Clickertagebuch


29. September 2004
Hui, am Montag hat es das 1. Mal richtig zwischen meinen Mädels gerumpelt.....

Das regnerische Nieselwetter putscht die Stimmung im allgemeinen etwas hoch. Als ich nun am Montag von der Arbeit kam, waren Lena und Banja im Garten. Sie musste dort kurz warten, weil meine Schwiegereltern gerade neues Parkett verlegt bekommen und die Hunde da nicht drauf dürfen. Bine war mit Jörg oben.
Wenn ich nach Hause komme, hören aber im allgemeinen alle Hunde mein Auto. So auch da.
Banja und Lena kläfften im Garten als ich auf den Hof vor und oben jodelte Bine....
Also bin ich zuerst Richtung Garten gewackelt um die Dicken aus der Isolationshaft zu befreien. Noch auf dem Weg dahin hollte mich Bine ein, die von Jörg raus gelassen wurde und hüpfte wie eine Geisteskranke um mich rum.

Ich öffnete also die Pforte und Lena wollte hinaus (zu mir) stürzen. Banja auch und sie ist Lena dabei voll in den Rücken gesprungen. Dann haben die beiden Schwarzen sich heftig in die Köppe gekriegt. Da ist absolut keine Überlegenheit oder Unsicherheit auf einer Seite zu erkennen, nur Wut. Ich hab eine Weile zugesehen, weil Lena viel zu pfiffig ist um sich für so was ernsthaft weh zu tun. Sie haben dann auch beide mit Brust und Vorderläufen gerempelt (kann ja sein dass der andere umfällt !), in die Luft oder kurz vor das Gesicht des anderen geschnappt, gekeift wie alte Waschweiber und Lena hat Banja Ohr durchgeschüttelt. Grob geschätzt waren sie nach 20 Sekunden mit dem Zickenalarm fertig. Kaum hatte sich Banja abgewandt, hat sich Bine auf Banja gestürzt. Eine einmalige Gelegenheit Rang 2 im häuslichen Rudel einzunehmen. Lena hat gar nicht mehr mitgemischt und war unterwegs zum Hasenstall, aber der kleine Holly war wie angestochen. Mit Gebrüll auf Banja, in Ohren und Beine gebissen, geschnappt, gefletscht und geknurrt. Blöd für sie war nur, dass Banja sich überhaupt nicht drauf eingelassen hat und endlich zu mir wollte. Alleine streiten geht so doof. Als Banja bei mir angekommen ist, hing das Karlchen immer noch wütend im Schnauzer. Ein kurzes "es reicht jetzt" von mir und mit erschrockenen Babyaugen ist Bine 5 Schritte rückwärts gegangen. Sie konnte überhaupt nicht verstehen, warum wir uns jetzt nicht alle auf die arme Banja stürzen, wo wir doch die Chance haben aufzusteigen ?? !!

Seitdem ist das Hausgefüge wackelig. Zumindest kommt es mir so vor. Bine verteidigt momentan alles essbare und die Großen lassen sie gewähren. Banja hingegen spielt besonders hart und provokant mit Bine im Haus. Lena ist hin und her gerissen zwischen "splitten" und ich will es gar nicht sehen...

Und ich ? Ich finde es einfach nur spannend. Bine ist noch nicht wirklich bereit aufzurücken, meine ich. Dafür lässt sie sich viel zu gerne von den anderen beschützen oder vormachen was Sache ist. Aber der Tag ist nicht mehr lange hin....das liegt eindeutig in der Luft. Wenn sie wie eben, einen Beutel voller Knochen bewacht, dann trauen sich weder Banja, noch Lena hin... oder sagen wir besser, sie sehen nicht ein, warum sie sich dafür hauen sollten. Ich sorge schon dafür, dass jeder einen eigenen bekommt und ganz in Ruhe fressen kann.

Bine genießt weiterhin die Spiele mit Gartenfreund Robbi. Der ist nun fast soweit, dass er von alleine über den 1,60 m hohen Gartenzaun hüpft. An Bines Novemberläufigkeit mag ich aus diesem Grund gar nicht denken...

Am kommenden Freitag ist es nun soweit. Wir fahren endlich wieder auf ein Seminar ! Jawohl, Astrid, Bine und ich. Ich vermag überhaupt nicht vorher zu sehen, wie Bine sich verhält und wie sie mit dem doch enormen Stress eines 2 Tages-Seminars klar kommt. Schauen wir mal. Schlafen werden wir bei Pia, die selber 2 große Münsterländer hat. Für ausreichende Hundekontakte ist schon mal gesorgt. Und wenn wir am Sonntagabend wieder da sind, dann WISSEN wir, wie man den Hund von fast jeder Ablenkung ohne Leckerchen und Spielzeug abruft. Aber, wir sagen das nicht weiter *gg*. Außerdem steht individuelles spielen für die einzelnen Hunde auf dem Programm. Ich bin soooo gespannt.....

Bine ist in letzter Zeit clickermäßig sehr kurz gekommen. Ständig Handwerker im Haus, Seminar und Arbeit und diverse Freizeitaktivitäten haben nicht viel Zeit gelassen. Erst vorhin hatte ich mal wieder Zeit mit Bine ein paar Minuten zu arbeiten. Sitz, Platz und Steh standen heute zum wiederholten Mal auf dem Programm (meist vergehen Monate zwischen den einzelnen Übungen). Dabei soll Bine nicht vorhersehen was kommt, also keine sture Reihenfolge auswendig lernen (Steh-Sitz-Platz), sondern aus dem Platz geht es ins Sitz, aus dem Steh ins Platz usw.
Das hat die Lütte gut gemacht und zur Belohnung gab es Putenaufschnitt. Geübt haben wir in der Küche, aber das ist der Bine total egal. Hauptsache es springt dabei etwas für sie raus. Sie klappt wunderbar vom Steh ins Platz ohne auch nur einen Schritt zu tun und genauso flüssig geht sie vom Platz ins Steh, wenn sie verstanden hat worum es geht.

