Für Mecki


Wie alles begann.... 

Das mir das Folgende immer noch so nahe geht, hätte ich nicht gedacht. Nachfolgend  findet ihr die Geschichte, wie ich die nettesten Hundeleute überhaupt, durch das Internet kennen gelernt habe.

Alles begann unter www.yorkie.ch, einem Hundeforum von Rolf Gautschi.

Die Geschichte wurde von Mecki im November 1998 aufgeschrieben und mit Bildern versehen.

Mecki ist im Juni 2002 gestorben.

Nach und nach hat sich unsere Gemeinschaft aufgelöst und übrig geblieben sind vier:

Anja
Anke
Petra und
ich.

 Mecki, ich denke oft an Dich, Du bleibst mir unvergessen ! 

Das erste Yorkie-Menschen-Treffen
oder die drei chaotischen Tage der Mädels....

Wäre ich nicht selbst eines dieser Mädels, würde ich die nachfolgende Geschichte nicht so ganz glauben, aber so war es wirklich...



Alles fing eigentlich damit an, daß es auf den Yorkie-Seiten ein Board gab, worin man Meldungen schreiben konnte, wenn´s mal mit der E-Mail nicht klappte.

Nach unzähligen Meldungen, die ich so auf den verschiedenen Boards in den Yorkie-Seiten verstreute und dementsprechenden Antworten, die ich im Laufe der Zeit erhielt, fiel mir auf, daß eine gewisse Verbundenheit mit einer Userin Namens Dagmar entstand.

Nun hatte ausgerechnet diese Dagmar kein funktionierendes E-Mail-Programm, so daß wir uns unsere Geschichten auf diesem Board gegenseitig erzählten. Ich gebe zu, es war noch nicht einmal allein die Hundeverbundenheit, sondern auch die Tatsache, daß wir damals beide Pferdebesitzer waren und auch sonst etwa die gleichen Ansichten vertraten.

Jedenfalls entwickelte sich hieraus ein mehr oder weniger ständiger Dialog innerhalb dieses Boards zwischen uns beiden, und ich muß sagen, mit jeder neuen Meldung wurde ich neugieriger auf diese Person.

Dann kam der eigentliche Tag X. Es war der 26. Juni 1998 an dem eine mir bis dahin unbekannte Userin namens Nicky eine Frage im Board stellte, aus der sich ein reger Dialog über den Standpunkt "Hund per Flugzeug mit in Urlaub" entwickelte, an dem die Userin namens Anja (sie "kannte" ich schon über einen früheren E-Mail-Dialog), die Userin Susan und eben Dagmar sich beteiligten. Das Kuriose war, daß Nicky und Anja erst innerhalb dieses Board-Dialoges feststellten, daß beide im gleichen Ort und, noch besser, gerade mal zwei Straßen auseinander wohnten. Jedenfalls ließ der Vorschlag der beiden, sich mal zu treffen, nicht lange auf sich warten.

Angesteckt von dem fröhlichen Board-Dialog zwischen Nicky und Anja schrieb ich eine Meldung an Dagmar, daß ich mich am liebsten auch einfach mal so in´s Auto setzen würde, um sie zu treffen.

Und plötzlich war das Stichwort "Treffen" im Spiel, welches zu dieser Zeit noch ungeahnte Folgen für uns alle haben sollte...

Im ersten Anfall von Übermut hatte ich in Gedanken schon meinen Reisekoffer gepackt, als die erste Ernüchterung kam. Ausgerechnet Dagmar und ich wohnten ca. 450 km auseinander. Ich erkundigte mich bei der Bahn nach den Kosten, um zu Dagmar zu reisen. Mit zwei Hunden käme ich besser weg, wenn ich mit dem Auto fahren würde, stellte ich dabei fest. Ich hatte die Kosten ausgerechnet, und die Höhe hielt mich nicht davon ab, endlich mal Dagmar "persönlich" kennenlernen zu wollen, so daß ich schon leise ernsthafte Pläne machte.

Dann kam die zweite Ernüchterung: Dagmar hatte keinen Platz, wo ich mit meinen beiden Hunden unterkommen könnte. So kamen Nicky und Anja auf die Idee, wir beide könnten doch zu ihnen kommen, wir würden dort schon eine gescheite Pension finden, wo man auch mit Hunden unterkommen kann, da Campen echt nicht zu meinen Leidenschaften gehört.

