Andrew (Langhaar Collie)

Hallo liebe Barfer und solche die es werden wollen, 

meinen Langhaar-Collie „Sir Andrew“ adoptierte ich am 4.11.01 aus dem Hildesheimer Tierheim. Er war von seiner Familie dort abgegeben worden, weil er angeblich gebissen hatte (was einem so alles einfällt, wenn man sein Tier loswerden will). Glücklicherweise musste er dort nur 2 Tage und 2 Nächte verbringen. Ich habe mich sofort in ihn verliebt, obwohl ich keinen Rüden und auch keinen langhaarigen Hund haben wollte. Zum Glück habe ich sofort alle Vorbehalte über Bord geworfen, denn dieser Hund ist ein Goldschatz. Aber das nur am Rande. Eigentlich will ich berichten, wie wir zur Rohfütterung gekommen sind.  

Also, wie gesagt habe ich Andrew am 04.11.01 adoptiert. Ich habe ihn drei Jahre lang gefüttert, wie das wohl allgemein üblich ist, mit Trockenfutter in Kombination mit Dosenfutter. Es gab keine nennenswerten Probleme bis November 2004. Da ging es los mit Durchfall. Eine mehrtätige Reisschleimdiät brachte keinen Erfolg. Es folgte der erste Tierarztbesuch, die Medikamente schlugen nicht an und hinzu kam Erbrechen.  

Der nächste TA-Besuch wurde fällig, kleines Blutbild wurde gemacht, kein Befund, alle Werte im Top-Bereich, Medikament und Diät wurden weitergegeben. Auch danach hielt sich der Erfolg in Grenzen. Immer wieder traten Durchfall und Erbrechen entweder im Wechsel oder auch zusammen auf. Es wurden Röntgenaufnahmen vom Darm gemacht (schön teuer) , um auszuschließen, dass etwas im Darm sitzt, das die Nahrung daran hindern könnte, den Darm vollständig zu passieren, so dass sie auf dem entgegengesetzten Weg den Körper wieder verlassen musste. Kein Befund. Weiter Diät und Medikamente gegen Magenschleimhautentzündung. Kein Erfolg. Mittlerweile war Andrew schon von 28,5 kg auf 25 kg abgemagert und die ganze Geschichte zog sich nun schon bis Mitte Januar hin. Eine Magenspiegelung sollte vorgenommen werden in der TiHo Hannover (Fahrerei, Narkose etc.also die ganze Palette, nee das wollte ich ihm ersparen, es musste doch noch eine andere Möglichkeit geben, dem Hund zu helfen).   

Ich hielt es für angebracht, einen zweiten TA zu Rate zu ziehen, schilderte die ganze Vorgeschichte und die Tierärztin war ziemlich ratlos.  Wenigsten hielt sie eine Magenspiegelung nicht für notwendig. Ich erhielt  ein Spezialfutter von Royal Canin für Magen- und Darmerkrankungen (auch nicht billig) und ein Antibiotikum. Das klappte auch drei Wochen prima, bis ich versuchte, das normale Futter wieder einzusetzen. Schon hatten wir wieder die gleichen Probleme. Inzwischen hatte ich mit dem ganzen Drum und Dran schon ca. 350 € beim TA gelassen.  

Nun muss ich sagen, dass ich mich in der Zeit vor Andrews Erkrankung schon mal mit dem Thema Rohfütterung beschäftigt habe.  Jetzt erkundigte ich mich erst einmal bei einer Bekannten, die selbst roh füttert und diese verwies mich an ihre Tierärztin und gab mit die Internet-Adresse von Dagmar. Ich landete nicht nur auf der Internet-Seite sondern rief Dagmar auch umgehend an, um mit ihr das Vorgehen für die Futterumstellung von Andrew zu besprechen. Kurz und gut, nach 30 Stunden fasten ging es los.  Noch wurde nicht gleich ganz roh gefüttert, sonder das Fleisch wurde mit kochendem Wasser übergossen und musste 5 Minuten darin ziehen. Andrew war erst nicht so begeistert, hat es aber nach einiger Zeit der Gewöhnung doch mit Appetit verspeist. 5 Tage lief alles prima und ich freute mich schon, dass es Andrew bald wieder besser gehen würde.