Übrigens hat sie ein Kilo abgenommen und müsste nun wieder mehr den Idealen von Karin und Volker entsprechen *g*. Jörg hatte sie nämlich schon 2x mit zum joggen. Dabei hält sie sehr gut mit, ist immer in einem Radius von 5 Metern um Jörg herum und hat Spaß dabei. Beim 2. Lauf haben die beiden schon ganze 12 km abgelaufen. Ich habe weder am selben Tag noch am nächsten oder übernächsten Tag etwas von Müdigkeit, Muskelkater oder Auslastung gemerkt. Bine war genau wie immer. Also zu allen Schandtaten bereit und ziemlich permanent auf Achse.
Es gibt aber im Haus und auf dem Hof sooo viele Sachen zu erledigen. Die Futterkammer will kontrolliert werden, ob das Futter das dort zum auftauen liegt, noch da ist. Im Hasenstall muss sie schnell nach den Rechten sehen (wobei sie die Hasen überhaupt nicht mehr interessieren), die Tauben flattern so schön, wenn man im vorbeilaufen ans Gitter hüpft oder bellt/knurrt. Der Gartenzaun muss bewacht werden, kann ja sein, dass Arco oder Robbi auftauchen. Zwischendurch isst sie eine heruntergefallene Birne/Apfel, Brombeere/Zwetschge. Dann sind ja auch immer wieder Leute da. Andrea ist wieder im Land, meine Schwiegereltern, unsere Oma, Jörg, mein Vater, Handwerker, Besuch.
Passanten erschrecken geht nur, wenn sonst keiner zuguckt.
Der Bine ist nie langweilig und mit den schnödesten Gegenständen (Plastikblumentopf mit oder ohne Blume, Gießkanne, Holzscheit, Schürsenkel, Wassernapf um nur einiges zu nennen) spielt sie wirklich stundenlang wunderbar ausdauernd ganz alleine. Es macht ihr richtig viel Spaß, denn sie ist nicht daran interessiert, dass jemand mitspielt.
Banja tut ihr immer noch den gefallen und jagt die Bine rund um den Gartentisch. Heidewitzka, da geht es im wahrsten Sinne des Wortes rund.

Tja und so freuen wir uns auf den Herbst, der hoffentlich noch ein wenig sonnig wird und ordentlich die Blätter durcheinander pustet.

In diesem Sinne bunte Grüße und bis die Tage,
Dagmar

25. September 2004
Meine Bine wird irgendwie immer sensibler. So ein zartfühlendes, weiches, gehorsames Teil. Unglaublich, aber wahr.

Auf den Zeitpunkt an dem sie "aufwacht" und arbeiten will, warte ich zwar noch, aber im alltäglichen Leben ist sie unerhört aufmerksam und achtet auf kleinste Signale. Ich muss nicht extra schreiben, dass mich das NICHT unglücklich macht, oder ?

Heute hat sie es gut gemeint mit mir, es kam aber trotzdem eklig bei mir an....
Ich habe gerade telefoniert (mit meiner Sabine), als Bine aufs Sofa gehopst kam und mir mit schief gelegtem Kopf ins Gesicht schaute. Ihre vorherigen jodelnden Aufforderungen endlich was mit ihr zu unternehmen, hatte ich bis dato ignoriert. Tja und dann hat sie blitzschnell den Kopf nach vorne gestreckt und mir die Lefzen (von innen ) geleckt. Lecker. Das macht sie sonst immer bei Lena. Die findet das doof, wenden den Kopf von links nach rechts, aber die schmale Holländerschnute passt wirklich überall hinein.

Nun, jetzt ist es ja nicht unbedingt so, dass ich Hängelippen hätte. Mitnichten meine Damen und Herren. Trotzdem hat die Bine zielsicher ihre Reptilienzunge in meinen Mund geschoben und mit mal eben die Wange geschleckt. Wie gesagt von innen. Iiiiiiggggiiittttt. Pfui Teufel. Also ehrlich, mir fällt dann sofort ein, wo die Bine in den letzten Stunden, Tagen, Wochen, Monaten, ja im Laufe ihres Lebens schon überall ihren Rüssel drin hatte. Bääääääääääähhhhhhhhhhhhh !

Dann konnte ich mir noch nicht mal den Mund spülen, ich habe ja grade telefoniert. Aber ohne Rücksicht auf meine Gesprächspartnerin habe ich "Bine Du Schwein" gesagt.....bis mir klar wurde, wie sich das anhören muss......für die Sabine *gg*.

Als eben jene Sabine 5 Minuten später von ihrem Hund Oskar, die Rotznase in den Mund geschoben bekam, war mir wieder bewusst, dass es immer schlimmer kommen kann als es ist....

Nächste Woche ist es soweit. Ich fahre MIT Bine zu einem Seminar nach Essen. Wenn wir wieder kommen.... oder sogar schon dort, können wir Hunde in allen erdenklichen Lebenslagen, von allen erdenklichen Ablenkungen abrufen. Mann, bin ich gespannt. Ob die Seminarleitung schon einen Holländer im Kurs hatte, weiß ich nicht. Hoffentlich fallen wir nicht NUR negativ auf....
Am liebsten wäre mir, wir fielen GAR nicht auf. Schauen wir mal. Der exklusiv Bericht steht dann natürlich hier.

So und morgen mach ich dann endlich mal wieder ein paar Fotos. Nicht dass das hier einreißt....

In diesem Sinne ladefreundliche Grüße und bis die Tage,
Dagmar

20. September 2004
Jawohl, hier war es lange ruhig. Genauso als wenn ich im Urlaub war. War ich aber nicht *gg*.

Ich musste ein paar Dinge regeln, dazu gehörte auch, dass ich ab sofort NICHT mehr in Willershausen trainiere. Wenn sich für mich hier etwas Neues ergibt, erfahrt ihr es hier praktisch zuerst.

