Kenzo (weißer Schäferhund)

Das ist Kenzo, unser 3-jähriger Schäferhundrüde. Durch Kenzos Einzug mit 9 Wochen änderte sich unser Hundeverstand komplett. Na ja, das was man damals Hundeverstand nennen konnte. Heute weiß ich, ich hatte gar keinen.  

Kenzo ist unser zweiter Hund. Bei der Erziehung unseres Eurasierrüde Aiko war ich fest der Meinung, das liegt mir im Blut und das klappt alles von ganz alleine. Hat es bei ihm auch. Ich erzog in mit Belohnung durch Leckerchen, Das klappte prima, mal abgesehen davon, dass er ein sehr ruhiger und ausgeglichener Hund war. Leider mussten wir ihn bereits mit 2 Jahren einschläfern lassen, da er unheilbar erkrankt war.  

Kurz um, ohne Hund ist das Leben nur halb so schön und als mein Arbeitskollege eines Tages im Büro stand und mir sagte, er haben einen Wurf weiße Schäferhundwelpen packte ich kurzerhand meinen Mann und meine Tochter ein, zum Besichtigen.  

Nachdem wir zuerst die Elterntiere gesehen hatten war uns klar, einen von den Welpen nehmen wir.
Wir besuchten die Welpen jeden Sonntag, bis wir nach 9 Wochen unseren Kenzo mitnehmen konnten. Und schon im Auto nahm das Chaos seinen Lauf. Kenzo stieg mir im Rücksitz unter lautem Geheul fast in den Kofferraum. Er wollte zurück, das war mal klar. Zuhause angekommen versteckte er sich unter dem Sofa und spielen wollte er schon mal gar nicht. Er hatte vor allem Angst. Normalerweise sagt man ja, der Welpe läuft einem schon hinterher, aus reiner Verlassensangst. Ne ne, nicht immer. Kenzo draußen ableinen war unmöglich, da er bei jeder Kleinigkeit panisch wegrannte. Nach und nach fing er an, mich in sämtliche Körperteile zu beißen und mit seinen Krallen meine Hände und Arme zu zerkratzen. Er zerlegte unsere Einrichtung und streicheln musste ja nun auch wirklich nicht sein. So hatte ich mir das Leben mit einem Welpen schon immer vorgestellt! Auf den Spaziergängen hatte er Angst vor sämtlichen Hunden egal welcher Größe und welchen Alters. Mit der Zeit schlug die „ich renn vor anderen Hunden weg“-Phase in die „ich mach mal die Riesenattacke auf alle Hunde die ich ins Sichtfeld bekomme“ um. Spätestens jetzt wurde mir klar. Astrid, du hast da ein Problem und brauchst fachmännische Hilfe. Eine Hundeschule war von Nöten. Bei der einen war Kenzo zu jung, beim nächsten Hundeplatz nur bedingt geduldet, denn weiße Schäferhunde seinen nicht nervenstark, dieser Hund sei dominant und sowieso nicht zu erziehen, haben wir immer wieder zu hören bekommen. Nach dem Welpenkurs wurden dann die Geschütze aufgefahren. Ein Stachelhalsband sollte her. ABER NICHT BEI UNS! Es musste doch eine Möglichkeit geben, die Erziehung ohne Schlagen, Schreien  und Folterinstrumente wie Stachler und Tele zu ermöglichen. 

Gott sei Dank hat mir jemand zu diesem Zeitpunkt Dagmar Adresse in die Hand gedrückt. Wir buchten eine Einzelstunde und nach dieser war uns klar: wir waren da angekommen, wo wir hinwollten. Wir besuchten dann auch gleich eines ihrer Seminare und unser Denken über Hunde änderte sich um 180°.

Ich lernte Kenzos tolle Seiten kennen, die ich vorher komplett übersehen hatte. Er benimmt sich supertoll zu Menschen, bellt im Haus kaum, selbst wenn er klingelt, ist aufmerksam und clickert für sein Leben gern. Dieses fordert er auch stetig ein. Er zeigt zwar bei anderen Hunden noch immer seine „Ich mach dich platt“-Philosophie“, aber ich weiß jetzt, dass es sich hierbei um Angstagressivität handelt. Wir leben damit und arbeiten daran. 

In der Zeit, in der wir bei Dagmar die Hundeschule besuchen, habe ich viele nette Menschen kennen gelernt, habe mehr über Hundeerziehung und Ernährung (ganz wichtig!!!) gelernt als je zuvor und vor allem habe ich eine Beziehung zu Kenzo aufbauen können, die ich mir früher nie hätte vorstellen können.

Kenzo ist zwar ein etwas schwieriger aber auch ein ganz toller Hund !