Clickertagebuch


23.Dezember 2007
Wie heißt es so schön ? Und plötzlich ist Weihnachten....
So ähnlich kommt es mir alle Jahre wieder auch vor :).

Unsere Fortbildung im November in Aschau war klasse. Der Ort hat sich touristisch einwandfrei in prächtigem Weiß präsentiert. Kam sofort Weihnachtsstimmung bei mir auf. Die Ferienwohnung war sehr nett, wenn ich auch den mit künstlicher Wärme geheizten Kachelofen etwas schade fand....
Die Hinfahrt war bei den Wetterverhältnissen ganz schon anstregend, dafür ging es zurück um so schneller.
Ich war schon immer Anders Hallgren Fan, ich glaube Astrid und Burkhard wissen jetzt auch warum. Der Mann ist einfach Entertainer: Witzig, einfühlsam und trotzdem bestechend sachlich.  Mir haben seine Vorträge am besten gefallen. Patricia McConnell von der ich,  glaube ich zumindest, jedes Video besitze, hielt ebenfalls was sie versprach. Der Ungar
Dr. Ádám Miklósi, den ich bis dato nicht kannte war witzig-spritzig und sein Vortrag war  äußerst interessant. Den Rest fand ich nicht so besonders, außer bei dem Vortrag über Augenerkrankungen beim Hund, da war mir schlecht aufgrund der gruseligen Bilder. *g*

Unsere Weihnachtsfeier ist auch schon wieder Vergangenheit. Mit 54 Anmeldungen lagen wir wie bisher ganz gut im Rennen, der Wirt hatte leuchtende Augen. Ansonsten hatte die Feier alles, was ich von einer Feier erwarte: Eine Rückschau, eine Vorschau, die Verleihung der jährlichen Awards, ein Spiel, gutes Essen und Geschenke :). Ich war rundherum zu frieden und so gegen 1.00 Uhr im Bett.

In der Hundeschule ist zum Großteil Ruhe eingekehrt. Wir halten Winterschlaf. Bis auf die 3 neuen Hundeführerscheingruppen die sich das nicht erlauben dürfen plus noch 1 auslaufende Welpengruppe, 1 Junghundekurs und 2 Teamkurse. Ich genieße die Zeit die ich mit Henri verbringen kann und er entwickelt sich gerade zu einem echten Mamakind. Da ich im Sommer sozusagen ständig unterwegs war, ist das für uns beide eine besonders schöne Zeit.

Lena hat am 30. November ihren 12. geburtstag gefeiert. Ich bin hocherfreut und dankbar, dass ich mit dem Hund, von dem ich immer dachte, dass er niemals 9 wird, soviel Zeit verbringen darf. Natürlich hat sie mit Alterswehwechen zu kämpfen (Beine zittern jetzt häufig mal, manchmal kommt sie schwer hoch und der Altersstarrsinn ist auch nicht immer leicht zu tolerieren) ich bleibe aber dabei: Wenn sie einmal geht, dann möchte ich so wenig wie möglich bereuen müssen. Darum hat sie ziemliche Narrenfreiheit. Sie wählt tagsüber den Platz im Haus wo sie Zeit verbringen möchte. Man findet sie aber eigentlich immer dort, wo gegessen wird. Noch nie in ihrem Leben war Fressen so wichtig für sie wie jetzt. Trotzdem hat sie ziemlich an Gewicht verloren und bekommt die größten Portionen mit gutem Gewissen. Anfang Januar werde ich bei ihr und Banja einen Gesundheitscheck machen lassen.

Banja hat am 6. Dezember ihren 11. Geburtstag gefeiert. Der Schnauzi ist eigentlich wie immer. Seeeeeehhhr anhänglich, seit sie zum Mantrailing geht total Andrea bezogen und seit sie den Hundeführerschein hat, hier im Hause hoch gelobt !!!!!! *g* Auch bei ihr machen sich hin und wieder Alterszipperlein bemerkbar und dennoch finde ich sie generell sehr fit.

