Clickertagebuch


31. Oktober 2004
Oh, letzter Eintrag für diesen Monat und dann ist schon November....

Heute war für Bine mal wieder Clickerzeit. Nach der Mittagsrunde gab es rohe Leber. Die einzige Fleischmahlzeit, die die Hunde nicht besonders lecker finden. Ich habe aber noch soviel davon, dass ich es heute drauf ankommen ließ. Siehe da, Banja und Lena haben ganz manierlich gefressen (zum 1. Mal ohne dass ich die Leber kochen musste) und Bine hat schon vor Futterneid alles herunter geschlungen.
Nicht für lange.
Ca. 30 Sekunden später im Garten machte sie "Brrrruuuuuuääääääähhhhhh", und die Leber lag fein säuberlich im Gras. Was nun ? Banja hätte sich der Sachen schon angenommen, wartete aber brav, ob Bine nicht vielleicht doch noch alles aufessen will. Bine war sich nicht sicher, ob das nun lecker ist oder nicht. Sie schlabberte eine Weile daran herum, nahm einzelne Stücke ins Maul, kaute, verzog das Gesicht und spuckte mit Ekel wieder ins Gras.
Lena würde niemals aber auch niemals, dass Erbrochene von Irgendjemanden anrühren *gg*.

Das Ganze dauerte so 5 Minuten und dann durfte Banja sich bedienen, während Bine lustlos auf einem klitzekleinen Stückchen herum knetschte. Oben in der Wohnung, war an Mittagsruhe nicht zu denken. Schließlich hatte Bine Hunger. Ich war eine viertel Stunde fest entschlossen Bine vor der Abendmahlzeit nichts zu geben, aber ehrlich, einen hungrigen Holländer hält doch keiner aus !!!!

Sie hat alle möglichen und unmöglichen Dinge apportiert, Platz, Sitz und Steh gemacht, gejodelt, Blätter vom Benjamin abgerissen (dabei haben wir DAS noch nie geclickert) und war einfach unausstehlich. In weiser Voraussicht hatte ich morgens auch noch ein Paket Blättermagen aufgetaut und so bin ich mit Bine wieder in den Garten. Umsonst gab es den nämlich nicht.

Wir haben ein bisschen rumprobiert und dann noch mal das "rum" (um meine Beine kreiseln im Uhrzeigersinn) und das "andersrum" geübt. Das klappt schon ganz gut. Nachdem Bine dann doch noch eine kleine Mahlzeit hatte, konnten wir hoch gehen und die Trine hat ein Nickerchen gehalten.

Nachdem den Nachmittagsspaziergang Jörg absolviert hat (ich bin so blöde mit dem Fuß umgeknickt und konnte nicht gehen) waren die Hunde im Anschluss getrennt. Lena ist mit Jörg draußen geblieben "...irgendwann muss er schon mal die Hasen füttern...", Banja ist unten geblieben weil es Kaffee und Kuchen gab (die Verräterin) und Bine war bei mir oben.

Da hab ich mir gedacht, die dunkle Jahreszeit bricht an, es wird mal Zeit für das Denkspielzeug, dass wir im Frühsommer gebastelt haben. Und das sieht so aus:

3 leere bewegliche Wasserflaschen auf einem Bambusstäbchen, den abgeschnittenen Flaschenhals mit Isolierband entschärft und das Ganze zur besseren Standfestigkeit auf ein Holzbrett gedübelt. Später mal soll Bine genau die bedienen (mit Nase oder Pfote, mal sehen was sie anbietet) in denen die Leckerchen sind. Wichtig ist, dass bei der Übung im Fernsehen gerade in wunderschöner Sonnenuntergang läuft *ggg*
Bine stand, wie man sehr schön sehen kann, ratlos da.

Zuerst kamen die Clicks fürs ansehen des Geräts. Dann fürs hingehen und na ja, viel weiter sind wir heute nicht gekommen *lach*. Immer wenn sich aus versehen eine Flasche bewegt hat, ist die Bine 5 Meter nach hinten gesprungen *hüstel*

Für hinter dem Gerät stehen clickt es natürlich auch.....

Für rechts neben dem Gerät stehen auch.....*gäääähhnn* usw.: Übrigens, da wo die 2 Punkte leuchten steht Bine :)

Nach ca. 5 Minuten habe ich abgebrochen. Mal sehen wie weit wir diese Woche kommen. Bine war nach dem clickern so geladen, dass sie ihren Frust erst mal auf dem Sofa ablassen musste.


Da hat sie echt den Schalk im Nacken. So ähnlich sieht es aus wenn sie lächelt, nur dass sie die Oberlippe dabei ganz hoch zieht.


Schöne weiße Beisserchen hat unser Karlchen.

Aus dem Gerammele auf dem Sofa hat sich dann seit langer Zeit mal wieder unsere Spiel ergeben. Ich hab die Hand unter die Sofadecke gesteckt und Bine versucht dran zu kommen. Das dauert ungefähr 0,2 Sekunden. Sie beisst nämlich in die Decke und hebt sie einfach hoch. Wenn ich mit der Hand die Decke festhalte, buddelt sie sie frei. Ich hab trotzdem 2 Fotos hin gekriegt.


Komm sofort da RAUS du Schuft !!!


Gleich hat sie mich und dann .....*aua* :)

Aus dem herzigen Herumalbern bin ich dann dazu übergegangen die "Bussikäfer" fliegen zu lassen. Schon alleine dass ich einen Kussmund mache und schmatzende Geräusche ist für Bine Aufforderung genug, die ollen Käfer (in dem Fall mich) abzuwehren. Mein Part ist es, schmatzen angedeutete Küsse auf der Bine zu landen und Bines Aufgabe ist es, dass NICHT zuzulassen. Weg gehen ist dabei für uns beide nicht drin.... oder sind wir etwas Mädchen ? *gg* Einmal hat sie meine Nase gehalten und ich musste schielen, damit ich ihr ins Gesicht sehen kann (gut dass es davon kein Foto gibt). Bei so was krieg ich auch andauernd einen Lachflash und Bine ist völlig aus dem Häuschen. Das Spiel war aus, wegen eines fiesen Fouls vom Holländer. Sie hat mal wieder meine Brille durchs halbe Wohnzimmer segeln lassen.

Albern sein können wir ziemlich gut... schade, dass es da noch keine Turnierdisziplin gibt. Wir wären mindestens Europameisterinnen.

In diesem Sinne lockere Grüße und bis die Tage,
Dagmar

30. Oktober 2004
Juchhu, endlich Wochenende. Na gut, mehr für den Rest der Menschheit als für mich. Wir trainieren ausgesprochen fleißig. Ne, nee, damit mein ich nicht meine Hunde... da ist Hopfen und Malz verloren, sondern die Kundenhunde. 
Quatsch. Natürlich sind meine eigenen nahezu perfekt, wenn man mal von Bines Vorliebe für Hubschrauber absieht, Banjas Piepsorgien und Lenas Bellattacken....

Aber allen ernstes muss ich nächster Zeit mehr Freiräume für Bine raus schlagen. Nicht, dass dem kleinen Holly was fehlt, aber mich stört es irgendwie dass wir zu nichts kommen. Wenn ich Zeit und Muße habe, arbeitet sie hoch konzentriert mit. Durch einige Wochen Clickerpause ist für Bine Weihnachten wenn ich sage "los gehts". Egal dass die dunkle Jahreszeit vor der Tür steht, clickern geht im Wohnzimmer, Bad oder Schlafzimmer. Wir brauchen weder Platz noch besondere Vorkehrungen. Das ist ja das Gute an der Sache.

Heute war Robby wieder zu Besuch. Langsam fängt er an bei Bines rüden Spielchen stand zu halten. Sie kann genau unterscheiden, wen sie vor sich hat. Robby, als viel jüngerer Spielpartner muss schon einiges aushalten. Natürlich habe ich Bine im Visier. Wenn ich der Meinung bin, sie treibt es besonders doll, halte ich sie kurz zurück. Da Robby dann sofort angeschossen kommt und an Bine herum knabbert, weiß ich, dass er es als nicht so schlimm empfindet, wie es manchmal aussieht *gg*.

