Clickertagebuch


26. November 2004
Bine ist ein Kotzbrocken. Sorry, aber sie ist einer :)

Irgendwie scheint sie ihre anstehende, überfällige Läufigkeit weggedrückt zu haben. Vor 1 Woche hätte ich geschworen, jeden Tag ist es nun bald soweit. Denkste Puppe. Ihre Empfindlichkeit was das anfassen an den hinteren Körperpartien angeht, schwindet mit jedem Tag ohne das die Läufigkeit eintritt. Vor einer Woche hatte sie eine schrecklich unausgeglichene Phase. Wenn sie drin war, wollte sie raus, wenn sie draußen war, wollte sie rein. Anstrengend. Jedes Mal hat sie es mir so verkauft, dass ich geschworen hätte, sie muss mal. Kaum im Garten, interessenloses herum geschnüffelt, mauliges Gequäke und vor der Haustür herum stehen. Drinnen 10 Minuten Ruhe und dann wieder raus. AAAAARRRRRHHHHHHHHHHHGGGGGGG !!!!! Gut, wer hat gesagt, dass Hundehaltung im November Spaß macht....morgens stockfinster und nachmittags auch schon.

Und seit eben genau dieser Woche versucht Bine jetzt radikal Vize-Kanzler zu werden. Den Posten hatte bisher Banja inne. Ganz einfach aus dem Grund weil Banja und Lena lange Zeit alleine waren. Lena ist zu souverän und zu harmoniesüchtig. Ihren Job füllt sie gut aus und damit wird er auch nicht angetastet. Banja ist ein verspieltes, verkaspertes Schnauzervieh und in Bines Augen wohl reif für einen innerfamiliären Abstieg. Vor ca. 1 Woche hat es das 1. Mal geknallt....
Ich kam von der Arbeit und hab mit den Hunden auf dem Bett geschmust. Banja und Bine haben (wie immer) begonnen miteinander zu raufen und zu spielen, während ich Lena eine Ohrenmassage gegönnt habe. Die beiden Wilden sind dann dazu übergegangen sich die Ohren zu putzen. Wobei in der Mehrzahl Banja putzen muss *gg*. Hat sie auch brav gemacht. Irgendwann waren Bines Ohren so abgeschlabbert, dass selbst Banja eingesehen hat, dass sie nun sauber sind.
Bine hat versucht Banja durch pföteln, brummen und ihre Ohren an Banjas Schnauze halten zu animieren weiter zu machen. Banja hat höflich den Kopf von links nach rechts gedreht, sich geleckt und ignoriert.
Dann hat Bine spielerisch geschnappt und leider auch getroffen. Banja, der das anscheinend weh getan hat, hat sozusagen als Warnung vor Bines Gesicht abgeschnappt. Die ganze Aktion bis hierhin hat nur ein paar Sekunden gedauert. 

Nach Banjas Abschnappen ist Bine hoch gegangen wie eine Rakete und schon hatten wir auf dem Bett eine wilde Beißerei. Unschön war, dass ich da auch dazwischen lag. Nachdem ich mich erst mal in Sicherheit gebracht habe, schien sich die Situation wieder aufzulösen. Banja ist kein streitsüchtiger Hund, ganz im Gegenteil. Sie vermeidet Stress wo es nur geht. Allerdings hat Bine genau in dem Moment in dem sich Banja abgedreht hat, wieder angegriffen. Die Chance war wohl zu günstig. Und schon waren die beiden wieder ein Knäuel. Beruhigend für mich war der enorme Lärm den die beiden Giftziegen gemacht haben. Bei Kämpfen auf Leben und Tod wird kaum Energie aufs keifen verschwendet, eher geschnauft. Die beiden hysterischen Ziegen haben jedoch ein Spektakel veranstaltet wie 10 Elefantenherden....
Lena, die ebenfalls auf dem Bett saß und zuschaute, hat nicht eine Pfote gerührt. Nicht gebellt, gar nix. Sozusagen Frauen-Wrestling ohne Eintrittsgeld. Nachdem Banja sich ein zweites Mal abwenden wollte und Bine nicht nachgelassen hat, habe ich die beiden getrennt. Ja ja, ich weiß, jetzt kommt wieder die Frage: "Aber wie hast Du sie getrennt" ?
Nun, ich hab schon hin und wieder erwähnt, dass die Hunde ohne Strafeeinwirkung bei mir leben. Damit meine ich, was mein körperliche Eingreifen betrifft. Ich setzte durchaus das aus dem Zimmer gehen oder Hunde vor die Tür setzen als Strafe ein. Aber nicht mehr. Entgegen der Annahme der meisten Menschen, werden die Hunde dadurch viel, viel sensibler, als wenn sie wegen jeder Kleinigkeit eine Kopfnuss bekommen, gehalten, gezogen oder geschimpft werden.
Ich hab also nicht mehr getan als meinen nicht unbeachtlichen Brustkorb mit Luft zu füllen und wie Zeus zu donnern: "JETZT REICHT ES MIR ABER, IHR SEID WOHL BEKLOPPT !!!!???"

Der Erfolg war durchschlagend. Bine sprang panisch vom Bett und rannte in den Flur, Banja lag platt wie eine Flunder auf dem Bett und nur Lena hat mich angesehen nach dem Motto: "Spinnst Du, was brüllst Du denn so....?"

Im Anschluss waren dann besonders Bine und Banja sehr aufgeregt. Bine lief mit einer Angstbürste brummend durch die Wohnung, Banja versuchte mir auf den Schoß zu krabbeln und Lena war zwischenzeitlich wieder halb eingeschlafen *ggg*.
Ich habe beide Kampfhähne gestreichelt und Bine hat sehr viele Beschwichtigungssignale gesendet. Allerdings wohl nur um den eigenen Stress abzubauen, da Banja Bine überhaupt nicht mehr beachtet hat. Wenn Banja versehentlich den Kopf in Bines Richtung gedreht hat, hat Bine sofort gebrummt und die Haare gesträubt. Es hat an diesem Tag mehrere Stunden gedauert, bis beide wieder in der Lage waren nebeneinander zu liegen. Beide Hunde waren im übrigen nur voll gespuckt, keine Schrammen und keine Wunden.

