Clickertagebuch
| 19. Dezember 2008 |
| Ich bin irgendwie in einer ganz besonderen Stimmung.... Weihnachten mochte ich schon immmer. Als Kind hat es ja einen ganz besonderen Zauber inne, wobei das sicherlich hauptsächlich am eigenen Umfeld liegt. Meine Mutter hat Weihnachten so gestaltet, dass ich jedes Jahr bezaubert war. Auch im Erwachsenenalter hat das bei mir angehalten. Die meisten Leute mit denen ich spreche sind Weihnachtsmüde. Machen sich Gedanken über die Kosten, verlieren sich im putzen, kochen und hetzen durch die wenigen besinnlichen Tage. Irgendwie schaffe ich es ganz gut mich davon frei zu machen. Ich genieße die Zeit und staune über mich selbst. Dank meiner Kinder, in diesem Jahr noch hauptsächich Henri, wobei auch Ida den Adventskranz beobachtet, bekommt das bevorstehende Fest noch einmal zusätzliche Qualität. Es hat überhaupt nichts mit Geld zu tun um Henri in helles Entzücken zu versetzen. Er ist eine kleine Wunderblume und saugt alle Geschichten und Rituale rund um Weihnachten auf wie ein Schwamm. Derzeit versucht er ganz dolle einzuschlafen, weil dann der Weihnachtsmann mit seinen Rentieren und dem Schlitten vor Mama's Fenster hält um zu fragen, ob der Junge heute brav war :). Klappt wunderbar und ich muss wahrscheinlich am 28. Dezember anfangen mit dem Osterhasen ähnlich zu verfahren *lach* . Neulich bin ich dunklen mit ihm durch den Ort gegangen und wir haben uns all die hübschen Fenster und Gärten angesehen. Mein Sohn war fasziniert und ich genieße diese kleinen Momente und erlebe durch ihn noch einmal ein Stück Kindheit. So schön hatte ich es mir nicht vorgestellt. Er hat riesige Augen und rote Apfelbäckchen und vor lauter Aufregung verhaspelt er sich in der Sprache bei all dem Weihnachtszauber. Goldig ! Das anzünden und auspusten der Kerzen am Kranz, das öffnen der Adventskalender (einer mit Schokolade, einer mit Pixiebüchern), das Einkaufen des Weihnachtsbaumes, die Weihnachts CD anhören, der Kinderkanal der die Kinder darauf vorbereitet, was bald ansteht, unsere Geschichten darüber wie es am Weihnachtstag sein wird.... einfach alles verzückt ihn und lässt auch mich vor Ungeduld kribbelig werden. Ich denke nächstes Jahr, wenn Ida 1 und Henri 3 sind, wird es noch viel schöner. Herrlich. Ida wurde heute zum 1. Mal geimpft. Ein Termin vor dem ich mich schon bei Henri immer gegruselt habe. Aber ich habe einfach nicht den Mum, sie ungeimpft zu lassen. Da auch meine Hunde grundimmunisiert werden, waren wir also auch brav mit dem Kind da. Lassen wir mal, die in meinen Augen riesige Spritze, die in die klitzekleinen Beinchen sticht, weg, und ebenso die entsetzen Babyaugen als der Schmerz im Gehirn ankommt, so haben wir jetzt den Salat. Das Kind liegt unten hat Fieber und weint viel. Ich habe ihr eben Homöopathie gegeben in der Hoffnung, dass sie und ich heute Nacht einigermaßen gut überstehen *seufz*. Ich hasse diese Impferei. Gehst mit einem gesunden Kind hin und kriegst ein Krankes wieder. Ich wünschte ich wäre besser informiert und würde mich trauen, den Scheiß weg zu lassen.... Bine ist läufig. Ich habe mir jetzt angewöhnt, morgens und abends zu wischen. Wenn man uns mittags besucht, sieht es aus wie Sau. Zum Glück ist Henri kein Krabbelkind mehr *gg*. Neulich hat sich selbiger runter gebeugt, einen schon angetrockneten Blutfleck genau betrachtet und gesagt: Mama, die