Lena und Banja sind gut drauf. Überhaupt hab ich den Eindruck, meine Großen werden jeden Tag ein bisserl jünger. Vorhin haben beide versucht ebenfalls mit Robby zu spielen. Das hat nicht funktioniert, weil Robby selber sehr verunsichert war. Die Dicken haben schließlich bisher getan als wäre er Luft.

Eine Spielsequenz war ziemlich spannend. Banja wollte zu Robby und hatte ihre typisches Spielverhalten drauf. Sie hoppelt dann irgendwie, wie ein schwergewichtiger Hase. Robby, gespannt was da nun kommt, stand wie angewurzelt und wedelte dem Schnauzer entgegen. Tja und dann kam Bine von der Seite und hat sich praktisch vor Banja geworfen.
Ich meine hier nicht das typische Splittingverhalten dass einige Hunde zur Beschwichtigung einsetzen. Bine hat so eine sonderbare Art vor Banja eine Judorolle nach der andere hinzulegen. Das macht sie oft mehrmals täglich wenn die Beiden zusammen spielen.
Bine kommt dann angerannt, nimmt Anlauf, kracht sich auf die Schulter, rutsch weiter, strampelt mit den Beinen, steht wieder auf, kracht sich wieder auf die Schulter usw.
Der Schnauzi wird dabei immer ganz konfus, weil sie entweder einen von Bines Stinkefüßen im Gesicht hat oder ein strampelndes Etwas vor ihr auf den Boden kracht. Egal wohin Banja sich dann wendet, Bine liegt schon vor ihr auf der Erde und zappelt. Komisch.
Ohne Robby endet dass dann immer so, dass Banja erst versucht weg zu gehen (geht aber net) und letztendlich MUSS sie dann gegen ihren Willen mit der Bine spielen. Spätestens ein paar Sekunden nach dem es los geht, hat Banja VERGESSEN, dass sie nicht spielen mag :)))

Und so war es vorhin auch. Banja wollte zu Robby und ich glaube der war ganz interessiert (sah zumindest so aus) aber es war schier unmöglich, weil wohin Banja sich auch wandte, Bine lag schlawenzelnd am Boden, strampelte, stand auf, krachte sich hin usw.
Nach ca. 2 Minuten hat Banja völlig entnervt aufgegeben.....*g*
Ich glaube nicht, dass es sich lohnt, dieses Verhalten in die lange Liste der Beschwichtigungssignale aufzunehmen, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass da draußen auch nur noch so ein Judoka Hund rum läuft. Falls doch, freu ich mich über einen regen Mailaustausch *gg* !

Heute Nacht wird ja ZUM GLÜCK, die Uhr wieder umgestellt. Endlich wieder Normalzeit und eine Stunde später aufstehen. Hurra. Obwohl, wenn ich es recht bedenken, was nützt es mir ? Das Karlchen hat sich so auf 6.30 Uhr Sommerzeit eingeschossen, dass morgen früh für mich wahrscheinlich die Nacht um 5.30 zu Ende ist *buäähh*.
Gut, mein Hund beherrscht alle Grundkommandos und noch eine Menge Tricks (die keiner braucht), sie wurde wieder erwarten doch noch stubenrein (von-Anfang-an Tagebuchleser werden sich dunkel an die Leidenszeit erinnern), sie kann allein in der Wohnung warten, in der alle Türen offen stehen ohne etwas zu zerstören. Sie ist Silvester- und Gewitterfest. Sie verträgt sich mit Hündinnen und Rüden, apportiert mir alles mögliche und unmögliche, fährt für ihre Leben gerne Auto und kann von einem auf dem Boden stehen Teller mit Leberwurstbroten weg sehen.........ABER was das ausschlafen angeht, hab ich auf ganzer Linie versagt. Ich gebe es zu. Bine kann nicht ausschlafen.....
Vielleicht bin ich als Hundehalter doch nicht wirklich geeignet ?!

Grübelnde Grüße und bis die Tage,
Dagmar

24. Oktober 2004
Die Wochenenden sind doch einfach viel zu kurz. Ich finde, dass musste mal gesagt werden....

Gestern Morgen, bin ich in aller Frühe mit den Hunden spazieren gegangen. Bine war nämlich um halb sieben schon so was von ausgeschlafen :(
Auf dem Rückweg zum Auto ging dann in einiger Entfernung ein Berner Sennenhund mit Frau spazieren. Kaum dass er uns erblickt hat, rannte er auch schon wie von der Tarantel gestochen übers Feld um in ca. 50 Metern Entfernung brav das Tempo zu drosseln und sich in Positur zu stellen. Wer so freudig und unbedingt zu uns kommen will, kann nichts böses im Schild führen und überhaupt war es viel zu früh um sich aufzuregen. Worüber auch. Ich hab es als Übung für Bine genommen sie so lange wie möglich bei mir zu behalten, unangeleint natürlich.

Da das Frauchen vom Sennenhund in aller Seelenruhe und ohne schreien und winken über den Acker hinterher kam, hat mich zusätzlich beruhigt. Sehr angenehm. Bine ist dann irgendwann losgestürzt nach vorne. Ich bin mit Lena und Banja stehen geblieben (Lena hat geguckt wie ein griesgrämiger Alter, Kontakte sind ihr zuwider) und Banja wartete darauf auch los zu dürfen. Bine hat sich bis auf wenige Meter genähert und wie immer stand ihre Rute nach oben ab, wie bei einem afrikanischen Stachelschwein. Ich weiß nicht genau, was ich mir beweisen wollte, aber ich hab sie gerufen. Halbherzig, weil ich nie damit gerechnet habe, dass sie kommt. Fremde Hunde üben eine große Anziehungskraft aus sie aus, ich denke dass ist für eine 1 1/2 jährige Hündin, die bisher keine schlechten Erfahrungen gemacht hat, normal. Aber.... sie kam....
Ich liebe den Anblick, wenn sie sich so richtig streckt, die Ohren zurück gelegt macht sie sich unheimlich lang. Das sieht cool aus. Bei uns angekommen, hab ich sie gefeiert. Natürlich, was auch sonst. Anschließend durfte sie, dieses Mal mit Banja im Schlepptau wieder gucken gehen, denn der Sennenhund hatte sich nicht von der Stelle gerührt.

Banja war weniger zurück halten und hat sofort den Po anvisiert. Derweil konnte Bine vorne Kontakt mit dem Berner aufnehmen, was sie ausgiebige getan hat. Tja und danach wollte sie sofort spielen. Ich bin auf die Hunde zugegangen mit einer Lena, die am liebsten umgedreht wäre. Ich hab sie auf die vom Berner abgewandte Seite genommen (ohne Leine natürlich nur mit Ansage) und während Bine und Banja am Fremdling herum schnüffelten, konnte Lena auch mal einen Hieb Visitenkarte vom Po nehmen. 

Ich weiß nicht wie ich das beschreiben soll, aber Lena machte plötzlich einen verdutzen Gesichtsausdruck beim schnüffeln und irgendwie hat sich schlagartig ihre Miene aufgehellt. Dann war auch dass Frauchen vom anderen Hund da und die erste Frage die ich an sie richtete war: "Ist das eine Hündin ?".

Bingo. Daher also Lenas Sinneswandel. Die meisten Rüden sind ihr zuwider. Wollen nur am Po schnüffeln und manchmal sogar aufreiten. Na ja, Männer, wem erzähle ich das *lach*. Das Sennenhundmädchen ist 5 Jahre alt und total wild auf Hundebegegnungen. Ihr Frauchen hat mir erzählt, dass sie total offen und freundlich ist, von Anfang an. Die Arme stand bei uns allerdings etwas unter Druck, weil 3 Hündinnen um sie herum wuselten.  Sie hat sich extrem langsam und ganz vorsichtig bewegt und Lena und Banja haben sofort das Interesse an ihr verloren. Bine hingegen, konnte und wollte nicht einsehen, dass das Mädchen nicht zum spielen aufgelegt war. Sie hat ihre Brummstimme ertönen lassen (saublöd ist dass, das hat sie von Banja gelernt, die auf diese eigentümliche Weise spielt), ist hoch und runter gehüpft und hat mit der Schnauze geschubst.