Zu dieser Zeit stieß auch noch Susan dazu, die ebenfalls von der Treff-Idee begeistert war.


Somit waren wir anfänglich fünf Mädels mit sechs Hunden.

Nachdem ich immer schon zeitweise sehr spontane Ideen hatte, meinte ich auf einmal, wieso eine Pension suchen, wo wir mit sechs Hunden gleichzeitig zusammen wohnen konnten, warum könnten nicht alle zu mir nach Hause kommen, zumal meine Schwiegereltern, in deren Einliegerwohnung ich wohne, einen großen Partykeller haben. Dort waren genügend Schlafmöglichkeiten vorhanden, und günstiger wäre es somit auch. Außerdem habe ich einen kleinen kuriosen "Hundegarten", den man unbedingt mal sehen sollte sowie eine angenehme Nachbarschaft, die sich bis heute von meinen Hunden nie gestört fühlte.

Alles im allem ein praktischer Treffplatz mit Hunden ohne häßliche Nebenwirkungen.

Somit wurde der Plan unseres Treffens zur Realität, und auf einmal gab es eine Menge Überlegungen anzustellen: Wie klappt das mit den fremden Hunden unter einem Dach? Finden wir einen Termin, an dem wir alle zusammen können? Wie läuft das mit der Verpflegung? Wie findet jeder am besten den Weg zu mir? Wo genau sollten wir uns treffen, damit unsere Hunde sich auf neutralem Gelände kennenlernen können?

Vorallem wurde jeder auch immer neugieriger auf den andern. Es wurden immer mehr Fragen gestellt und beantwortet, die auf einmal überhaupt nichts mehr mit den Hunden zu tun hatten. Wir nannten sie liebevoll "unsere Outings" und davon gab´s wirklich eine Menge.

Nachdem ja Dagmar immer noch kein funktionierendes E-Mail-Programm hatte, liefen diese "Gespräche" natürlich alle über das Board "Mitteilungen", so daß sie dementsprechend auch für jeden lesbar waren.

So stellten auf einmal noch einige Userinnen Überlegungen an, sich an unserem Treffen zu beteiligen.

Da war zum ersten die Userin Petra. Sie kannte ich schon persönlich, nachdem wir uns ein Jahr zuvor bei einer Schlittenhundemesse getroffen haben. Auch das "Kennenlernen" von Petra und dieses damalige Treffen auf der Messe entstand durch die Yorkie-Seiten. Somit war für mich klar, auch für Petra würden wir noch ein Plätzchen im Partykeller finden.

Schließlich und letztendlich stieß noch Anke (sie kannte wiederum Petra schon) dazu. Ich erinnere mich noch heute an Ankes lustigen ersten Spruch: "Laßt mich gewähren zu sein, die??? in Eurem Bunde" und die ernsthafte Frage, wieviele "wir" denn schon überhaupt wären. Das hat mir so gefallen, daß ich meinte, Anke paßt irgendwie dazu.

Somit war unser 1. Yorkie-Menschen-Treffen geboren.

Wir waren sieben Mädels und neun Hunde, die sich mehr oder weniger vorher noch nie gesehen hatten und jetzt drei ganze Tage unter einem Dach verbringen wollten. An dieser Stelle, so denke ich, wird´s Zeit "uns" mal genau vorzustellen. Also die Mädels, das sind von links aus gesehen:



  • Susan und ihre Schnauzer-Mix-Hündin "Maxi"
  • Anja und ihr Briard-Rüde "Mogli"
  • Petra und ihre Dobermann-Labrador-Beardedcollie-Mix-Hündin "Ronja"
  • Nicky und ihre Jack-Russel-Whippet-Mix-Hündin "Sally"
  • Anke und ihr Rottweiler-Schäferhund-Beagel-Mix-Rüde "Rico" sowie die Schäferhündin "Denny", die sie zur Zeit ausbildet
  • Dagmar und ihre Rottweiler-Schäferhund-Mix-Hündin "Lena"

und letztendlich ich, Mecki mit meiner Siberian Husky-Hündin "Laika" und meinem Bordercollie-Altdeutscher-Hütehund-Mix-Rüden "Janosch"

Nachdem nun die Anzahl der Mädels sowie der Hunde feststand, mußten ganz konkrete Pläne gemacht werden, damit nichts daneben ging.