Den Hunden geht es prima. Das ist genau ihr Wetter. Alles sind mehr oder weniger beweglich und Bine hat gestern ihr 1. Reh gejagt *grrrr*.
Wir waren mit Freunden verabredet und haben verschiedenen Streuobstwiesen vom Naturschutzbund abegfahren. Jörg ist ja Apfelbaumfetischist. Das bedeutet im Klartext, er setzt sich für den Erhalt und die Verbreitung von regionalen Obstsorten ein. Das erklärt, warum wir 18 verschiedenen Apfelsorten im Garten haben. Schade, dass ich keine Äpfel mag *gg*

Wir waren also auf der 1. Wiese und unsere Freunde hatten ebenfalls ihre beiden Hunde mit. Bine ist mit Max durchs Gras gerannt und war total geschäftig. Eleni lag wegen einer Kreuzbandverletzung an der Leine unter einem Baum :(
Plötzlich sehe ich, wie Bine ihre Nase in einen Busch streckt und auf der anderen Seite ein Hase aufspringt. Kacke. Ich habe einmal gerufen, sie hat einmal geschaut und ist dann in wilden Kreisen, die Nase erhoben durch die Wiese gerannt. Nützt nix, dachte ich, hab den Superpfiff geschmettert und bin die Wiese runter gestolpert. Ist übrigens eine Hangwiese und ich musste nachher den ganzen Weg wieder hoch kraxeln. Aber was tut man nicht alles.....
Schlecht war, dass Jörg stehen geblieben ist wo er war und munter die Bäume betrachtet hat. Im Laufen (was total gefährlich ist) hab ich dann über die Schulter gesehen, dass Bine durchaus mitbekommen hat, dass ich weg renne. Das Jörg noch dort steht auch ;(
Sie war dann einige Sekunden in einem richtigen Zwiespalt: Hase - Frauchen - Herrchen. Ich hab es an ihren hektischen Kopfbewegungen gesehen. Letztendlich habe ich aber gewonnen. Sie kam hinter mit her gerannt und ich bin noch ein paar Meter weiter *keuch* gelaufen. Glück gehabt. Max hatte von alle dem gar nichts richtig mitbekommen, sonst wäre es anders ausgegangen....

Dann sind wir weiter zu einer anderen Wiese gefahren. Die war zwar ebenerdig, aber das Gras stand bestimmt einen Meter hoch und umgeben war die Wiese von einem fiesen Wassergraben. Die Männer sind drüber gesprungen (samt Bine und Max) und wir Frauen sind auf der Straße stehen geblieben. Bine ist fröhlich durch das Unkraut gehüpft und war die nächste viertel Stunde mit Mäuschen suchen beschäftigt. Max ist durchs Gras gestromert und ich hab sehr wohl gesehen, dass er sich teilweise ganz schön weit entfernt. Die Männer haben nur gequasselt.....
Bine kam mich ein paar Mal besuchen um dann wieder in wilden Sprüngen zu Jörg zu hetzen. Ein Hütehund eben !
Ich war gerade dabei mich zu entspannen (warum war ich eigentlich vorher verspannt ?), als ich plötzlich "Maaaaaaaax, Max" und "Biiiiiinnnneee, Bine" Schreie gehört habe. Männer und Hunde waren in der Zwischenzeit bestimmt 100 Meter von uns entfernt. Tja und da hab ich sie dann gesehen.

Vorweg ein Reh, dahinter Max mit Gebrüll (ich glaube das nennt man Spurlaut) und leise aber nicht minder schnell hinten dran die Bine. Wie sehr hab ich mir gewünscht, dass das Reh sich umdreht und beißt, kratzt oder spuckt....
Den Männer hätte ich am liebsten zugerufen : "Schnauze", aber sie waren zu weit weg. Meinen Rückzugspfiff hätte Bine auf die Entfernung nicht mehr gehört und meine SUSI (Supersignal) Pfeife hatte ich ... na wo wohl, daheim :( !

Dann hat das Reh den nächsten Waldgürtel erreicht und ist verschwunden, samt Max und Bine ist abgedreht. Sie kam im hohen Tempo zurück und sowohl Jörg als auch ich, haben sie angefeuert. Genau in dem Moment, wo sie fast wieder da war, kam Max aus dem Gebüsch und rannte in die selbe Richtung wie Bine, aber immer noch Reh jagend weg. Und zack, war der Holländer wieder auf dem Weg weg von uns. Grrrrr. Allerdings war das nur noch ein halbherziger Versuch. 1 Minute später kam sie, die Zunge bis zur Erde, angelaufen. Sie wurde belohnt und durfte/musste ins Auto. Kaum saß sie drin, sprang das nächste Reh auf........
Für den Tag war ich wildmäßig bedient.

Dabei hab ich am Samstag noch ganz anders geredet. Da waren nämlich Bine und ihre Dalmatinerfreundin Deles zusammen spazieren. Bine hat brav nach Mäusen gesucht oder gespielt. An der einzigen buschigen Stelle, sonst war alles platte Feldmark, krachte es dann im Gehölz und Bine war sofort nachschauen. Einmal gepfiffen und sie kam sofort zurück. Hey, war ich stolz. 
Na gut, aber da waren ja auch keine Männer dabei *gg*, das war also leicht....

Ansonsten wird Bine immer mehr ein MEDIUM für Berührungen. Sie ist eine total Kuschelliese. Wenn ich abends ins Bett gehe, springt sie ebenfalls ins Bett und stellt sich, die Beine wie ein Sägebock gespreizt, zu mir. Jawohl, sie stellt sich. Liegen geht nicht, weil ich ja mit den Fingernägeln, die Beine hoch und runter kitzeln soll. Welches Bein (also vorne oder hinten, links oder rechts) spielt keine Rolle. Sie kriegt dann so einen "Blick in die Ferne"..... der Kopf sinkt immer tiefer, bis die Kinnlade an der Brust ist. Manchmal schmatzt sie und das sieht nicht nur lustig aus, sondern auch süß. Egal wie lange ich weiter mache, sie steht und steht. Wenn ich aufhöre, legt sie sich sofort hin und rollt sich zusammen. Ich hab auch schon probiert, was passiert, wenn sie neben mir im Bett steht und ich nicht kitzle. Zuerst versucht sie es mit Blicken: ".... Frauchen, hallo......wolltest du nicht.....schau mal mein Bein...". Wenn das keinen Erfolg hat, kommt sie mit einem der Vorderbeine näher, schaut über meinen Buchrand und wenn ich immer noch nicht reagiere, hebt sie eine Pfote hoch und hält sie hin, als wenn sie sich am Bein verletzt hat. Länger hab ich es bisher nicht ausgehalten, weil ich ihr gerne die Beine kitzle. Manchmal 30 Sekunden, manchmal 5 Minuten. Je nach Lust und Laune.

