Jenna
(altdt. Hütehund; Fuchs-Mix)
Hallo, ich heiße
Jenna, bin ein Altdeutscher Hütehund und im April 2001 auf dem Hof eines Schäfers
geboren worden. Mama und Papa waren beide im Hütedienst. Ich war die kleinste
von 12 Welpen und meine Geschwister haben mich immer ganz doll geärgert. Auch
die Menschen auf dem Hof waren nicht nett zu mir. So war ich mit 8 Wochen schon
ein völlig verängstigtes kleines Hundchen, das sich nicht anfassen lassen
wollte und sich ständig nur in irgendeine Ecke duckte.
Aber mein jetziges Frauchen habe ich mir selbst ausgesucht! Das war nämlich so:
Als sie kam, waren noch 8 Welpen zu vergeben, 2 Hündinnen und 6 Rüden. Der Schäfer
holte einen nach dem anderen aus unserem kleinen Holzverschlag. Frauchen wollte
gerne eine Hündin haben. Meine Schwester zwickte sie sofort in die Hand, das
fand Frauchen wenig vertrauenserweckend. Mich verängstigtes Etwas fand sie aber
auch nicht gerade toll. Sie wusste sehr wohl, dass man sich einen solchen Welpen
nicht aussuchen sollte, schon gar nicht als ersten Hund. Immerhin hatte sie
Mitleid und bat den Schäfer, mich auf den Arm nehmen zu dürfen. Der Mann
musste mich einfangen wie ein Ferkel, ich war in Panik und versuchte immer
wieder zu entwischen, aber dann hat er mich doch geschnappt und ich hing
zitternd auf seinem Arm. Mein zukünftiges Frauchen streichelte mich sanft und
das tat so gut, so was kannte ich gar nicht. Davon hätte ich nicht genug
kriegen können, ich bin nämlich eine richtige Schmusebacke, nur wusste das auf
dem Hof keiner. Nach einer Weile tat uns der Schäfer wieder in den Verschlag
und ich hörte Frauchens zweifelnde Stimme sagen „Na ja, ich überleg’s mir noch mal.“
Aber ich wollte nicht, dass sie ohne mich geht und als sie zum Abschied eine
Hand in unseren Verschlag hängen ließ, nahm ich meinen ganzen Mut zusammen,
boxte mich durch meine drängelnden Geschwister durch und drückte meinen Kopf
in Frauchens Hand. Das hat funktioniert, Frauchen war total gerührt und konnte
einfach nicht mehr ohne mich weggehen. Toller Trick, ne?
Aber Frauchen sagt, ich bin sowieso eine ganz Schlaue. Ich bin auch schon lange
nicht mehr so ängstlich, sondern oft schon richtig mutig, wie es sich für
einen Altdeutschen Hütehund gehört. Für Frauchen bin ich aber ganz schön
anstrengend, weil ich so schnell lerne und immer wieder was Neues brauche. Aber
ich glaube, ihr macht die Arbeit mit mir richtig Spaß. Hoffentlich gehen ihr
die Ideen nie aus. Aber dafür gibt’s ja auch noch Dagmar, deren Seminare
Frauchen übrigens ganz klasse findet.
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