Für Mecki
Wie
alles begann....
Das mir das Folgende immer noch so nahe geht, hätte ich nicht gedacht. Nachfolgend findet ihr die Geschichte, wie ich die nettesten Hundeleute überhaupt, durch das Internet kennen gelernt habe.
Alles
begann unter www.yorkie.ch, einem Hundeforum
von Rolf Gautschi.
Die
Geschichte wurde von Mecki im November 1998 aufgeschrieben und mit Bildern
versehen.
Mecki
ist im Juni 2002 gestorben.
Nach
und nach hat sich unsere Gemeinschaft aufgelöst und übrig geblieben sind vier:
Anja
Anke
Petra und
ich.
Mecki,
ich denke oft an Dich, Du bleibst mir unvergessen !
Das
erste Yorkie-Menschen-Treffen
oder die drei chaotischen Tage der Mädels....
| Wäre ich nicht selbst eines
dieser Mädels, würde ich die nachfolgende Geschichte nicht so ganz
glauben, aber so war es wirklich...
Alles fing eigentlich
damit an, daß es auf den Yorkie-Seiten ein Board gab, worin man
Meldungen schreiben konnte, wenn´s mal mit der E-Mail nicht klappte. Nach unzähligen
Meldungen, die ich so auf den verschiedenen Boards in den Yorkie-Seiten
verstreute und dementsprechenden Antworten, die ich im Laufe der Zeit
erhielt, fiel mir auf, daß eine gewisse Verbundenheit mit einer Userin
Namens Dagmar entstand. Nun hatte
ausgerechnet diese Dagmar kein funktionierendes E-Mail-Programm, so daß
wir uns unsere Geschichten auf diesem Board gegenseitig erzählten. Ich
gebe zu, es war noch nicht einmal allein die Hundeverbundenheit, sondern
auch die Tatsache, daß wir damals beide Pferdebesitzer waren und auch
sonst etwa die gleichen Ansichten vertraten. Jedenfalls
entwickelte sich hieraus ein mehr oder weniger ständiger Dialog
innerhalb dieses Boards zwischen uns beiden, und ich muß sagen, mit
jeder neuen Meldung wurde ich neugieriger auf diese Person. Dann kam der
eigentliche Tag X. Es war der 26. Juni 1998 an dem eine mir bis dahin
unbekannte Userin namens Nicky eine Frage im Board stellte, aus der sich
ein reger Dialog über den Standpunkt "Hund per Flugzeug mit in
Urlaub" entwickelte, an dem die Userin namens Anja (sie
"kannte" ich schon über einen früheren E-Mail-Dialog), die
Userin Susan und eben Dagmar sich beteiligten. Das Kuriose war, daß
Nicky und Anja erst innerhalb dieses Board-Dialoges feststellten, daß
beide im gleichen Ort und, noch besser, gerade mal zwei Straßen
auseinander wohnten. Jedenfalls ließ der Vorschlag der beiden, sich mal
zu treffen, nicht lange auf sich warten. Angesteckt von dem fröhlichen
Board-Dialog zwischen Nicky und Anja schrieb ich eine Meldung an Dagmar,
daß ich mich am liebsten auch einfach mal so in´s Auto setzen würde,
um sie zu treffen. Dann kam die zweite
Ernüchterung: Dagmar hatte keinen Platz, wo ich mit meinen beiden
Hunden unterkommen könnte. So kamen Nicky und Anja auf die Idee, wir
beide könnten doch zu ihnen kommen, wir würden dort schon eine
gescheite Pension finden, wo man auch mit Hunden unterkommen kann, da
Campen echt nicht zu meinen Leidenschaften gehört. Zu dieser Zeit stieß
auch noch Susan dazu, die ebenfalls von der Treff-Idee begeistert war.
Nachdem ich immer
schon zeitweise sehr spontane Ideen hatte, meinte ich auf einmal, wieso
eine Pension suchen, wo wir mit sechs Hunden gleichzeitig zusammen
wohnen konnten, warum könnten nicht alle zu mir nach Hause kommen,
zumal meine Schwiegereltern, in deren Einliegerwohnung ich wohne, einen
großen Partykeller haben. Dort waren genügend Schlafmöglichkeiten
vorhanden, und günstiger wäre es somit auch. Außerdem habe ich einen
kleinen kuriosen "Hundegarten", den man unbedingt mal sehen
sollte sowie eine angenehme Nachbarschaft, die sich bis heute von meinen
Hunden nie gestört fühlte. Alles im allem ein
praktischer Treffplatz mit Hunden ohne häßliche Nebenwirkungen. Somit wurde der Plan
unseres Treffens zur Realität, und auf einmal gab es eine Menge Überlegungen
anzustellen: Wie klappt das mit den fremden Hunden unter einem Dach?