Bine hat auf die Fliesen gemalt !. Stimmt. Und auf Fliesen anmalen steht bei uns Todesstrafe. Genauso wie an Möbel, Türen und Rauhputzwände. Kann mein Sohn ein Lied von singen, haben wir alles durch. Überhaupt reißt der im Moment Schoten, ich könnte mich beömmeln. Gestern hat er durch den ganzen Pennymarkt posaunt: "OMA, du bist eine Katastrophe".....die Leute lagen am Boden vor lachen (die Oma auch). Heute im Bad hat er mich gekämmt und gesagt: "Mama, deine Haare stehen da so runter" Ich: "Sieht das schön aus ?" Er: "Nöööööö". Danke mein Sohn. Ich muss also wieder mal zum Frisör. Standartfloskeln die er witzigerweise immer richtig benutzt sind unter anderem: "Junge Junge, verflixt noch mal, mein Lieber, ach Gottchen, Scheißding *hüstel*. Jörg hat sich neulich einen Rollkragenpullover gekauft, der ganz schön knapp saß. Mein Mann meinte, den braucht er nur um ihn unter dem Uniformhemd zu tragen. Henri hat vom Abendbrottisch hoch geschaut und gesagt: "Wieso, geht doch". Das war echt zu niedlich. Seine Schwester liebt er heiß und innig und ich bin total gerührt, dass er so oft an sie denkt. So soll denn auch Ida was vom Weihnachtsmann bekommen (Mist, ich dachte die Lütte kriegt eh noch nichts mit und hätte mir das gespart), Ida soll überall mit da hinkommen wo er auch hingeht. Ida soll dies und Ida soll dass. Ida darf von seinem Eis lecken (was natürlich noch nicht in Frage kommt) aber immerhin. Eis ist Henri nämlich heilig. Morgens kommt er mit hochstehenden Haaren und nackten Füßen ins Wohnzimmer gelaufen, schaut in den Stubenwagen und sagt: "Idachen, wie geht es Dir ?". Soviel dazu, dass wir dachten, ein so kurzer Name wird nicht verniedlicht *g*. Trotzdem warte ich dauernd auf Eifersuchtsattacken. Schaun wir mal, was da noch so kommt. Neuerdings spielt er immer mit unserem Telefon. Er weiß genau, welche Taster er nicht drücken darf (hat er schon mal ausprobiert und hatte einen Tag Eisverbot - ich Rabenmutter ich-). Seitdem drückt er alle anderen Tasten, aber die die wählt nicht. Er spricht dann mit sich selber und sagt solche Sachen wie: "Spillner hier. Wie gehts." Das mag muttertypisch sein, aber ich könnte mich totlachen wenn ich sowas höre. Wenn er dann merkt, dass ich durch ihn lache, dreht er so richtig auf und da kommen Dinger raus, die ich unbedingt notieren muss, weil ich sowieso schon die Hälfte vergessen habe. Ich werde mir also unten einen Zettel deponieren. Ich bin sicher, der ist bald voll..... In den letzten 2 Tagen ist das Kind wie verwandelt, es versteht langsam, dass er kurz leise sein muss, damit die Ida einschlafen kann und dann ist Mama nur für ihn da. Das kriegt er prima hin. Gestern hat er zum ersten Mal gesagt, dass er uns lieb hat *schluchz*. Er kriecht nach der Gutenachtgeschichte im Sesseln in sein Bettchen und ist total lieb. Durschlafen tut er ja schon seit er 12 Wochen alt ist, es sei denn, er ist krank. Aber das zählt nicht. Nachdem die letzten Wochen (oder waren es Monate) unter dem Motto "Trotzphase" standen und mir alles abverlangt haben was ich an Geduld und Nerven übrig hatte, genießen wir gerade das neue Kind und freuen uns ! In diesem Sinne an alle da draußen, eine besinnliche schöne Weihnachtzeit und ein gesundes, erfolgreiches Neues Jahr. Bis die Tage, Dagmar |
| 1. Dezember 2008 |
6:5Ich würde mal sagen, gewonnen, oder ? *hihi*