Am nächsten Morgen. Banja kam die Treppe hinauf gestürzt und ist dann morgens einfach nur ein Schnauzer, randvoll gefüllt mit Freude...war Bine sofort wieder in Abwehrstellung. Sie hat gebrummt, versucht Banja ins Gesicht zu sehen und hat sie immer wieder an der Halskrause gefasst. Banja war auf Liebe eingestellt und hat mit ihrem Stummel im Kreis gewedelt, sich halb den Rücken verrenkt und wild durch die Luft geküsst. Bines Provokation ist nach einigen Minuten einfach verpufft.
Trotzdem legt sie es seit diesen Tagen drauf an und ich vermute, in den nächsten Tagen wird es noch mal ordentlich brummen. Es gibt Situationen da fordert sie Banja zu Spiel auf wie eh und je. Oder sie hält ihre Ohren zum putzen hin oder sie legt sich einfach nur neben Banja. In anderen Momenten, fängt sie an zu stieren. Oder Banja freut sich über Menschen oder darüber dass wir nun raus gehen und Bine geht sofort in die Offensive, brummt, packt in die Halskrause oder Ohren von Banja und sieht aus als meinte sie es ernst.
Ich bin mir völlig im klaren darüber, dass Banja derzeit einigen Stress aushalten muss. Sie mag nicht streiten, dass drückt sie mit jeder Faser ihres Körpers aus. Allerdings verzichtet sie auch nicht freiwillig auf ihr lieb gewordene Privilegien. Lena hält sich komplett raus und Banja und Lena liegen nun wieder häufiger zusammen auf einem Kissen oder einem Sofa.

Unser häuslicher Plan sieht derzeit vor, dass Bine für jede nette Annährung an Banja ein Lob, ein Leckerchen oder eine Streicheleinheit bekommt. Banja bekommt die selbe Aufmerksamkeit und Zuwendung wie vorher und hat ihre angestammten Plätze zur Verfügung. Zwistigkeiten lasse ich zu, meiner Meinung nach gehören sie zum Leben. Aber ein Zerfleischen des Anderen kommt nicht in die Tüte, schon gar nicht in MEINER Wohnung. Basta.
Ich bin gespannt wie sich das weiter entwickelt. Es wäre natürlich schön, wenn es ohne Hackerei weiter ginge, aber ich glaube nicht, dass mir der Holly den gefallen tut. Mir ist klar, dass Bine aus Unsicherheit heraus handelt, denn sie ist absolut kein sicherer Hund. Wenn es klingelt, rennen die anderen bellend runter und das Karlchen steht neben meinem Sofa und schaut mich groß an. Fremde Hundekontakte lässt Bine zuerst durch Banja oder Lena überprüfen und so könnte ich die Liste fortsetzen. 
Demnach ist für mich Bines Zeit als Vize Kanzler noch nicht angebrochen. Sollte es irgendwann soweit sein, hat sie meine Unterstützung, schon alleine weil dann für Banja das Leben wieder erträglicher wird. Aber bis dahin bin ich gespannt wie es weiter geht.

Keifende Grüße aus dem Zickenland und bis die Tage,
Dagmar

21. November 2004
So, jetzt aber Endspurt. Irgendwie fehlt ja noch der letzte Tag der Essener Chaos Tage :)

Viel zu erzählen gibt es nicht mehr. Spätestens am 3. Tag sind nämlich alle so erschöpft, leiden unter Schlafmangel, Kater und diversen Alterswehwehchen, mal abgesehen von der Sehnsucht nach den eigenen Hunden, dass Spaß und Kreativität auf der Strecke bleiben....
Schlechtgelaunt wie jeden Morgen wenn der Wecker bimmelt, bin ich aufgewacht. Dooferweise war ich an diesem Morgen die Erste die ins Bad musste. Während ich da also noch so lag und dachte: "Herrgott, ich bin gelähmt", kam ein nüchternes " Ich habe einen inoperablen Hüftschaden", von der Astrid und ihrem Luftmatratzensessel. Ich musste völlig hysterisch lachen, obwohl ich schlecht gelaunt war und des kann ich gar net leiden am frühen Morgen. Danke Astrid !

Frisch geduscht, ging ich runter in die Küche wo der liebe Alex schon einen Kaffee gekocht hatte. Das versöhnt mit vielem. Als er mir dann noch während des Frühstücks diverse Kapitel seines Hundebuches vorlas, ging es mir minütlich besser.
Nach und nach trudelten alle anderen ein, tranken Kaffee oder Tee, aßen oder eben nicht und dann war es auch schon wieder Zeit zum Aufbruch in die Gaststätte.
Nein, wie hatte ich meine Lieblingsbedienung vermisst. Ihr herrisches "MORGEN" und "DURST ?" und ich wusste wieder genau wo mein Platz in der Gruppe ist. Ein tröstliches Gefühl, dass Sicherheit vermittelt, wenn man gezeigt bekommt, hier gehörst Du hin.

Der Tag verlief dann so:

und so



In der 2. Hälfte des Tages wurde ein Fall vorgestellt und bearbeitet. Pia war so freimütig und stellte Trix zur Verfügung. Astrid und ich konnten mit Tatsachenberichten aushelfen (siehe Tagebucheintrag vom 08. November 2004). Wobei hier ganz klar erwähnt werden muss, dass Trix sich dort mustergültig verhielt. Also ich glaube schon an Spontanheilung *g*.

Gegen 17 Uhr hatten wir unser Programm geschafft. Mit vollen Köpfen, leeren Bäuchen und jeder Menge Wehmut haben wir uns rund herum verabschiedet und sind los gedonnert. Auf dem Rückweg brauchte Astrid die Karte nicht mehr zu halten, mittlerweile kenne ich den Weg *g*. Dachte ich zumindest. Na ja, wir waren grade eine Stunde unterwegs, als wir in einen Stau gerieten. Vor uns Lichter, so weit das Auge sehen kann.... nicht gut. Es hat sich dann ja auch in Wirklichkeit um eine Autobahnvollsperrung gehandelt. Großartig, oder ? Mich wundert nichts mehr, wenn ich unterwegs bin und so haben wir uns nach einigen Minuten auf der Landstraße (irgendwo in Deutschland) wieder gefunden. Auf der sind wir dann auch die nächste Stunde mit 1000 anderen verwirrten Autofahrern herum gekurvt. Zum Schluss lautete die Devise, einfach hinterher fahren, ist doch sch****egal.

Irgendwann waren wir wieder auf der Autobahn, ja sogar auf der Richtigen in richtiger Fahrtrichtung (eine Leistung) und völlig unspektakulär kamen wir Zuhause an. 
Die Hunde freuten sich einen Ast ab, schon nach 10 Minuten fehlte mir Astrid und als Jörg fragte: "wie war es ?", sagte ich ihm ausschweifend und enthusiastisch: G U T. Das empfinde ich übrigens bis zum heutigen Tag so, auch wenn ich mein Schlafdefizit noch nicht wieder eingeholt habe, ich mir bei Pia Flöhe fing und ich Pia, Andrea, Jana, Alex, die Hunde und die Bedienung schrecklich vermisse....

