Deles (Dalmatiner)

Als Deles mit 8 Wochen zu und kam, waren wir fest entschlossen sie zu einem  weltgewandten, freundlichen Hund zu erziehen, mit dem wir überall hingehen konnten.

Also hatten wir uns bereits vor ihrem Einzug schon Welpengruppen in zwei ortsnahen, konventionellen Hundeschulen angesehen und uns für eine entschieden. Die Gruppe war ok, die Kleinen haben eine Stunde rumgetobt, ab zu wurden sie herangerufen, was immer besser klappte. Geübt wurde Sitz,,Platz,Fuß, Bleib, etc.

Als Deles dann aus dieser Spiel-Gruppe herausgewachsen war, sollte es, so dachten wir, mit dem Grundgehorsam, den wir ansatzweise schon erfahren hatten, weitergehen.

Nachdem wir einige Male die „Sitz,-Platz,-Fußgruppe“ der Fortgeschrittenen, denn mehr war es beim Besten Willen nicht, besucht hatten war uns klar: So nicht, dann lieber gar nicht. Inhalt dieser Stunden war es den Hund ständig bei Fuß zu haben, absitzen oder abliegen zu lassen. Um sich als Hundeführer auch Gehör zu verschaffen, wurde für den Unterricht ein Kettenwürger gefordert, der zwar nicht „auf Zug“ stehen sollte, aber immerhin!

Das ging entschieden zu weit! Wir wollten SPAß mit unserer Deles und sie sollte ihn mit uns haben.

Also hatte Deles erst mal „schulfrei“. Sie war nun ein Jahr alt und nach und nach zeigten sich einige Unarten,  gegen die wir machtlos waren, wie z.B. drauf losstürmen wenn in der näheren oder ferneren Umgebung Fußgänger (egal ob mit oder ohne Hund) auftauchten, Fahrradfahrer Jogger oder Reiter ihr Blickfeld kreuzten. Das hieß im Klartext: Erst mal liegend anpirschen und dann voran stürmen. Bei bekannten Hunden aus der Nachbarschaft war es schon ärgerlich, aber bei Fremden war es ziemlich peinlich, zu beobachten, wie diese dann ihre Hunde umherrissen oder auf den Arm nahmen um sie vor diesem heranstürmenden Ungeheuer in Sicherheit zu bringen. Deles lief unbeirrt von Rufen oder Pfeifen erst mal zum Objekt der Begierde und nach einer kurzen Begrüßung kam sie sofort und schnurstracks zurück.  Ich war am verzweifeln.

Bei Dagmar lernte ich mit Hilfe des Clickertraining dieses Verhalten weitestgehend „umzuleiten“. Deles bekommt in solchen Situationen einen Click und Belohnung für das Erblicken von Leuten, Hunden etc. Das setzt natürlich voraus, das ich das Objekt, welches auch immer, vor Deles sehe und entsprechend schnell reagieren kann J

Eine weitere „Unannehmlichkeit“ ist,  dass  Deles Fremden, bzw. flüchtigen Bekannten  gegenüber öfters ängstlich reagiert, wenn diese sie streicheln wollen oder direkt auf sie zugehen. Sie bellt oder knurrt dann und versucht sich der Situation zu entziehen, was schwierig ist, weil ich ihr nicht folge und sie ja eigentlich bei mir bleiben will....  Bei Dagmar lernte ich, das Deles, erkennbar durch diese deutlichen Beschwichtigungssignale, die sie zeigt ein ängstlich-motivierter Hund ist, der einfach „gemanagt“ werden will. Auch das lässt sich hervorragend mit dem Clickertraining  und einigem Grundwissen über Beschwichtigungssignale bewältigen.      

Wir lernten Dagmar auf einem Ihrer Ernährungsseminare kennen, welches wir besuchten, um uns über die Rohernährung von Hunden zu informieren.

Deles bekam bisher Trockenfutter was ihr wohl auch schmeckte, jedenfalls fraß sie ohne zu zögern und es gab keine augenscheinlichen Beschwerden wie Hautausschläge oder Durchfall.

Trotzdem fragten wir uns, ob es nicht eine gesündere, natürlichere Alternative zum Trockenfutter gab. Und siehe da: BARF ist das Zauberwort. Mehr darüber kann man auf einem Ernährungsseminar von Dagmar Yildiz erfahren. Man sollte sich wirklich einmal darüber informieren. Es lohnt sich. 

Deles hat bisher meines Erachten keine Ansätze eines Problemhundes gezeigt, dennoch sind wir superglücklich eine Hundeschule gefunden zu haben, die mit Erfolg zeigt, dass es ohne Gewalt geht.  In der der Spaß mit dem Hund mit an oberster Stelle steht. So haben wir mittlerweile von den zahlreichen Kursangeboten die Agility- und Dogdancing-Kurse mit viel Freude besucht und es werden noch viele Stunden folgen.

 Wir fühlen uns hier sehr wohl, weil auch der zwischenmenschliche Kontakt nicht fehlt, und schon viele nette Leute den Weg zur Osteroder-Haustier-Akademie gefunden haben. Ich hoffe es werden noch etliche mehr.