Genauso sensibel reagiert mein Karlchen, wenn ich ihr die Stirnplatte massiere. Aber bitte schön, immer die Fingernägel einsetzen. Nur streicheln ist doof. Sie legt die Stirn in Falten, lässt wieder den Kopf sinken und manchmal stöhnt sie auch *gg*. Herrlich !

Übrigens, Bine Bruder Beaven, hat seine 1. Ausstellung hinter sich. Wer es genau wissen will, der kann ja mal unter www.beavens-welt.de nachlesen. Ein "gut" hat er bekommen. Schönling *lach*. Bei der Zahnkontrolle hat er sich so verhalten, wie ich es für Bine vorher gesagt hätte: "NEEEEEIIIIINNNN... ich will nicht.... lass mich.... geh weh..... Frauchen.... HÜÜÜLLLFFFFEEEE....".

Wobei ich sagen muss, dass Bines Verhalten hier daheim oder in der Fremde, fremden Menschen gegenüber total lässig geworden ist. Okay, sie drängt sich nicht auf und sie ist auch nicht scharf darauf gestreichelt zu werden. Sie ist an Fremden einfach nicht interessiert. Damit kann ich leben. Der ein oder andere (so gestern), streichelt dann doch einfach drüber, krault hier oder killert da und erntet von Bine einen verständnislosen, aber entspannten Blick nach dem Motto: Hey, grabsch ich Dich einfach an ?" Und dann trollt sie sich. Besonders gelungen fand ich neulich einen Parkettleger, der hier im Haus bei meinen Schwiegereltern arbeitet. Den hat sie vorher noch nie gesehen. Fand ihn aber wohl sympathisch, er war nämlich schon im Wohnzimmer als Bine dazu kam. Schwupps, ist sie ihm zwischen die Beine gelaufen (das üben wir ja permanent beim "kuckuck") und ist ein paar Schritte mit ihm zusammen gegangen. Dabei hat sie gewedelt wie eine Blödsinnige....

In diesem Sinne, wedelnde Grüße und bis die Tage,
Dagmar

05. September 2004
Heute war dann wieder Agilitytraining. Durch die Pause an 2 Wochenende hatte ich mir eigentlich etwas mehr Elan versprochen. Allerdings war es heute auch wieder sehr heiß.

2 neue Hündinnen waren in der Gruppe. Ein Husky-Schäferhundmädchen (Jule) und ein Bordercollie-Mix (wenn ich das richtig verstanden habe, Leika).  Wir waren zuerst da und dann kam Leika. Bine hat nicht schlecht gestaunt, sie hat bestimmt Deles oder Mai Lee erwartet. Im ersten Moment dachte ich "unproblematisch", denn die Beiden hatten sich am Tag der offenen Tür schon kennen gelernt. Als Bine aber versucht hat, auf schnauzertypische Art ins Spiel einzusteigen (brumm, grummel, knurr), hat sich Jule ordentlich zur Wehr gesetzt. Für kurze Zeit war dann bei Beiden erst einmal das Vertrauen in den anderen flöten. Mit ängstlich aufgerichteten Rückenbürsten haben sie einander umkreist und hatten nicht wirklich den Mut ein neues Spiel zu beginnen.

Dann kam Ben, seines Zeichens Bordercollie. Den findet Bine okay, wenn er auch anscheinend nicht als Spielpartner in Frage kommt. Als Letzte ist Jule dazu gestoßen. Da war Bine erst einmal platt. So ein großer Hund. Da Jule aber über die typische Gelassenheit großer Hunde verfügt, haben die beiden sehr schnell miteinander gespielt.
Auf dem eigentlichen Platz war dann auch genug Raum zum ausweichen und es wurde nur hin und wieder etwas kritisch, wenn alle 3 Hündinnen wilde Rennspiele gemacht haben. Eine war dann meist über, ging dazwischen und das gab Stunk.

Die Aufwärmübung auf dem Platz (jeder geht und wenn der eigene Hund vorbei kommt Click & Lecker), ist bei uns mäßig erfolgreich *g*. Irgendwie tobt Bine sozusagen von Welpenbeinen an auf dem Grundstück umher und kennt es ganz genau. Warum bei Frauchen bleiben, wenn ich mit anderen "fangen" spielen kann ? Schließlich sieht sie mich ja, dass muss reichen.
Zu Anfang habe ich es mit normalen Leckerchen begonnen, aber als ich die Leberwursttube eingesetzt habe, wurden Bines Besuche häufiger. 
Mich stört es nicht wirklich, denn die ersten beiden, vielleicht maximal drei Lebensjahre, in denen die Hunde soviel spielen, sind schnell vorbei. Dann wünscht man sich die Zeit zurück in denen sie ausgelassen über die Wiese gerannt sind.

Dann folgten die ersten Parcoursdurchgänge in abgespeckter Form, als nur 1 Hürde und viele Tunnel, Steg und A-Wand. Die Hürde haben wir wie immer erfolgreich ausgelassen. Ich weiß auch nicht, wir wären gar nicht so schlecht, wenn es ein Agility ohne Hürden gäbe. Bine ist durch alle Tunnel gerannt, was ein großer Fortschritt ist. In den vergangen Trainingsstunden hat sie angefangen davor abzustoppen und zu schauen, ob ich vielleicht etwas hinein werfe. Das tue ich schon mal auf gar keinen Fall überhaupt gar nicht mehr. Das ist eher hinderlich. A-Wand und Steg waren sehr gut. Tunnel wie gesagt auch und der Weitsprung am Ende macht Bine sogar Spaß. Da hab ich sie nämlich rüber geschickt und das geht sonst mit nix.

Der 2. Durchgang war genauso. Alles gemacht außer der Hürde.