THE END
FINITO
DES WAR ES
IHR KÖNNT JETZT ABSCHALTEN !!!

13. November 2004
Nur weil ich mit diesem unseligen Wochenende in Essen endlich abschließen will und hier eh nix wirklich wichtiges passiert, schreib ich weiter. Nur deswegen....*g*

Am nächsten Morgen musste, wie abends vorher demokratisch bestimmt, die Astrid zuerst unter die Dusche. Wir haben dann auch sofort nach gesehen ob Frau Dr. Jones da ist und siehe da, Auto (dasselbe wie in der Fernsehserie) stand vor der Tür und Licht vor der Hütte war aus. Prima, dass Seminar konnte statt finden.
Nach Astrid kam ich an die Reihe mit waschen und hab wegen Müdigkeit kurz überlegt, ob ich englisch dusche = Parfüm drauf und fertig :). Ich hab mich aber dann eines besseren besonnen und doch Wasser und Seife an mich gelassen. Danach war Pia dran... oder Alex, ich weiß es ehrlich gesagt nicht mehr.
Übrigens musst ich zum Badezimmer durchs Wohnzimmer und da lag der Alex, Decke bis zur Nase. Schade, konnte beim besten Willen nicht erkennen ob er seinen rosa Frotteeschlafanzug dabei hatte *seufz*.
Trotz Waschung war ich hundemüde und wie immer in solchen Situationen frag ich mich dann, ob ich einen an der Waffel habe.... an einem freien Wochenende morgens um halb sieben Uhr aufstehen, wo wir doch bis in die Nacht gequasselt hatten. Hm. Nach dem ersten Pott Kaffee, geht's mit mir dann aber minütlich bergauf.

Pia hatte Frau Dr. Jones einen Zettel in der Hütte hinterlassen, das ihre persönliche Waschzeit von 8.00 Uhr bis 8.30 Uhr beträgt. Um 5 vor 8 Uhr haben wir uns das erste Mal gefragt, wer von uns raus geht zur Gartenhütte (da schlief ja auch noch Paco der Rottweiler) und den Wecker spielt. Ich war nicht willens, Alex und Astrid haben sich ebenfalls tot gestellt und die arme Pia musste so gegen 8 Uhr in den sauren Apfel beißen und hinaus marschieren. Sie kam unversehrt wieder. Völlig unspektakulär. Vor der Frühstück kann ich allerdings auch blutige Bisswunden und heraushängende Därme überhaupt nicht ausstehen.

Bei meinem 3. Pott Kaffee stand dann eine ziemlich verschlafenen Dozentin vor der Tür und ich hab mich brav vorgestellt. Eika und Trix haben ebenfalls "guten Morgen" gesagt und nachdem die restliche Mannschaft in der Küche shaking hands gemacht hat, durfte Dr. Jones sich waschen gehen. Ganz nebenbei wurden wir gewahr, dass sie erst um 5 Uhr morgens in Essen angekommen war. Tapfer, ich in selber Situation hätte sicher über den Tag verteilt, die Teilnehmer zusammen geschissen......wenn ich müde bin, kann man mich nicht gebrauchen.
Andrea und Jana trudelten ein und wir vereinbarten einen Abfahrtszeitpunkt für 9 Uhr. 

Nicht ganz pünktlich aber immer noch im Zeitlimit hat sich dann der Autokorso zur Gaststätte in Bewegung gesetzt. Dort angekommen haben wir erst mal den anderen Teilnehmern, sofern schon anwesend, guten Morgen gesagt und die Plätze wurden grob durch gezählt. So wie die Tische aufgebaut waren, hätte es nicht funktioniert, zu wenig Platz.
Eine ausgesprochen übellaunige Bedienstete (oder war es gar die Chefin ?) hat dann, obwohl 3 Köpfe kleiner als ich, wie wild an den Tischen herum gerissen und siehe da, es wurde Platz. Ich bestellte mein Kännchen Kaffee (ich muss vor 10 Uhr auf mindestens einen Liter Kaffee kommen, weil ich sonst meine Muttersprache nicht beherrsche) und machte es mir auf diesen komischen Stühlen bequem. Aber nein, ich will nicht meckern, ist ja ein Tatsachenbericht *gg*.

Der mitgebrachte Beamer und das Laptop funktionierten einwandfrei. Nur nicht zusammen und so musste Alex sein technisches Know-how heraus kramen und anfangen zu basteln. Das sah dann im dunkel so aus:


Ich persönlich finde es ja super, wenn ich für nix verantwortlich bin. Pia war die Ruhe selber, bewundernswert !


Hier ging's dann schon... da war es aber allerdings auch schon 10 Uhr.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde (interessant was die Leute alle so machen oder eben nicht machen), stiegen wir ein in die Materie Verhaltenstherapie. Außer dem Alex waren sogar noch 2 Männer anwesend. Das ist eher selten und darum hab ich sie fotografiert. 

Über den ganzen Seminarablauf gibt es nichts spektakuläres zu sagen. Frau Dr. Jones war professionell (Studie: "...Frauen die ordentlich und dezent geschminkt sind glaubt man eher".... gut, dass ich meine getönte Tagescreme vergessen hatte *buäh*) und ich finde, wir vertreten die selbe Hundeausbildungsansätze. Uneins war ich mit ihr beim Thema Kastration, Einsatz von Psychopharmaka und natürlich mein Steckenpferd "Barf - biologisch artgerechte Rohernährung". Aber ich kann damit leben.

Was total erwähnenswert war an diesem 1. Seminartag ist folgendes:
Nachdem die kleine übellaunige Bedienung die 1. Runde Getränke gebracht hatte, wurde sie ersetzt durch eine noch kleinere, dafür breitere, übellaunige Bedienung. Diese Dame, man möge mir verzeihen, wäre als Rekrutenausbilderin vorzüglich geeignet gewesen. Ihre Ansagen waren klar und unmissverständlich formuliert. In etwa so:

DURST ? *stellteuchdasbittegebelltvor*
SCHMECKTS ? oder aber
*kreisch*: P U T E N G E S C H N E T Z E L T E S ?????

In solch delikater Umgebung blühe ich auf, ich mache mir die Eigenheiten und Sprachgewohnheiten der Menschen zu nutze und fortan führte ich mit der Dame tiefschürfende Gespräche und wir kamen uns näher.