Finden wir einen Termin, an dem wir alle zusammen können? Wie läuft
das mit der Verpflegung? Wie findet jeder am besten den Weg zu mir? Wo
genau sollten wir uns treffen, damit unsere Hunde sich auf neutralem Gelände
kennenlernen können? Vorallem wurde jeder
auch immer neugieriger auf den andern. Es wurden immer mehr Fragen
gestellt und beantwortet, die auf einmal überhaupt nichts mehr mit den
Hunden zu tun hatten. Wir nannten sie liebevoll "unsere Outings"
und davon gab´s wirklich eine Menge. Nachdem ja Dagmar
immer noch kein funktionierendes E-Mail-Programm hatte, liefen diese
"Gespräche" natürlich alle über das Board
"Mitteilungen", so daß sie dementsprechend auch für jeden
lesbar waren. So stellten auf
einmal noch einige Userinnen Überlegungen an, sich an unserem Treffen
zu beteiligen. Da war zum ersten die
Userin Petra. Sie kannte ich schon persönlich, nachdem wir uns ein Jahr
zuvor bei einer Schlittenhundemesse getroffen haben. Auch das "Kennenlernen"
von Petra und dieses damalige Treffen auf der Messe entstand durch die
Yorkie-Seiten. Somit war für mich klar, auch für Petra würden wir
noch ein Plätzchen im Partykeller finden. Schließlich und
letztendlich stieß noch Anke (sie kannte wiederum Petra schon) dazu.
Ich erinnere mich noch heute an Ankes lustigen ersten Spruch: "Laßt
mich gewähren zu sein, die??? in Eurem Bunde" und die ernsthafte
Frage, wieviele "wir" denn schon überhaupt wären. Das hat
mir so gefallen, daß ich meinte, Anke paßt irgendwie dazu. Somit war unser 1.
Yorkie-Menschen-Treffen geboren. Wir waren sieben Mädels und neun Hunde, die sich mehr oder weniger vorher noch nie gesehen hatten und jetzt drei ganze Tage unter einem Dach verbringen wollten. An dieser Stelle, so denke ich, wird´s Zeit "uns" mal genau vorzustellen. Also die Mädels, das sind von links aus gesehen:
und letztendlich ich, Mecki mit meiner Siberian Husky-Hündin "Laika" und meinem Bordercollie-Altdeutscher-Hütehund-Mix-Rüden "Janosch" Nachdem
nun die Anzahl der Mädels sowie der Hunde feststand, mußten ganz
konkrete Pläne gemacht werden, damit nichts daneben ging. So glühten ganze 3
Wochen die Surfleitungen zum Board "Mitteilungen", und so
manches mal erinnerten unsere Meldungen wohl mehr an einen großen
Kaffeeklatsch als an eine Hundeseite. Spätestens zu dieser Zeit
erschien eine kleine Kaffeetasse als Logo oben rechts im Board
"Mitteilungen", die der Homepagebetreiber Rolf Gautschi
treffenderweise dort hingestellt hatte. Ab diesem Tage hieß es für uns
nur noch das "Kaffeeboard" oder auch mal leicht verschämt -
aufgrund unserer vielen Meldungen - das "Quasselboard". Überhaupt war Rolf
sehr verständnisvoll für unsere Quasseleien und gestaltete das ganze
im Board so übersichtlich wie es ging. Noch mal hier an dieser Stelle
ein großes Dankeschön für Rolf. Am
24.07.98 war es dann soweit. Ich fuhr mit leichtem Herzklopfen zum
vereinbarten Treffpunkt los, wo schon Dagmar, Petra -, die mich schon
vorher mit ihrem Anruf erschreckt hatten, weil sie 1 Stunde früher als
geplant ankamen - und Susan, die als erste dort war, warteten.