Und das mit dem Ostharz verbitte ich mir, ja...*räusper* Hallo zusammen. Dann melde ich mich mal offiziell zurück als
2fache Mutter *g*. Ich hatte bis dato null Wehen und hab mich bis auf die
übliche Unbeweglichkeit ganz gut gefühlt. Der Arzt hatte angekündigt einen
Wehenbelastungstest zu machen um zu sehen wie das Baby mit dem Stress zu recht
kommt. Eine Sache, die mir bis heute nicht ganz einleuchtet. Henri war auch 6
Tage drüber und da haben wir nichts dergleichen gemacht. Ich sollte am 21.10
gleich morgens im Kreißsaal anrufen um zu erfragen ob ich kommen kann. In der
Nacht hatte ich endlich recht unregelmäßige, leichte Wehen, die morgens wieder
verschwunden waren. Jörg hatte bereits frei und konnte mich begleiten. Um kurz nach 3 wurde ich ans CTG angeschlossen und musste erst mal eine halbe Stunde warten. Wieder keine Wehen. Da das Kind die ganze Nacht rumort hatte, war es für mich auch nicht verwunderlich, dass die Ida im Bauch tagsüber geschlafen hat. Die Hebamme und der Doc fanden es aber beunruhigend wie ruhig die Ida war und haben mir gesagt, ich müsse an den Wehentropf. Jetzt hört man ja im Lauf seines Lebens so einiges und eine Einleitung war echt das letzte was ich wollte. Aber, ich hab als brave Patientin zugestimmt, obwohl mein Bauchgefühl mir mal wieder gesagt hat, mit dem Baby ist alles okay. Der Wehentropf wurde angeschlossen und ca. alle 20 Minuten
wurde die Intensität gesteigert. Das ist schon komisch, du kommst da mit keinen
Beschwerden hin und dann sind die ersten Wehen da, die noch gut erträglich
sind. Nach und nach bekommt man aber wieder eine Ahnung, warum man nach dem 1.
Kind kein weiteres mehr wollte. Hach, Schmerz lass nach dachte ich so kurz vor
18 Uhr und um 19 Uhr wurde der blöde Tropf endlich abgeklemmt. Da hatte ich
schon von Wehen, Geburt und Kinder die Schnauze voll..... Um 21 Uhr bin ich wieder zum CTG und dieses Mal war die Ida
wach. Und wie. Da noch eine Frau im Kreißsaal lag, war ich ca. 1 Stunde am CTG
und hab mich gelangweilt. Die Wehen waren erträglich aber da und das Kind hat
geturnt was das Zeug hälft. Die Hebamme hat dann gesagt, das dieses CTG so gut wäre,
dass ich morgen wieder nach Hause kann um abzuwarten, bis es endlich von
alleine los geht. Hurra. Ich musste nämlich die ganze Zeit an Henri denken, von
dem ich mich nicht ordentlich verabschieden konnte, weil wir los gefahren sind,
während er Mittagsschlaf gehalten hat..... Um kurz nach 22 Uhr war ich wieder auf dem Zimmer und hab
die paar Sachen die ich in den Schrank geräumt hatte, wieder in die Tasche
gelegt. Noch mal kurz zur Toilette und dann in den Schlafanzug steigen. Beim
heben des Beines ging es dann „peng“ und meine Fruchtblase ist geplatzt. Na
prima, irgendwie hab ich mich nicht gefreut, dass mein Kind noch kommt sondern
dachte dauernd nur: Der blöde Wehentropf ist schuld. Dieses Mal kam es mir um ein vielfaches schlimmer vor als
bei Henri, weil ich zwischendurch einfach gar keine Verschnaufpause hatte. Es
kam Wehe nach Wehe und die haben mich geradezu überrannt. Ich hab gar nicht
mehr gemerkt, dass dazwischen irgendwo eine Pause gewesen wäre.... Ab und zu hab ich mal einen Blick für meinen Mann gehabt und
der sah dieses Mal ziemlich besorgt aus. Ich hab nämlich ein fürchterliches
Muskelzittern bekommen. Das war bestimmt nicht schön anzusehen, aber halb so
schlimm. Ich konnte es nur nicht abstellen. Ich hab mit den Zähnen geklappert und