Ich hab mir derweil (ich glaub sie heißt Inka) die Sennehündin näher angesehen und ich muss sagen, sie war wunderschön. Sehr groß und enorm schlank. Gar nicht so ein dicker Brummer, wie viele andere die hier herum laufen. Sie hatte keine Hängeaugen, tolles Fell und sah enorm jung aus, vermutlich weil sie eben so schlank war.
Wir haben ein paar Worte gewechselt und dann trennten sich unsere Wege. Bine ist noch eine Weile zwischen Inka und uns hin und her gependelt und hat sich richtig auspowern können.
Ich war stolz auf meine Mädels, es ist nämlich keine Selbstverständlichkeit mit 3 zusammen wohnenden Hündinnen so freundliche Kontaktaufnahmen mit fremden Hunden, egal welchen Geschlechts hinzubekommen.

Heute dann waren Jörg und ich in der Mittagszeit mit Bine und Lena unterwegs. Banja, die Arme ist meinem Schwiegervater in die Hände gefallen und da das Wetter schön war, musste sie mit flanieren *gg*.
Bine und Lena waren vorher schon mit Jörg auf der Apfelbaumwiese und haben ihren Job erledigt der da lautet:
Die Wiese mäusefrei machen !


Bine ist dabei unheimlich dienstbeflissen und eifrig. Hunde brauchen schließlich eine Aufgabe. Da ich ihr von Anfang an suggeriert habe, dass ich das selbe Hobby habe, nämlich Mäuse suchen, kann ich sie jederzeit abrufen. Schließlich kenne ich die besten Löcher in der westlichen Hemisphäre.....

Beim anschließenden Spaziergang ist Bine dann auch todesmutig in einen Bach gesprungen. Heute war aber auch Badewetter. Lena hat sich das nicht 2x sagen lassen und ist hinterher gesprungen. Jetzt sieht sie wieder ganz flauschig und weich aus.
Heute Nachmittag stand dann Bines Freund Robby piepend vor unserem Zaun. In der Zwischenzeit ist er 8 Monate alt und jeder aus Robbys Familie weiß wo man ihn findet, wenn er ausbüchst. Bei Bine *g*. Wir haben es mittlerweile zur Zirkusreife gebracht. Ich beuge mich über den Maschendraht, breite die Arme aus, Robby sinkt in sich zusammen, schnellt hoch und ich hab ihn auf dem Arm. Wir brauchen die Nachbarn jetzt nicht mehr zum rüber reichen *lach*.
Dann gab es ca. 10 Minuten ein wildes Gartenspiel. Lena und Banja waren von Anfang an dabei und finden selbst die Tatsache, dass ich Robby auf dem Arm habe, nicht mehr bemerkenswert. Bine und Robby toben umher und die Großen gucken in der Gegend umher.

Ca. 1 Stunde später sind wir noch mal alle zu einem Spaziergang aufgebrochen. Lena liebt das, wenn Jörg und ich zusammen gehen. Sie lacht dann richtig. Leider finden wir selten die Zeit dazu. Auf dem Spaziergang hat dann noch kurz ein Auto gehalten, in dem piepend der Robby saß, so ein Zufall *ggg*.

Zuhause angekommen, die Hunde waren total außer Puste, mussten alle noch 20 Minuten in den Garten zum verschnaufen. Wenn ich gleich nach dem Gang füttere, kotzt Bine alles wieder aus. Sie ist ja auf den Gassirunden nur in Bewegung, die Verrückte. Nach dem feinen Happi (heute gab es zerstoßene Nüsse, gerieben Birne, Öl und Taubenbrüstchen) sind wir noch mal in den Garten, weil Bine auf dem Spaziergang, wie eigentlich immer, vergessen hat, einen Haufen zu machen.

Ihr ratet nie, wer vor dem Zaun stand und piepte ? Robby ! *kreisch*
Also, den Schlumpf noch einmal rüber gehoben und beide Hunde haben schnäbelnd im Gras gelegen. Nein, ich mache mir keine Sorgen wegen einer Magendrehung. Zuerst einmal bekommt Bine 3 kleine Mahlzeiten am Tag und sie wird so gefüttert, dass sie hinterher noch fit ist. Also umfallen und schlafen ist definitiv zuviel Futter. Hunde haben genau dann Zeit zu Sozialkontakten, wenn sie ihr Grundbedürfnis Hunger gestillt haben. Meine Aussagen gilt nicht für die Fütterung von TroFu (Trockenfutter).

Keine Frage, unser Karlchen liegt gerade unten, auf ihre Kissen und sieht richtig ausgelastet und zufrieden aus. Ein rundherum netter Tag.

Jörg hat gestern eine neue Hürde fertig gebaut und das Design noch mal verändert. So gefallen sie mir noch besser, obwohl ich nicht gedacht hätte, dass das geht. Hier noch mal 2 Fotos. Sie sind noch ungestrichen und wenn sein Arbeitseifer anhält, weiß ich nicht wie ich hinterher kommen soll. Ich bräuchte dann auch noch mal eine Farbberatung von euch. Die letzte Hürde ist ja gelb-blau. Also mehr so schwedisch. Wie wäre es jetzt mit weiß-grün ? Andere Vorschläge ?
Rot-gelb kommt nicht in Frage, irgendwo hab ich gelesen, dass Hunde diese Farben besonders schlecht erkennen können. Also, ich mag ja auch lila.....*outing*. Dazu passt grün, oder ? Mal sehen...


Super, oder ? Da sieht man auch das Elektrorohr, dass ich als Stange benutze, aus Kunststoff, total leicht und völlig ungefährlich. Muss ich nur noch anmalen.

Farbenfrohe Grüße und bis die Tage, 
Dagmar

21. Oktober 2004
Allen, die sich gefragt haben, was wir in dieser Woche so gemacht haben, sei es gesagt:

Gestrichen, gestrichen, gestrichen und zwar in jeder freien Minute !

In Holz sahen die Hürden ja schon toll aus, aber ich wollte gerne ein bisschen Farbe drauf haben....
Also muss ich jedes Teil 3 x pinseln. Einmal Farbe, dann noch mal Farbe und zuletzt Klarlack drüber. Soll ja auch ein bisschen halten. Damit ihr mal seht wie das aussieht, hab ich es fotografiert:


Das ist dann also ein Teil einer Hürde. Die hat der Jörg doch gut hingekriegt, oder ? Da war ich gerade dabei, die ersten Balken blau zu malen.


Hier noch mal etwas größer, falls jemand Lust hat zum nachbauen *g*. Sie sind viel schöner geworden, als in der Bauanleitung beschrieben. Die Stangen (dafür nehm ich übrigens Elektrorohr aus dem Baumarkt, ist total leicht damit sich die Hunde beim abwerfen nicht weh tun), kann man jetzt auf 30cm, 45 cm, 55cm und 60 cm einlegen.


Dass ist dann, nachdem ich den Rest gelb gemalert hab. Schön find ich sie... ich könnte immerzu hingucken ! *g*


Und noch mal von näher. Da hatte ich alle gerade zum 1. Mal gestrichen. Am nächsten Tag dann noch mal Farbe drauf und heute hab ich mit dem 2. Teil begonnen *uff*. Morgen werd ich das fertig machen und bei der da oben Klarlack auftragen. Ich will ja nicht unken, aber ich vermute mal, wenn ich 5 Hürden, also 10 x das da oben jeweils 3 x gestrichen habe...... hab ich die Schnauze voll davon. Derweil bin ich aber noch im Anstreichfieber. 

Das geht mir aber nicht alleine so, den Jörg hat es glücklicherweise auch gepackt. Er zimmert gerade an Hürde Nr. 2. Da laufen dann die Streben anders. Also nicht so gerade wie oben, sondern mehr strahlenförmig. Noch weiß ich nicht welche mir besser gefällt. Für Hürde Nr. 3 hat er sich auch schon was ausgedacht. Auch hier befürchte ich, dass er nach 5 Hürden nur noch mäßig Lust zu Wippe, Steg und A-Wand hat. Aber da gibt es kein Pardon. Da muss er jetzt durch.

Während Jörg in der Scheune fleißig zimmert, hab ich beim anstreichen immer Gesellschaft. Die Bine steht, liegt oder läuft da so rum. Auch wenn es dunkel wird, weicht sie mir nicht von der Seite. Draußen könnte sie immer zu sein.