Kaum waren wir mal gerade zwei
Stunden auf dem riesigen Gelände unterwegs, da wollten doch einige von
ihnen (los, gebt es schon zu Mädels...) schon wieder heimwärts und stöhnten
nach Wasser. Dabei habe ich sie doch nur einmal im Kreis geführt.
Ehrlich, nur einmal. Außerdem wollte ich ihnen unbedingt die Schafherde
zeigen, die mir dort immer begegnete.
Erst
wurden die Schlafplätze verteilt. Dagmar bekam als VIP im Wohnzimmer
das große Sofa, während Nicky das ganz kleine Sofa, Susan das größere
Bett, Petra die riesige Matratze und Anja ihre eigene selbst
mitgebrachte Matratze im Partykeller bekam. Anke reiste ja mit ihrem
"fahrbaren Schlafzimmer" an. So waren sie alle
"unter". Anschließend wurde für
Sitzmöglichkeiten im Garten -, was bei diesem herrlichen Wetter sich ja
quasi von selbst anbot - gesorgt, und dann kam auch schon der erste
Hunger auf, zumal Rico meinen Begrüßungs-Schokoladenkuchen bereits auf
dem Treffplatz entdeckt und ihn unauffällig vertilgt hatte. Also wurde
erstmal - wie vereinbart - gekocht, und auch dabei gab´s wieder einiges
zum Lachen. Auf einmal erschien ein größerer Hundepulk - Rico immer
voran - in der Küche, die wohlgemerkt mehr als winzig ist. Keiner der
Hunde grollte auch nur im geringsten seinen - umsonst! - wartenden
Nachbarn an. Dann
gab´s das erste gemeinsame Essen im Garten. Auch hier lagen die Hunde
kreuz und quer ohne Probleme unterm Tisch. Aber wir hatten nicht nur
"Unter-Tisch-Hunde", sondern auch einige sehr aktive
Hunde-Exemplare.
Ronja
bildete die Vorhut und inspizierte schon mal das Schlafzimmer meiner
Schwiegereltern, und wir staunten nicht schlecht, als sie uns von
Schlafzimmerbalkon herab etwas fragend anblickte und auch auf Petras
tadelnden Blick nicht daran dachte, die Romeo-und-Julia-Balkonszene selbständig
zu beenden. Freche kleine Ronja !
Denny lief gleich die steile Kellertreppe zu meinen Schwiegereltern hoch und wußte auf einmal nicht mehr, wie man Treppen herunter läuft. Anke mußte es ihr erst ein paar mal zeigen, dann hatte sie es verstanden und es ging hoch und runter. Verwirrte große Denny!
Am nächsten Morgen hörte ich schon in der Küche ein Geschirrklappern. Als ich aufstand, waren einige der Mädels schon wach, und das ganze Abendgeschirr stand wieder sauber im Schrank. Solche "Gäste" lob ich mir. Ich lotste Dagmar zum Bäcker
(jetzt weiß sie auch als Nichtsaarländer, wie man Flutes bestellt) und
als endlich alle Mädels ausgeschlafen hatten, gab´s das erste gemeinsame
Frühstück.
Auf dem
Weg überquerten wir eine kleine Holzbrücke, und von der anderen Seite
nahte ein Dackel mit Besitzer. Maxi konnte sich einfach nicht zusammenreißen
und wollte dem Dackel unbedingt einen guten Tag wünschen, der war aber
angesichts der dahinter kommenden Hundemeute anscheinend nicht so
begeistert und ergriff die Flucht, was Maxi wiederum toll fand und dem
Dackel nachsetzte. Wir standen etwas ratlos und leicht beschämt auf der
Brücke herum, als Susan lachend mit Maxi unterm Arm (also bei Anja und
Mogli wäre das nicht gegangen) wieder in die Runde stieß, und weiter
ging´s.
Auf dem
Weg überquerten wir eine kleine Holzbrücke, und von der anderen Seite
nahte ein Dackel mit Besitzer. Maxi konnte sich einfach nicht zusammenreißen
und wollte dem Dackel unbedingt einen guten Tag wünschen, der war aber
angesichts der dahinter kommenden Hundemeute anscheinend nicht so
begeistert und ergriff die Flucht, was Maxi wiederum toll fand und dem
Dackel nachsetzte. Wir standen etwas ratlos und leicht beschämt auf der
Brücke herum, als Susan lachend mit Maxi unterm Arm (also bei Anja und
Mogli wäre das nicht gegangen) wieder in die Runde stieß, und weiter
ging´s. Für mich war das Bergauflaufen ja tägliche Routine, aber so manches Mädel japste ganz schön, trotzdem hatten wir auch hierbei wir viel zu lachen. Dabei bin ich nie mit ihnen im Kreis gelaufen, sondern immer nur bergauf.