es hat mich am ganze Körper geschüttelt. Ich habe weder geredet noch sonst was
gemacht außer zu zittern. Hat sich angefühlt wie Schüttelfrost. Meine Zähne
haben geklappert, die Arme gewackelt, die Beine, einfach alles. Die Hebamme hat mich untersucht und gesagt: Huch, das Kind
kommt gleich der Muttermund ist ganz offen und ich dürfte bald mitpressen. Was
? Wie ? Jetzt schon ? Ich konnte das kaum glauben... Dieses Mal habe ich auch verschiedene Positionen ausprobiert außer wie ein Marienkäfer auf dem Rücken zu liegen. Aber ehrlich, das hat mich nicht zugesagt, so dass ich am Ende doch wieder brav im Bett lag. Was mir auch heute noch ziemlich Angst gemacht hat ist, dass dieses Mal während der Geburt der Wehenschreiber laut und deutlich zu hören war. Bei jeder Presswehe sind die Herztöne von Ida so langsam geworden, dass ich es wirklich mit der Angst bekommen habe. Die Hebamme hat mich dann strikt aufgefordert in den Pausen so tief wie möglich zu atmen, damit das Kind Sauerstoff bekommt. Sobald die Herzfrequenz dann wieder normal war, war ich erleichtert. Aber dann kam schon die nächste Wehe. Nach ca. 4 oder 5 veratmeten Wehen durfte ich dann auch mitpressen und hab noch mal einen Blick zur Uhr geworfen. Da war es 4.07 und ich dachte: Super, jetzt geht das wieder 2 ½ Stunden so. Aber denkste Puppe. Das waren höchsten 6 Presswehen und plötzlich war der Kopf da. Ich konnte das überhaupt nicht fassen und war überglücklich ! Dann hat die Hebamme aber „auweia“ gesagt, weil die Ida die
Nabelschnur gleich 2x um den Hals gewickelt hatte. Ich musste wieder aufhören
zu pressen und die inzwischen anwesende Ärztin und die Hebamme haben mein
Mädchen befreit. Und dann war sie da. Einfach so. Eine kleine, zarte,
puppengesichtige Maus mit ganz vielen dunklen Haaren und grade mal 50cm und
3.120gr. Ihr Bruder hatte locker 1 kg mehr. Ich brauchte anscheinend einfach so ein Erlebnis um zu
verstehen, wie unwichtig der Kram ist, der mich sonst beschäftigt. Wir hatten
ein 2. gesundes Kind (ein Mädchen, hurra). Was kann es besseres geben ? Ich bin dann noch ein wenig verarztet worden und hatte
dieses Mal das Glück von einer Ärztin behandelt zu werden. Das soll heißen, es
hat überhaupt nicht weh getan. Jörg hat dann mit der Hebamme Ida vermessen und
angezogen und ich bin duschen gegangen. Jörg kam dann vormittags mit Henri vorbei und der war
ziemlich zurückhaltend was seine Schwester angeht, bis er ihre Füße gesehen
hat. Der Junge wird mal Fußfeteschist und kann gar nix dafür. Das hat er seit
er Krabbeln kann, eine tiefe Vorliebe für Füße. Es ist witzig und unglaublich
niedlich wie er morgens ins Wohnzimmer stürzt und Ida sucht. Wenn er sie
gefunden hat, schlägt er die Decke zurück, quietscht in den höchsten Tönen und
streichelt ihre Füße. Lach. Der Ida scheint es zu gefallen. In den kommenden Tagen im Krankenhaus hab ich dann langsam
meine Tochter kennen gelernt. Das sind spannende Momente, weil man plötzlich
einen neuen Menschen in sein Leben lässt. Ich bedauere noch heute, dass ich
soviel mehr wusste als bei Henris Ankunft. Ida ist wie alle Menschen
Individualistin und ganz anders als ihr Brude. Ihr fehlt jede Hysterie. Wenn
Henri geschrieen hat, dann von 0 auf 100. Er war als Säugling echt eine
Dramaqueen und wir denken heute oft, dass ihm etwas sehr weh getan haben muss.