Der 3. Durchgang.... hmmm ihr wisst schon. Außer der Hürde.
Dabei habe ich Bine heute im vollen Galopp über den Tunnel springen sehen. Der ist viel höher als die Hürde und ja auch breiter. Das ist es nicht. Irgendwie sind die Dinger zu kurz. Also ich meine in der Breite. Für sie ist es einfacher dran vorbei zu laufen, als drüber zu springen. Diese nutzlose Energieverschwendung scheint sie nicht einzusehen. Sei es drum.

Dann haben wir an einer Dreiersprungkombination an deren Ende der Tisch stand , zuerst dass neben her laufen des Hundeführers (also ich) geübt. Schön, dass wir in den letzten Tagen durchs Dogdancing soviel Mühe auf das rechts führen verschwendet haben. Bine springt jetzt nämlich nur noch, wenn ich sie rechts führe. Links geht nichts mehr. Damit ihr keine Mühe verwenden müsst auf das durchblättern des Tagebuches eine Erinnerungshilfe:
Als wir angefangen haben, ist Bine nur gesprungen, wenn ich sie links geführt habe. Rechts ging nichts.

Dann war das abrufen dran. Größenwahnsinnig wie ich bin, habe ich mich hinter die 3. Hürde gestellt und Bine (die vor der 1. Hürde saß) gerufen. Hahahaha. Sie kam auch sofort außen rum gelaufen.
Also von vorne. Bine vor der 1. Hürde, ich dahinter. Gerufen und sie kam gesprungen. Priiiimaaaa und Leberwurst.
Bine wieder vor der 1. Hürde geparkt, ich hinter der 2. Hürde, gerufen und hopp, hopp Bine kam angesprungen, Leberwurst. Dann, man höre und staune: Bine vor der 1. Hürde geparkt, ich stehe hinter der 3. Hürde und rufe und Bine kommt außen herum gelaufen. Wenn ich mir den Hund angeschafft hätte mit dem Vorsatz Agility zu betreiben, würde ich an dieser Stelle verzweifeln *g*. Mal abgesehen davon, dass ich das Gefühl habe, sie hat es noch lange nicht wirklich begriffen.... unser Sport wird das nicht. In diesem Wissen kann man die Sache viel gelassener angehen. Es gibt so viele Dinge die sie mit Begeisterung betreibt, wenn es dass nun mal nicht ist, soll es auch gut sein. Die Hundekontakte und die 25 Begrüßungen von Patentante Gisela lohnen sich ja ebenso.

Die Stunde war ja noch nicht vorbei und so kam gegen Ende noch das voraus schicken über die Hürden. Bine sitzt vor der 3. Hürde, ich gehe und lege Leckerchen auf den Tisch. Zu Bine zurück und hopp gerufen (also mein Wille war da *g*). Bine ist dann außen rum, hat sich aber nicht an den Tisch getraut, weil ich "ääääh ääähhhh" gerufen habe. Mit Giselas Hilfe hat es dann geklappt. Bine saß neben mir, Gisela hat das Leckerchen auf den Tisch fallen lassen und Bine ist nach vorne gesprungen.
Bei 2 Hürden hat es auf genau diesem Weg auch geklappt, 3 waren allerdings schon wieder 1 zuviel *seufz*.

Ich habe auf der Heimfahrt ernsthaft überlegt, ob es für den nächsten Tag der offenen Tür nicht witzig sein könnte mit Bine mal was anderes zu zeigen. Also, wir springen über den Tunnel, kriechen unter dem Steg durch und rennen an jeder Hürde links oder rechts vorbei. Vielleicht sollte ich das mal versuchen. Ich wette, dann springt sie die Hürden......

Lena und Banja haben griesgrämig Zuhause gewartet. Immer ist das Frauchen nur mit Bine unterwegs, Gemeinheit. Ich habe gleich alle wieder ins Auto geladen (Bine war plötzlich taufrisch) um spazieren zu gehen. In der Feldmark war es dann aber doch ziemlich warm und Lena (die gerade nicht so auf der Höhe ist) hatte wenig Kondition.
Auf dem Rückweg zum Auto hat Bine plötzlich den MEGA-Mausesprung gemacht (bestimmt 1,50 hoch) und zack, hatte sie eine Maus erlegt. Einmal halbherzig gekaut und weg war sie *brrr*. Gut, dachte ich, dass zieh ich Dir von Deiner Fleisch-Knochen-Ration ab, als sie auch schon die 2. Maus hatte. Hoffentlich war das kein Mauseehepaar mit Kindern. Ekelig. Trotzdem hab ich mich überwunden, sie für ihren Beuteerfolg zu feiern. Schließlich bemühe ich mich von klein auf, die Hunde auf Mäuse zu fixieren. Dadurch sind sie immer in meiner Nähe. Dass Bine erfolgreich Mäuse jagen wird, konnte ich ja nicht ahnen. Banja und Lena schaffen das nämlich nie, sind aber trotzdem mit viel Spaß bei der Sache.

Zuhause hat Bine dann ihre reduzierte Mahlzeit in Empfang genommen um anschließend alles (ja, auch die Mäuse) auf den Hof zu kotzen. Praktisch veranlagt wie der Holländer nun mal ist, hat er nach 30 Sekunden alles wieder gefressen und zwar endgültig. Hundehaltung ist nichts für schwache Nerven....
Beim zusehen des Spektakels mit einem Auge, hab ich mich dann auch wieder daran erinnert, in den nächsten Tagen von Bine eine Kotprobe abzugeben um sie auf Würmer untersuchen zu lassen. Bis dahin lasse ich mich erst mal nicht mehr von ihr küssen. Nee, wirklich nicht.

Gegen Abend, als es heute kühler wurde, hat Bine dann wieder ein Jammerkonzert angestimmt. Wir also raus. Aber im Garten war auch alles nicht richtig. Beim rein gehen habe ich am Nachbarhaus die Katze auf dem Tritt sitzen sehen. Und den Zigarettenautomaten (neu). Also bin ich über die Straße und habe Zigaretten gezogen. Die Nachbarkatze (keine Ahnung wie sie heißt), kam mir maunzend entgegen gelaufen. Bine stand auf der anderen Seite mit riesigen, glänzenden Augen und man konnte ihr praktisch am Gesicht ablesen was sie dachte: E L L I !
Ich habe Bine gerufen und sie kam vorsichtig herüber. Die Katze habe ich derweil weiter gestreichelt. Wer schnurrt, kann gleichzeitig nicht fauchen. Außerdem hatten die Nachbarn bis vor 2 Jahren auch noch einen Schäferhund. Bine und Katze haben sich dann bis auf 30 cm genähert und waren dabei total entspannt. Ich fand es super. Das werden wir bei Gelegenheit wieder holen.