Sie: DURST ?
Ich: JA
SIE: *abwartend*
Ich: KAFFEE

Wundervoll, kein überflüssiges Bitte-Danke-Schnick-Schnack, alles was gesagt werden musste, war gesagt und prompt 5 Minuten später bekam man ein Kännchen vor die Nase gerummst und den Zettel (auf dem alle Getränke notiert werden mussten) aus der Hand gerissen. Ich glaube das nennt man Erlebnisgastronomie....
Und obwohl es nicht meine Absicht war, hab ich es mir am Abend fast mit meiner bellenden Bedienungs-Freundin verdorben. Frau Dr. Jones, nur so kann ich es mir erklären, hat psychologisch alles aus mir heraus geholt. Der Nachmittag bestand nämlich fast vornehmlich aus der Durchleuchtung menschlichen Verhaltens. Um nicht schlecht abzuschneiden neben Astrid, die wie verrückt auf ihrem Block herum krikelte, spitze ich die Ohren und war ganz bei der Sache. Abends gegen 18 Uhr waren wir dann am Ende, physisch und psychisch. Und da kommt die kleine Bellende daher und will abkassieren. Wie gesagt, mit ihrer klaren Art kam ich ganz gut zurecht und im Kopf rechnete ich mir schon ein fürstliches Trinkgeld für sie aus. Als ich an der Reihe war, hab ich es fast versaut:

Sie: 20,30 EURO
Ich gebe ihr einen 20 Euro Schein und sage großmütig wie wir Harzer nun mal sind...
21 €,  stimmt so !
Astrid hat neben mir einen Lachflash bekommen und meine Lieblingsbedienung starrte auf den 20 € Schein, während mir immer noch nicht klar war, was ich da verzapft habe. Ich wundere ich ja generell nicht über Astrid.... aber das mich die Bedienung so anstarrte und auch meinen Schein, war mir unangenehm. Und dann, tja dann hat sich fast schamhaft einer ihrer Mundwinkel gehoben.... sah fast aus wie ein Lächeln (kann aber auch eine Nervenentzündung gewesen sein). Zauberhaft, und da wurde mir klar, hier liebe Dagmar, stimmt was nicht. Ich rief mir unseren Dialog noch mal ins Gedächtnis und beim nachrechnen (an den Fingern) fiel mir dann auf, dass ich beinah die Zeche geprellt hätte. Aber diese Perle der Wirtschaft hat es mir nicht verübelt. Was für ein Glück.

Auf dem Heimweg hielten wir dann noch kurz vor dem Bankautomaten und der Post und anschließend ging es nach Hause. Frau Dr. Jones beschäftigte ihren Hund und wir bestellten erst einmal essen. Alex öffnete die 1. Flasche Wein und dann kam das Essen. Ich liebe chinesisch, hm lecker.
Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, haben wir geredet und geredet und geredet.....über's clickern, die Hunde und anschließend wieder von vorne. Ab und zu war ich rauchen, dann hab ich wieder getrunken und geredet und ehrlich gesagt, ich weiß inhaltlich fast nix mehr. Halt, doch.... eines war da noch.... der Alex wieder, wer sonst, wollte Menschen clickern. Ich bin dafür, dass er nicht mehr zum Clickertrainertreffen fährt, er kommt da auf so komische Ideen. Andrea war der Hund, Pia die Trainerin. Selbst mit Erklärung hab ich am Anfang gar nicht geschnackelt worum es ging. Kann aber auch am Rotwein gelegen haben, der war köstlich. Alex hatte so ziemlich aus jedem Gesellschaftsspiel das Pia im Haus hat, Spielsteine geklaut, dazu noch ein paar Schokoladentaler, alles mit einem Handtuch abgedeckt und los ging's. Andrea-Hund sollte von Pia-Trainerin mittels Clicker dazu gebracht werden, beliebige Spielsteine zu einem Kreis aufzustellen. Sauschwer. Vor allem für den Trainer. Soll er dem Hund zuerst nur einen Stein geben ? Oder gleich alle oder nur ein paar beliebige ? Sollen es der einfachheithalber zuerst Figuren einer Art sein oder gleich gemischte Spielsteine ? Ziel war es am Ende, dass alle Steine zu einem Kreis auf dem Tisch verbaut sein sollen. Und dass dann bitte schön immer wieder bis zur Einführung eines Sichtzeichens *uff*

Andrea-Hund kam nun hinein und Pia-Trainer clickerte was das Zeug hielt. Aber wie erwartet, war Andrea-Hund drauf bedacht, mit verschiedenen Spielsteinen, verschiedene Aktionen auszuführen. Ich geb's zu, nach 10 Minuten hatte ich erste Ermüdungserscheinungen. Der Hund und der Trainer auch, nur unser Alex nicht :))


Mal ehrlich, während Frau Jones und Alex noch so was wie Lebensfreude ausstrahlen sind Hund und Trainer ja wohl eher ein Bild des Jammers. Sogar ich hätte sie früher entlassen.


Wenn sogar die Astrid beim zugucken müde wird, dann will dass schon was heißen *kicher*


ABER, beim clickern reicht es, dass EINER Spaß hat.....*-ch ch ch ch ch- so lacht übrigens der Alex und seitdem Seminar die Hälfte der KursbesucherInnen*

Lange Rede kurzer Sinn, es dauerte endlos. Zwischendurch hab ich die Pia abgelöst bevor sie uns vor lauter Frust auf die Straße gesetzt hätte. Meine Strategie (hatte ich eine ?) war übel, aber ich hatte die Zeit auf meiner Seite und irgendwann haben wir das Ziel erreicht. Also, Andrea hat's erreicht und am nächsten Tag trotzdem noch mit mir gesprochen......*g*

Während des Clickerns hab ich wohl auch mit geholfen den Wein zu vernichten und auf vielfachen Wunsch einer einzelnen Dame wurde eine 2. Flasche geöffnet *huuraaa*. 
Ich wollte so gerne Erinnerungsfotos von allen Teilnehmern machen, aber weil die Leute sich da immer so anstellen UND weil ich schon ein bisschen angeschwipst war, kam ich auf die Idee, Fotos von den Augen zu machen. Toll, oder ? Was hat mich da nur geritten ? Es war schwieriger als eine Gehirn-OP, denn wenn Du mit der Kamera nahe ans Gesicht fährst, weichen die ollen Weicheier zurück oder blinzeln oder werden sauer *gg*. Während meiner komplizierten Aufnahmen muss ich dann wohl mit den Betroffenen geredet haben, wie mit meinen Hunden, wenn ich versuche ihnen eine Zecke an der Arschbacke zu entfernen: "Waaaarrrrrtttteeee..."! Zumindest hat Andrea die verbleibende Zeit am Wochenende so mit mir geredet *gg*.
Aber jetzt hier, die Ergebnisse (wer sagt da ich bin ALBERN ??? ):

                                     
Okay, gescheitert, ich war nicht dicht genug dran an der Andrea...        und hier hat sie es versaut ....sie sollte doch REIN gucken....