Heute hab ich wieder gehört, wie der Nachbar zu Jörg gesagt hat: " Die hat aber einen kleinen Kopf" *pruuust*. 
Da hat er die nächsten Tage wieder dran zu knabbern, der Arme. 

Ansonsten können wir nicht klagen. Bine ist total sensibel. Gestern hab ich gegessen und sie stand dabei und stierte auf mein Brot. Im gleichen Moment hat mein Magen echt arg geknurrt. Bine hat entsetzt die Augen aufgerissen und ist sofort 17 Schritte rückwärts gegangen. Bloß weg von dem Brot. Herrje, so hat sie geguckt, ich WILL es doch gar nicht haben.....
Das nenn ich sensibel *gg*.

Jörg sagt nicht mehr Karlchen, sondern "Herzensbrecherin" zu ihr. Die Begrüßung wenn einer von uns nach Hause kommt, ist immer wieder stürmisch und sehr überschwänglich. Banja und Lena, die sich auch immer gefreut haben, aber im Lauf der Jahre etwas schwächelten, drehen seit einiger Zeit auch wieder völlig auf. Heute hab ich mich aufs Bett gesetzt um Bine abzuschmusen. Dummerweise versucht die Bine, wie eine Katze, immer ihre Wange an mich zu drücken. Ja, am besten mit der Wange am ganzen Körper entlang zu streichen. An meinem Kopf fängt sie an. Dabei ist im hohen Bogen meine Brille vom Bett geflogen. Ich hatte die nächsten 2 Minuten gar keine Chance, danach zu suchen, weil sie teilweise auf mir saß/stand/lag, dabei grunzte/schlabbert und reibt. Herrlich. Ich musste so lachen, was den Holly natürlich zu noch größeren Taten anspornt. Sie hat die Lefzen nach hinten gezogen und sah aus wie ein Gremlin. Erst als mir so ziemlich alles weh tat, meine Haare aussahen, als hätte ich in eine Steckdose gefasst und mein Hemd einen Knopf verloren hatte, war Ruhe. Ich muss mal ein ernstes Wort mit dem Jörg reden, die Art der Begrüßung find ich nämlich klasse. Vielleicht kann er sich demnächst schon auch mal so freuen *gg*.

In diesem Sinne, freudige Grüße und bis die Tage,
Dagmar

16. Oktober 2004
Neues aus Hollyhausen:

Vorgestern, das Wetter war sonnig aber sehr windig, bin ich mit allen 3 Hunden durch die Gegend gebummelt. Die Hunde haben wie immer.... Mäuse gesucht, aber ich will euch nicht langweilen *g*.

Auf dem Rückweg habe ich dann in der Ferne eine Reiterin mit Pferd gesehen. Ich solchen Momenten schaue ich ganz automatisch sofort zur Bine. In der Regel warte ich ab, bis sie dann die fremden Menschen, Tiere, Autos etc. sieht und clicke genau in diesem Moment. Das ist nicht ganz ungefährlich, wenn sie nicht angeleint ist, weil sie sich als Belohnung, dass abdüsen und nachschauen aussuchen könnte. Oft rufe sich sie erst herbei, lasse sie sitzen oder Platz machen, clicke, leine an und wenn sie dann etwas Neues entdeckt, ist sie gesichert.

Ganz anders vorgestern. Ich sehe das Pferd, schaue zu Bine und der Platz ist leer. Der Hollandse war leider genauso schnell im Entdecken wie ich *mist* ! Bine ist also schon im Affenzahn über das Feld gehetzt und ich habe ihr ein einzelnes "Biiiineee" hinterher geschickt. Die Reiterin, noch völlig unbedarft, hat weiter auf der entfernten Wiese ihre Runden geritten.  Keine Reaktion von Bine, also rufen einstellen, bringt ja nix. Lena und Banja haben derweil weiter fröhlich nach Mäusen gebuddelt. Meine Flüche gebe ich jetzt nicht hier wieder, Hundehalter werden sie sich ungefähr vorstellen können.

Ich habe mich sofort in die entgegensetzte Richtung auf den Weg gemacht und ängstlich gehorcht ob ich Gebelle oder Gekeife höre. Aber, nur Windesrauschen. In solchen Situationen tun Menschen manchmal aus Verzweiflung ganz komische Sachen, so auch ich. Ich habe, obwohl ich es definitiv nicht kann, meine Finger in den Mund gesteckt und gepfiffen. SIEHE DA, unglaublich aber wahr, seitdem kann ich auf den Fingern pfeifen. Wer hätte das gedacht ? Man ahnt an dieser wahnsinnigen Tat ein wenig meine meine Abgrundtiefe Verzweiflung. Ich hab das Karlchen schon unter den Hufen gesehen, die Reiterin querschnittsgelähmt am Boden, das Pferd auf der Umgehungsstraße (die 4 km weiter weg ist, aber man weiß ja nie) usw.
Keine Minute später sah ich meine Trine mit angelegten Ohren, gestreckt wie ein Windhund im Eiltempo zurück kehren. Ich müsste lügen, wenn ich sage, dass es NICHT eindrucksvoll aussah. War ich froh, zumal kein reiterloses Pferd hinterher kam. 
Bine kam angeschossen, saß vor und bekam ein Click und ein Leckerchen. 
Danach machte ich sie an die Leine und wir begaben uns schnurstracks Richtung Reiterin und Pferd (mittlerweile hatte ich sie ja aus den Augen verloren, weil ich in die andere Richtung weiter gegangen bin).
Ich kann euch sagen, mir ist ein Zentnerblock vom Herzen gefallen, als sie in Sicht kam und immer noch relativ fröhlich auf der Wiese zirkelte.

Ich habe die Hunde im Auto verstaut (Lena und Banja interessieren sich nicht die Bohne für Pferde, wobei ich das bei Lena verstehe, siehe Lach- und Sachgeschichten) und hab mich dann zur Reiterin begeben.
Ich hab besonders liebenswürdig (ja doch, kann ich) "Hallo" gesagt und gefragt, ob gerade einer meiner Hunde bei ihr war. Okay, eine zeitlang hat sie mich von oben herab angesehen, als wenn ich behämmert wäre, aber dann hat sie freundlich geantwortet:

"Ja, hier kam so eine kleine Flitzepiepe angeschossen. Zuerst dachte ich "oho" und hab das Tempo gedrosselt. Aber ca. 10 Meter von mir entfernt, hat sie gebremst, sich hingesetzt und uns mit schief gelegtem Kopf beim reiten zugesehen. Dann ist ein Pfiff ertönt und sie ist im vollen Tempo zurück geschossen. Sonst ist nichts passiert !"

Man oh Meter, war ich erleichtert !!!! Ich hab entschuldigend noch was von "ist erst 1jährig" gefaselt (in solchen Momenten verschweige ich immer dass sie fast 1 1/2 ist) und einen schönen Tag gewünscht. Im Auto hab ich die Bine dann erst noch mal geherzt. Ich bin mir bewusst, dass das auch anders hätte ausgehen können.....

Gestern und heute, hat Jörg mir eine Hürde gebaut und ich muss sagen: "Wow", die ist unheimlich professionell geworden. Ich kann mich irgendwie gar nicht satt sehen. An beiden Seiten sind so Flügel dran, die ich dann in der kommenden Woche in blau-gelb streichen werden. Sieht unheimlich schön aus. 
Man kann 4 verschiedene Höhen einstellen und als Stangen hab ich erst an Kunststoffbesenstiele gedacht. Heute im Obi hab ich aber Elektrorohr gefunden. Ideal. Das ist total leicht, weich und sieht aus wie eine Stange. Beim herunter werfen fällt es gar nicht ins Gewicht. Eben war dann der große Moment. Stangenhöhe auf läppische 30 cm und "hopp" gesagt. Zu meinen Erstaunen ist Lena wie ein junger (schwergewichtiger) Gott drüber gehüpft, Bine hinterher und Banja hat gerissen *hüstel*

Jörg hat dann Lena und Banja festgehalten und Bine hat das ganze noch mal bei 45 cm und 55 cm spielend wiederholt. Sie hatte richtig Spaß daran und war nach jedem Sprung total albern. Scheint als habe ihr die Hüpfpause gut getan. 
60 cm waren mir so hoch, dass hab ich erst mal gelassen.
Als die Stange wieder auf 30 cm lag und Jörg Lena los gelassen hat, ist sie aus PROTEST noch mal gehüpft. Ätsch. Ganz ohne Belohnung nur um zu zeigen, dass sie es auch kann. Mein alter Oberschlaumeier. Wahrscheinlich wird sie dafür heute Abend völlig erledigt auf dem Kissen liegen. 2 solcher Brummerhüpfer an einem Tag, RESPEKT *ggg*.