Kaum wieder oben, ging das Jammerkonzert wieder los. Alles nicht richtig. Gut, dachte ich mir, clickern wir eben. Vor einigen Tagen habe ich aus dem Supermarkt einen kleinen Plastik-LKW mitgebracht. Heute habe ich dann eine Kordel gesucht und an der Anhängerkupplung fest gezurrt. Ja und dann ging es los. Bine riecht am LKW. Click (die Leckerchen denken wir uns jetzt mal, die gab's ja auch, aber dann brauche ich das nicht immer zu schreiben). Bine hebt die Pfote und tatzt auf den LKW - click-.
Bine beißt in den LKW - click-. Von diesem Moment an, wurden nur noch Aktionen beclickert, die Bine mit der Schnauze ausführte. Das hatte sie schnell heraus. Allerdings bezogen sich alle Handlungen auf den LKW. Die davor drapierte Kordel hat sie am Anfang nicht beachtet. Nachdem Bine etliche Bestätigungen bekommen hat dafür, dass es was mit dem komischen Teil am Boden zu tun hat und das es nur clickert wenn sie das Maul gebraucht, clickte es plötzlich nicht mehr. Und schon verstärkte Bine ihre Bemühungen.
Ladeklappe ins Maul nehmen. Nö.
Ganzen LKW ins Maul nehmen. Nö.
Anhängerkupplung ins Maul nehmen. Yes, da ist ja das Bandel dran.
Dann ging es relativ schnell und sie hat das Band als erfolgreiches Instrument erkannt. Nur noch wenige clicks und Bine hat gezogen. Anfänglich war sie total erstaunt, dass das Ding plötzlich auf sie zurollert. Sie hat dann immer begonnen mit dem LKW zu spielen treu nach dem Motto: "Jaa cool, das lebt ja". Ich habe sie einfach gewähren lassen. Nach einigen Sekunden fiel ihr immer wieder ein, dass sie sich ja auch Leckerchen verdienen kann und schon hatte sie das Band wieder in der Schnauze. 
Wir haben relativ lange geclickert, unterbrochen durch Bines Spielpausen. Ich hatte jedoch nicht den Eindruck sie sei überfordert, hektisch oder gefrustet. Eher nachdenklich, am rätseln, puzzeln. Es hat Spaß gemacht. 
Natürlich könnte man die Übung auch anders aufbauen. Zuerst der Bine das Band anbieten (sie hätte sofort hinein gebissen) click.
Dann gemeinsam am Band ziehen -click-. Das ganze mehrfach wiederholen. Wenn das Band dann erst am LKW befestigt worden wäre, hätte sie schon eine Ahnung gehabt, was mit dem Band anzufangen gewesen wäre. So haben wir den schwierigeren, längeren Weg gewählt und doppelt soviel Spaß gehabt *gg*
Der LKW steht jetzt auf dem Kachelofen und wird von Bine ab und an sehnsüchtig betrachtet. Aber vor morgen gibt's den nicht wieder.

Brummigrüße und bis die Tage,
Dagmar

03. September 2004
Fahren wir also fort.

Nachdem ich Bine 2 bis 3 Mal die Hand habe wechseln lassen (damit meine ich natürlich die Seite an der sie geht), fand ich uns aufgewärmt genug.
Wir haben dann mit dem "rum" begonnen. Bine hat das rum ja schon ziemlich früh gelernt. Sie kommt von vorne angelaufen, ich sage "rum" und sie umrundet mich, bis sie wieder an meiner linken Seite steht. Dieses Mal haben wir aus der Sitzposition links begonnen. "Rum" und Bine kriegt einen Click für einen oder zwei Schritte in die richtige Richtung. Das ganze steigern und ziemlich schnell hat sie mich umrundet. Nun will ich nicht, dass sie jedes Mal an meiner linken Seite stehen bleibt oder gar vor mir. Sondern das Endziel soll sein, dass Bine mich umrundet bis sie ein anderes Kommando bekommt.
Das klappt schon ganz gut, auch wenn ich während der Ausführung das "rum" immer wieder wiederhole, damit sie weiter macht. Dafür kann ich aber das Handzeichen schon schön einschränken. Sie verlässt sich ganz gut auf das gesprochene Signal und reagiert sicher.

Obwohl niemand besser weiß als ich, wie schwer Hunden das generalisieren von Übungen fällt (also eine Übung perfekt im Wohnzimmer ausgeführt, heißt noch lange nicht, dass es im Garten auch klappt), hat mich dann der Teufel geritten....
Ich habe Bine den Fingerzeig in die anderen Richtung gegeben, also links um mich herum und habe "anders rum" gesagt. Zu meinem völligen erstaunen hat das super geklappt. Keine Ahnung wieso *wunder* geübt haben wir das nämlich noch nie. Ich hab es aber dankbar angenommen und war ganz stolz auf mein pfiffiges Karlchen.

Gekreiselt war Bine bis dato genug und wir haben eine Spielpause mit dem Ball gemacht. Das hat allerdings nicht lange gedauert, denn durch meinen Leckerchenbeutel fühlte die Bine sich genötigt, gleich wieder perfekt zu apportieren (also in die Hand). Bei so was kann ich einfach das Belohnen nicht sein lassen, sie macht es soooo prima. Bevor die Spielpause wieder komplett in Arbeit ausartet, habe ich die Bine dann durch den Garten gejagt. Das mag sie sehr und zum Glück nimmt mir in der Regel Banja die Arbeit ab *prust, schnauf*.