Na also, geht doch !


Gescheiterter Versuch Pia.... nicht dicht genug *ggg*... dran mein ich.


Voila, total mutig hinein gesehen in den Blitz !

                        
Das dürfte keinen wundern: ASTRID kneift *g*                          nachdem ich gesagt habe ich zerreiße ihre 5er Karte ging's !  


Mein geschwollenes Rotweinauge, fotografiert von Andrea. Ich finde ich sehe ein bisschen aus wie Jabba the Hut...


Nachdem Alex sich erst vornehm zurück gehalten hat, hatte er dann nachher an seinem Augenfoto um so mehr Spaß. ALEX, DU HAST NICHT R E I N GESEHEN.....


Jana, bei dem Versuch mir zu erklären, was das für eine bekloppte, schwachsinnige Idee ist sich die Augen zu verblitzen und dass sie auf keinen Fall mitmacht *kicher*.

Und jetzt kommt's.... weil mich keiner fotografieren wollte, hab ich es selber gemacht. Ich bitte zu bedenken, dass es ein Zeichen äußerster Großmut, Tapferkeit und innerlicher Stärke ist... das zu veröffentlichen.....

LETZTE FORTSETZUNG FOLGT !!!!

11. November 2004
So, denn, weiter geht es mit Teil II. Ob der so lustig wird wie die 1. Stunde, weiß ich net. Das war schon echt schwer zu toppen.
Ihr wisst ja, dass ich in der Regel keine Gegendarstellung veröffentliche. So wie ich es sehe, wird es schon richtig sein *he-he*. Allerdings erreichte mich gleich nach dem 1. Tagebucheintrag eine Mail von Astrid, die so nett ist, in der Wortwahl so zauberhaft geschrieben , dass ich sie hier Veröffentlichen mag. Astrid, ich darf doch, oder (denk dran, ich zerreiße Deine 5er Karte....) ?
Achtung, es geht los:

DU IRRE !

Na super, mal abgesehen davon, dass mich alle deine Tagebuchleser nach dem Veröffentlichen dieses Bildes als kopftuchtragende, daueralkoholisierte Gesichtslähmung in Erinnerung behalten, bin ich tief beeindruckt von deiner Schilderung unserer 1 Stunde in Essen. Das ich, als völlig orientierungslose Beifahrerin als GPS-Systems absolut ungeeignet bin, wusstest du doch schon nach dem letzten Seminar. Dafür kann ich aber prima einen Aschenbecher halten, dir während der Fahrt Löcher in den Bauch fragen und die Biegung in die letzte Straße habe ich ja auch gefunden!!!!! Für mich ist das schon ein riesiger Fortschritt.
 
Für mich war es ein tolles Wochenende.  
So, nun warte ich auf den weiteren Bericht in deinem Tagebuch (In der Wochenendsprache würde ich es so übersetzen: SCHREIBE!!!) und wenn die anonymen Alkoholiker bei dir nach meiner Adresse fragen sollten, sag ihnen bitte ICH SEH NICHT IMMER SO SCHEISSE AUS !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
 
Liebe Grüße und bis die Tage 
deine Winterjacke, Immerschuldhaber, Hundedeckenaufdemkopfträger, Futtjub (übersetzt Food-Tube, bei mir passt auch immer was rein)
 
Tschauiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii

Ist das nicht herzig ? Okay, einen Teil könnt ihr noch nicht verstehen (Food-Tube usw.), aber vielleicht bringen wir noch Licht ins Dunkel, es geht nämlich weiter.

Nachdem Pia und Alex aus dem Auto gestiegen waren und Alex mich mit den warmen Worten: "Na Du Chathexe" steif umarmt hat, konnten Astrid und ich nicht wirklich den Verlauf mit Trix wieder geben. Zwischenzeitlich haben aber die beide Anderen den 1. Tagebucheintrag im November gelesen und sind sicher verständnisvoller, ODER ???

Wir begrüßten Eika mit anderen Augen, weil sie aussieht wie Trix, aber gar net rammeln will.....*prust*

Irgendwann wanderten wir nach oben, ich nahm mir dieses Mal in weiser Voraussicht den Schaukelstuhl und Astrid dufte ohne Lehne auf dem Sofa sitzen zwischen Alex und Trix. Sozusagen der Hauptgewinn. Geplant war, dass wir uns selbstgedrehte Videos anschauen und ich muss sagen, außer mir waren anscheinend schon alle im Fernsehen *staun*. Vielleicht liest ja hier ein pfiffiger Redakteur mit und erkennt das unschätzbare Potential und schon bald drehen wir: "Die Dagmar und das liebe Vieh", eine 500 teilige Clicker-Hausbesuch-Soup. Anschließend kann ich meinen Job hernieder legen und Astrid beschäftigen :)

Aber zurück zum Thema. Astrid und ich hatten ja schon ganze Vorarbeit geleistet und Trix in einen ungewöhnlich hohen Zustand innerer Erregung getrieben. Der baut sich zum Glück nicht so schnell ab und Pia und Alex hatten jetzt auch noch was davon. Mal abgesehen vom bellen, durfte Trix eine wirklich stabile Matte zerreißen an der er auch fleißig gearbeitet hat. Zwischendurch warf Astrid für ihn den Kong auf alle möglichen Einrichtungsgegenstände und als wir anderen kurz den Raum verließen und wieder kamen, war Astrid gerade dabei, ein Sofakissen mit vollem Körpereinsatz zu schützen.
Sollte mal jemand einen wirklich engagierten Figuranten benötigen......bitte die Mails an mich !

Wir bestellten die Pizzen und pfiffen uns die 1. DVD rein. Trix bellte eigentlich nur wenn Astrid ihn ansah, was sich wiederum schwer vermeiden ließ, weil er darum bettelte, dass sie mit ihm und dem Kong spielte. Es war eine beschauliche Szene.....*gg*
Bei der Pizzabestellung hab ich ziemlich lachen müssen. Hier in unserem Kuhkaff heißen Pizzen: Vier Jahrezeiten oder Magaritha. Es gibt sie in den Größen klein, mittel und groß, wenn man überhaupt wählen kann. In Essen ist alles anders. Da heißen die heißen Scheiben: Waldfee, New York oder Rumpelstilzchen. Die Größeneinteilung ist "hallo", "mittel" oder "jumbo" ! War für mich gewöhnungsbedürftig Pia " 2 x Waldfee hallo" sagen zu hören und nicht den Glauben zu verlieren, dass wir wirklich was essbares geliefert bekommen.....