Er hat sehr viel gekreischt. Ida weint selten und wenn dann ist es so ein
halbherziges „le le“. Man nimmt sie hoch und sofort ist sie still und kuschelt
sich an. Bringt man die Energie auf sie den ganzen Tag zu tragen, weint sie gar
nicht. Küsst und streichelt man Ida, wendet sie einem den ganzen Körper zu,
schmatz, lächelt andauernd und ich stehe einfach fassungslos davor und denke:
Wow, so kann es also sein. Das ist es, was andere meinen.... Auch Papa Jörg genießt die Schmusekatze Ida. Er hält stundenlang still, wenn sie sich beim ihm ankuschelt, schleppt sie herum und freut sich darüber wie oft sie lächelt und jetzt auch hin und wieder schon mal glucksend lacht. Mittwochmorgens ist die Ida geboren und Samstagmittags wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen. Henri und Papa haben Ida und mich aus dem Krankenhaus abgeholt und man hat schnell gemerkt, wie sehr der Henri mich vermisst hat. Mit seinen knapp 2 Jahren ist er doch noch so ein kleiner Junge. Ich musste ihn wieder ins Bett bringen und niemand anders. Er saß beim stillen von Ida neben mir und hat ihre Füße bespielt und nachts ist er aufgewacht hat geweint und als ich kam, ungläubige Augen, weil die Mama nicht mehr im Krankenhaus war. Sonntags kam dann zum ersten Mal Heike (meine Hebamme) zu
uns um Ida willkommen zu heißen und nach den rechten zu sehen. Nachdem ich mich wieder an den Kaffeetisch gesetzt hatte,
begannen plötzlich leichte Bauchschmerzen und ich hab Heike gefragt, was das
sein kann. Sie meinte, dass durch den Bauchdruck noch mal letzte Nachwehen
ausgelöst worden seien. Als die beiden weg waren, habe ich Fieber gemessen und hatte
38,5 Temperatur. Nun muss man wissen, dass ich nach Henris Geburt und
Entlassung aus dem Krankenhaus, gleich eine fiese Blasenentzündung hatte. Aber
dieses Mal war es irgendwie anders. Ich hatte totales Herzrasen, ein bisschen
Panik, Schüttelfrost und immer noch Bauchweh. Ein Anruf bei Heike und sie hat
mir geraten in die Klinik zu fahren. Ich solle mich untersuchen lassen, ein
Antibiotikum verschreiben lassen und wieder heim um mich zu kurieren. Jörg, der
mit den Hunden Gassi war, war erstaunt in welchem Zustand ich zuhause lag, weil
bei seinem weg gehen noch alles in Ordnung war. Genau an diesem Tag wollte die Ida gar nicht aufwachen und
hat bis 21 Uhr geschlafen. Mir ging es so was von scheiße und ich kann heute
gar nicht mehr nachvollziehen, warum ich nicht früher los gefahren bin ! Die Schwester hat dann gleich von unten die diensthabenden Ärzte informiert und ich lag sofort auf der Liege zu Ultraschall. Fiebermessen ergab, dass ich bei 39,5 lag und wohl noch Rückstände in der Gebärmutter hatte, die am nächsten Tag ausgeschabt werden sollten. Na herzlichen Glückwunsch. Jörg wartet derweil mit der zwischenzeitlich brüllenden Ida draußen und ich heulend drinnen. Ich wurde dann auf Station gebracht, eine Ärztin versuchte
mehrmals vergeblich mir einen Zugang zu legen, weil ich so schnell wie möglich
fiebersenkende Mittel und AB bekommen sollte. Jörg hat in der Zwischenzeit auf
meine Bitte hin, mit der Nachtschwester, die Ida mittels Fingerfütterung
zugefüttert, weil ich mich außer Stande fühlte sie zu stillen. Um 23 Uhr lag
mein sattes Kind wieder im Stationsbett neben mir, Jörg war nach Hause gefahren
um meine Tasche neu zu packen und ich dämmerte ständig in einer Zwischenwelt,
