Linus (Briard)

In vielen Büchern ist zu finden, dass Briards sehr dominant seien und deswegen äußerst konsequent erzogen werden müssen. Aus diesem Grund wollten wir unseren Linus auf jeden Fall in einer Welpengruppe haben, damit er den Umgang mit anderen Hunden lernt.
Dagmars Schule wurde uns
von Freunden empfohlen, was - im Nachhinein betrachtet - ein wirklicher Glücksfall war.

Linus ist der erste Hund seit meiner Kindheit, deswegen bin ich (Jörg) in Sachen Erziehung recht unbedarft, während Imke mehr Hundeerfahrung hat. Erstaunlich finde ich an den Hunde-Stunden, dass ICH meist viel mehr gelernt habe als Linus selbst. Zum Beispiel musste ich lernen, dass Hundearbeit Teamarbeit ist, weil der Hund eben keine Maschine ist. Auch über die "Hundedenke" habe ich viel gelernt. Und das hat Linus sicherlich viele (wenn auch nicht alle) Fehler erspart.

Linus ist ein echtes Goldstück, der immer gerne Quatsch macht und tobt. Er ist freundlich zu allen Hunden (außer zu Harry), aber gegenüber fremden Menschen ist er sehr zurückhaltend. Besonders, wenn die ihn ansprechen, sich über ihn beugen und auf dem Kopf rumtatschen wollen. Da ergreift er schon mal die Flucht, hält aber auch das immer häufiger souverän aus. Er will viel beschäftigt werden, weswegen wir sinnvolle, aber auch sinnlose (und deswegen besonders lustige) Sachen mit ihm machen. Die Clickerei, da sind wir uns absolut einig, ist die perfekte Methode für Linus. Da Linus sehr sensibel ist und bei Stress (den wir vielleicht selber z. B. aus dem Arbeitsalltag mitbringen) völlig (und berechtigt!) die Mitarbeit versagt, zieht er bei der Clicker-Arbeit alle Register seiner Kreativität. Wenn wir eine neue Übung machen und er nicht weiß, was er machen soll (weil wir es nicht passend erklären konnten), spult er sein ganzes Repertoire ab, um uns etwas Passendes anbieten zu können.

Leider hat Linus seine Jagd-Leidenschaft entdeckt und deswegen versuchen wir, uns selber (mit Dagmars Hilfe) so interessant zu machen, dass das Jagen eine völlig unattraktive Alternative für ihn wird. Und seit wir mit dem Training begonnen haben, hockt unser Mensch-Hund-Team noch enger zusammen, denn Linus achtet jetzt viel mehr auf uns und wir natürlich auch auf ihn.

Im Alter von 6 Monaten haben wir ihn auf Rohfütterung umgestellt. Ok, eine Mahlzeit Fertigfutter geht einfacher und schneller, macht aber nicht halb soviel Spaß. Weder dem Hund, noch uns selber. Früher hatte Linus häufig Juckreiz, schuppige Haut und breiigen Kot. Seitdem er roh gefüttert wird, kratzt er sich kaum noch und hat nur sehr selten Durchfall. Zudem haben wir das Glück, dass er wirklich nahezu alles frisst, was wir ihm anbieten. Sein Fell glänzt jetzt ganz seidig, wenn er frisch gebürstet ist und während er früher das Temperament einer Wanderdüne hatte, ist er heute kaum noch zu bremsen. Wir können nicht sagen, was alles der Rohfütterung zuzuschreiben ist, aber ihm geht es ganz offensichtlich prima damit.