Hat aber gut geklappt und nach dem Film und einer Pizza (die lecker war... aber HALLO), bin ich mit Astrid zum rauchen erst mal raus. Genau in dem Moment sind auch Jana  mit Luna und Andrea angefahren gekommen, aus der Berliner Riege. Freundliches beschnüffeln unsererseits und der Hunde und dann wurde gleich noch mal ein Happi bestellt. 
Alex, der ebenfalls zum Luft schnappen draußen war (wegen seiner Katzenhaarallergie) wurde wieder eingesammelt und wir quetschten uns alle gemeinsam wieder ins Wohnzimmer. Während Andrea und Jana ihre Nudel aßen, war Trix (der vorher vor Erschöpfung ein Nickerchen gehalten hat) wieder innerlich aufgewühlt. Diesmal aber wegen dem neuen Besuch, glaub ich. Na ja, zwischenzeitlich kennt ihr das ja schon....
Alex lag wie ein Schluck Wasser in der Kurve und wir anderen hielten uns tapfer und quasselten (nee, nee, ich nicht mehr wie die anderen auch).


Auf dem Tisch eine kleine Getränkeauswahl bestehend aus Eistee, Tee, Cola, Wasser, Rotwein UND Pia und Astrid die überlegen was sie nun trinken !


Jana wollte auch unbedingt aufs Foto... ich hab ihr den Gefallen getan, obwohl ich es ziemlich komisch finde, wenn Frau sich so anbiedert *hihi*


Ich überlege dauernd, wem die Beiden so angestrengt zuhören. Also ich war es net.
Übrigens sieht man auf dem Bild, wie das bei uns abging, wir hatten soviel Spaß, tanzten auf den Tischen....

Während Pia mich vor versammelter Mannschaft zwang zuzugeben, dass ich a) mein Bettzeug vergessen hab und 
b) die Kommunikation zwischen mir und Jörg besser sein könnte, verzogen sich Jana und Andrea in ihr Schlafgemach bei Pias Eltern. Astrid war schon oben im Schlafzimmer um ihre Matratze aufzupumpen und ich wartete noch ein wenig um zu sehen, ob sich der Alex nackig macht. Hat er nicht und so ging ich hoch...
ÜBERRASCHUNG !!! Gut, dass ich ihm Bett neben Pia schlaf war klar, schließlich bin ich alt und ihre Lieblingsschnarcherin. Die Frau Dr. Jones war für die Gartenhütte eingeplant (sehr zum Neid von Alex, Astrid und mir, weil die Hütte ist cool), Alex war auf der Couch, Pia auf ihrer Betthälfte und Astrid sollte auf der selbstmitgebrachten Luftmatratze VOR unserem Bett schlafen. Gott, ich meine irgendwie müssen wir Trainer uns ja abheben vom Kunden. Im Bett schlafen, so weit kommt es noch... tztztzt.... Kunden im Bett mag ich gar net.... die haaren.... werden dominant und so. Außerdem kennt die Astrid dass schon von vor vier Wochen, da lag sie in der Gartenhütte auch auf ihrer Isomatte VOR meinen Bett. Also alles reine Gewohnheit. Man darf Kunden nicht zu sehr vermenschlichen, sie fühlen sich in einer festgelegten Rangfolge wohl und WOLLEN geführt werden (Astrid sowieso, sonst findet sie ja den Weg net *lach).

Jetzt aber zurück zum Thema: ÜBERRASCHUNG. Die Astrid hatte nämlich gar keine Luftmatratze dabei, sondern einen LUFTMATRATZEN-SESSEL. Man sollte sich das Wort auf der Zunge zergehen lassen, denn Sessel bedeutet zum SITZEN. Blöd gelaufen. Glücklicherweise hat sich dass Ding ausklappen lassen zu gestandener Mannsgröße, es hatte nur einen klitzekleinen Nachteil:
Astrid hatte ein Luftpolster unter dem Kopf, eines unter dem Rücken, der Po lag dafür auf der Erde, weil in der mitte ein Stück Luftpolster ausgespart war und die Beine waren dann wieder prima gepolstert. Nun wollen wir nicht ziemperlich sein, dafür lag sie schließlich ganz nah bei Trix. Das ist doch auch was *kreisch*.

Der 2. Nachteil des Luftmatratzensessels wurde recht schnell deutlich. Nämlich immer dann, wenn Astrid sich umdrehen wollte. Unangenehme Geräusche, in etwas wie wenn ein Elefant furzt, erzeugte der Schlafsackstoff auf dem Luftsessel. Astrid, es war doch der Schlafsack, der das erzeugte, oder ???
Pia und ich sind Kummer und Kunden gewohnt und haben Astrid auf ruhige, wenn auch bestimmte Art aufgefordert, sich bitte nicht mehr umzudrehen *kreisch*.
Das ging so lange gut, bis wir alle meinten, ein Auto hätte vor dem Haus gehalten.... und wir dachten es sei Frau Dr. Jones. Was also tun ? Wenn Pia oder ich aufgestanden wären, hätten wir nachher noch aus Versehen einen der herum liegenden Großen Münsterländer getreten. Also keine Chance. 
Astrid lag zufällig unter eben jenem Dachfenster.... aus dem man wundervoll den Garten und die Hütte sehen kann..... die Idee lag nahe.....na ja, Pia hat dann einfach gesagt: "Astrid guckst du mal ?".
Geräusche einer blähenden Elefantenherde kündigten an, dass Astrid es tatsächlich tut, also sich aus dem Schlafsack wendet und raus schaut um uns mitzuteilen: "Nee, das war sie nicht...". 

Wir haben kurz fest gelegt wer am nächsten Morgen als Erste ins Bad geht und ihr dürft jetzt wetten, wen es getroffen hat ?
Kurz bevor ich eingeschlafen bin (komisch, wo ich schwören könnte, dass ich in Essen nicht eine Minute geschlafen hab), hörte ich noch Trixs wohliges murren an Astrids Sessel.....

FORTSETZUNG FOLGT !

08. November 2004
Für alle eifrigen Tagebuchleser, die meinen auf meiner Startseite einen alten Ankündigungstext in Laufschrift zu sehen, sollten vielleicht ab und zu mal den "Aktualisierungsbutton" drücken. Ihr Schnarchnasen
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Wir sind wieder zurück aus Essen, wobei wir das alleine mir zu verdanken haben.
Aber ich erzähl das von vorne:

Am Freitag war wieder mal Hetzen angesagt. Als nächstes werde ich ein Timemanagement-Seminar besuchen, weil des klappt bei mir gar nicht. Ich hab mich also wieder abgehetzt wie verrückt und trotzdem mein Bettzeug und die getönte Tagescreme vergessen. Glücklicherweise hab ich dran gedacht die Astrid abzuholen. Während Astrid denkt sie fährt mit um schlaue Dinge über ihren Hund zu lernen, hab ich da ganz eigene Vorstellungen. Astrid soll als Routenplaner einsetzbar sein, mich warm halten wenn's mich friert und letztendlich schadet es nie, wenn man jemanden dabei hat, der die Schuld an allem kriegt. Also ein wirklich anspruchsvoller Posten. 