So glühten ganze 3 Wochen die Surfleitungen zum Board "Mitteilungen", und so manches mal erinnerten unsere Meldungen wohl mehr an einen großen Kaffeeklatsch als an eine Hundeseite. Spätestens zu dieser Zeit erschien eine kleine Kaffeetasse als Logo oben rechts im Board "Mitteilungen", die der Homepagebetreiber Rolf Gautschi treffenderweise dort hingestellt hatte. Ab diesem Tage hieß es für uns nur noch das "Kaffeeboard" oder auch mal leicht verschämt - aufgrund unserer vielen Meldungen - das "Quasselboard".

Überhaupt war Rolf sehr verständnisvoll für unsere Quasseleien und gestaltete das ganze im Board so übersichtlich wie es ging. Noch mal hier an dieser Stelle ein großes Dankeschön für Rolf.

Am 24.07.98 war es dann soweit. Ich fuhr mit leichtem Herzklopfen zum vereinbarten Treffpunkt los, wo schon Dagmar, Petra -, die mich schon vorher mit ihrem Anruf erschreckt hatten, weil sie 1 Stunde früher als geplant ankamen - und Susan, die als erste dort war, warteten.

Die ganzen Tage vorher hatte es geregnet, und wir hatten schon alle Angst, das Treffen würde buchstäblich in´s Wasser fallen, aber an diesem Tag knallte die Sonne extra heiß herunter, und es war kein Wölkchen am Himmel zu sehen.
Als ich um die Ecke bog, standen die drei mit ihren Hunden im hohen Gras und winkten mir zu. Alle unsere Befürchtungen, daß es eventuell Probleme bei der ersten Begegnung der Hunde geben würde, waren umsonst. Die Hunde begegneten sich genauso freundlich wie wir Mädels.
Dann traf Anke mit ihrem "fahrenden Schlafzimmer" ein, und wieder gab es ein großes Hallo, nicht nur unter den Hunden.
Ausnahmsweise mal als letzte, liefen Nicky und Anja, die zusammen fuhren und sich auch noch trotz der besten Wegbeschreibung der Welt verfahren hatten, ein.
Jetzt waren wir endlich alle zusammen. Sieben Mädels und neun Hunde.
Wir wanderten erstmal 2 1/2 Stunden mit den Hunden auf dem von mir ausgesuchten neutralen Gelände, wo die Hunde, da sie dort alle ohne Leine laufen konnten, sich erstmal ausgiebig "kennenlernen" sollten.
Wir Mädels hatte ja alle das Gefühl, daß wir uns schon viel länger kannten, was wohl immer noch ein leiser Nachklang aus unseren unzähligen Meldungen im Kaffeeboard war. Jedenfalls hatten wir in diesen 2 Stunden viel zu lachen, und auch unter den Hunden gab es keine nennenswerten Unstimmigkeiten. Gerade mal Janosch und Mogli waren nicht gerade ein Herz und eine Seele, wenn es um Laika ging, aber das war schon alles.
Ich dachte immer, alle Hundemenschen wären gut zu Fuß, aber die Mädels belehrten mich eines bessern.

Kaum waren wir mal gerade zwei Stunden auf dem riesigen Gelände unterwegs, da wollten doch einige von ihnen (los, gebt es schon zu Mädels...) schon wieder heimwärts und stöhnten nach Wasser. Dabei habe ich sie doch nur einmal im Kreis geführt. Ehrlich, nur einmal. Außerdem wollte ich ihnen unbedingt die Schafherde zeigen, die mir dort immer begegnete.

Nachdem wir in Ankes "fahrendem Schafzimmer mit Kühlschrank" sogar Wasser für unseren tapferen Fußmarsch bekamen, fuhren wir im langen Auto-Konvoi zu mir nach Hause, und als alle ihre mitgebrachten Sachen vor der Haustür aufgestapelt hatten, glich der Garten eher einem chaotischen Campingplatz und mittendrin 9 Hunde.

Erst wurden die Schlafplätze verteilt. Dagmar bekam als VIP im Wohnzimmer das große Sofa, während Nicky das ganz kleine Sofa, Susan das größere Bett, Petra die riesige Matratze und Anja ihre eigene selbst mitgebrachte Matratze im Partykeller bekam. Anke reiste ja mit ihrem "fahrbaren Schlafzimmer" an. So waren sie alle "unter".

