Danny (Golden Retriever)

Nach 4 hundelosen (= trostlosen) Jahren holten wir (Sabine & Heino) am 01.10.1998 unseren Danny im zarten Alter von 8 Wochen ins Haus. Wir hatten ihn bereits einige Wochen vorher beim Züchter ausgesucht und konnten den großen Tag kaum erwarten. Mit Decken und Küchenpapier (für Angst-Pipi oder Erbrochenes) bewaffnet luden wir den kleinen Fratz zu mir (Sabine) auf den Rücksitz des Autos. Kaum war der Wagen losgebraust, da krabbelte der kleine Kerl auch schon aus der schützenden Umarmung, kuschelte sich in die Decke und schlief die ganze Fahrt bis nach Hause.  

Wir sind beide sozusagen mit Hunden aufgewachsen – bei Eltern, Großeltern etc. Und Danny ist nicht unser erster Hund. Ich hatte vor ihm einen Irish Setter Rüden, der vierzehneinhalb Jahre alt wurde und ein lieber und ruhiger Hund war. Also sind wir optimistisch an die Sache rangegangen „das kriegen wir schon hin“. War auch eigentlich ganz einfach. Nach knapp 3 Wochen war Danny absolut stubenrein. Wenn er auf sein Futter wartete, haben wir brav das Kommando Sitz eingeübt. Alles spielerisch. Den Gang zur Hunde-/Welpenschule hatten wir in Erwägung gezogen, haben aber damals leider nur die typischen „Schäferhundvereine“ gefunden – und das wollten wir unserem Hund nun definitiv nicht antun.  

Die ersten Jahre verliefen recht harmonisch. Im Laufe der Zeit hat Danny ein paar Macken entwickelt, wie z.B. Zeitungsausträger verbellen, am Gartenzaum patrouillieren etc.  Das fanden wir eigentlich alles gar nicht so schlimm, weil er ansonsten ein lieber Hund und absolut problemloser Hausgenosse ist. Andere Hunde und Menschen werden in genau zwei Kategorien eingeteilt – die, die er mag und die, die er halt nicht mag. Leider überwiegt mittlerweile die Anzahl der Nichtgemochten (gebissen wurde noch niemand – weder Mensch noch Tier). Hinzu kam, dass er anfing, seine Spielsachen mir gegenüber zu beschützen, bzw. wenn ich abends (wollte er seine Ruhe haben?) an ihm vorbeiging, er sich knurrend auf ein Spielzeug stürzte und mich noch zwei Schritte verfolgte. Das macht eine prima Gänsehaut! Außerdem entwickelte er eine ständig wachsende Angst vor Gewitter und Silvesterknallern.  

Irgendwann im Jahr 2004 eskalierte die Situation dann ganz langsam. Und dann kam Tag X:
Es war der 22.07.2004, ca. 05:30 Uhr morgens, ein heftiger Donnerschlag. Der fünfte oder sechste Tag mit Gewitter in Folge und das war es dann – unser Hund hatte genug. Er hatte panische Angst und wir Menschen haben, wie wir jetzt dank Dagmar wissen, kläglich versagt. Anstatt dem armen Tier zu vermitteln, dass alles in Ordnung sei und die Welt nicht untergeht, habe ich unseren Hund natürlich bemuttert, gestreichelt, in den Arm genommen und zu trösten versucht. Dass wir damit seine Angst nur verstärkt haben, das wäre uns damals nie in den Sinn gekommen. Leider hat sich die Situation an diesem Morgen so zugespitzt, dass der Hund mich knurrend und zähnefletschend durch das halbe Haus gejagt hat. Ich war absolut ratlos und mit dieser Situation total überfordert. Völlig verzweifelt habe ich den Hund dann ins Auto gelockt, bin zum Tierarzt gefahren und habe die Situation geschildert. Das Resultat war eigentlich die Frage, ob dem Hund noch eine Chance gegeben werden solle. Was für eine Frage – den Hund einschläfern? Unmöglich!!! Also wurde der arme Kerl kurzerhand kastriert und uns wurde die Hundeschule, damals noch in Willershausen, empfohlen. Ob die Kastration wirklich notwendig war wissen wir nicht, jedenfalls schien es an diesem Morgen die einzige Lösung zu sein, zumal wir so 24 Stunden Zeit für einen „Schlachtplan“ gewonnen hatten. Wir haben uns noch am selben Tag mit Dagmar in Verbindung gesetzt. Allein das Telefonat mit ihr hat uns wieder aufgebaut und Mut gemacht, dass wir das alles wieder in den Griff bekommen. Nachdem ich Danny dann am nächsten Tag vom Tierarzt abgeholt habe, habe ich mich sklavisch an Dagmars Verhaltensregeln gehalten, obwohl ich immer noch Angst vor ihm hatte. Ich muss zugeben, dass ich mich auch etwas durch diese schreckliche Halskrause, die er nach der Operation tragen musste, geschützt fühlte.

 Wir haben uns dann gleich zwei Tage später das erste Mal mit Dagmar getroffen. Sie hat uns total ausgefragt, unser Miteinander beobachtet und dann die Situation analysiert – und uns bescheinigt, dass wir Menschen unheimlich viel falsch gemacht hatten. Zuerst bekamen wir einfache Verhaltensregeln und wir konnten sofort beobachten, wie unser Hund auf unser neues Verhalten reagiert – nämlich genau so wie Dagmar es vorausgesagt hatte. Wir haben dann mit Einzelstunden begonnen, damit das Verhältnis zwischen Mensch und Tier wieder in Ordnung kam und Dagmar uns besser kennen lernen konnte. Danach haben wir mit zwei netten Hündinnen trainiert (einen lieben Gruß an Leika + Kira). Und jetzt sind wir in der Osteroder Haustier Akademie im Teamkurs 1 und haben dort schon eine Menge gelernt. Mit der Leinenführigkeit klappt es jetzt viel besser – nur das Tolerieren von anderen Rüden lässt noch zu wünschen übrig. Aber auch das werden wir mit Dagmars Hilfe noch verbessern.  

Ach – und Gewitter sind für uns heute auch kein Problem mehr. Danny hat zwar nach wie vor Angst, aber dadurch dass wir Menschen unser Verhalten geändert haben, ist auch er viel ruhiger. Kein Geknurre, keine schiefen Blicke. Im Juli 2004 hätte ich nie daran geglaubt, dass wir ein Gewitter mal so stressfrei überstehen können. An dieser Stelle noch mal ein ganz dickes DANKE an Dagmar.  

Da wir ca. 50 km entfernt wohnen, ist es leider schwierig an Veranstaltungen wie Klönabend oder Stammtisch teilzunehmen, besonders wochentags; zu den Kursen kommen wir jedoch regelmäßig. Und wir können allen Interessierten nur versichern – der weiteste Weg lohnt sich!!!!!

An dieser Stelle noch einmal unseren ganz herzlichen Dank an Dagmar und alles Gute mit der OHA.  

Sabine, Heino & Danny