Bine ist irgendwie nicht wieder zu erkennen und das kann nicht nur an ihrer Scheinschwangerschaft liegen. Sie ist unglaublich verschmust geworden. Das äußert sich derzeit so, dass sie auf dem 2er Sofa liegt und immer rüber schielt, wenn ich es mir auf dem ungemütlichen 3er Sofa einigermaßen bequem gemacht habe. Dann kann man eigentlich von 20 rückwörts zählen und sie quetscht sich mit dazu. Die Zeiten in denen sie im Bett lag und aufgesprungen ist, wenn irgendwer von uns sich nur umgedreht hat, sind leider vorbei. *g* Heute sieht das vielmehr so aus, dass ich ins Bett komme und die Bine schon da liegt. Ich schiebe und drücke sie zur Seite und versuche meine Bettdecke unter ihrem Hintern weg zu ziehen, weil es hier im Harz doch empfindlich kalt geworden ist. Alles was ich ernte ist ein entnervtes aufstöhnen und manchmal, hebt sie vielleicht den Kopf. Aber sie weicht nicht einen Zentimter.....
Die ganze Nacht liegt sie wie eine Salami zwischen uns und leider quer. Dabei hab ich es noch gut, wenn ich den Kopf an meinen Beinen habe. Hat man den Po, wird gnadenlos ausgetreten und ab und zu (wenn Oma's und Opa's mal wieder Getreide gefüttert haben in Form von Leberwurstbroten) entfleucht auch ein scheußlicher Furz.....Bah !
Der Henri hat Bine wunderbar gegenkonditioniert. Schreckhaftigkeit ist ein Fremdwort für sie. Sie liegt seelenruhig unter dem Hochstuhl, lässt sich mit Bilderbüchern und Spielsachen beregnen (die nicht absichtlich runterfallen sondern aus Versehen), weil jedes 5. Teil das runter fliegt ein angebissener Keks, ein halbes Brötchen oder irgendwas anderes fressbares ist.
Ich liebe es zu sehen, wie Henri Bine aus der Hand füttert. Seine kleine Patschehändchen verschwinden bis zum Gaumensegel in ihrem Rachen und kommen total besabbert wieder raus, aber sie scheint total vorsichtig zu sein, weil Henri sie immer wieder füttert und lacht, wenn seine Hand in ihrem Maul ist.
Überhaupt bin ich auf den kleinen Mann sehr stolz. Egal wie wackelig er auf den Beinen ist, absichtlich tritt er nie auf einen Hund. Er läuft Umwege suchend um den Tisch, weil immer irgendwo mindestens 2 Hunde liegen. Er hat bisher kaum Interesse daran die Hunde anzufassen und freut sich doch wenn sie erscheinen. Momentan lernt er gerade ihre Namen, vorher hießen alle  "Ei". Zu Bine sagt er seit 2 Tage Bimme und sie versteht instinktiv, dass sie gemeint ist. Auch fühlt sich Bine nicht mehr angesprochen, wenn ich dem Henri sage, dass er etwas lassen soll. Am Anfang war das für sie ein echtes Problem. Ich habe mit ihm im Badezimmer geschimpft und Bine kam aus dem Wohnzimmer auf Brustwarzen angekrochen....