Nach der kurzen Pause musste man Bine gar nicht überreden zum weitermachen. Sie war Feuer und Flamme. Also dachte ich mir, die Polonaise haben wir lange nicht geübt. Das bedeutet ja nichts anderes, als das Bine hinten an mir hoch springt und so aufgerichtet stehen bleibt. Daheim konnten wir sogar schon ein paar vorsichtige Schrittchen gehen. Bines Pfoten liegen dabei frei auf meinen Hüften und in letzter Zeit hält sie sich mit der Schnauze an meinem BH-Verschluss fest. So ist das natürlich nicht geplant. Sie findet das Teil aber auch unter jedem Pulli, Shirt sogar unter der Jacke. Ich muss höllisch aufpassen, dass sie durch mein albernes Gekicher nicht zu sehr bestärkt wird. Bine mag es nämlich total gerne, wenn wir "albern" sind.

Die Polonaiseübung an sich, hat so gut wie gar nicht funktioniert (es kommt immer anders als man erwartet). Bine ist gehopst und war wieder unten. Gehopst und sofort wieder runter. Nach einigen Fehlversuchen haben wir es für diesen Tag sein lassen. Durch diese Übung angeregt, hopst Bine nun seit 2 Tagen wieder fröhlich an mir hoch und runter. Springt sie hinten, gibts einen click. Springt sie vorne oder an der Seite, streichle ich sie nur. Mir kommt es vor, als wäre das eine so gut wie das andere, hm ?!

Der Slalom durch die Beine war dann wieder wuchtig. Das heißt total flott ausgeführt und sehr sicher. 2x insgesamt und mit einer besonders schönen Ausführung aufgehört.

Alles in allem haben wir so 20 Minuten gearbeitet und waren mit Pausen ungefähr 40 Minuten da. Ich habe im warmen Abendrot gesessen, eine Abschlusszigarette geraucht und dann sind wir nach Hause gefahren. Bine war total zufrieden und hat den Rest des Abend Ruhe gegeben. Also hat ihr doch einfach Anregung und Beschäftigung gefehlt.

Das habe ich für heute eigentlich auch befürchtet. Jörg ist ja wie immer in den letzten Wochen weg und ich musste erst Arbeiten und dann nach Willershausen. Als ich heim kam, war Bine auch wirklich ziemlich aufgedreht. Nachbarshund Robby war die Rettung. Sein Herrchen Sören (ich glaube er ist 12), kam an den Zaun, sah uns und rief: "ich hole Robby". Weg war er *g*. Eine Sekunde später kam dann der hopsende, knickohrige Robby an den Zaun. Der ist total niedlich. Zwischenzeitlich 7 Monate alt und ich werde das Gefühl nicht los, dass es Sören und Robby bei uns gefällt. Wir unterhalten uns dann immer über Hunde *g*. Sören ist total sensibel und für sein Alter ein super  netter, verständiger Teenager. Robby wurde über den Zaun gehoben und Sören kam hinterher geklettert. Bisher mussten Banja und Lena dann immer aus dem Garten, weil ich nicht wollte, dass Sören bei einer möglichen 3er Einschüchterungsaktion meiner Arschgeigen, Angst um seinen Hund bekommt.
Banja und Lena sind dann heute meinen Schwiegertigern ausgebüchst und standen jammernd vor dem Gartentor. Ich habe meine Schwiegermutter rufen hören: "Lena komm, wir gehen zu den Hasen", aber Lena wollte NICHT :))

Robby und Bine tobten wie die Irren durch die Bäume und Sören erzählte mir von seiner Fahrradtour mit Robby. Klar finde ich auch, dass der Hund dafür zu jung ist. Erhobene Zeigefinger bringen aber in der Regel nichts. Ich habe ihm gesagt, dass ich es toll finde, dass er Zeit für Robby opfert und sie etwas gemeinsam tun, schließlich wäre Robby ja in einer Hundefamilie auch nicht eine Sekunde alleine und Sören muss schließlich tagsüber in die Schule. Grübelndes Nachdenken. Weiter in der psychologischen Kriegsführung habe ich gesagt, dass es für Hunde ganz schön schwer sein muss bei diesem Wetter zu joggen. Schließlich tragen sie ja die ganze Zeit durch ihr Fell praktisch einen Wintermantel und schwitzen können die auch nur über hecheln und die Pfoten. Staunendes "AHA" !
Wir haben dann noch über Pausen, Tempo und Wasser trinken gesprochen während Bine den armen Robby fertiger gemacht hat, als eine 2 stündige Fahrradtour es hinbekommen hätte *hüstel*.

Derweil stand Banja jämmerlich und weinend vor der Gartentür. Ich bin hingegangen, Robby kam mit (ich bin der beste Schutz gegen Killerbine) und Banja hat durch den Zaun genäselt. An Robby hatte sie überhaupt kein Interesse sondern sie wollte einfach nur zu mir (Wo ist die Mama ?). So hat sie den Zwerg dann auch ignoriert und Robby hatte durch Bine gar keine Chance sich Banja irgendwie zu nähern.
Kaum saß ich wieder auf dem Stuhl, stand Lena vor der Pforte. Ächz. Soll ich oder soll ich nicht. Die letzten Begegnungen mit anderen Hunden sind wirklich schon eine Weile her. Ich bin halt vorsichtig geworden, seit sie erst mal alles verdroschen hat, was sich Bine näherte. Da Bine aber mittlerweile nicht mehr ihr Baby sondern dem Schnauzi sein Schatten und außerdem noch stadtbekannte Landplage ist, dachte ich einen Versuch ist es wert.
Ich habe auch Lena herein gelassen, vorsorglich aber erst mal festgehalten. Robby wollte zwar kommen, aber mit einer Bine dran, drum und drauf, war das nicht so leicht. Ich habe mich hingesetzt und Robby kam hin und wieder an uns vorbei gestürmt. Lena hat mehrmals Protest gebellt, wirkte aber weder beunruhigt noch hatte ich den Eindruck sie stand unter Strom. Als ich sie losgelassen habe, ist sie stande pete zu Sören gelaufen um sich streicheln zu lassen. Sie liebt Kinder von Anfang an und wird dann ganz weich und wedelig.