Anschließend wurde für Sitzmöglichkeiten im Garten -, was bei diesem herrlichen Wetter sich ja quasi von selbst anbot - gesorgt, und dann kam auch schon der erste Hunger auf, zumal Rico meinen Begrüßungs-Schokoladenkuchen bereits auf dem Treffplatz entdeckt und ihn unauffällig vertilgt hatte. Also wurde erstmal - wie vereinbart - gekocht, und auch dabei gab´s wieder einiges zum Lachen. Auf einmal erschien ein größerer Hundepulk - Rico immer voran - in der Küche, die wohlgemerkt mehr als winzig ist. Keiner der Hunde grollte auch nur im geringsten seinen - umsonst! - wartenden Nachbarn an.

Dann gab´s das erste gemeinsame Essen im Garten. Auch hier lagen die Hunde kreuz und quer ohne Probleme unterm Tisch. Aber wir hatten nicht nur "Unter-Tisch-Hunde", sondern auch einige sehr aktive Hunde-Exemplare.

Ronja bildete die Vorhut und inspizierte schon mal das Schlafzimmer meiner Schwiegereltern, und wir staunten nicht schlecht, als sie uns von Schlafzimmerbalkon herab etwas fragend anblickte und auch auf Petras tadelnden Blick nicht daran dachte, die Romeo-und-Julia-Balkonszene selbständig zu beenden. Freche kleine Ronja !

Maxi testete derweilen schon mal munter den "großen" Garten meiner Schwiegereltern und stand ganz verdutzt auf einmal hinterm Zaun und schaute uns ebenfalls verwirrt an. Susan mußte sie "retten". Tapfere kleine Maxi !

Denny lief gleich die steile Kellertreppe zu meinen Schwiegereltern hoch und wußte auf einmal nicht mehr, wie man Treppen herunter läuft. Anke mußte es ihr erst ein paar mal zeigen, dann hatte sie es verstanden und es ging hoch und runter. Verwirrte große Denny!

Rico wurde von meiner Schwiegermutter gleich im Vorratskeller mit einer Riesenmenge Frolic´s abgepaßt und für´s Leben bestochen. Dabei hätte er eigentlich dem Platzen sehr nahe sein müssen, da er außer dem vorgenannten Begrüßungs-Schokoladenkuchen auch Moglis ganze Leckerlies sowie Lenas 2,5kg Packung Frolic´s vertilgt hatte. Anke hatte gar nicht Augen und Hände genug, um ihn zu stoppen. Verfressener kleiner Rico
Sally hatte sich gleich in Janosch verliebt, was Laika überhaupt nicht recht war. So durfte sie ihn lediglich betrachten, aber jegliches Spielen wurde von Laika verboten. Einziger Trost war ihr kuscheliger Schlafkorb. Verliebte kleine Sally!
Lena wuffte hier und da mal ziemlich laut, damit wir uns auch davon überzeugen konnten, daß sie kein schwarzes Schaf, sondern ein richtiger Hund war. Auch sie hatte ein Auge auf Janosch geworfen. Trotzdem wich sie Dagmar kaum von der Seite. Treue kleine Lena!
Mogli wollte erst nicht so recht aus dem Partykeller raus, weil Janosch nicht besonders gut auf ihn zu sprechen war, nachdem Laika mit ihm spielen wollte. So schaute er immer erst mit seinem großen Wuschelkopf um die Ecke, bevor er rauskam. Armer großer Mogli!
Laika benahm sich weitaus besser als ich es mir gedacht hatte. Liebe kleine Laika !
Janosch hätte etwas toleranter sein können, aber er lernt ja noch. Tapferer großer Janosch!
Ja ich kann ohne Übertreibung sagen, es war ganz schön was los an diesem Tag. Wir blieben an diesem Abend sehr lange draußen bei Kerzenschein und Fackellicht sitzen, und nur die Abendkälte - vielleicht auch hier und da die Weinschwere - zwang uns, diesen schönen Abend zu beenden.

Am nächsten Morgen hörte ich schon in der Küche ein Geschirrklappern. Als ich aufstand, waren einige der Mädels schon wach, und das ganze Abendgeschirr stand wieder sauber im Schrank. Solche "Gäste" lob ich mir.

Ich lotste Dagmar zum Bäcker (jetzt weiß sie auch als Nichtsaarländer, wie man Flutes bestellt) und als endlich alle Mädels ausgeschlafen hatten, gab´s das erste gemeinsame Frühstück.