Ich habe auf dem Hof stolz die Stallungen, den Hofesel, das Hofschaf, die Kühe, die Pferde auf der Koppel, ganz besonders natürlich mein eigenes Pferd Rapunzel, gezeigt und dann ging´s wieder - sehr zur Freude einiger Mädels - talabwärts.
Zwischendrin ließen wir noch unsere Hunde an einem kleinen Bach Rast machen und erquickten uns an dem Anblick, wie alle Hunde triefnaß aussahen. Besonders Mogli mit seinem langen Fell machte dabei eine gute Figur. Ganz besonders interessant war das nämlich, weil in meinem Garten überall Häckselgut ausgestreut ist, nachdem meine Laika das Gras im Garten störte und sie es einfach nach unserem Einzug binnen vier Wochen "wegzauberte". Jedenfalls verfing sich das Häckselgut nach unserer Heimkehr so in Moglis Fell, daß er damit die ganze Wohnung ausstreute.
In
meinem täglichen Leben mit den Hunden ist für so was sonst Janosch zuständig.
Der hatte aber diesmal mehr damit zu tun, mit Argusaugen darüber zu
wachen, daß Laika nicht den anderen Rüden "schöne Augen"
machte, während Laika ihrerseits darüber wachte, daß Janosch nicht den
"schönen Augen" der anwesenden Hündinnen verfiel. Dann gab´s Kaffee und Kuchen, und stundenlang betrachteten wir die mitgebrachten Fotoalben.
Anschließend wurde der Gartengrill ausgepackt, und jetzt hieß es Rico und die anderen Hunde davon zu überzeugen, daß das "unser" Essen auf dem Grill war. Ich
habe die Würstchen nie nachgezählt, aber eins - so glaub ich zumindest -
verschwand irgendwie.
Der Sonntagmorgen stand schon leicht im Zeichen von Trauer. Nein,
nicht weil was passiert war, sondern weil wir alle wußten, daß dies der
letzte Tag unseres bis dahin herrlich verlaufenen Treffens war.
Eigentlich wollte Dagmar schon
ganz in der Frühe los, weil sie ja schließlich den längsten Weg hatte,
trotzdem blieb sie noch, bis alle Mädels - wir hatten doch in der Tat
einige Langschläfer darunter - aufgestanden waren. Wir liefen noch alle
zum letzten mal mit unseren Hunden auf eine große Auslaufwiese mitten im
Wald. Wir verabschiedeten uns mit versteckten Tränen von Dagmar, die uns somit mit Lena als erste verließ.
Dann
folgten Nicky mit Sally und unweigerlich gleichzeitig Anja mit Mogli.
Für uns
stand aber eins schon bei Dagmar´s Abfahrt fest: Dies sollte nicht unser
letztes Treffen gewesen sein. Mit Anke tötete
ich in der Frühe des nächsten Morgens noch einige der
"Wollratten", die während unseres Treffens die Wohnung belagert
hatten. Nach erfolgreicher Jagd gab´s Frühstück. Wir machten - diesmal
nur noch mit 4 Hunden - anschließend einen langen Spaziergang auf einen
Berg, der einen sehr schönen weiten Überblick über die ganze Stadt
bietet, und schließlich fuhr auch sie am späten Nachmittag weiter. Ich flüchtete mich mit Laika & Janosch rauf auf "meinen" Berg, weil mir nach dieser plötzlichen Ruhe sonst die Decke auf den Kopf gefallen wäre. Damals schrieb ich in
meiner ersten Board-Meldung nach unserem Treffen, daß alle Mädels ihre
Schatten in meinem Garten zurückgelassen hätten und fühlte eine Art
Trauer darüber. Heute fühle ich nur noch Heiterkeit, solch
unkomplizierte Menschen und Hunde auf einem so ungewöhnlichen Wege
kennengelernt zu haben. Wenn
ich heute in meinem Hundegarten gehe, höre ich immer noch ihr liebevolles
Lachen, und hier und da meine ich auch, noch einen Schatten zu sehen.... |