Nach Essen zu fahren ist ja wohl voll leicht und so haben wir ganz lässig die Fahrt in Angriff genommen. Zwischendurch gab's hie und da eine kleine Baustelle, aber wirklich nichts um sich aufzuregen. Eine kleine Pause in der wir uns gestärkt haben und dann ging es auch schon durch Dortmund nach Essen. Erst ab da hätte Astrid die Wegbeschreibung lesen müssen/sollen.... hat sie auch... aber na ja, alles lesen nützt ja nichts, wenn es die falsche Abfahrt ist.
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Okay, an dieser Stelle könnte ich Astrid in Schutz nehmen und sagen: "Das stand da auch nicht". Tu ich aber net !
Wir fuhren also ab und ich zweifelte stark an meinen Verstand, weil mir die Gegend gänzlich unbekannt vorkam. Ich hab aber einen guten Orientierungssinn. Da besteh ich drauf. Astrid hat also vorgelesen und wir gurkten los. Dummerweise war auch genau an der richtigen Stelle eine abknickende Vorfahrt und eine Eisenbahnunterführung und Astrid fühlte sich voll im recht. Meine "aber ich war hier noch nie", wurden überhört, WEIL DOCH DA VORNE DIE EISENBAHNUNTERFÜHRUNG IST !
Erst als wir zum wiederholten Male irgendwo abbiegen sollten und die Straßennamen so gar nimmer stimmten, wurde auch Astrid misstrauisch.
 
Als Frau hat man weniger Probleme damit am Straßenrand anzuhalten und jemanden zu fragen. Das haben wir dann auch getan und siehe da, die Passantin WUSSTE nicht, wo die Straße ist die wir suchten. Sehr beruhigen für mich, weil wir also doch definitiv falsch waren und super Kacke insgesamt gesehen.
Wir haben dann noch einen männlichen Passanten angehalten (aber nur weil keine Frau in der Nähe war) und der hat uns dann in die richtige Richtung geschickt. Grob gesehen.
An einer Kreuzung erinnerte ich mich dann plötzlich wieder und wusste so sicher wie ein durstiges Pferd das Wasser wittert, wo es zur Pia geht. Astrid, beeindruck von den Ortskenntnissen des Passanten, wollte lieber dessen Beschreibung folgen.....
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Ich hab mich durchgesetzt, bin halt die Dominantere (man kann das auch umschreiben mit ÜBERLEBENSFÄHIGER *g*) und kannte auch die nächste Ecke wieder. Zum abbiegen in die letzte Straße, als unserem Ziel, hat die Astrid dann glücklicherweise wieder die Wegbeschreibung zur Hand genommen. Jetzt müssen wir aber erst mal vorstellen, wer Astrid überhaupt ist.


Darf ich vorstellen ? Astrid !

Glücklich angekommen, haben wir das Haus eingenommen, weil ich wusste wo der Schlüssel liegt, des darf ich aber jetzt hier net schreiben. Wir sind in die Küche getrampelt und waren allein. Herrlich, erst mal setzen, weil wir so lange nicht gesessen haben. Das Pia noch eine Stunde hat und der Alex sie begleitet, dass wusste ich. Die Hunde sollten am Wochenende woanders untergebracht werden und so konnten wir ganz entspannt warten.
Wir haben dann also die Jacken ausgezogen und wirklich manierlich auf den Stühlen gehockt, als ich von oben plötzlich Schritte die Treppe herunter kommen hörte.....
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Da niemand zur Tür hereinkam sondern statt dessen ein "uuuaaaa mip mip" hinter der Tür ertönte, war klar, dass es der Trix sein muss. Nur kurz hab ich mich gefragt, warum uns das Pia nicht gesagt hat. 
Nun, er lebt zwar schon seit April bei Pia, aber sicher das er sich über Besuch freut, war ich mir keineswegs. Da hilft nur eins, Pia anrufen. Gut, einmal hat es geläutet und dann hat sie mich weg gedrückt :(
Aber relativ schnell hat sie zurück gerufen. Wir haben abgeklärt ob wir den Trix rein lassen können und nachdem in 0,7 Sekunden alles wesentliche besprochen war (Türen zu damit die Katzen nicht raus kommen), durfte Trix in die Küche. Hat der Gute sich über uns gefreut. Er hat sich erst mal den Kopf an uns gerieben und ganz tief gebrummelt und gemurmelt. Total lieb war er. Ist immer zwischen Astrid und mir hin und her gependelt und hat sich abschmusen lassen. Guckt ihr hier:



Astrid war hell auf begeistert, endlich ein Schmusehund. In kurzen Worten hab ich ihr dann erklärt, was für eine unglaubliche Veränderung Trix durchgemacht hat, seid er bei Pia ist. Dass seine Bellattacken so gut wie ausgestorben sind und das er auch gar nicht mehr rammelt. Es kann sein, dass ich hier und da ein wenig was hinzugefügt/weg gelassen habe, aber eine Geschichte muss rund laufen.....
Trix durfte zum Pipi machen in den Garten und ging anschließend lammfromm wieder mit uns hinein.