Eben waren wir dann wieder mit Deles und Ines spazieren. Endlich konnte Bine wieder richtig rennen. Das hat ihr gut getan. Auf dem Rückweg, ohne Ines hätte ich sie gar nicht gesehen, dann mitten im Feld 2 Schwäne ??!!!!
Was die da gemacht haben, weiß ich auch nicht, weit und breit kein Wasser. Sicherheitshalber habe ich Bine im Auge behalten, 2 mal hat sie hingesehen und den Anlauf unternommen durchzustarten, war aber mit "ahhhhhh" oder Pfiff jedes Mal zu bremsen. Gut so.

Tja, und jetzt sind wir völlig k.o. und dreckig und besonders hungrig. Ich werde uns dann jetzt mal was zu essen basteln.....

In diesem Sinne, lasst es euch schmecken und bis die Tage,
Dagmar

10. Oktober 2004
Mann, war das heute ein tolles Wetter. Strahlender Sonnenschein und ziemlich kalt. Genauso mag ich es gerne.....

Jörg hat sich heute morgen geopfert und ist mit den Hunden zum 1. Spaziergang aufgebrochen. Ich habe schon seit einigen Monaten die Hoffnung aufgegeben, dass Bine jemals länger schläft als 7 Uhr. Entweder drückt die Blase (auch wenn das letzte Pipi um 23 Uhr am Vorabend erledigt wurde) oder sie hat einfach einen BÄRENHUNGER. Den hat sie im übrigen immer. 

Sollte mein Holly jemals krank werden und das Futter verweigern, werde ich mich zu Tode sorgen, denn der Hund frisst und frisst. Nach dem Tag der offenen Tür *räusper* und Karin's : "die ist viiiieeeeellll zu fett", verkünden wir hiermit nicht ohne Stolz, dass Bine 1,5 kg abgespeckt hat ! Jawohl.

Als die Hunde und Jörg aus dem Haus waren, ist Mimi auf mir herum getrampelt. Ihre Art mir zu sagen, dass sie ebenfalls dem Hungertod nahe ist. Ich hab dann aufgegeben und bin auch aufgestanden. Was soll man auch bis halb acht im Bett herum liegen *snief*.

Nach einem ordentlichen Frühstück, bin ich mit den Hunden noch ein bisschen in den Garten gegangen. Ball spielen und im Holzstapel nach Mäusen suchen, war aber alles was wir geleistet haben.
Gegen elf Uhr wollte Jörg dann auf seine Apfelplantage. Er konnte sich nicht entscheiden, ob er nun Lena und Banja mitnimmt oder Bine. Alle 3 macht er ungern, weil dort gerade bei so schönem Wetter viele Spaziergänger unterwegs sind und man die Bine dann nicht aus den Augen lassen kann. Sie brüllt dauernd zum Angriff.

So fiel seine Entscheidung dann auch für die beiden Großen aus. Lena freut sich immer total, denn dort wimmelt es nur so von Mäusen. Sie hat zwar erst ein einziges Mal im Leben eine Maus erwischt (die Maus muss altersschwach oder bekloppt gewesen sein), aber das hindert sie nicht daran, verzückt vorzustehen. Banja buddelt wie wild und während an allen Ecken und Enden die Mäuse aus anderen Löcher heraus springen, kriegt sie nix mit weil sie bis über beide Ohren im Mauseloch steckt. Bine ist in Banjas Nähe daher immer besonders erfolgreich.

Kaum waren die anderen weg, stimmte Bine ihr gefürchtetes Jodelkonzert an. Jaulen kann man das echt nicht nenne, auch nicht fiepen, es passt nur jodeln. Nach einer halben Stunde mit halbherzigen Ablenkungsversuchen habe ich aufgegeben, mich angezogen und bin mit Bine in die Feldmark gefahren. Bewaffnet mit einem Ball, habe ich versucht zu spielen. Aber Bine wollte nicht. Sie hat offensichtlich die alten Spuren (vom Vortag) von Lena, Banja und Deles verfolgt und fühlte sich einsam. Ich fühlte mich gar nicht einsam, hatte aber nach ca. 500 Metern ein Einsehen und bin mit Bine ebenfalls zu dem Grundstück gefahren, auf dem Jörg seine alten, regionalen Obstsorten zieht. Jörg und die Hunde waren ganz unten am Grundstück und Bine und ich ganz oben.
Das Karlchen war ziemlich verunsichert, weil da 2 Hunde waren. Mit meinem "bleib hier" Pfiff lief sie aufgeregt um mich herum und rannte nicht weg. Banja und Lena schauten ebenfalls erstaunt aus der Wäsche und kamen vorsichtig näher.....

Tja und dann hab ich gerufen. Der Schnauzer nahm die Beine in die Hand (was Bine zusätzlich verunsichert hat, weil sie dachte das Gerenne gilt ihr) fetzte an Bine vorbei und FREUDE.... das Frauchen ist da. Lena, aufgrund ihrer kompakten Figur brauchte zwar ein paar Sekunden länger hat mich aber so geschickt angesprungen, dass ich einen nassen, lehmigen Kuss mitten auf dem Mund bekommen habe. Sehr lecker.

Bine ist derweil zu Jörg gerannt und hat brummend und jodelnd ihrer Freude Ausdruck verliehen. Herrgott, ich liebe diese Familienzusammenführungen *gg*.
Danach durften dann alle Hunde für gut eine dreiviertel Stunde buddeln, buddeln, buddeln. Oder für Lena: vorstehen, vorstehen, vorstehen.  Ich lege in diesen Zeiträumen großen Wert drauf, dass sie sich nicht selber überlassen bleiben, sondern ich immer wieder auf gute Mauselöcher aufmerksam mache. So bleiben sie abrufbar. 

Dann wollten wir wieder heim. Jörgs Auto stand unten, meins oben (ca. 200 Meter auseinander). Er rief alle Hunde und Bine und Banja rannten um die Wette. Lena stand genau auf der Mitte und schwenkte den Kopf hin und her.....
Hm, zu Frauchens Auto ist es weiter....aber in Herrchens Auto sitzen die Chaoten.... was mach ich nur. Ich ging stur weiter den Berg hoch, während Jörg die Lena rief. Als nach einiger Zeit die Erde bebte, wußte ich, dass sich mein Mädchen Nr. 1 für mich entschieden hat *gg*. Es ist schon eindrucksvoll wenn Lena mit vollem Körpereinsatz galoppiert und oft ratsam, einen Schritt zur Seite zu treten :)

Danach gab es Futter für alle und endlich war für die nächsten 2 Stunden Ruhe !

  
An den verkrusteten Nasenspiegeln sieht man sehr schön wie wir den Vormittag verbracht haben.......