Danach starteten wir mit den Hunden einen langen Spaziergang auf den Berghof, wo Laika und Janosch ihr tägliches Hundeleben verbringen, da sie dorthin meinen Ehemann zur Arbeit begleiten dürfen.

Auf dem Weg überquerten wir eine kleine Holzbrücke, und von der anderen Seite nahte ein Dackel mit Besitzer. Maxi konnte sich einfach nicht zusammenreißen und wollte dem Dackel unbedingt einen guten Tag wünschen, der war aber angesichts der dahinter kommenden Hundemeute anscheinend nicht so begeistert und ergriff die Flucht, was Maxi wiederum toll fand und dem Dackel nachsetzte. Wir standen etwas ratlos und leicht beschämt auf der Brücke herum, als Susan lachend mit Maxi unterm Arm (also bei Anja und Mogli wäre das nicht gegangen) wieder in die Runde stieß, und weiter ging´s.

Auf dem Weg überquerten wir eine kleine Holzbrücke, und von der anderen Seite nahte ein Dackel mit Besitzer. Maxi konnte sich einfach nicht zusammenreißen und wollte dem Dackel unbedingt einen guten Tag wünschen, der war aber angesichts der dahinter kommenden Hundemeute anscheinend nicht so begeistert und ergriff die Flucht, was Maxi wiederum toll fand und dem Dackel nachsetzte. Wir standen etwas ratlos und leicht beschämt auf der Brücke herum, als Susan lachend mit Maxi unterm Arm (also bei Anja und Mogli wäre das nicht gegangen) wieder in die Runde stieß, und weiter ging´s.

Für mich war das Bergauflaufen ja tägliche Routine, aber so manches Mädel japste ganz schön, trotzdem hatten wir auch hierbei wir viel zu lachen. Dabei bin ich nie mit ihnen im Kreis gelaufen, sondern immer nur bergauf.

Ich habe auf dem Hof stolz die Stallungen, den Hofesel, das Hofschaf, die Kühe, die Pferde auf der Koppel, ganz besonders natürlich mein eigenes Pferd Rapunzel, gezeigt und dann ging´s wieder - sehr zur Freude einiger Mädels - talabwärts.

Zwischendrin ließen wir noch unsere Hunde an einem kleinen Bach Rast machen und erquickten uns an dem Anblick, wie alle Hunde triefnaß aussahen.

Besonders Mogli mit seinem langen Fell machte dabei eine gute Figur. Ganz besonders interessant war das nämlich, weil in meinem Garten überall Häckselgut ausgestreut ist, nachdem meine Laika das Gras im Garten störte und sie es einfach nach unserem Einzug binnen vier Wochen "wegzauberte". Jedenfalls verfing sich das Häckselgut nach unserer Heimkehr so in Moglis Fell, daß er damit die ganze Wohnung ausstreute.

In meinem täglichen Leben mit den Hunden ist für so was sonst Janosch zuständig. Der hatte aber diesmal mehr damit zu tun, mit Argusaugen darüber zu wachen, daß Laika nicht den anderen Rüden "schöne Augen" machte, während Laika ihrerseits darüber wachte, daß Janosch nicht den "schönen Augen" der anwesenden Hündinnen verfiel.

Aber alles in allem war ich sehr stolz auf das sonstige "Benehmen" meiner beiden Hunde in "ihrem" Revier. Nie gab es eine ernsthafte Situation, die unser Eingreifen erforderte.

Dann gab´s Kaffee und Kuchen, und stundenlang betrachteten wir die mitgebrachten Fotoalben.

Anschließend wurde der Gartengrill ausgepackt, und jetzt hieß es Rico und die anderen Hunde davon zu überzeugen, daß das "unser" Essen auf dem Grill war.

Ich habe die Würstchen nie nachgezählt, aber eins - so glaub ich zumindest - verschwand irgendwie.

Ebenfalls nie nachgezählt habe ich sämtliche Weinflaschen, die an diesem Abend reichlich ihre Abnehmer fanden.