Er nahm unter dem Tisch platz, setzte sich mit dem Po auf meinen Schuh und ich kraulte ihm die Schulterblätter. Eine Sekunde später hat er gebellt (ganz hoch und ziemlich laut) und ich hab mich fast zu Tode erschrocken. Ich war da gar nicht drauf gefasst. "Siehst Du", hab ich zu Astrid gesagt, " so war das früher stundenlang...."
Trix bellte der weilen weiter und nach dem 5. oder 6. Mal haben meine Plomben wirklich angefangen zu schmerzen. Ich teilte mir mit ihm einen Müsliriegel und schon war Ruhe. Ich glaube sowohl Astrid als auch Trix waren von meinen trainerischen Fähigkeiten tief beeindruckt. 
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Nachdem der Riegel alle war, machte Trix einen zaghaften versucht auf Astrids Bein aufzureiten. Der Versuch war aber eher halbherzig und mit züchtig geschlossenen Knie bietet Frau wenig Angriffsfläche. Ha, dem haben wir es gezeigt. Ich hab Astrid erklärt, dass es einen Hund schon ein wenig stressen kann, in seiner Küche 2 fremde Frauen vorzufinden. Also sollten wir uns darüber keinen Kopf machen. Ruhig weiter sitzen und reden. 
Mit seinem erneut einsetzenden Bellen hatten wir dann schon mehr zu tun und ich entschloss mich, mit härteren Bandagen zu kämpfen. Also Kühlschrank auf und Scheiblettenkäse raus. 1 ganze Scheibe lang, war Trix ruhig. Sitz, Platz und Steh musste er schon machen um was zu bekommen, tat er brav. Aber selbst der geizigste Trainier reicht nicht ewig mit dem Käse zumal Trix zwischendurch versuchte sich die größeren Stücke selber zu nehmen. Als sie alle war kam ein energisch-durchsetzungsentschlossenes " Feierabend" von mir und Ruhe war.
Okay, Trix versuchte an meinen Bein aufzureiten aber das kann man relativ leicht verhindern, in dem man auf der Stuhlkante ganz nach vorne rutscht, die Beine möglichst weit unter den Stuhl zurück streckt und sich mit dem Busen auf dem Tisch abstützt. So saßen wir dann "ganz gemütlich" in Pias Küche und schauten alle 2 Sekunden zur Uhr. Trix, mittlerweile in einem Zustand, den Pia "innere Aufgewühltheit" nennt, rannte durch die Gegend, war leise aber sah suchend aus. Da außer unseren Taschen nichts herum lag, griff er sich Eikas Decke aus dem Flur und fing an wie wild daran herum zu reißen.
Dazu muss ich sagen, dass wir zu diesem Zeitpunkt noch dachten, es handelt sich um einen kostbaren, einzigartigen, geerbten und mit Erinnerungen  behafteten unersetzlichen Flokati-Teppich. Wenn wir gewusst hätten, dass es bloß Eikas blöde Decke ist, hätten wir nicht so leichtsinnig unser Leben aufs Spiel gesetzt, nee Pia, wirklich nicht !!!!

Als erstes griff ich nach dem Ende der Decke und wäre um ein Haar unter dem Tisch verschwunden. Dem ausgesprochen schlanken Trix sieht man seinen Zerrkräfte gar nicht an. Kann aber auch daran gelegen haben, dass ich vergaß meine Beine unter dem Stuhl wieder hervor zu holen. Dann hab ich Astrid befohlen, das Ende zu greifen, mit ähnlichem Erfolg. Die 2. Scheibe Scheiblettenkäse war schnell zur Hand und beide schmierten wir Trix Käse in die Lefzen, die Nasenlöcher, ans Kinn, in die Decke, an unsere Hosen, irgendwie überall hin. Nein, tierschutzrelevant find ich das nicht !!!!

Während Trix zum finalen Kampf mit der Decke ansetzte, er stand mit beiden Vorderbeinen drauf und zog mit der Schnauze dran herum wie ein Beserker, schmierte ich ihm dann wohl doch soviel Käse in die Schnauze, dass er schlucken musste und Astrid zog mit einer katzenhaften Schnelligkeit die Decke weg. Leider kann Trix schneller kauen, als Astrid Decken sichern. Sie stand noch siegessicher mit der Decke in der Hand, als Trix zum Sprung ansetzte und sich auf die beiden stürzte. Astrid riss ihm letzten Moment die Decke hoch, auf ihren Kopf und vergaß, dass der Rest der Decke noch über ihrem Po bammelte. Da hat Trix sich dann hinein verbissen.... in die Decke mein ich, nicht in den Po.

Das war der Moment in dem ich merkte, dass ich unter akuter Blasenschwäche leide. Ich hab mir ein wenig in die Hose gestrullert, aber ich glaube nicht, dass ich mich mit 34 Jahren nach 3 Stunden Autofahrt und einigen Getränken darum sorgen muss.

Ich hab vor lachen gar nix mehr sehen können und wenn ich nicht Schiß gehabt hätte, dass der Trix mich durch rammelt, hätte ich mich auf den Boden fallen lassen vor lachen. So bin ich lieber stehen geblieben.
Astrid stand da, mit Eikas Decke wie wir jetzt wissen, auf dem Kopf und dem verbissenen Trix im Rücken. Ich konnte nicht mehr. Ich war zu schwach um ein Foto zu machen.
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Ich weiß nicht mehr, wie wir die Decke dann noch frei bekommen haben, ehrlich nicht. Die Erinnerung ist getrübt. Astrid hat mir mit einem gekonnten Wurf die Decke über den Tisch gepfeffert und ich hab sie auf den 2. Flur gedonnert. Tür zu, Affe tot. Schade für Trix. Aber er hat ja noch andere Alternativverhalten auf Lager. Er versuchte wiederholte Male mit uns ins Geschäft zu kommen und uns notfalls mit Gewalt zu überreden nicht doch wenigstens ein Bein zur Verfügung zu stellen, damit er rammeln kann. Aber unser Sitz-Trick war ganz gut geeignet, die Sache scheitern zu lassen.
Alternativverhalten 3 = bellen. Laut und hoch.... mehr brauchte es nicht um mich in relativ kurzer Zeit weich zu kochen. Ich opferte Trix ein Küchenhandtuch von Pia und die nächsten 2 Minuten war bis auf Reißgeräusche alles leise. Länger hat das Handtuch nicht durchgehalten, miserable Qualität, ich überlege ob ich den Hersteller anschreibe !!!!

Nach dem Handtuch begann Trix wieder zu bellen und dieses Mal war nichts aber auch nichts geeignet um diesen Hund wieder zu beruhigen. Mit ähnlichen Gefühlen, wie ein Babysitter der mit seinem schutzbefohlenen Arschlochkind nicht klar kommt, rief ich erneut Pia an. Da das Telefon nicht mehr tutete, vermutete ich, Pia hatte abgenommen. Gehört hab ich wegen Trix leider nichts. Die einzige Frage die ich stellte war: "WIE lange hält sein Zustand innerer Aufgewühltheit an ?"
Die Antwort konnte ich unmöglich verstehen, genau genommen hab ich nur folgende Worte verstanden:

Tztztztztztzt.....(wau wau wau).....Hundetrainerin....(wau wau wau)......Kühlschrank....(wau wau wau).....Keller.....(wau wau wau)....Gemüsefach.....(wau wau wau).....Putenhals....(wau wau wau...wau wau wau)....
Nachdem Trix draußen auf dem Rasen mit seinem Putenhals lag und selig knabberte, kam Pia mit Alex um die Ecke gefahren.

FORTSETZUNG FOLGT !!!!!