So gegen 15.30 Uhr wollte Jörg dann mit der Bine zum joggen aufbrechen. Der kleine Holly war ausgeschlafen und wieder bereit zu neuen Schandtaten. Ich habe mit Lena und Banja extra bis 16.30 Uhr gewartet um den anderen Beiden nicht in die Quere zu geraten. Wir bevorzugen nämlich in der Regel das selbe Gassigebiet *g*

Kaum ausgestiegen, liefen sie und entgegen *mist*. Wir haben dann zum zweiten Mal an diesem Tag Familienzusammenführung gefeiert. Danach gestaltet sich die Sache aber schwierig, schließlich ist Bine ein SCHÄFERHUND. Jörg joggte weiter und Bine lief mit, nach 100 Metern drehte sich sich um und rannte zurück zu mir. Lena, geläutert durch unsere vormittägliche Trennung, schwankte wieder zwischen "Herrchen läuft in Richtung des Autos" und "ich kann das Frauchen nicht alleine lassen". Zu meinen erstaunen drehte Lena ab und rannte (schon zum 2. Mal an diesem Tag) im vollen Galopp Jörg hinterher. Der freute sich bannig, obwohl Lena eine schlechte Joggingbegleitung ist. Da er aber nur noch 500 Meter bis zum Auto hatte, wollte er sie mitnehmen. Kaum war Lena bei ihm und er lief los, rannte Bine von mir weg, den beiden hinterher *seufz*. Unterwegs traf sie Lena, die auf dem Rückweg zu mir war. Was für ein Kuddelmuddel. Gerufen von uns hat keiner und für Lena und Bine war das eine schwierige Situation....
Für Banja überhaupt nicht *g*. Hauptsache ich bin da, der Rest kann ihr gestohlen bleiben *lach* Bine kam uns mit hängender Zunge noch 2 Mal nachgelaufen und als sie das nächste Mal bei Jörg auftauchte (der nur noch ein Punkt am Horizont war), hat er sie angeleint und den Rest des Weges mitgenommen. 
Lena, die durch ihre 2 Galoppstrecken ziemlich mitgenommen war, hat sich dann soooo oft umgedreht bis ich wieder aufgegeben habe und sagte: "okay, wir gehen zurück". Den Rückweg hat sie sich mit der Nase erschnüffelt, genug Schweiß hat Jörg ja unterwegs verloren.

Nachdem wir fast gleichzeitig mit den Autos auf den Hof gefahren sind, haben wir beim aussteigen ein 3. Mal Familienzusammenführung gefeiert und ich finde, für heute REICHT ES !!!! Die Hunde sind abgefüttert und liegen schnarchend unten auf den Kissen vor dem Kachelofen.

Alles in allem, war es ein schöner, harmonischer Tag und ich mag mir nicht vorstellen, was mal passiert, wenn Lena und Banja über die Regenbogenbrücke gehen.....

Deswegen schiebe ich das nun zur Seite und wünsche euch eine schöne Woche.
Familiengrüße und bis die Tage,
Dagmar

09. Oktober 2004
So, dann wollen wir mal unsere Fortbildungsreise fortsetzen.

Was ich ihm bisherigen Bericht total vergessen habe, war, dass wir Samstagabend bevor wir in die Schlafsäcke gekrabbelt sind, noch mit Pia, Eika und Trix in einem Auslaufgebiet waren. Da durfte Bine dann nur kurz (ich wollte sie nicht jagend in Essen suchen) von der Leine und etwas laufen.
Astrid hatte die Aufgabe mit Trix'sens Tennisball gut sichtbar zu verschwinden, damit er sie einmal suchen kann. Na, da war was los bei der Bine. Läuft einfach Bine ihre Astrid (nennen wir sie mal Pseudo-Schaf *hihi*) weg und verschwindet. Wir wollten Trix den Spaß nicht verderben und so blieb Bine angeleint obwohl ich genau gesehen habe, wie sie auf Astrids Spur mit dem Kopf hin und her gependelt hat.......
Pia und Trix sind dann losmarschiert und ich habe Bine so lange angeleint gelassen, bis Trix die Astrid gefunden hat. Dann ist sie mit einem Rakten-Turbo-Start hinterher gewetzt und hat ihre Schäflein zusammen getrieben *g*.

Und nun geht es weiter bei Sonntagmorgen....
Der Wecker klingelt zuverlässig um viertel nach sechs. Astrid, Bine und ich sind uns einig, dass wir die Zeit bis halb sieben verlängern. Danach ist aber definitiv Schluß und wir stehen auf und fangen an die Sachen ins Auto zu packen. Während ich eine Katzenwäsche hinlege und erst mal mit Bine Gassi gehe (zwischen Autobahn und Intercitystrecke, was ziemlich ungewohnt für uns ist), duscht sich die Astrid und Pia packt ihre Sachen.
Wir schmieren Brote, die wir im Auto essen und los geht die Fahrt. Eika darf dieses Mal mitkommen und Trix wird vorher bei einem Hundesitter abgegeben.
Und, bitte herhören..... zum 1. Mal an diesem Wochenende, verfahren wir uns nicht !!!!!!!!

Wir sind pünktlich da und es geht auch gleich los mit Praxis im Feld. Die zieht sich bis zum Mittagessen. Bine bringe ich derweil ins Auto. Es hat sich ordentlich abgekühlt, der Holly ist gefüttert und getränkt und ist richtig dankbar für eine Pause. Nach dem Essen hole ich sie wieder und sie hat ganz kleine, verschlafenen Augen.....
Sie setzt ihre Dösestunden während der Theorie fort und ich bin total stolz auf mein kleines Karlchen....
Pia muss uns leider vorher verlassen und irgendwie haben wir gar nicht so richtig Zeit und ausgehend zu verabschieden. Außerdem weiß ich zu dem Zeitpunkt noch gar nicht, dass die Pia am nächsten Tag Geburtstag hat. Leider. Sonst hätte ich doch ein Lied gesungen, einen Tanz aufgeführt oder mindestens einen Kuchen gekauft (ich hasse backen).

Ich nutzt die Theoriestunden mit Ute noch ausführlich und dann ist es Zeit sich von allen zu verabschieden. Ich persönlich habe sehr viel mitgenommen an diesem Wochenende. Es war erholsam und auch ungewohnt mit dem eigenen Hund zu trainieren und jemanden zu haben, der mitschaut und korrigiert. 

Bine wird noch ein letztes Mal ausgeführt und dann setzen wir uns ins Auto und rasen los. Gleich an der nächsten Kreuzung blitzt dann auch eine Verkehrsüberwachungskamera und ich freue mich schon so auf das Foto von Astrid und mir *grrrrrrrrrrr*.
Auf der Rückfahrt, Astrid ist in der Zwischenzeit eins professionelle Beifahrerin, finden wir auf Anhieb den Weg, den wir auf dem Hinfahrt schon nehmen wollten. Schneller sind wir im Endeffekt dadurch aber auch nicht. Einmal machen wir noch Pause und gehen ein Stück mit der Bine. Sie ist immer noch fröhlich, im Auto auf der Rückbank aber total lieb und unauffällig. Wie nicht anders zu erwarten, essen wir die letzten Knoppers und Bifi-Roll Vorräte von Astrid auf und machen uns auf den letzten Abschnitt des Weges.

Als ich Astrid schließlich daheim absetze, die das Wiedersehen mit ihrem Hund gar nicht erwarten kann, ist Bine entsetzt bis panisch, als ich ohne ihr Pseudo-Schaf weiter fahre. Das ganze Wochenende hat sie auf Astrid aufgepasst und sie nicht wirklich aus den Augen gelassen und NUN DAS !!!!
Die Panik dauert nicht lange, denn die Bine wittert ihr Zuhause. Ja und dann sind wir endlich wieder da.

Ich schließe die Haustür auf und der kleine Holly rennt mit riesen Sprüngen nach oben. Eine Millisekunde später höre ich dann den Jörg juchen und weiß dass Bine auf dem Sofa angekommen ist *g*.
Lena kommt mir auf der Treppe entgegen und freut sich einen Wolf. Der Schnauzer ist nirgends zu sehen und das bedeutet in der Regel, dass sie bei den Schwiegerellis in Gefangenschaft geraten ist. Als ich mit Lena die Treppe wieder hoch komme, steht Bine in der Türschwelle und brummt. Lena soll nicht mit in die Wohnung.....
Ich rechne dem Karlchen an, dass sie gestresst durchs Wochenende und die Begrüßungsaufregung etwas durch den Wind ist. Die Betonung liegt auf ETWAS.
Lena verharrt im Flur und weiß nicht recht, wie sie mit der Situation umgehen soll. In ihren Augen sind keine Ressourcen da, die Bine verteidigen könnte und sicherheitshalber stellt sie mal das atmen, Augen zwinkern und generell alle Bewegungen ein.... außer dem Rute wedeln.