Henri selber hat gerade wieder eine schwierige Zeit. Vor ca. 4 Tagen fing es damit an, dass er jede Nacht alle 15 Minuten aufgewacht ist und geweint hat. Nichts war richtig. Leider ist er die Sorte Kind, für die nicht alles in Ordnung ist, wenn sie im elterlichen Bett liegen. Er will in seinem eigenen Bett liegen, wofür ich dankbar bin. Das bedeutet aber auch, dass ich gefühlt jede Nacht 150 Mal aufstehe um ihm seinen Nucki wieder zu geben, im etwas zu trinken oder zu essen anbiete  oder ihn einfach nur aufnehme um ihn zu trösten.
Es mag ein Zeichen dafür sein, dass meine Mutterqualitäten wohl nicht so toll ausgeprägt sind, aber nach dem 17x bin ich nur noch entnervt. Nachts erscheint irgendwie alles doppelt so anstregend und tragisch wie tagsüber.  Das geht so weit, dass ich Angst habe einzuschlafen, weil das Weinen nach 10 Minuten und das Aufstehen eine echte Höllenqual ist. Ich hab jedenfalls alles auf die Zähne geschoben, die sich in der Kauleiste schon wieder ganz weiß abzeichnen.
Tagsüber war mein Kind dann ein Bild des Jammers. Er wollte und konnte weder spielen noch stehen und saß den ganzen Tag mit verquollenem Gesicht auf meinem Schoß. Er hat zwar nicht geweint, war aber total fertig. Nach dem Fiebermessen war dann auch klar warum: 40 Grad. Da in solchen Fällen der Kinderarzt eh alle 2 Stunden ein Fieberzäpfchen empfiehlt und viel trinken, hab ich gleich meine Homöopathin angerufen. Wenn ich den Henri dann tagsüber hingelegt habe, hat er gleich vier oder fünf Stunden am Stück geschlafen. Ach und für alle Schlaumeier, nein, ich hatte nie Zeit mich auch mit hinzulegen. Am 2. Tag war das Fieber noch bei 39,5 Grad der Henri immer noch ganz alle aber wenigstens wieder am reden. Das kann er nämlich besonders gut :).  Die Nacht dazwischen war aber wieder schrecklich. Obwohl schrecklich nicht das richtige Wort ist. Folter trifft es besser.
Hinlegen, ausatmen, einschlafen, aufschrecken, aufstehen und immer so weiter bis zum morgen. Meistens sitzen wir dann mit tiefen Augenringen und total übernächtig am Tisch während das Kind seinen Schlaf nachholt.
Auch gestern Nacht haben wir das Spiel wiederholt und ich habe zwischendurch den Jörg aufgescheucht, weil ich sonst durchgedreht wäre. Ab 4 Uhr war dann bis 8 Uhr Ruhe. Ich war heute morgen so müde, dass es körperlich weh tat.
Heute ging es Sir Henri dann wieder besser. Er konnte wieder etwas spielen und auch mal ein paar Wege gehen (laufen ohne festzuhalten kann er übrigens seit Oktober). Er ist aber immer noch total schnell am weinen, wenn etwas nicht klappt oder er irgendwo aneckt (was normalerweise überhaupt nicht sein Problem ist). Man merkt sehr deutlich dass er krank ist.
Vorhin noch dachte ich verflucht, wahrscheinlich kriegt er jetzt alle fehlenden Eckzähne auf einmal, denn sooo schlecht ging es ihm dabei noch nie. Aber weit gefehlt. Als ich ihn um 19 Uhr Bettfertig gemacht habe, hab ich es gesehen. Er hat die Windpocken. Na herzlichen Glückwunsch sage ich nur. Das Fieber ist jetzt weg, er juckt nur wenig (morgen besorgen wir Puder), homöopatisch behandelt ist er auch, aber er hat bis vor 2 Minuten in seinem Bett lautstark Geschichten erzählt, Lieder gesungen und gequengelt und das obwohl er seit 14 Uhr wach ist (jetzt ist es 22 Uhr).
Ich schicke ein Stoßgebet nach dem anderen in den Himmel, dass es diese Nacht besser wird als die 3 Nächte vorher. Sonst sehe ich mich gezwungen, heute Nacht heimlich meine Koffer zu packen und mit einem Taxi nach Paris auszuwandern........Ich kann nicht mehr.

Überhaupt lag ich in den letzten Wochen öfter Mal wach und dachte, ich bin eigentlich ein Fall für Amnesty International. Was sich in unserem Schlafzimmer abspielt verstößt gegen die Genfer Konventionen.  Alle schnarchen, wechseln den Schlafplatz, furzen oder weinen, ausser mir. Ich falle eigentlich niemanden zur Last. Ich kann sogar ausschließen, dass ich schnarche, ich schlafe ja nicht :( Ich will ein eigenes Zimmer. Jawohl, dass ist meine Weihnachtswunsch.
Im kommenden Jahr kenne ich den Jörg 12 Jahre und er hat NIE geschnarcht (Bine leider schon). Bine ist immer sofort gegangen, wenn es eng oder warm wurde (Jörg nie) und Henri hat bisher immer weitergeschlafen, wenn ich mir meiner kleinen Bücherfunzel versucht habe, noch ein zwei Zeilen in einem Buch zu lesen. Warum machen die das jetzt plötzlich alle anders ?
Und ich liege da, schaue ins Dunkle und höre das Kind schmatzen, die Bine furzen, den Jörg schnarchen, Lena einen neuen Schlafplatz aufsuchen und denke: Familie. Du wolltest es ja so :).
Und ganz ehrlich, wenn der Henri in die Disko geht, der Jörg mal wieder Nachtschicht hat und die Hunde im Himmel sind, dann werde ich schlafen und kein Wort von Bedauern wird hier im Tagebuch über meine Lippen kommen. V E R S P R O C H E N. Ich glaube ich bin einfach zu alt für so einen Scheiß :).

Dennoch wünsche ich euch da draußen, die ihr hoffentlich unter besseren Lebensbedingungen schlafen könnt.
Hier kommen noch ein paar aktuelle Henri Fotos für Anja und Dani, die regelmäßig nachfragen (das finde ich sehr lieb von euch):


An seinem 1. Geburtstag im August. Party macht gute Laune !


"Mach mal ein fieses Gesicht" sagt Mama und dann kommt das.....