weil das Fieber immer noch stieg. Eine wundervolle Erscheinung war Nachtschwester Christa. Wie eine Mutter hat sie stündlich nach mir gesehen, mich gestreichelt, mir versichert dass es der Ida neben mir gut geht und alles bald wieder besser ist. Sie hat einen Tropf nach dem anderen angehängt, Fieber gemessen, mir Wasser gebracht und mich zur Toilette begleitet. Das hat einfach nur gut getan. Am nächsten Morgen nach 4 mal Tropf anlegen, war das Fieber runter auf 37,5 und mir ging es viel besser. Bei einer weiteren Untersuchung sollte geklärt werden, wann die Ausschabung statt findet. Auf dem Ultraschall war nicht zu 100% zu erkennen, ob da noch Reste drin verblieben sind und so wurde die OP auf den nächsten Tag verschoben. Ich hatte wieder mehr Zuversicht, stillte mein Kind und freute mich vormittags über Besuch von Freunden und meinem Mann mit Henri. Henri war ziemlich außer Rand und Band, weil die Mama während er schlief schon wieder ins Krankenhaus verschwunden ist. Die Angst hat er übrigens heute nach 4 Wochen immer noch und er tut mir so leid, der kleine Kerl. Er hat sich aufgeführt wie ein Rotzlöffel und ich war hin und her gerissen zwischen, der arme Kleine und bitte geht nach Hause. Noch während mein Mann mit Henri da war, hab ich plötzlich wieder Herzrasen bekommen. Das war wie eine Panikattacke. Ich habe mir Gedanken darüber gemacht was mit meinen Kindern passiert, wenn ich aus der Vollnarkose nicht wieder aufwache und lauter solch unnützer Kram. Das ist sonst gar nicht meine Art. Ich war völlig verzweifelt und mutlos und als meine Männer weg waren, bin ich ständig eingenickt. Auch beim stillen, was nicht ungefährlich ist. Als die Schwester rein kam, hab ich gesagt, dass es mir
nicht so gut geht. Sie hat Fieber gemessen und siehe da, 40,7. Kein Wunder
also, dass ich mich schlecht gefühlt habe. Durch das stillen und Fieber hab
ich, glaube ich so an die 5 bis 6 Liter getrunken und hatte trotzdem dauernd
Durst. Es kam wieder ein Arzt dazu, der nach mir gesehen hat und es wurde
wieder ein neuer Zugang gelegt (der alte war verstopft) und es gab wieder einen
Tropf nach dem anderen. Die kommende Nacht hab ich persönlich als Höhepunkt
meiner Erkrankung empfunden. Zwischenzeitlich wusste ich manchmal echt nicht ob
ich das überlebe, auch wenn sich das jetzt im nachhinein als furchtbar dramatisiert
anhört. Ich hab es so empfunden. Am Dienstag und Mittwoch bin ich dann jeweils immer nur noch
mit 38,5 Fieber durch die Gegend gelaufen. Die geplante Ausschabung wurde
abgesagt, weil die Ärzte meinten es gäbe keine Rückstände und die Gebärmutter
wäre einfach nur entzündet. Auf meine Anfrage wann ich nach Hause dürfte hat
der Oberarzt zu mir gesagt: Keine Bange, Nikolaus sind sie daheim. Na wunderbar.
Irgendwann wurde er dann aber ernst und was er gesagt hat, hat mich
doch ziemlich erschreckt. Er meinte mein Zustand hätte durchaus
lebensbedrohlich ausgehen können. Noch vor wenigen Jahren sind
daran eine Menge Frauen gestorben. Für mich hat das erklärt,
warum ich manchmal regelrechte Angstzustände hatte. Mein
Körper hat also schon richtig funktioniert und signalisiert: Das
ist jetzt nicht mehr lustig. Aber zum Glück ist ja alles gut
ausgegangen. Henri kam mich jeden Tag gemeinsam mit meinem Mann besuchen
und die Abschiedszenen waren ganz großes Kino. Ich erinnere mich an einen Abend
an dem ich Jörg und Henri zum Ausgang brachte. Der kleine Zwerg war sich nicht bewusst,
dass ich unten umdrehe und wieder rein gehe. Vor dem Krankenhaus hat er gesagt:
„Mama ich hab dich lieb“ und als ich schon mit Pipi in den Augen wieder zurück
gehen musste, hat er angefangen zu schreien: MAMA, MAMA. Jörg hat ihn auf den
Arm genommen und weg getragen und mir hat es das Herz zerrissen. Den ganzen Weg
durchs Foyer, im Fahrstuhl bis zurück auf Zimmer hab ich Rotz und Wasser
geheult. Das war einfach fürchterlich. Die Ida hingegen hat die ganze Station bezaubert. So ein
entspanntes, nettes Baby gibt es wohl nicht alle Tage. Ich glaube es war am 3.