Während ich an Bine vorbei gehe und Lena weiter hinten im Flur abwartet, höre ich unten nun doch Banja einen Gesang anstimmen....und kurze Zeit später geht die Wohnzimmertür meiner Schwiegereltern auf. Dem Gepolter nach, hat der Schnauzi es total eilig nach oben zu kommen.....
Bine steht immer noch auf der Türschwelle und mimt einen türkischen Türsteher "DU kummst hier net rein..."
Ich bin weder beunruhigt noch erwartungsvoll, sondern einfach nur müde und gelassen (also manchmal weiß ich auch nicht was mit mir los ist *gg*).  Ja und dann kommt Banja, alias Rammbock den letzten Absatz hinauf gedonnert, fegt um die Ecke und hat überhaupt kein Interesse an Bines Theater. Durch da und um Frauchen herum hüpfen.....
Was sie dann auch ausgiebig tut. Im Gefolge eine brummende Bine die sich RESPEKT ausbittet und knurrt und knurrt und knurrt und trotzdem nicht beachtet wird. Schlimmer noch, als sie sich umdreht, ist auch Lena in der Wohnung und wedelt mit freundlichem Gesicht um mich herum. Wie deprimierend für die Bine.........
Sie lässt hörbar die Luft ab und erstaunt mich damit, dass sie NUN beginnt die Großen zu begrüßen. Und dann ist alles ein gewedel, Lefzen geschlecke und Freude pur. Das Dream Team ist wieder komplett. Sogar die alte Mimi kommt die Treppe runter, wird von Bine auf die Nase geküsst, kriegt Lenas Rute ins Gesicht und wird vom Schnauz halb umgerammelt. Aber sie nicht das nicht krumm.....*g*

Ich muss erst mal aufs Sofa, nehme den Schnauzer auf den Schoß, ziehe eine Socke aus damit Lena meinen Fuß putzen kann, Bine rollt sich auf dem Sessel zusammen und Mimi schnurrt durch die Gegend....ach ja, und dann sage ich Jörg "Hallo".....*lach*

In dieser Nacht schlafen ausnahmsweise alle 3 Hunde in meinem Bett und irgendwie war es bei Pia bequemer *gg*. Spaß beiseite, das Kontaktliegen und das Geschnaufe meiner 3 macht mich wohlig müde. Ich kuschele mich ins Rudel, atme noch mal tief durch und falle sozusagen in eine Ohnmacht der Erschöpfung, aus der ich am nächsten Tag gegen 9 Uhr erst wieder aufwache.

Soviel dazu !

Heute waren wir wieder mit Deles und Ines verabredet zum Spaziergang. Es war total nebelig und man konnte wirklich nicht mal 20 Meter weit sehen. Banja hat beim anschirren von Bine ein solches Theater veranstaltet, dass ich es einfach nicht übers Herz gebracht habe, sie da zu lassen. Der Schnauz ist ein unheimlich verträglicher Hund und so durfte sie kurz entschlossen mit. Ihre Spondylose Schübe sind seit einiger Zeit weniger und sie hat den ganzen Tag gute Laune, was ziemlich anstrengend ist. Aber ich freu mich mit ihr, dass es bergauf geht.
Nächstes Mal, darf Lena auch mit. Bei meinen 3 Hunden haben ich die Erfahrung gemacht, dass es von Vorteil ist, wenn sie neue Hunde einzeln kennen lernen. Das gibt überhaupt keine Probleme.

Und hier dann endlich mal wieder ein paar Fotos von unserem Vormittag:

      

    

  

In diesem Sinne euch allen ein schönes Wochenende, fleckige Grüße
und bis die Tage,
Dagmar

04. Oktober 2004
So, wir sind also wieder daheim.

Mann, war das anstrengend....

Am Freitagmorgen sind Bine, Astrid und ich aufgebrochen Richtung Borken. Wo das auf der Karte liegt, war klar... haben wir uns in allen erdenklichen Altanten angeschaut. Das bedeutet aber nun nicht, dass man das dann auch findet *hüstel*
Nachdem wir Tage vorher die Abfahrtszeit immer weiter in den Morgen hinein verschoben haben, sind wir gegen halb elf Uhr aufgebrochen. Wie immer bei solchen Gelegenheiten, habe ich mich am Tag vorher und am Morgen schon selber fertig gemacht mit 1000 Dingen, die ich noch erledigen musste.
Rechnet also nicht mit Fotos.... den Apparat hatte ich, aber keine Batterien :((((

Bine hatte Astrid bis zu diesem Tag (glaube ich) 2x gesehen.... und war entsprechend ihrer Rassebeschreibung "reserviert" bis desinteressiert. Gut, es gibt Schlimmeres. Wir fuhren fröhlich auf die Autobahn bis nach kurzer Zeit meine Anzeige mitteilte, dass eine Tür nicht richtig geschlossen ist. Hä ? Meine war's nicht, die Beifahrertür auch nicht, blieb also nur der Kofferraum. Nächsten Parkplatz angefahren und die Tür ordentlich zugeballert. So, fertig, weiter...
10 Minuten später, gleiche Anzeige. Mann wie lästig. Also wieder auf den nächsten Parkplatz, Bine hat schon nicht mehr wirklich dran geglaubt aussteigen zu dürfen und Kofferraum erneut zu gemacht. Weiter.

Aus purem Versehen, haben wir dann irgendwie (am Kopf kratz) das Kreuz Unna verpennt. Mist. Also müssen wir durch Dortmund *seufz*. Von diesem Moment an, war die Karte ständig zwischen Astrid und mir am hin und her pendeln. Ich stellte fest, dass meine Mitfahrerin genauso ahnungslos ist wie ich, was Strecken und Karten betrifft. Kein Problem, wir machen erst mal eine Pause. Kurze Zeit hatte ich Mühe den Kofferraum aufzubekommen (Scheißding, erst geht er dauernd auf, dann gar nicht mehr). Bine durften aussteigen, hat brav ihr Häufchen und Pipi erledigt, Fressen und Wasser bekommen und wir haben eine 1. Zwischenmahlzeit zu uns genommen. Anschließend ging es weiter und durch das gleichmäßige Fahren auf der Autobahn, war der Holly schnell eingeschlafen. Dann kam Dortmund !
Freitagmittag und für uns 2 Landeier war da ganz schön was los. Jede rote Ampel wurde genutzt um in die Karte zu schauen und Astrid war so nett, sie generell an mein Lenkrad zu halten, damit ich ebenfalls gucken konnte....
Plötzlich hupt es neben mir. Mist denke ich, da meckert bestimmt wer, weil wir so dahin eiern. Der Mann neben mir im Wagen macht Handzeichen, ich soll die Scheibe runter kurbeln. Verflucht denke ich, was nun ? Kofferraum auf ? Einen Platten ? Oder will er uns nur sagen wir sollen zackig machen....? Ich drück die Scheibe runter und er fragt während wir so auf einer dreispurigen Fahrbahn dahin stottern: " Na, wo soll's denn hingehen ?". "Borken", schrei ich während Astrid kichert. Wir fahren weiter und er erklärt und ganz nett, dass wir da am Unna'er Kreuz abgemusst hätten. "Wissen wir schon", sag ich und dann erzählt er uns wo wir AUF keinen Fall hin fahren sollen... und dann wie's richtig geht. Eine Weile fährt er vor uns her und eine Weile hinterher. Dann verlässt er uns und wir sind auf dem richtigen Weg.

Um halb vier sind wir pünktlich am verabredeten Platz und treffen Ute (die Referentin) und Anja (die Organisatorin). Wer nicht da ist Pia *gg* unsere Herbergsmutter. Kurze Zeit später klärt sich per Handy, dass Pia sich verfahren hat. AHA. Haha... dabei ist es nur eine halbe Stunden von Essen entfernt. Bine ist relativ aufgekratzt und nachdem Anja ihren Großen Münsterländer Meldos aus dem Auto geholt hat, kann Bine in einem beeindruckenden Zahnkampf etwas Stress abbauen. Ohne Pia fahren wir ein Stück weiter zum Hundeplatz auf dem schon etliche Hunde warten. Ein bisschen mulmig ist mir, weil alle frei laufen und schon Kontakt aufgenommen haben. Ute sieht es glücklicherweise wie ich und alle leinen an bevor wir den Platz betreten.
Wenige Minuten später brechen wir angeleint zu einem Spaziergang auf. Bine ist höchst angenervt. Stundenlanges Autofahren, dass sie wirklich ohne murren ertragen hat und dann ein Dutzend Spielkameraden vor der Nase ohne Chance hinzu kommen. Tja, da muss sie wohl durch. Und dann stelle ich zum ersten Mal etwas erstaunliches fest. Bine ist total gestresst, wenn Astrid nicht in unserer unmittelbaren Nähe ist.....
Sie ist wohl doch durch und durch ein Arbeitstier und hat ein neues Schaf zum hüten gefunden: Astrid *lach*. Geht sie ausser Sicht, bleibt zurück oder läuft vor, ist Bine zu nichts mehr in der Lage außer hecheln und fiepen. Ist Astrid da, wird sie im 3 Minuten Takt angesprungen, Bine freut sich wie wild und Astrid sieht nach kurzer Zeit aus wie ein Ferkel *ggg*.