Meine Haushaltshilfe


Nach dem Aufwachen spielt er gerne noch eine Viertelstunde im Bett. Da sieht man auch
wovon Henri abhängig ist. 2 Esel-Schmusetücher. Er nimmt tagsüber keinen Nuckel und spuckt ihn
auch nachts oft aus. Aber wehe seine Ia's sind nicht da.......


Wir lernen lesen :):)


Das ist das aktuellste Bild. 1 Tag vor den Windpocken !


Hast du was zu essen ??????????????????????????????????


Da hat er sich grade mit seinem Becher geduscht. Mir solls recht sein :)


Das ist aus unserem Wohnzimmer geworden. Eine Kinderstadt :)


Die meiste Zeit vertragen wir uns prächtig

Wenn ich ihn mir so angucke, wandere ich vielleicht doch noch nicht diese Nacht aus......:)

Der Henri wird ja am 1. Weihnachtstag 16 Monate alt. Ich dachte immer Jungs sind in allem ein bisschen langsamer. Aber der Lütte quasselt wie ein Wasserfall. Jeden Tag lernt er 3 bis 4 neue Worte. Ich finde, das ist der Hammer.
Das Tagebuch hat einen großen ideelen Wert für mich. Ganz oft schlage ich einfachen einen Monat auf lese und lache meistens. Deswegen will ich nur für mich hier auch noch mal einige Sachen seines derzeitigen Sprachschatzes festhalten. Ich glaube, dass ich irgendwann mal froh bin das gemacht zu haben:

Henri Meine Übersetzung
Bimme Bine
Bunsen Busen *hüstel* (Mama übt so komische Sachen, die dem Papa manchmal peinlich sind)
Pocke Glocke
Aa in die Hose geschissen bzw. selbiges vorhat
Papa pipi Jörg ist im Badezimmer :)
Pinnel Pimmelchen *wir üben Anatomie*
Bengel Bengel
Heinrich und Karl Heinrich und Karl (perfekte Aussprache der Opas
dei mehr als eins (wenn er etwas in der Hand hält) also zwei oder drei
Mimi Annemarie
Deta Dieter
Alechs Alles
Li Family (wir singen immer: we are familiy bevor er ins Bett geht)
Ei Lena und Banja
Mama's gehört nicht Henri sondern Mama :)
Na ! Guten Tag ! Dann gibt er sogar die Hand
Isch Damit meint er sich selber. Sagt er wenn er sich auf einem Bild sieht
Nane Banane
Piwie Kiwi (er liebt sämtliches Obst, von mir hat er das nicht. Es ist schlimm mit ihm durch eine Obstabteilung zu gehen. Süßigkeiten lassen ihn noch kalt).
Bift Stift
Nonne Sonne
Boot Mond
Derne Sterne. Er dreht noch durch, wir haben eine Lichterkette aus Sternen. Das Wort hören wir morgens als 1. und abends zum Schluß. Wahrscheinlich wird er Astrologe

Ich merke grade, ich könnte die Liste noch 2 Seiten weiterführen. Er redet wirklich ziemlich viel und ich hab nur einen Teil der Sachen aufgeschrieben, die etwas entfremdet sind. Alles andere verstehen auch Außenstehende wunderbar (Baum, Mama, Papa, Schnee, das, mitnehmen, auf, zu, Beine, Arme, Nase usw.). Wie ein echtes Kleinkind hat er dann noch 1000 verschiedene Zeichen die uns auffordern bestimmte Lieder zu singen oder Spiele zu spielen.
Neulich in der Arztpraxis habe ich einen kleinen Jungen von 18 Monaten gesehen, der immer nur auf Gegenstände zeigte und "hhhaahhhhh" sagte. Henri sagt in dem Fall, meistens auch noch ziemlich laut: DA DAS ! Da gibt es kein Vertun was das Kind möchte :).
Als wir übrigens in Wartzimmer der Arztpraxis kamen und er die ganzen Kinder und Spielsachen gesehen hat, ist er im Türrahmen stehen geblieben, hat große Augen bekommen und in einer Lautstärke mehrmals hintereinander gesagt: Boah, Boah, Boah. Die halbe Praxis lag am Boden :).

So, ich merke gerade beim Schreiben, dass ich mich wieder mit meinem Schicksal ausgesöhnt habe. Ich gehe jetzt runter und stelle mich der nächsten Nachtschicht :).

Ich wünsche allen Tagebuchlesern ein wundervolles Weihnachtsfest. Mögen sich eure Wünsche erfüllen !

In diesem Sinne,
weihnachtliche Grüße
Dagmar