Zu früh gefreut, an einem Sonntagmorgen früh um 5.00 Uhr hörte ich aus der Diele die typischen, mir nur allzu bekannten, Kotzgeräusche und das ungefähr 10 Stunden nach dem Fressen, es kam nahezu unverdaut wieder aus ihm raus.

Jetzt war guter Rat teuer, denn meiner TA konnte ich nicht erzählen, dass ich mit der Rohfütterung begonnen hatte, sie hält nämlich nichts davon. Also habe ich erst einmal mit Dagmar gesprochen, die mir den Rat gab, durch die TA prüfen zu lassen, ob eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse vorliegt.  

Also wieder Blutbild, diesmal großes Labor, auch der Kot wurde eingeschickt. Nach einigen Tagen des Bangens kam die erlösende Nachricht, dass alles in Ordnung ist. Jetzt war ich so schlau, wie vorher. Was hat der Hund? Wir vermuten eine Unverträglichkeit auf einen Bestandteil im Fertigfutter.  

Ich begann, für meinen Andrew selbst zu kochen, eine Ausschlussdiät zu machen. Angefangen habe ich mit Hähnchen und Reis. Nach einer Woche versuchte ich Hähnchen mit Nudeln, später Rinderherz mit Reis oder Nudeln, Hähnchenherzen mit Nudeln. Es gab auch mal gekochte Kartoffeln mit gekochtem Fleisch oder Hüttenkäse mit Thunfisch etc., aber immer nur zwei Zutaten, damit ich leicht feststellen konnte ob er bestimmte Sachen nicht verträgt. Als ich einmal gekochte Möhren dazugab, reagierte Andrew am nächsten Tag mit Durchfall. Also keine Möhren mehr. Ohne Möhren alles prima.  

Nach etwa drei Wochen hatte ich ein gefrorenes Rinderherz gekauft. Da ich mich von dem Gedanken an die Rohfütterung noch nicht verabschiedet hatte, kochte ich nur ungefähr die Hälfte des Fleisches und habe bei der nächsten Mahlzeit einen kleinen Teil rohes Fleisch gegeben. Andrew hat es gut vertragen. Sofort habe ich Dagmar informiert und sie riet mir auf diese Weise noch eine Woche so weiterzufüttern. Alles prima. Danach erhöhte ich für eine weitere 5 Tage den Anteil an rohem Fleisch um 10 – bis 20 Gramm usw.. Ich gab auch geriebene Äpfel oder Birnen, Öl, Seealgenmehl oder Bananen dazu, alles roh. Selbst Hühnerhälse verträgt er und verspeist sie mit Genuss. Nur die Möhren haben wir bisher ausgespart. Meinem Andrew geht es bestens. 

Seit einigen Tagen gebe ich nun nur noch rohes Fleisch, Reis und Nudeln wird er nur noch selten bekommen, und ich bin sicher, wir sind auf dem richtigen Weg. Seine Haufen sind deutlich kleiner und stinken nicht mehr so bestialisch. Statt  3 bis 4mal am Tag erledigt er sein großes Geschäft jetzt 1 max. 2mal am Tag. Ein großer Vorteil ist auch, dass die ewige Pupserei jetzt aufgehört hat. Die Düfte haben einen fast narkotisiert. Vor allen Dingen hat Andrew vor seinem eigenen Gestank die Flucht ergriffen und hat mich in der stinkenden Wolke sitzen lassen. 

Sicherlich ist es möglich, dass nicht jeder Hund diese Fütterung verträgt, aber es ist einen Versuch wert, es zu probieren. Ich bin guter Hoffnung, dass in Zukunft auch die Qualität von Andrews Fell noch besser wird und dass die Hautschuppen, die er hat, auch verschwinden. Wir werden den Speiseplan nach und nach erweitern.  

Liebe Grüße Jutta und Andrew                                                         

Anmerkung von mir: In der Zwischenzeit ist es "normal" dass Jutta mich 1x in der Woche anruft und nicht etwa weil es Probleme gibt, sondern Andrew geht es mit Frisschfutter wunderbar :). Meine erste gelungene Telefon-Futterumstellung !