Der Spaziergang zieht sich hin. Gearbeitet wird zuerst an der Leinenführigkeit in der Gruppe. Das bedeutet im Klartext, wenn vor uns jemand stehen bleibt, bleiben wir auch stehen. Gut dass wir ganz hinten gehen, also wir stehen praktisch alle 5 Meter *gg*. Dann kommt Anja mit Sam und Bine hat nun noch einen Hund im Rücken. Ihr Stresspegel steigt weiter und Astrid ist nun noch wichtiger für sie.
Mit den verschiedensten Übungen vertreiben wir uns die nächsten 1 1/2 Std. und Bine ist lange über den genervten Pegel hinweg. Nachdem wir den letzten Rest des Weges ganz hinten gehen, stelle ich schnell fest, dass Bine richtig perfekt läuft. Es ist für sie kein Thema mehr, dass der Rest der Gruppe 20 Meter oder weiter entfernt sind, sondern sie konzentriert sich auf mich und scheint verstanden zu haben (für diesen Tag), dass sie kontinuierlich weiter kommt, wenn sie mitarbeitet.
Auf dem Platz gibt es dann noch kurz Theorie und abschließend darf Bine sich mit Meldos noch mal die Lunge aus dem Leib laufen.
Pia, zwischendurch ja auch eingetroffen ist ebenso hungrig und durchgefroren wie wir, schlägt vor nach Hause zu fahren (Essen) und wir sind dabei.

Ist es für die Geschichte nutzbringend, wenn ich erwähne, dass wir uns auf der Rückfahrt verfahren haben ?

Pia donnert mit 80 Sachen durch Essen, wechselt auf Großstädter Art lustig die Fahrspuren und ich hinten dran fluche was das Zeug hält und schwöre Rache. Sobald du mal hier bist Pia....... kriegst Du Revange *gg*

Noch schnell eine leckere griechische Platte abgeholt und dann wird gefuttert. Köstlich. Als letzte Maßnahme an diesem Tag, lernt Bine noch Eika und Trix kennen, die Großen Münsterländer von Pia. Auf einer kurzen Gassirunde zeigen sie sich von dem Jungspunt total unbeeindruckt, erst Zuhause merkt Trix, dass Bine eine vollausgestattete Dame ist und versucht sein Glück als Casanova. Ich finde, Bine hat an diesem Tag genug erlebt und wir ziehen uns recht bald in Pias Gartenhäuschen zurück. Ich habe meinen Wecker im Auto vergessen, stelle aber mein Handy und vertraue auf die Technik. Astrid staunt über ihre aufblasbare Isomatte, die sich wirklich und wahrhaft ca. 2 Zentimeter aufbläst. Ich, als rückengeschädigte Mittdreißigerin nehme kommentarlos die Schlafcouch in Anspruch. Wir pressen und in unsere Schlafsäcke, schnabbeln noch 5 Minuten und liegen da dann.....
So kommt es mir zumindest vor, weil ich andauernd raus schaue und es ist noch tiefe Nacht. Allem Anschein nach ist auch mein Stresspegel so hoch, dass ich nicht schlafen kann. Nach und nach zieht Astrid ihre Schlafklamotten aus, weil ihr Schlafsack hält, was der Hersteller verspricht. Es ist warm. Wir kommen aus dem Harz und sind eben Eisbären *gg*
Nur Bine schnarcht.

Morgens um halb sechs, tut Bine einen stimmgewaltigen Gähner und gibt Astrid ein Küsschen. Wir schauen nach wie spät es ist, überlegen kurz ob es sinnvoll ist schon um halb sechs aufzustehen, versichern uns, dass wir Nachts kein Auge zu getan haben und SCHLAFEN WIEDER EIN :(((

Als ich das nächste Mal auf die Uhr schaue, ist es viertel nach sieben *SCHRECK*. Um acht Uhr wollen wir losfahren und jetzt ist Tempo angesagt. Ich hasse das. Katzenwäsche, Bine auf die Teerstraße kacken lassen (womit sie keine Probleme hat *räusper*), Astrid schmiert mein Brot, Eika und Trix müssen zum Hundesitter und eh ich richtig weiß, wie ich eigentlich heiße, sitzen wir im Auto. Diese Mal ist es mit den Autobahnen ganz easy. Wäre ja auch gelacht. Also wirklich, hört mal.... die A31 ist da wo wir sie vermuten und wir donnern los. Pia, fährt wie versprochen sinnig, wir haben genug Zeit und Bine pennt im Kofferraum. Wir biegen auf die Landstraße ab und verfahren uns..... aber das tut ja hier nichts zur Sache.
Statt um neun Uhr, sind wir so gegen viertel vor zehn da....*hüstel*

Die anderen Teilnehmer sind schon fleißig am üben und so komme ich mit Bine relativ schnell dran. Natürlich ist sie aufgeregt, als sie die ganzen anderen Hunde sieht, aber sie kriegt sich verhältnismäßig schnell ein. Ich bin erstaunt wie gut es mit ihr geht.
Dann brechen wir wieder auf zu einem Spaziergang der (wir wieder weit hinten) schnell stopp und go wird. Bine ist viel leichter als am Tag vorher zur Mitarbeit zu überreden und meine Leckerchen schwinden bedenklich schnell dahin.
Ganz schnell geht der Vormittag vorbei und wir kehren in die Gaststätte zurück um zu essen. Bine geht derweilen gefüttert und getränkt für ein Stündchen ins Auto. Als ich sie wiederhole hat sie ganz kleine Augen.... sie hat die ganze Zeit geschlafen und war brav. Die Wiedersehensfreude mit Astrid ist bombastisch und Astrid selber ist recht schnell wieder dreckig. Der Nachmittag ist zuerst mit Theorie angesetzt, die mir besonders wichtig ist für Bine. Sie liegt zu meinen Füßen und andauernd kommt der Kellner vorbei. Sie schnuffelt an den Leuten in ihrer nächsten Umgebung, freut sich immer wieder über Astrid, weicht dem Kellner aus, schnuffelt an den Leuten, freut sich über Astrid usw.
Ich finde sie macht das toll, denn Menschenaufläufe sind nicht ihre Welt. Sie liegt brav auf der Decke (außer wenn ihr einfällt, dass sie lange nicht bei Astrid war) und döst. Nach ein paar Stunden lässt sie hin und wieder einen Jodler los und dann ist es auch bald wieder Zeit für praktische Übungen draussen.

Der Übungstag endet um kurz nach sechs Uhr und für uns reicht es wirklich aus. Wir sind wahrhaftig geschafft. Wir fahren nach Hause, essen nix (außer Knoppers und Bifi-Rolls), ziehen uns in die Gartenhütte zurück und Bine bekommt ihren mitgebrachten Knochen. Ich dusche noch schnell und dann krabbeln wir erledigt in die Schlafsäcke. DIESES MAL habe ich einen Wecker und stelle ihn tapfer auf 6.15 Uhr.
Nachts merke ich, wie Bine sich an mich drückt, es ist definitiv kälter als in der Nacht davor und wahrscheinlich fragt sich der Holly, warum ich meine Decke nicht über sie lege. Geht aber nicht bei einem Schlafsack. Irgendwann habe ich Mitleid, knipse das Licht an und Astrid wacht auf mit den Worten: "Hast Du aber einen leisen Wecker, den hab ich gar nicht gehört". Hihi, kann sie ja auch nicht, weil es erst halb vier ist und er noch gar nicht geklingelt hat. Astrid reicht mir meine Jacke und ich kann Bine einmummeln woraufhin sie auch sofort wieder einschläft......

Fortsetzung folgt !