nicht. Und wieder ein Volltreffer. Was macht man am besten wenn man es ein wenig mit der Angst bekommt ????

Na klar, Frauchens Zeigefinger anstupsen. Haben wir doch extra geübt. Dann muss man nicht zu den monströsen Flügeln hoch schauen und überhaupt kann man die Dinger so am besten ignorieren. War echt super. Sie stupste häufig (immer in der korrekten Fußposition) und bekam genauso oft ein C & B.

Nur selten einen Blick zu den Windrädern und dann schnell wieder Beschäftigung mit dem Zeigefinger. So hab ich mir das gewünscht.  

Tja, und dann hatten wir es fast wieder bis zum Auto zurück geschafft, vielleicht noch 500m, keine Trecker, Landwirte, Rehe und Windräder mehr in Sicht und was passiert ?

Mir gehen die Leckerchen aus..........

Unglaublich aber wahr. So was blödes. Denn jetzt kommts. Bine hat sich ca. 307 Mal umgedreht und kam zu mir zurück. Sie stupste meinen Zeigefinger an. Sie ging in der Fußposition und schaute zu mir hoch. Einfach alles wie im Bilderbuch. Und ich wühlte zum 97 Mal meine Taschen um nach einem winzigen Krümel. Nichts. Also blieb mir nichts weiter übrig als sie komplett zu ignorieren. Aua, das tat weh. AAAAAAAAAAARRRRRGGGGGGGGHHHHHHHHH.

Dann habe ich den Gummiring, den Banja auf dem ganzen Spaziergang vor sich her getragen hat, für Bine geworfen. Und was passiert ? 
Die Bine bringt ihn zu mir zurück und setzt sich mit Ring im Maul korrekt vor mich. DAS HAT SIE NOCH NIE GEMACHT UND WIRD SIE WOHL AUCH NIE WIEDER MACHEN
J !

Womit habe ich eine so harte Strafe verdient ?  

Ich werde mich jetzt unten mit der neunschwänzigen Lederpeitsche geißeln gehen. Das ist ja wohl das mindeste bei soviel Blödheit. Aber die Leckerchenration für 3 Hunde ist auch nicht gerade wenig. 
Nein, keine Ausreden, ich vermute ihr wollt Blut sehen.  

Also, macht ihr es besser und nehmt GENÜGEND Leckerchen mit, mir passiert das nicht wieder, ich kaufe gleich morgen einen Rucksack.  

Bleibt lässig und bis die Tage,

Dagmar