Tag abends als ich mit ihr ins Stillzimmer gewackelt bin um sie zu wickeln.
Vorher hatte es schon etwas Milch aus der Pulle gegeben, denn leider musste ich
Tabletten nehmen, die die Gebärmutter anregen sich zusammen zu ziehen und als
Nebenwirkung die Milch verringern. Als sie fertig gewickelt unter der
Wärmelampe lag, hab ich sie leicht angehoben und mit ihr geschmust. Plötzlich
hat sie den Hals zwischen die Schultern gezogen, die Nase gekräuselt und
glucksend gelacht. Ich konnte das gar nicht glauben, sie war ja noch so jung.
Gelächelt hatte sie bis dato schon 100 Mal. Ich erinnere mich, dass ich
schallend gelacht habe und eine Nachtschwester vorbei kam und mich gefragt hat,
was so lustig sei. Ich hab es ihr erzählt und an ihrer Reaktion gemerkt, dass
sie mich nicht ganz für voll nimmt. Ich hab die Ida wieder unter dem Kinn
gekitzelt und sie hat wieder angefangen zu lachen und zu schnaufen. Die
Schwester war hin und weg und hat zu mir gesagt: „Frau Spillner, der Ida geht
es wirklich total gut. Die fühlt sich sehr wohl !“ Das war ein schönes Gefühl
und ich war stolz auf mein kleines kämpferisches Mädchen. Nach einer weiteren Woche im Krankenhaus wurde ich endlich
entlassen und genieße seitdem meine kleine Familie hier zuhause. Ida ist ein
unproblematisches Baby obwohl sie nur als Baby verkleidet ist. In Wirklichkeit
ist sie ein Raubsaurier. Ich habe in den ersten 3 Wochen tatsächlich 6 bis 8
Stunden mit entblößtem Busen auf dem Sofa gesessen und dieses Kind gefüttert,
dass immer nur kleine Mengen trinkt, einschläft, sich voll kackt wie eine Große
und das ganze wieder von vorne. In der 2.Tageshälfte fällt sie dann in einen
Tiefschlaf und ich kann mich endlich um Henri und die Hunde kümmern. Aus Idas Körbchen
kommen Bäuerchen und Fürze die man sonst nur ausgewachsenen Männern zutraut und
die immer wieder für Gelächter sorgen. Sie ist einfach der Hammer. Lena hat am Samstag ihren 13. Geburtstag gefeiert. Nachdem
sie ja kurz vor Idas Geburt wieder eine schwere Pankreatitis hatte, bin ich
dafür besonders dankbar. Sie ist dermaßen verfressen, dass ich sie kaum wieder
erkenne. Langsam lässt ihr Augenlicht nach und man tut gut daran, Leckerchen
auf den Boden fallen zu lassen. Wenn man sie mit der Hand hinhält, riecht sie
das Guddi zwar, sieht es aber nicht und hackt zu. Aua. Bine ist eine richtige Babyschwester. Nach Henri schockt die
nichts mehr J.
Ida bekommt die Ohren geleckt und ist ansonsten vom Holly als ungefährlich
eingestuft. Ganz im Gegensatz zu Idas Bruder. Der hat ihr zwar noch nie was
getan, aber sie geht ihm großräumig aus dem Weg. Man kann nie wissen....das
Ding ist laut und bewegt sich unkoordiniert J. Einzige Ausnahme, der
Henri hat was zu essen in der Hand. Dann verfolgt man ihn auf Schritt und Tritt
und leckt auch schon mal die Esswaren ab iiih !
Lachende Grüße und bis die Tage, Dagmar |