Erst Minuten später haben sich Robby und Lena einen Nasenkuss gegeben, der Kleine wurde am Pullermann beschnuppert und die Sache war erledigt. So kenn ich meine alte Dicke. Ich habe mich gefreut. Wenn Robby jetzt zu Besuch kommt, können die Großen dabei bleiben und sich von Sören die Ohren massieren lassen *g*.

In diesem Sinne ganz zufriedene Grüße und bis die Tage,
Dagmar

01. September 2004
Irre, jetzt haben wir schon September und ich weiß noch wie die Bine ihre Weihnachtsgeschenke ausgepackt hat *puh*

Obwohl der Tag heute nicht ganz planmäßig abgelaufen ist (also wie immer), hat uns das schöne Wetter schnell nach draußen getrieben. Die Hunde konnten machen wozu sie Lust hatten. Banja und Bine haben gemeinsam an einem Ball gezerrgelt (Jörg hat im Auto unsere Frisbee Scheibe mit nach Frankfurt genommen *mist*) und Lena hat hochwichtig Mäuschen belauert.
Das ganze sieht dann so aus:


Ich will ihn, nein ich, nein ich, gib her, lass los (so geht das stundenlang)


LASS LOS !!!!!!


Es wimmelt gerade bei uns nur so vor Mäusen.....

Nach einer Weile war es Banja und Bine zu langweilig bzw. der Ball zu doof. Der fliegt einfach nicht soweit wie eine Frisbee Scheibe. Kurz zu Lena geguckt was die macht und schon waren die Beiden ebenfalls im Mausefieber.




Komm da SOFORT raus


Und hier steckt noch eine und noch eine und noch eine....


Zu Zweit kann man gleichzeitig den Ein- und Ausgang überwachen


So manche Mausewohnung liegt am Hang *g*

Und während ich mit dem Fotoapparat durch die Gegend stiefele und mich darüber freue wie schön wir doch wohnen....



trete ich mit den Birkenstock in so ein altes Pümpelloch voller Schmodderwasser.



Die Hunde sind brav drum herum gelaufen nur Frauchen musste sich gleich wieder daneben benehmen. Während ich in Fäkalsprache meinen Missmut lauthals kund getan habe, hat Bine mich so angesehen:


Was meint ihr ? Lacht sie oder streckt sie mir die Zunge raus ??

 

Wieder Zuhause angekommen, gab es erst mal ein gutes Futter für die 3 Mausejäger. Innerlich hatte ich mich darauf vorbereitet anschließend mal 5 Minuten sitzen zu bleiben und vielleicht einen Cappuccino zu trinken. Ja aber Hallo, wer glaube ich denn das ich bin, da hätte ich mir wohl besser einen Neufundländer gekauft. Bine war total aufgekratzt. Eine Viertelstunde habe ich mir das noch mit angesehen, denn nach einem Spaziergang ist die Erregung zuerst immer noch auf dem Höchsstand. Manchmal legt sich die Bine dann hin und ruht. Heute nicht. Sie wollte und wollte sich nicht beruhigen. Lief zu mir, dann zum Schnauzer. Jabbelte, fiepte, suchte herum, warf mit Spielsachen um sich, stieg auf den Sessel um aus dem Fenster zu sehen und wieder runter. Wollte gestreichelt werden, ABER nur an ganz bestimmten Stellen (Nacken, Bauch), wenn man nicht genau trifft geht das Gejabbele wieder los. Anstrengend sage ich
euch !!!

Da ich gerade das Buch "Mentaltraining für Hunde" von Anders Hallgren lese und ein ganz schlechtes Gewissen bekommen habe, dachte ich mir, was soll's, Cappuccino trinken kann ich hoffentlich auch noch in 15 Jahren. Also CD-Player gepackt, Würstchen geschnitten (hier hat Bines Jaulkonzert seinen Höhepunkt erreicht), Clicker eingepackt, Wassernapf gefüllt und noch einen Ball zum spielen und ab in den Schrebergarten meines Vaters. Dort ist Bine erst mal eine Weiler herum gerannt und hat geschnüffelt. Zwischenzeitlich komme ich mit einigen Hunden zum tanzen dort hin. Nachdem sie fertig war (ich habe zwischenzeitlich geraucht und wünschte mir einen CAPPUCCINO) haben wir begonnen mit dem Dogdance.

Musik an und los ging es. Zum aufwärmen einfach immer nur freudiges Fuß gehen auf der linken Seite. In der Regel gehe ich am Anfang nur gerade Strecken und nach ca. 1 Minute fange ich an Zirkel, Achten und kleine Kreise zu gehen. ICH BIN DABEI FREUDIG. Bine war mäßig aufmerksam und ich dachte schon, sie wollte gar nicht clickern sondern irgendwas anderes und hat darum Zuhause ein Affentheater veranstaltet. Sie bleibt dann zwar sehr schön bei mir, wackelt aber so nebenher. Nicht beschwichtigend oder lustlos, aber eben nur locker flockig und schaut sich den Löwenzahn an. Sie sieht dann kaum hoch und ist mir persönlich nicht dicht genug am Bein. Ich habe meine Clickerrate gesteigert, also bei jedem 2. Schritt ein Click, und siehe da..... viel besser.
Nachdem ich die volle Aufmerksamkeit meines Mädchens hatte, habe ich ihr das Zeichen zum Seitenwechsel gegeben. Das bedeutet dass Bine HINTER mir (ich gehe weiter) auf die rechte Seite kommt und dort Fuß geht. Wir haben dass bisher in der Wohnung bis zum erbrechen geübt *würg* und das war nun der 1. Test am Busen der Natur *lach*.
Zum wechseln sage ich sinnigerweise "Wechsel" und sobald sie Anstalten macht sage ich "Hand". Das ist das Signal für Bine auf der rechten Seite zu gehen und meine herab hängende Hand anzustupsen.
Das lange Üben hat sich so was von gelohnt. Bine war perfekt. Sie ist nach dem Signal sofort auf die andere Seite gewechselt und hat meine rechte Hand angestupst. Ich hab dann erst mal einen Freudenanfall bekommen. Bin gehopst und gesprungen (Bine auch) und wir haben mit einem fetten Stück Putenwürstchen gefeiert.

Fortsetzung folgt.....