Besonders Susan, die vor dem Treffen extra betonte, sie könne auch ohne Alkohol lustig (wir sprachen zuvor im Board ständig über alle möglichen Weinsorten, die jeder mitbringen wollte und so befürchtete sie wohl, sie trifft sich hier mit sechs Alkoholnasen) sein, hat tüchtig zugeschlagen. Allerdings waren wir nicht ganz unschuldig hieran.
Kaum schaute sie in eine andere Richtung, füllte sich ihr Weinglas wie von Geisterhand. Nach dem vierten Glas lallte sie dann weinseelig: "Isch happ doch nur ein Glaserl getrunken, koooomisch". Nun ja, wir wußten ja Bescheid.
Aber den Vogel hat wohl Dagmar abgeschossen. Nicht nur, daß sie das Füllen ihres Weinglases erst gar nicht der Geisterhand überließ, sondern ständig jemand von uns dazu aufforderte. Nein, zu später Stunde schüttete sie auch noch einige Gläser Rotwein ungezielt auf ihre Hose, was sie aber in ihrem "Zustand" überhaupt nicht näher interessierte.


Der Abend endete auch diesmal spät in der Nacht, und wieder mal war es die Abendkälte -und hier und da auch wieder die Weinschwere- die uns zum "Aufgeben" zwang.

Abschließend gab uns Dagmar eine von ihren selbstgeschriebenen Büttenreden mit Mütze und Brille zum besten.
Noch lächelnd in dieser Erinnerung fiel ich hundemüde in mein Bett und auch aus dem Partykeller kam kein Ton mehr. Einzig Anke wurde in dieser Nacht durch Rico auf Trab gehalten. Gleich mehrmals mußte sie mit dem "kleinen Fressack" mitten in der Nacht raus, weil alles bereits vertilgte ebenfalls aus Rico raus wollte und angesichts der Menge keinerlei Aufschub duldete.

Der Sonntagmorgen stand schon leicht im Zeichen von Trauer. Nein, nicht weil was passiert war, sondern weil wir alle wußten, daß dies der letzte Tag unseres bis dahin herrlich verlaufenen Treffens war.

Eigentlich wollte Dagmar schon ganz in der Frühe los, weil sie ja schließlich den längsten Weg hatte, trotzdem blieb sie noch, bis alle Mädels - wir hatten doch in der Tat einige Langschläfer darunter - aufgestanden waren. Wir liefen noch alle zum letzten mal mit unseren Hunden auf eine große Auslaufwiese mitten im Wald.

Wir verabschiedeten uns mit versteckten Tränen von Dagmar, die uns somit mit Lena als erste verließ.

Mit ihrer tiefsinnigen Bemerkung: "Heute Abend werde ich mir wahrscheinlich vor lauter Sehnsucht nach Euch eine Flasche Rotwein über die Hose schütten" zauberte sie sogar noch einige Lacher zwischen unsere Tränen.
So waren wir beim letzten Frühstück nur noch 6 Mädels und 8 Hunde.

Dann folgten Nicky mit Sally und unweigerlich gleichzeitig Anja mit Mogli.



Schließlich fuhr auch noch Susan mit Maxi und sehr spät am Abend letztendlich noch Petra mit Ronja. Einzig Anke blieb noch mit Rico und Denny über Nacht, weil sie an nächsten Morgen nach Süddeutschland weiterfahren wollte.

Für uns stand aber eins schon bei Dagmar´s Abfahrt fest: Dies sollte nicht unser letztes Treffen gewesen sein.

Mit Anke tötete ich in der Frühe des nächsten Morgens noch einige der "Wollratten", die während unseres Treffens die Wohnung belagert hatten. Nach erfolgreicher Jagd gab´s Frühstück. Wir machten - diesmal nur noch mit 4 Hunden - anschließend einen langen Spaziergang auf einen Berg, der einen sehr schönen weiten Überblick über die ganze Stadt bietet, und schließlich fuhr auch sie am späten Nachmittag weiter.

Ich flüchtete mich mit Laika & Janosch rauf auf "meinen" Berg, weil mir nach dieser plötzlichen Ruhe sonst die Decke auf den Kopf gefallen wäre.

Damals schrieb ich in meiner ersten Board-Meldung nach unserem Treffen, daß alle Mädels ihre Schatten in meinem Garten zurückgelassen hätten und fühlte eine Art Trauer darüber. Heute fühle ich nur noch Heiterkeit, solch unkomplizierte Menschen und Hunde auf einem so ungewöhnlichen Wege kennengelernt zu haben.

Wenn ich heute in meinem Hundegarten gehe, höre ich immer noch ihr liebevolles Lachen, und hier und da meine ich auch, noch einen Schatten zu sehen....