Zorro (Brandlbracke)

Das Sorgenkind der Familie Fremdling war/ist ZORRO. Als Jüngster und Letzter im Juni 2002 in diese Familie gekommen (bestehend aus 2 erwachsenen Kindern, den Elternteilen und der jetzt 13 1/2 Jahre alte Brandlbrackenhündin "Betty".

Zorro ist ein (jetzt kastrierter) Brandlbrackenrüde - eine alte Jagdhundrasse aus Österreich -  der am 19.04.2002 in Kärnten geboren wurde und seine ersten 8 Wochen auf einem Bauernhof mit seiner Mutter und ich glaube 9 oder 11 Geschwistern verbracht hat.

Mein Mann hatte sich für ihn entschieden, weil er unheimlich selbstbewusst, aufgeschlossen, voller Tatendrang und kinderlieb schien.

Dies alles sah dann hier im Alltag aus wie hyperaktiv, unterfordert, nicht einfügen oder unterordnen wollen. Zerstörerisch veranlagt sein, die "Alte" nicht respektierend und was das allerschlimmste war: Aggressiv uns allen gegenüber. Die Hemmschwelle beim Zubeißen (egal, ob aus Wut oder aus Freude) war sehr niedrig - und da der Hund vollkommen überdreht war und sich gar nicht fügen mochte ohne fürchterlich zu drohen, knurren bis zum Zuschnappen, gab es natürlich in der Familie arge nervliche Probleme.

Bei der Tierärztin in Northeim las ich einen Flyer über die Arbeit der Frau Yildiz und habe dann mit ihr Kontakt aufgenommen, da ich nicht wollte, dass es hier eskaliert. Wir wollten wissen, was wir falsch machen, was mit dem Hund ist und was anders gemacht werden muss.

Sie kam auch in unsere Familie und hat den Hund  und unser Verhalten unter die Lupe genommen. Wir lernten, dass der Hund wohl ständig Angst um sein Leben hat und sich von uns und unserem Verhalten bedroht fühlte. Der ganze Wurf hatte eine schwere Erkrankung, von der wir nicht genau wissen, was es nun war - aber die Welpen mussten schon früh und lange ziemliche "Hammer" an Medikamenten nehmen. Auch Wasser und Futtermangel schienen bei ihm aus Welpenzeit eine Rolle zu spielen. Meist hat er wohl die Mahlzeiten verpasst, weil er raufen musste und Ruhezeiten wie die anderen Welpen brauchte er auch kaum - er war allzeit bereit, wenn die Kinder der Familie mit den Hunden spielen wollten. (Kinderlieb ist er wirklich auch heute noch!)

Aber warum er nun bei uns "Angst um sein Leben" hatte, wissen wir nicht. Frau Yildiz hat uns über Beschwichtigungssignale aufgeklärt, darüber, dass wenn der Hund ein Schmalzbrot vom Tisch nimmt, dass er das nicht "geklaut" hat (wie wir es nennen würden...) sondern: er hat es gefunden!!!!!   (Das ist bei uns noch immer ein geflügeltes Wort! ;-)

Anmerkung von mir: Das lässt sich managen :)) !

Da der Hund sehr wissbegierig und lernfähig ist, hatte ich eigentlich Kurse besuchen wollen, was dann aber an der Strecke von Andreasberg nach Willershausen und Zeitmangel gescheitert ist.

Inzwischen kommen wir so notgedrungen alle miteinander klar (verstehen tun wir allerdings manchmal diesen Hund immer noch nicht, weil das sehr schnell wechseln kann - von eben ganz dicht bei mit im Sessel liegen zu GRRRR, ich fresse jetzt einen von Euch.)

Wir hoffen, es bessert sich alles noch mit zunehmenden Alter. Ich versuche, noch Fotos mit dazu zu packen und hoffe, wenn der Platz nicht allzu weit entfernt ist, dass ich mit Zorro doch noch mal so eine Nasengruppe oder so mitmachen kann.